Programm Dokumentation/Kühlung
Weitere Optionen
Die Kühlung rechnet den Kältebedarf gekühlter Gebäude Stunde für Stunde mit dem Gebäudemodell nach VDI 6007 und führt ihn als eigenen Bedarfskanal Kühlung neben Heizung, Brauchwasser und Prozesswärme. Wärme und Kälte werden nicht gegeneinander verrechnet: Der Kältebedarf hat eigene Kennzahlen, ein eigenes Bild und eine eigene Zeile in der Kanalübersicht.
Der Kältebedarf ist sensible Kälte ohne Entfeuchtung: Feuchte und latente Last sind nicht enthalten — der Kältebedarf einer Anlage mit Entfeuchtung liegt darüber. Dieser Satz steht in EPOS-Plan neben jeder Kältezahl, im Bericht und im Export.
Was Kühllast, Kälteerzeugung und die Leistungszahl EER bedeuten, erklärt Grundlagen/Kühlung; hier steht, wie EPOS-Plan den Kältebedarf einbindet und rechnet. Wärmepumpe im Kühlbetrieb, Kältemaschine und Kältespeicher beschreibt die Seite Kälteerzeugung.
Einbindung in EPOS-Plan
Die Kühlung hat zwei Seiten: den Kältebedarf eines Gebäudes und den Kälteerzeuger, eine Wärmepumpe im Kühlbetrieb oder eine Kältemaschine. In der Reihenfolge der Bedienung (hier für die Wärmepumpe):
- Gebäude – Gebäudedialog, Reiter Gebäude und Hülle, Gruppe Kühlung: Gebäude wird gekühlt, bei Bedarf Kühlleistungsgrenze; den Kühlsollwert trägt der Reiter Konditionierung in der Spalte Kühlen, Zeile Tag (Eingaben). Kältebedarf entsteht nur auf dem Rechenweg nach VDI 6007 oder aus einem Lastgang im Kanal Kühlung.
- Gerät – Eine Wärmepumpe deckt Kälte nur mit Kühlkennlinie: Kälteleistung und EER je Kühl-Vorlauf über der Außen- bzw. Quellentemperatur. Sie kommt mit dem Herstellerdaten-Import nach VDI 3805 in den Katalog und mit dem Gerät ins Projekt. Im Wärmepumpen-Katalog zeigt nur mit Kühlfunktion die Geräte mit Kühlleistung.
- Kühlbetrieb – Konfiguration… der Wärmepumpe, Gruppe Kühlbetrieb (Kühlbetrieb der Wärmepumpe).
- Simulation Konfiguration (Startseite, Reiter Simulation, Knopf Simulation Konfiguration...; ebenso Menü Projekt → Simulation…) – die Wärmepumpe unter Komponenten der Simulation in die Kaskade aufnehmen, sonst kühlt sie nicht, und im Bereich Kälte unter den Komponenten Kühlung rechnen einschalten.
- Kühlübergabe (wahlweise) – Mit Anlagenkopplung Heizkreis und Kühlübergabe rechnen (statt idealer Kühlung) am Gebäude rechnet EPOS-Plan Kühldecke, Flächenkühlung oder Gebläsekonvektor mit festem Kaltwasser-Vorlauf, mit mehreren Zonen je Zone (Kühlübergabe); im geschlossenen Kreis gleitet der Vorlauf wahlweise mit der Kühlkurve.
Heiztag – der Heizbedarf des Tages überwiegt:
Wärmequelle
heizt
nachrangig
Heizkanal
Kühltag – der Kältebedarf des Tages überwiegt:
kühlt
Rückkühlung
heizt am Kühltag
Beispiel
Anlage D – Bürogebäude, 2 000 m²: Heizlast 90 kW, Kühllast 80 kW, Flächenheizung 40/30 °C, Kühldecken 16/19 °C; reversible Luft-Wasser-Wärmepumpe A mit 100 kW, Kessel 1 mit 60 kW, Speicher 1 (Pufferspeicher, 1 500 l), Photovoltaik 60 kWp, Strombedarf 120 MWh/a. Die Kühlkennlinie führt die Kühl-Vorläufe 7 und 18 °C, der höchste Heizsollwert ist 21 °C.
| Dialog | Feld | Wert | Warum |
|---|---|---|---|
| Gebäudedialog, Gruppe Kühlung | Gebäude wird gekühlt | an | sonst läuft das Büro frei, und die Spalte Kühlen der Konditionierung bleibt gesperrt |
| Kühlleistungsgrenze | 80 kW | die Kühllast | |
| Gebäudedialog, Reiter Konditionierung | Spalte Kühlen, Zeile Tag | 26 °C | der Kühlsollwert, mehr als 1 K über dem höchsten Heizsollwert; ohne weitere Zeile der Spalte und ohne Kühlkalender gilt er in jeder Stunde |
| Gebäudedialog, Abschnitt Kühlübergabe | Kühlübergabe rechnen (statt idealer Kühlung) | an | Kühldecken statt idealer Kühlung |
| Kühlübergabeart | Kühldecke | Vorgaben 16/19 °C und Vorlaufgrenze 16 °C passen, diese Felder bleiben leer | |
| Nennleistung der Kühlübergabe | 80 kW | leer käme sie aus dem Auslegungstag | |
| Wärmepumpen-Katalog | nur mit Kühlfunktion | an | ein Gerät mit Kühlkennlinie wählen |
| Konfiguration…, Gruppe Kühlbetrieb | Maschine auch zum Kühlen benutzen | an | Wärmepumpe A wird Kälteerzeuger |
| Kühl-Vorlauf | 18 °C | Stützstelle nahe 16 °C, bessere Leistungszahl als 7 °C | |
| Hilfsstromanteil | 5 % | Pumpen und Ventilatoren des Kältekreises | |
| Simulation Konfiguration | Komponenten der Simulation | Wärmepumpe A vor Kessel 1 | nur in der Kaskade kühlt sie; die Vorwahl einer neuen Kaskade stellt die Wärmepumpe schon vor den Kessel |
| Kühlung rechnen | an | projektweiter Schalter | |
| Anlagenkopplung | Heizkreis oder geschlossener Kreis | sonst ruht die Kühlübergabe |
Was zu erwarten ist. Gekühlt wird an Tagen, deren Kältebedarf den Heizbedarf übersteigt, vor allem von Juni bis August; einen Heizbedarf dieser Tage deckt Kessel 1. Mit 18 °C Vorlauf erreichen die Kühldecken bei 26 °C Raumluft überschlägig drei Viertel ihrer Nennleistung, in heißen Stunden wird es etwas wärmer. Kälte an Heiztagen der Übergangszeit bleibt ungedeckt. Nachzusehen unter Wärmebedarf Gebäude, Abschnitt Kältebedarf (Kacheln Kühlvorlauf / Kühlrücklauf und Stunden mit begrenzter Kühlübergabe), im Laufprotokoll (Kälteerzeugung, ungedeckte Kälte nach Heiz- und Kühltagen, Tagesbetriebsart) und in der Übersicht des Simulationsergebnisses, Block Kältedeckung (Ergebnisse).
Variante C – Einfamilienhaus mit Fußbodenkühlung: Sole-Wasser-Wärmepumpe A mit 6 kW an einer Erdwärmesonde, Fußbodenheizung 35/28 °C, 3 kW Kühlung. Anders als in D: Kühlleistungsgrenze und Nennleistung der Kühlübergabe je 3 kW, Kühlübergabeart Flächenkühlung. Ohne zweiten Wärmeerzeuger bleibt ein Heizbedarf an Kühltagen offen. Die Sonde hat im Modell eine feste Quelltemperatur, die das Kühlen nicht anhebt; gerechnet wird Kühlen mit Verdichter und dem EER der Kennlinie.
Variante D mit Bürozeiten: In der Karte Kühlen unter der Matrix die Vorlage Büro wählen und Übernehmen. Sie setzt Tag 26 °C und aus für die Nacht von 18 bis 7 Uhr, für Wochenende und Ferien, bringt die bundeseinheitlichen Feiertage wie Sonntag mit und legt den Kühlkalender an. Gekühlt wird dann werktags von 7 bis 18 Uhr außerhalb der Ferienzeiträume und Feiertage; in den übrigen Stunden läuft das Büro nach oben frei und hat keinen Kältebedarf.
Zusammenspiel mit anderen Technologien
Kälte decken die Wärmepumpe im Kühlbetrieb und die Kältemaschine (Kälteerzeugung); die Kühlung wirkt zudem auf Wärme- und Stromseite.
| Technik | Wirkung der Kühlung | Wirkung auf die Kühlung | So rechnet EPOS-Plan |
|---|---|---|---|
| Gebäude | hält den Kühlsollwert der Stunde, soweit die Leistung reicht | Hülle, Gewinne, Sommerlüftung und Nachtauskühlung bestimmen die Kühllast | Kühllast je Stunde nach VDI 6007; Sommerlüftung und Nachtauskühlung öffnen 3 K unter dem Kühlsollwert der Stunde, in Stunden ohne Kühlung ab 23 °C |
| Wärmepumpe (Heizen) | am Kühltag Heizkanal gesperrt, Heizstab nur für Brauchwasser | am Heiztag keine Kälte; Brauchwasser und Sperrzeit kürzen die Stunde | Kühltag, wenn der Kältebedarf des Tages im Projekt den Heizbedarf übersteigt; Kälte in eigenen Reihen, die Jahresarbeitszahl der Wärme bleibt ohne sie |
| Kessel | deckt den Heizbedarf der Kühltage | deckt keine Kälte | das Laufprotokoll nennt den Heizbedarf der Kühltage und seinen offenen Rest |
| Pufferspeicher | lädt die Wärmepumpe am Kühltag nicht, wenn er den Heizkanal bedient | als Wärmequelle sperrt er den Kühlbetrieb | mit der Nutzung Kälte ein Kältespeicher |
| Photovoltaik, Stromspeicher | mehr Eigenverbrauch im Sommer | Eigenstrom deckt Kältestrom mit | ; mit eigenem Zähler ohne Eigenstrom |
| Anlagenkopplung Heizkreis | – | die Kühlübergabe begrenzt die Kälte im Raum | fester Kaltwasser-Vorlauf, der kälteste Kühl-Vorlauf der Wärmepumpen im Kühlbetrieb; unter der Vorlaufgrenze mischt das Gebäude hoch |
| Kühlkurve (geschlossener Kreis) | – | der Vorlauf gleitet mit Außen- und Raumtemperatur | Wärmepumpe und Kältemaschine rechnen je Stunde am Vorlauf der Kurve; an milden Tagen mit wärmerem Kaltwasser und besserer Leistungszahl |
In Monaten mit Heiz- und Kältebedarf entscheidet der Tag, ob die Wärmepumpe heizt oder kühlt:
Fallstricke
- Ein Glied fehlt. Ohne Kühlung rechnen, Haken am Gebäude, Kühlsollwert in der Spalte Kühlen, Maschine auch zum Kühlen benutzen und Kaskadenplatz bleibt die Kälte aus oder ungedeckt; das Laufprotokoll nennt, was fehlt.
- Übergangszeit. Die Betriebsart gilt je Tag für das Projekt und alle Wärmepumpen im Kühlbetrieb: Kälte an einem Heiztag deckt keine Wärmepumpe, auch keine zweite – eine Kältemaschine ist nicht an die Kühltage gebunden; Heizbedarf am Kühltag braucht einen weiteren Wärmeerzeuger. Die Sperrzeit des Energieversorgers sperrt auch das Kühlen.
- Kühlsollwert und Zeitprogramm. Der Dialog prüft die Zeilen der Spalte Kühlen gegen die Heizsollwerte der Spalte Heizen. Einen Kühl- oder Heizkalender und ein Sollwert-Zeitprogramm der Wärmeübergabe prüft erst der Lauf: Liegt in einer Stunde, in der weder Heizen noch Kühlen aus ist, der Kühlsollwert nicht mindestens 1 K über dem Heizsollwert, bricht er ab.
- Mehrere Zonen. Jede gekühlte Zone rechnet ihre eigene Kühlübergabe am gemeinsamen Kaltwasser-Vorlauf (Mehrzonenmodell); eine Zone ohne wirksame Kühlübergabe kühlt ideal, der Lauf sagt es. Ob eine Zone gekühlt wird, ihre Kühlleistungsgrenze und ihre Kühlsollwerte stellt der Zonendialog ein; leere Felder gelten wie am Gebäude (Kühlung je Zone).
- Kühlkurve. Sie wirkt nur im geschlossenen Kreis. Ihr Gewinn hängt an der Kühlkennlinie: Zwischen zwei Stützstellen rechnet die Wärmepumpe linear, über der obersten mit deren Wert. Liegt der feste Kühl-Vorlauf schon an der obersten Stützstelle, gewinnt die Kurve dort kaum an Leistungszahl.
- Kälteerzeuger. Kühlkennlinie, Kühl-Vorlauf, Rand der Kennlinie, Kältemaschine und Kältespeicher haben eigene Fallstricke (Kälteerzeugung: Fallstricke).
- Nicht abgebildet: Entfeuchtung und Taupunkt (die Vorlaufgrenze ist eine Vorgabe); weitere Grenzen. Die freie Kühlung über die Sonde ist abgebildet (Freie Kühlung über die Wärmequelle).
Kühlung einschalten
Gerechnet wird die Kälte, wenn zwei Schalter stehen:
- Projekt – In der Simulation Konfiguration steht im Kopf des Bereichs Kälte unter den Komponenten der Schalter Kühlung rechnen. Er gilt für das ganze Projekt und wird sofort gespeichert. Ist er aus, rechnet der Lauf keinen Kältebedarf; die Kühleingaben der Gebäude bleiben stehen, wirken aber nicht, und das Laufprotokoll nennt, wie viele Gebäude und Lastgänge davon betroffen sind.
- Gebäude – Im Gebäudedialog, Reiter Gebäude und Hülle, Gruppe Kühlung, setzen Sie den Haken Gebäude wird gekühlt; den Kühlsollwert tragen Sie im Reiter Konditionierung in die Spalte Kühlen, Zeile Tag ein.
Im Einstellungsdialog des Programms legt Neue Projekte mit Kühlung anlegen fest, ob ein neu angelegtes Projekt mit eingeschaltetem Projektschalter beginnt; die Vorgabe ist aus. Vorhandene Projekte schaltet diese Einstellung nicht um, und ein kopiertes Projekt übernimmt den Schalter seiner Vorlage.
Eingaben im Gebäudedialog
Die Kühlung eines Gebäudes steht an zwei Stellen des Gebäudedialogs: Haken und Leistungsgrenze in der Gruppe Kühlung des Reiters Gebäude und Hülle, der Kühlsollwert in der Spalte Kühlen der Vorgabe-Matrix im Reiter Konditionierung (Kühlspalte, Kühlperiode und Kühlkalender). In der Verwaltung Gebäude steht die Gruppe Kühlung im Stammblatt unter Alle Daten, die Matrix im Blatt, das Konditionierung… öffnet.
Die Gruppe Kühlung steht am Ende des Reiters, unter der Wärmeübergabe, und ist immer sichtbar und bearbeitbar; die Kühlleistungsgrenze erscheint mit dem Haken. Ein leeres Feld zeigt seine Vorgabe als grauen Text; gespeichert wird dann kein Wert, sondern „leer".
| Feld | Vorgabe | Bedeutung |
|---|---|---|
| Gebäude wird gekühlt | aus | schaltet die Kühlung dieses Gebäudes ein; ohne den Projektschalter wirkt der Haken nicht. Ohne Haken ist die Spalte Kühlen im Reiter Konditionierung gesperrt |
| Kühlleistungsgrenze | unbegrenzt | größte Kühlleistung in kW; reicht sie nicht, steigt die Raumtemperatur über den Kühlsollwert |
Die Zeile unter den Feldern nennt, was gilt: mit Haken die Prüfregel samt höchstem Heizsollwert, ohne Haken, dass das Gebäude frei läuft und die Überhitzung an der Maximalraumtemperatur gezählt wird. Einen Kühlsollwert, der nicht mindestens 1 K über dem höchsten Heizsollwert liegt, nimmt der Dialog nicht an – Heizung und Kühlung arbeiteten sonst gegeneinander.
Rechnet ein Gebäude auf dem Rechenweg Tagesbilanz, sagt eine weitere Zeile, dass dieser Weg keine Kühllast liefert: Die Eingaben bleiben gespeichert und gelten, sobald das Gebäude nach VDI 6007 rechnet. Im Reiter Konditionierung zeigt die Matrix auf diesem Weg nur die Felder, die er liest – in der Spalte Kühlen keines.
Mit dem Haken steht darunter der Abschnitt Kühlübergabe.
Kühlspalte, Kühlperiode und Kühlkalender
Die Matrix des Reiters Konditionierung (siehe Gebäude) trägt neben der Heizspalte die Spalte Kühlen °C:
- Tag und Nacht – Tag ist der Kühlsollwert: die Raumlufttemperatur, über die das Modell den Raum nicht steigen lässt, solange die Kühlleistung reicht; ohne ihn bleibt die Kühlung aus, auch mit Haken. Nacht der Absenksollwert des Nachtfensters (Wert oder aus; leer gilt das Nachtfenster der Heizspalte). Wochenende und Ferien nehmen einen eigenen Wert, aus oder bleiben leer; leer heißt Vorgabe, also der Wert von Tag bzw. Werktag.
- Kühlperiode – die Zelle Saison der Kühlspalte: Start und Ende als Datum. Innerhalb wird gekühlt, außerhalb steht die Kühlung auf aus; leer heißt ganzjährig, Start und Ende gibt es nur zusammen.
- Kühlkalender – die Kalenderkarte Kühlen hält dasselbe als Stundenkalender: Wochenraster, Zeitfenster, Perioden, Feiertage und Teppichbild, dazu Vorlagen. Kalender anlegen erzeugt ihn aus den Zellen, die Auswahlliste der Karte übernimmt eine Vorlage. Ein angelegter Kalender geht der Matrix vor. Trägt nur die Zeile Tag einen Wert und ist kein Kühlkalender angelegt, gilt der Kühlsollwert in jeder Stunde.
- Prüfung – Der Kühlsollwert liegt in jeder Stunde, in der beide wirken, mindestens 1 K über dem Heizsollwert; die Matrix prüft das je Zeile, zulässig sind 15 bis 35 °C. Die Sommerlüftung rechnet je Stunde mit der Schwelle 3 K unter dem Kühlsollwert; steht die Kühlung auf aus, gilt die feste Schwelle 23 °C.
- Sperre – Die Spalte wirkt nur mit dem Projektschalter Kühlung rechnen und dem Haken Gebäude wird gekühlt; sonst ist sie gesperrt, der Grund steht am Element. An einer Zone gilt dasselbe mit dem Schalter der Zone (Kühlung je Zone).
Die Nachtauskühlung (Gebäudemodell VDI 6007) senkt die Raumluft am Morgen und damit die Kühlenergie des Folgetags.
Kühlung je Zone
Rechnet ein Gebäude mit mehreren Zonen, führt der Zonendialog die Gruppe Kühlung der Zone:
- Zone wird gekühlt – wie Gebäude (Vorgabe, der Eintrag nennt den Haken des Gebäudes), Ja oder Nein. So kann eine Zone gekühlt werden, eine andere desselben Gebäudes nicht.
- Kühlleistungsgrenze – erscheint, wenn die Zone gekühlt wird; leer gilt die Grenze des Gebäudes nach dem Flächenanteil der Zone.
- Kühlübergabe der Zone – Art, Exponent und Nennleistung der Kühlfläche der Zone; leere Felder gelten wie am Gebäude (Mehrzonenmodell).
- Kühlsollwerte – Tag und Nacht stehen in der Spalte Kühlen der Matrix der Zone; ein leeres Feld gilt wie beim Gebäude. Den Kühlkalender übernimmt die Zone vom Gebäude oder führt einen eigenen.
Die Spalte Kühlen der Zone ist nur gesperrt, wenn die Zone nicht gekühlt wird, und an einer unbeheizten Zone, die frei schwingt. Gekühlt wird eine Zone nur, wenn das Projekt Kühlung rechnen eingeschaltet hat.
Kühlübergabe
Mit dem Haken Gebäude wird gekühlt steht im Gebäudedialog der Abschnitt Kühlübergabe. Mit Kühlübergabe rechnen (statt idealer Kühlung) rechnet das Gebäude die Kühlung über Kühldecke, Flächenkühlung oder Gebläsekonvektor statt ideal – in Projekten mit Anlagenkopplung Heizkreis oder geschlossener Kreis. Ohne Kühlkurve ist der Kaltwasser-Vorlauf fest: der kälteste Kühl-Vorlauf der Wärmepumpen im Kühlbetrieb des Projekts, ohne solche Anlage der Auslegungsvorlauf; unter der Vorlaufgrenze mischt das Gebäude hoch. Reicht die Leistung der Kühlfläche nicht, wird der Raum wärmer. Felder, Vorgaben und Rechenweg beschreibt Gebäudemodell: Kühlübergabe; mit mehreren Zonen rechnet jede gekühlte Zone ihre eigene Kühlübergabe am gemeinsamen Vorlauf (Mehrzonenmodell).
Kühlkurve
Im geschlossenen Kreis kann ein Gebäude mit Kühlübergabe seinen Kaltwasser-Vorlauf gleiten lassen: Mit dem Haken Kühlkurve (gleitender Kühlvorlauf) im Abschnitt Kühlübergabe folgt der Vorlauf der Außen- und der Raumtemperatur. Solange die Außenluft nicht über dem Kühlsollwert liegt, gilt der Fußpunkt; ab der Auslegungs-Außentemperatur gilt der Auslegungsvorlauf der Kühlübergabe; dazwischen fällt der Vorlauf linear. Der Raumeinfluss (beim Einschalten 3 K/K) senkt den Vorlauf zusätzlich, wenn der Raum über dem Kühlsollwert liegt. Der Vorlauf bleibt mindestens 2,5 K unter dem Kühlsollwert und nie kälter als die untere Vorlaufgrenze.
An milden Tagen bleibt das Kaltwasser so wärmer, und Wärmepumpe im Kühlbetrieb und Kältemaschine rechnen am Vorlauf der Kurve mit besserer Leistungszahl (Kälteerzeugung). Der Gewinn hängt an der Kühlkennlinie: Liegt der feste Kühl-Vorlauf schon an ihrer obersten Stützstelle, gewinnt die Kurve kaum. Mehrere Zonen teilen einen Kaltwasserkreis mit einer Kurve. Eingaben und Kennzahlen beschreibt Gebäudemodell: Kühlkurve.
Wie gerechnet wird
- Totband – Zwischen Heiz- und Kühlsollwert schwingt die Raumtemperatur frei; geheizt wird unterhalb des Heizsollwerts, gekühlt oberhalb des Kühlsollwerts. Eine Stunde, in der das Modell von Heizen auf Kühlen umschaltet, trägt beides; solche Stunden zählt EPOS-Plan als Stunden mit Heizen und Kühlen und verrechnet sie nicht.
- Heizen oder Kühlen je Tag und Zone – Eine Zone wird an einem Tag entweder geheizt oder gekühlt, nie beides. Die Tagesbetriebsart wählt EPOS-Plan je Zone innerhalb der Freigabe des Heiz- und Kühlkalenders: Ist nur eine Seite frei, gilt sie; sind beide frei, entscheiden die Tagessummen von Heiz- und Kühlbedarf; ist keine frei, wird die Zone an dem Tag nicht konditioniert. An einem Kühltag der Zone ist ihre Raumheizung gesperrt, an einem Heiztag ihre Raumkühlung. Verschiedene Zonen dürfen am selben Tag verschieden arbeiten; Prozesswärme, Prozesskälte und Brauchwasser sind frei.
- Kühlsollwert der Stunde – Ohne weitere Angabe gilt der Kühlsollwert der Zeile Tag in jeder Stunde, sonst der Wert, den Kühlkalender oder Matrix für die Stunde ergeben. In Stunden mit aus – auch außerhalb der Kühlperiode – kühlt das Modell nicht: Die Raumluft darf dort frei steigen, und die Stunde hat keinen Kältebedarf.
- Sommerlüftung – Ist bei einem gekühlten Gebäude die Sommerlüftung eingeschaltet (Reiter Konditionierung), öffnen die Nutzer die Fenster ab 3 K unter dem Kühlsollwert der Stunde, in Stunden ohne Kühlung ab 23 °C; die Lüftung senkt die Kühllast, bevor gekühlt wird.
- Nachtauskühlung – Trägt die Spalte Lüftung im Reiter Konditionierung in der Zeile Nacht einen höheren Luftwechsel als am Tag, wirkt der Mehrbetrag im Nachtfenster nur bedingt: wenn die Raumluft über derselben Schwelle liegt wie bei der Sommerlüftung und die Außenluft mindestens um ΔT Außenluft kühler ist, Vorgabe 2 K. Das kühlt das Gebäude nachts aus und kann die Kühllast des Folgetags senken; Wärmebedarf Gebäude zählt die Stunden mit Nachtauskühlung.
- Ohne Kühlung – Ein Gebäude ohne Haken, ohne Kühlsollwert oder in einem Projekt ohne den Schalter Kühlung rechnen wird nicht gekühlt. Es läuft frei: Seine Raumtemperatur darf über die Maximalraumtemperatur steigen, und es hat keinen Kühlbedarf. Die Überhitzungsstunden zählen die Stunden der Nutzungszeit – mit einem Personenkalender die Stunden mit Anwesenheit, sonst die Stunden außerhalb der Nachtzeit –, in denen die operative Temperatur über der Maximalraumtemperatur liegt; sie zeigen, was ohne Kühlanlage geschieht.
- Lastgänge – Im Dialog Wärmebedarf Extern können Sie einer eingelesenen Ganglinie den Kanal Kühlung geben. Sie ist dann Kältebedarf ohne Gebäudemodell, geht in keinen Wärmekanal und wirkt nur mit dem Projektschalter.
- Rechenweg Tagesbilanz – Ein Gebäude auf diesem Rechenweg hat keinen Kältebedarf; der Lauf trägt 0 ein und nennt den Grund im Protokoll.
Ergebnisse
- Wärmebedarf Gebäude (Knopf Simulation… im Gebäudedialog) – der Abschnitt Kältebedarf mit denselben Bausteinen wie die Wärmeseite: Kühlbedarf, höchste Kältelast, Vollbenutzungsstunden, dazu Stunden mit Kühlbedarf, Überhitzungsstunden und Stunden mit Heizen und Kühlen; ein eigenes Bild der Kältelast (mit sortiert als Dauerlinie) und in der Monatsübersicht die Spalte Kühlung neben Heizung. Die Zeilen darunter sagen, wie der Kältebedarf entsteht, und nennen die Grenze der Zahl. Bei einem Gebäude ohne Kühlung stehen statt der Kältezahlen Striche, dazu die Überhitzungsstunden; es gibt dann kein Bild der Kältelast und keine Spalte Kühlung. Auf dem Rechenweg Tagesbilanz steht der Abschnitt mit 0 und dem Grund.
- Zonensperre und Kälteseite im Kreis – Der Wärmebedarf des Gebäudes zeigt nach einem Projektlauf die Gruppe Zonensperre, Projekt, letzter Lauf mit den Kacheln Tage mit Sperre der Gegenseite und Gesperrte Energie (Heizen / Kühlen), im geschlossenen Kreis dazu die Gruppe Kälteseite im Kreis, Projekt, letzter Lauf mit Stunden an der Kälteschranke, Umschaltstunden und Kälte-Restbedarf. Kacheln ohne Wert entfallen. Der Bericht führt dieselben Zahlen in der Tafel Kälteseite im Kreis.
- Simulationsergebnis, Reiter Wärme-/Strombedarf – der Block Kälte: Kältebedarf, höchste Kältelast, Stunden mit Kühlbedarf, Vollbenutzungsstunden, die Kanalzeile Kühlung, ein eigenes Bild der Kältelast und der Knopf CSV Export.
- Bericht – in der Projektbeschreibung der Abschnitt Kältebedarf und -deckung mit Summe, Kanalzeile, Spitze, Stunden und ungedecktem Rest; je Gebäude die Kühlenergie. Im Variantenvergleich stehen Kältebedarf gesamt, Kältelast max., Stunden mit Kühlbedarf und Deckungsgrad Kühlung bei den Bedarfskennzahlen, jede mit dem Zusatz (sensibel).
- Kältedeckung – Block Kältedeckung der Übersicht, Blatt Kälteproduktion im Reiter Ergebnis, Kälteerzeuger und Kältespeicher im Bericht und der Kältestrom in der Wirtschaftlichkeit: siehe Kälteerzeugung: Ergebnisse.
Ein Projekt ohne Kühlung zeigt im Simulationsergebnis und im Bericht keine Kältegruppe und keine Nullen. Der Wärmebedarf eines Gebäudes zeigt den Abschnitt Kältebedarf dagegen immer – ohne Kühlung mit Strichen statt Kältezahlen, mit den Überhitzungsstunden und mit der Zeile, dass das Gebäude frei läuft.
Export
Der Knopf CSV… in der Leiste des Diagramms Kältelast Jahresganglinie schreibt die Kältelast des Projekts je Stunde in kW, dazu je Bedarfsart eine Spalte (Kühlung). Die erste Zeile der Datei ist der Satz zur Grenze der Zahl, danach folgen die Spaltenköpfe und die 8.760 Stunden.
Grenzen
- Die Kälte ist sensibel: Feuchte, Entfeuchtung und latente Last sind nicht enthalten.
- Keine Bauteilaktivierung: Kühldecke und Betonkernaktivierung sind keine eigene Funktion; das Modell kühlt die Raumluft.
- Ein Kaltwasserkreis je Gebäude: Mehrere Zonen teilen einen Kaltwasserkreis mit einem Vorlauf und einer Kühlkurve; Auslegungspunkt und Vorlaufgrenze der Kühlübergabe stehen allein am Gebäude (Fallstricke).
- Kälteerzeuger: Kältemittelverluste, Rückwirkung auf die Wärmequelle und Kältenetz: siehe Kälteerzeugung: Grenzen.
Kälteerzeugung
Den Kältebedarf decken Wärmepumpen im Kühlbetrieb und Kältemaschinen, wahlweise mit Kältespeicher. Ihre Einstellung, die Reihenfolge der Deckung und ihre Ergebnisse beschreibt die Seite Kälteerzeugung:
- Deckung und Reihenfolge – siehe Kälteerzeugung: Deckung und Reihenfolge.
- Kälteschranke im geschlossenen Kreis – siehe Kälteerzeugung: Kälteschranke im geschlossenen Kreis.
- Kühlbetrieb der Wärmepumpe – siehe Kälteerzeugung: Kühlbetrieb der Wärmepumpe.
- Wie die Wärmepumpe kühlt – siehe Kälteerzeugung: Wie die Wärmepumpe kühlt.
- Freie Kühlung über die Wärmequelle – siehe Kälteerzeugung: Freie Kühlung über die Wärmequelle.
- Kältemaschine – siehe Kälteerzeugung: Kältemaschine.
- Katalog der Kältemaschinen – siehe Kälteerzeugung: Katalog der Kältemaschinen.
- Kältemaschinen im Projekt – siehe Kälteerzeugung: Kältemaschinen im Projekt.
- Teillast und Takten – siehe Kälteerzeugung: Teillast und Takten.
- Kältespeicher – siehe Kälteerzeugung: Kältespeicher.
- Stromträger und Abrechnung – siehe Kälteerzeugung: Stromträger und Abrechnung.