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Programm Dokumentation/Berechnung/Photovoltaik: Unterschied zwischen den Versionen

Aus wiki.epos-plan.de
Stand 09.09.2026: P1 rechnet ohne beta_OC mit Faktor 1,15 (rot); P4 zweistufig mit I_Sc_Max; P8 gegen Anlagenwert; Auslegungstemperaturen als Projektparameter mit Klimadatenvorschlag; Prüfung auch im Laufhinweis
Sammel-Upload: Repo-Quelle Projekte/Wiki (Dokumentation/aktuell/Wiki_Update_*.md)
 
(6 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
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<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Photovoltaik | Stand: 2026-09-06 (Fassung 3: LaTeX-Formeln und Legenden) | Rechenkern:
<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Photovoltaik | Fassung 4 | Rechenkern:
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationPV.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/PvErweitertesModell.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationPV.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/PvErweitertesModell.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/PvGanglinieWeiche.cs, EPOS.Kern/Controller/PvGanglinieImportCtrl.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/PvStrangModell.cs, EPOS.Kern/Allgemein/SolarPVGISCalculator.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/PvStrangModell.cs, EPOS.Kern/Allgemein/SolarPVGISCalculator.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SolarZeitbasis.cs, EPOS.Kern/Controller/AnlageStrangCtrl.cs,
    EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SolarZeitbasis.cs, EPOS.Kern/Controller/AnlageStrangCtrl.cs,
     EPOS.Kern/Controller/WechselrichterCtrl.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Import/StrangPlausibilitaet.cs; Wechselrichter: Konzept_Wechselrichter_EPOS-Plan.md, Kapitel 3 und 4 -->
     EPOS.Kern/Controller/WechselrichterCtrl.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Import/StrangPlausibilitaet.cs;
    Wechselrichter: Konzept_Wechselrichter_EPOS-Plan.md, Kapitel 3 und 4 -->


== Was berechnet wird ==
== Was berechnet wird ==
{{Anker|was}}
{{Anker|was}}


Der Photovoltaik-Zweig rechnet für jede PV-Anlage des Projekts den Wechselstromertrag Stunde für
Der Photovoltaik-Zweig rechnet für jede PV-Anlage des Projekts den Wechselstromertrag Stunde für Stunde, verteilt ihn nach dem Sonnenstand auf Viertelstunden und verrechnet ihn je Viertelstunde mit dem Strombedarf. Ergebnisgrößen sind die '''Erzeugung''' [kWh], der '''Direktverbrauch''' (der Teil der Erzeugung, der in derselben Viertelstunde im Haus verbraucht wird), der '''Überschuss''' (die Einspeisung ins Netz), die '''Abregelung''' (Überschuss über einer Einspeisegrenze) und der '''Reststrom''' (der verbleibende Netzbezug). Der Stromspeicher wird hier '''nicht''' gerechnet — er sieht Überschuss und Reststrom als Eingang und wird getrennt bilanziert.
Stunde über ein volles Jahr und verrechnet ihn anschließend mit dem Strombedarf. Ergebnisgrößen sind
die '''Erzeugung''' [kWh], der '''Direktverbrauch''' (der Teil der Erzeugung, der in derselben Stunde
im Haus verbraucht wird), der '''Überschuss''' (die Einspeisung ins Netz) und der '''Reststrom''' (der
verbleibende Netzbezug). Der Stromspeicher wird hier '''nicht''' gerechnet — er sieht Überschuss und
Reststrom als Eingang und wird getrennt bilanziert.


Es gibt zwei Rechenmodelle, die je Anlage gewählt werden: '''einfach''' (isotrope Einstrahlung,
Ist dem Projekt eine '''PV-Ganglinie''' zugeordnet, ersetzt sie die Modulrechnung ganz; die Bilanz je Viertelstunde bleibt dieselbe (Abschnitt „Rechnen mit einer PV-Ganglinie").
linearer Temperaturgang, pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad) und '''erweitert''' (anisotrope
 
Einstrahlung nach Hay-Davies, Schwachlichtmodell nach Huld, Wechselrichterkennlinie mit Clipping).
Für die Modulrechnung gibt es zwei Rechenmodelle, die je Anlage gewählt werden: '''einfach''' (isotrope Einstrahlung, linearer Temperaturgang, pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad) und '''erweitert''' (anisotrope Einstrahlung nach Hay-Davies, Schwachlichtmodell nach Huld, Wechselrichterkennlinie mit Clipping).


== Eingangsgrößen ==
== Eingangsgrößen ==
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| AC-Nennleistung des Wechselrichters || kW || Knopf „Wechselrichter…"; nur im erweiterten Modell. Leer = kein Clipping
| AC-Nennleistung des Wechselrichters || kW || Knopf „Wechselrichter…"; nur im erweiterten Modell. Leer = kein Clipping
|-
|-
| Kennlinienpunkte η bei 10 / 50 / 100&nbsp;% Auslastung || — (0…1) || Knopf „Wechselrichter…"; leer = 0,94 / 0,975 / 0,97
| Kennlinienpunkte <math>\eta</math> bei 10 / 50 / 100&nbsp;% Auslastung || — (0…1) || Knopf „Wechselrichter…"; leer = 0,94 / 0,975 / 0,97
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|-
| Modul-Nennleistung || W || Modulkatalog, Feld „Leistung"
| Modul-Nennleistung || W || Modulkatalog, Feld „Leistung"
Zeile 52: Zeile 45:
| Modullänge, Modulbreite || m || Modulkatalog (nur im Rückfall, siehe Schritt 1)
| Modullänge, Modulbreite || m || Modulkatalog (nur im Rückfall, siehe Schritt 1)
|-
|-
| Temperaturkoeffizient γ<sub>PMP</sub> || %/K || Modulkatalog
| Temperaturkoeffizient <math>\gamma_{\mathrm{PMP}}</math> || %/K || Modulkatalog
|-
|-
| Zelltemperatur-Kennzahl NOCT || °C || Modulkatalog
| Zelltemperatur-Kennzahl NOCT || °C || Modulkatalog
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|-
| Strombedarf des Projekts || kWh je Viertelstunde || Strombedarf des Projekts, nach Abzug der vorgelagerten Erzeuger
| Strombedarf des Projekts || kWh je Viertelstunde || Strombedarf des Projekts, nach Abzug der vorgelagerten Erzeuger
|-
| Einspeisegrenze || kW oder % || Projekteinstellung „Einspeisegrenze"; leer = keine
|-
| PV-Ganglinie (Stunden- oder Viertelstundenwerte) und ihre Nennleistung || kW, kWp || Katalog der PV-Ganglinien, dem Projekt zugeordnet; ersetzt alle Größen der Module und der Klimadaten außer dem Sonnenstand
|}
|}


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{{Anker|zeichen}}
{{Anker|zeichen}}


Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: <math>t</math> ist die Stunde des Jahres
Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: <math>t</math> ist die Stunde des Jahres (1…8&nbsp;760), <math>P</math> eine Leistung, <math>G</math> eine Bestrahlungsstärke, <math>\vartheta</math> eine Temperatur in Grad Celsius, <math>\eta</math> ein Wirkungsgrad. Der Index sagt, worauf sich die Größe bezieht — <math>\mathrm{DC}</math> vor dem Wechselrichter, <math>\mathrm{AC}</math> dahinter. Umlaute stehen in den Formeln in ASCII-Umschrift: der Überschuss heißt <math>P_{\mathrm{ueber}}</math>, das Gerät <math>\mathrm{Geraet}</math>. Ein Strich am Symbol (<math>G'</math>) bezeichnet eine bezogene Größe.
(1…8&nbsp;760), <math>P</math> eine Leistung, <math>G</math> eine Bestrahlungsstärke,
<math>\vartheta</math> eine Temperatur in Grad Celsius, <math>\eta</math> ein Wirkungsgrad. Der
Index sagt, worauf sich die Größe bezieht — <math>\mathrm{DC}</math> vor dem Wechselrichter,
<math>\mathrm{AC}</math> dahinter. Umlaute stehen in den Formeln in ASCII-Umschrift: der Überschuss
heißt <math>P_{\mathrm{ueber}}</math>, das Gerät <math>\mathrm{Geraet}</math>. Ein Strich am Symbol
(<math>G'</math>) bezeichnet eine bezogene Größe.


=== Parameter ===
=== Parameter ===
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| <math>\gamma</math> || Azimut der Modulebene || ° || derselbe Abschnitt, Feld „Azimut"; im Strangweg wahlweise je Strang
| <math>\gamma</math> || Azimut der Modulebene || ° || derselbe Abschnitt, Feld „Azimut"; im Strangweg wahlweise je Strang
|-
|-
| <math>n</math> || Anzahl Module der Anlage || Stück || derselbe Abschnitt, Feld „Anzahl Module" (Anlagenzeile <code>PV_Leistung</code>)
| <math>n</math> || Anzahl Module der Anlage || Stück || derselbe Abschnitt, Feld „Anzahl Module"
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{Mod}}</math> || Nennleistung eines Moduls unter Standardbedingungen || W || Modulkatalog, Feld „Leistung"
| <math>P_{\mathrm{Mod}}</math> || Nennleistung eines Moduls unter Standardbedingungen || W || Modulkatalog, Feld „Leistung"
Zeile 103: Zeile 94:
| <math>k_{1} \dots k_{6}</math> || Koeffizienten des Schwachlichtmodells || — || fest je Zelltechnologie, Tabelle in Schritt 4
| <math>k_{1} \dots k_{6}</math> || Koeffizienten des Schwachlichtmodells || — || fest je Zelltechnologie, Tabelle in Schritt 4
|-
|-
| <math>\eta_{\mathrm{WR}}</math> || pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad || — || Anlagenzeile <code>PV_WrWirkungsgrad</code>; '''Vorgabe: 0,95'''. Nur im einfachen Modell
| <math>\eta_{\mathrm{WR}}</math> || pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad || — || PV-Anlage, Feld „Wechselrichter-Wirkungsgrad"; '''Vorgabe: 0,95'''. Nur im einfachen Modell
|-
|-
| <math>v_{\mathrm{Sys}}</math> || Systemverluste (Verschmutzung, Leitung, Mismatch) || % || Anlagenzeile <code>PV_Systemverluste</code>; '''Vorgabe: 0&nbsp;%'''
| <math>v_{\mathrm{Sys}}</math> || Systemverluste (Verschmutzung, Leitung, Mismatch) || % || PV-Anlage, Feld „Systemverluste"; '''Vorgabe: 0&nbsp;%'''
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> || AC-Nennleistung des Wechselrichters || kW || Anlagenzeile <code>PV_WrNennleistungKw</code> bzw. Wechselrichterkatalog; leer = kein Clipping
| <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> || AC-Nennleistung des Wechselrichters || kW || PV-Anlage, Feld „AC-Nennleistung" bzw. Wechselrichterkatalog; leer = kein Clipping
|-
|-
| <math>\eta_{10}</math>, <math>\eta_{50}</math>, <math>\eta_{100}</math> || Stützstellen der Anlagenkennlinie bei 10 / 50 / 100&nbsp;% Auslastung || — || Anlagenzeile <code>PV_WrEta10/50/100</code>; '''Vorgaben: 0,94 / 0,975 / 0,97'''
| <math>\eta_{10}</math>, <math>\eta_{50}</math>, <math>\eta_{100}</math> || Stützstellen der Anlagenkennlinie bei 10 / 50 / 100&nbsp;% Auslastung || — || PV-Anlage, Felder „Wirkungsgrad bei 10 / 50 / 100 % Auslastung"; '''Vorgaben: 0,94 / 0,975 / 0,97'''
|-
|-
| <math>\eta_{5} \dots \eta_{100}</math> || sechs Stützstellen der Gerätekennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100&nbsp;%) || — || Wechselrichterkatalog; fehlende Punkte werden übersprungen
| <math>\eta_{5} \dots \eta_{100}</math> || sechs Stützstellen der Gerätekennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100&nbsp;%) || — || Wechselrichterkatalog; fehlende Punkte werden übersprungen
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{ein}}</math> || Einschaltschwelle des Geräts || W || Wechselrichterkatalog; leer = 0
| <math>P_{\mathrm{ein}}</math> || Einschaltschwelle des Geräts — das Katalogfeld „Standby-Verbrauch" || W || Wechselrichterkatalog; leer = 0
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{Nacht}}</math> || Nachtverbrauch des Geräts || W || Wechselrichterkatalog; leer = 0
| <math>P_{\mathrm{Nacht}}</math> || Nachtverbrauch des Geräts || W || Wechselrichterkatalog; leer = 0
Zeile 119: Zeile 110:
| <math>n_{\mathrm{R}}</math>, <math>n_{\mathrm{P}}</math> || Module in Reihe, parallele Stränge eines Strangs || Stück || Strangtabelle des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge"
| <math>n_{\mathrm{R}}</math>, <math>n_{\mathrm{P}}</math> || Module in Reihe, parallele Stränge eines Strangs || Stück || Strangtabelle des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge"
|-
|-
| <math>\rho</math> || Boden-Albedo || — || '''Konstante: 0,2''' — in beiden Transpositionsmodellen, nicht einstellbar
| <math>\rho</math> || Boden-Albedo || — || Feld ''Albedo'' der Anlage, 0 bis 1; '''leer 0,2''' — in beiden Transpositionsmodellen und im Weg mit Wechselrichter
|-
|-
| <math>G_{\mathrm{STC}}</math> || Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen || W/m² || '''Konstante: 1 000'''
| <math>G_{\mathrm{STC}}</math> || Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen || W/m² || '''Konstante: 1 000'''
Zeile 181: Zeile 172:
| <math>P_{\mathrm{DC,sys}}(t)</math> || Gleichstromleistung nach Systemverlusten || kW || (18)
| <math>P_{\mathrm{DC,sys}}(t)</math> || Gleichstromleistung nach Systemverlusten || kW || (18)
|-
|-
| <math>x(t)</math> || Auslastung des Wechselrichters || — || (19) bzw. (32)
| <math>x(t)</math> || Auslastung des Wechselrichters || — || (19) bzw. (35)
|-
|-
| <math>\eta_{\mathrm{WR}}(x)</math> || Wirkungsgrad des Wechselrichters bei der Auslastung <math>x</math> || — || (20)
| <math>\eta_{\mathrm{WR}}(x)</math> || Wirkungsgrad des Wechselrichters bei der Auslastung <math>x</math> || — || (20)
Zeile 187: Zeile 178:
| <math>P_{\mathrm{AC,roh}}(t)</math> || Wechselstromleistung vor dem Clipping || kW || (21)
| <math>P_{\mathrm{AC,roh}}(t)</math> || Wechselstromleistung vor dem Clipping || kW || (21)
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> || Wechselstromleistung der Anlage bzw. des Geräts || kW || (17), (22) bzw. (33), (34)
| <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> || Wechselstromleistung der Anlage bzw. des Geräts || kW || (17), (22) bzw. (36), (37)
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{PV}}(t)</math> || Erzeugung aller PV-Anlagen des Projekts || kW || (23)
| <math>P_{\mathrm{PV}}(t)</math> || Erzeugung aller PV-Anlagen des Projekts || kW || (23)
|-
|-
| <math>B(t)</math> || zu deckender Strombedarf der Stunde || kW || (24)
| <math>P_{\mathrm{PV}}(q)</math> || Erzeugung der Viertelstunde nach dem Sonnenstand || kW || (24)
|-
| <math>B(q)</math> || zu deckender Strombedarf der Viertelstunde || kW || (25)
|-
| <math>P_{\mathrm{direkt}}(q)</math> || Direktverbrauch || kW || (26)
|-
| <math>P_{\mathrm{ueber}}(q)</math> || Überschuss vor dem Speicher || kW || (27)
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{direkt}}(t)</math> || Direktverbrauch || kW || (25)
| <math>P_{\mathrm{netz}}(q)</math> || Reststrom, Netzbezug || kW || (28)
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{ueber}}(t)</math> || Überschuss, Einspeisung ins Netz || kW || (26)
| <math>P_{\mathrm{ein}}(q)</math> || Einspeisung ins Netz || kW || (29)
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{netz}}(t)</math> || Reststrom, Netzbezug || kW || (27)
| <math>P_{\mathrm{ab}}(q)</math> || Abregelung an der Einspeisegrenze || kW || (30)
|-
| <math>P_{\mathrm{grenz}}</math> || Einspeisegrenze; leer = keine || kW bzw. % || Projekteinstellung „Einspeisegrenze"
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{Rest}}(t)</math> || Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern || kW || Eingang aus der Strombilanz
| <math>P_{\mathrm{Rest}}(t)</math> || Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern || kW || Eingang aus der Strombilanz
|-
|-
| <math>\eta_{\mathrm{euro}}</math> || europäischer Wirkungsgrad des Geräts || — || (28)
| <math>\eta_{\mathrm{euro}}</math> || europäischer Wirkungsgrad des Geräts || — || (31)
|-
|-
| <math>n_{\mathrm{s}}</math> || Module eines Strangs || Stück || (29)
| <math>n_{\mathrm{s}}</math> || Module eines Strangs || Stück || (32)
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math> || Nennleistung eines Strangs || kWp || (30)
| <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math> || Nennleistung eines Strangs || kWp || (33)
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{DC,s}}(t)</math> || Gleichstromleistung eines Strangs || kW || Modulformel des Modells mit <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math>
| <math>P_{\mathrm{DC,s}}(t)</math> || Gleichstromleistung eines Strangs || kW || Modulformel des Modells mit <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math>
|-
|-
| <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> || Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten || kW || (31)
| <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> || Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten || kW || (34)
|}
|}


Zeile 215: Zeile 214:
{{Anker|rechenweg}}
{{Anker|rechenweg}}


Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''; <math>t</math> ist in allen
Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''; <math>t</math> ist in allen Gleichungen dieser Seite die laufende Stunde des Jahres und wird deshalb in den Legenden nicht wiederholt. Der Ertrag entsteht je Stunde (Schritte 1 bis 5). Die Bilanz mit dem Strombedarf rechnet je Viertelstunde, also über die 35&nbsp;040 Viertelstunden des Jahres (Schritt 6); die Stundenreihen der Ergebnisse sind die Mittel ihrer vier Viertelstunden.
Gleichungen dieser Seite die laufende Stunde des Jahres und wird deshalb in den Legenden nicht
wiederholt. Der Strombedarf kommt viertelstündlich herein und wird zuerst zum Stundenmittel
zusammengefasst; die Ergebnisreihen gehen am Schluss als Treppenfunktion wieder auf Viertelstunden
zurück.


Die Klimadatenreihe wird in '''Ortszeit''' gelesen: Die gespeicherte Reihe steht in UTC, gelesen wird
Die Klimadatenreihe wird in '''Ortszeit''' gelesen: Die gespeicherte Reihe steht in UTC, gelesen wird sie um eine Stunde (Normalzeit) beziehungsweise zwei Stunden (Sommerzeit) versetzt. Die Umstellung liegt auf dem letzten Sonntag im März und im Oktober. Sonnenstand und Einfallswinkel rechnen weiter auf der UTC-Zeitmarke, die jede Zeile mitführt.
sie um eine Stunde (Normalzeit) beziehungsweise zwei Stunden (Sommerzeit) versetzt. Die Umstellung
liegt auf dem letzten Sonntag im März und im Oktober. Sonnenstand und Einfallswinkel rechnen weiter
auf der UTC-Zeitmarke, die jede Zeile mitführt.


=== Schritt 1 — Nennleistung des Modulfeldes ===
=== Schritt 1 — Nennleistung des Modulfeldes ===
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:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]


Führt der Katalog keine Nennleistung (<math>P_{\mathrm{Mod}} = 0</math>), gilt ersatzweise die
Führt der Katalog keine Nennleistung (<math>P_{\mathrm{Mod}} = 0</math>), gilt ersatzweise die '''Flächenformel''' über Länge, Breite und Wirkungsgrad; sie tritt an die Stelle der Modulformel (12), nicht an die Stelle dieser Gleichung:
'''Flächenformel''' über Länge, Breite und Wirkungsgrad; sie tritt an die Stelle der Modulformel
(12), nicht an die Stelle dieser Gleichung:


: <math>\displaystyle A_{\mathrm{ges}} = l \cdot b \cdot n</math> &nbsp;&nbsp;(2)
: <math>\displaystyle A_{\mathrm{ges}} = l \cdot b \cdot n</math> &nbsp;&nbsp;(2)
Zeile 243: Zeile 233:
:: <math>n</math> – Anzahl Module der Anlage [Stück]
:: <math>n</math> – Anzahl Module der Anlage [Stück]


Der Lauf schreibt dazu einen Hinweis ins Simulationsprotokoll. Weichen Nennleistung und
Der Lauf schreibt dazu einen Hinweis ins Simulationsprotokoll. Weichen Nennleistung und Flächenformel um mehr als <math>f_{\mathrm{Kat}} = 3</math>&nbsp;% voneinander ab, meldet der Lauf das ebenfalls:
Flächenformel um mehr als <math>f_{\mathrm{Kat}} = 3</math>&nbsp;% voneinander ab, meldet der Lauf
das ebenfalls:


: <math>\displaystyle \frac{\left| P_{\mathrm{Mod}} - l \cdot b \cdot \frac{\eta_{\mathrm{Mod}}}{100} \cdot 1\,000 \right|}{P_{\mathrm{Mod}}} > f_{\mathrm{Kat}}</math> &nbsp;&nbsp;(3)
: <math>\displaystyle \frac{\left| P_{\mathrm{Mod}} - l \cdot b \cdot \frac{\eta_{\mathrm{Mod}}}{100} \cdot 1\,000 \right|}{P_{\mathrm{Mod}}} > f_{\mathrm{Kat}}</math> &nbsp;&nbsp;(3)
Zeile 254: Zeile 242:
:: <math>f_{\mathrm{Kat}}</math> – zulässige Abweichung der Katalogwerte [–], Konstante 0,03
:: <math>f_{\mathrm{Kat}}</math> – zulässige Abweichung der Katalogwerte [–], Konstante 0,03


Gerechnet wird dann mit der Nennleistung, weil die Vergütungsrechnung ihre kWp aus derselben Größe
Gerechnet wird dann mit der Nennleistung, weil die Vergütungsrechnung ihre kWp aus derselben Größe bildet.
bildet.


=== Schritt 2 — Einstrahlung auf die Modulebene ===
=== Schritt 2 — Einstrahlung auf die Modulebene ===
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:: <math>\beta</math> – Neigung der Modulebene [°]
:: <math>\beta</math> – Neigung der Modulebene [°]
:: <math>\mathrm{GHI}(t)</math> – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
:: <math>\mathrm{GHI}(t)</math> – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
:: <math>\rho</math> – Boden-Albedo [–], Konstante 0,2
:: <math>\rho</math> – Boden-Albedo der Anlage [–]; leer 0,2


Im '''erweiterten''' Modell anisotrop nach Hay-Davies — nur der Diffusanteil ändert sich:
Im '''erweiterten''' Modell anisotrop nach Hay-Davies — nur der Diffusanteil ändert sich:
Zeile 298: Zeile 285:
:: <math>\beta</math> – Neigung der Modulebene [°]
:: <math>\beta</math> – Neigung der Modulebene [°]
:: <math>\mathrm{GHI}(t)</math> – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
:: <math>\mathrm{GHI}(t)</math> – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
:: <math>\rho</math> – Boden-Albedo [–], Konstante 0,2
:: <math>\rho</math> – Boden-Albedo der Anlage [–]; leer 0,2


Die Klemme auf <math>\cos 85^{\circ}</math> in (5) hält den Geometriefaktor am Horizont endlich. Bei
Die Klemme auf <math>\cos 85^{\circ}</math> in (5) hält den Geometriefaktor am Horizont endlich. Bei Nacht — Sonne unter dem Horizont — ist <math>G_{\mathrm{t}}(t) = 0</math>.
Nacht — Sonne unter dem Horizont — ist <math>G_{\mathrm{t}}(t) = 0</math>.


=== Schritt 3 — Zelltemperatur ===
=== Schritt 3 — Zelltemperatur ===
Zeile 313: Zeile 299:
:: <math>\vartheta_{\mathrm{NOCT}}</math> – Bezugslufttemperatur des NOCT-Modells [°C], Konstante 20
:: <math>\vartheta_{\mathrm{NOCT}}</math> – Bezugslufttemperatur des NOCT-Modells [°C], Konstante 20


Liegt der NOCT des Katalogs außerhalb des Fensters '''20…60&nbsp;°C''', gilt der Rückfallwert
Liegt der NOCT des Katalogs außerhalb des Fensters '''20…60&nbsp;°C''', gilt der Rückfallwert '''45&nbsp;°C''' und der Lauf meldet es. Das Fenster ist eng gewählt, weil im Altbestand des Katalogs an dieser Stelle vielfach der Kurzschlussstrom des Moduls steht.
'''45&nbsp;°C''' und der Lauf meldet es. Das Fenster ist eng gewählt, weil im Altbestand des
Katalogs an dieser Stelle vielfach der Kurzschlussstrom des Moduls steht.


=== Schritt 4 — Gleichstromleistung ===
=== Schritt 4 — Gleichstromleistung ===
Zeile 344: Zeile 328:
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]


<math>\gamma_{\mathrm{PMP}}</math> geht so in die Rechnung, wie er im Katalog steht. Ein Wert 0
<math>\gamma_{\mathrm{PMP}}</math> geht so in die Rechnung, wie er im Katalog steht. Ein Wert 0 („kein Temperaturgang hinterlegt"), ein positiver Wert oder ein Wert unter −1&nbsp;%/K werden gemeldet, aber nicht korrigiert.
(„kein Temperaturgang hinterlegt"), ein positiver Wert oder ein Wert unter −1&nbsp;%/K werden
gemeldet, aber nicht korrigiert.


'''Erweitertes Modell''' (Schwachlichtmodell nach Huld):
'''Erweitertes Modell''' (Schwachlichtmodell nach Huld):
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:: <math>\eta_{\mathrm{rel}}(t)</math> – relativer Modulwirkungsgrad aus (15) [–]
:: <math>\eta_{\mathrm{rel}}(t)</math> – relativer Modulwirkungsgrad aus (15) [–]


Unterhalb <math>G' = G'_{\mathrm{min}} = 0{,}001</math> (also 1&nbsp;W/m²) ist
Unterhalb <math>G' = G'_{\mathrm{min}} = 0{,}001</math> (also 1&nbsp;W/m²) ist <math>P_{\mathrm{DC}}(t) = 0</math>; ein rechnerisch negatives Ergebnis wird auf 0 gesetzt. Die sechs Koeffizienten hängen an der Zelltechnologie:
<math>P_{\mathrm{DC}}(t) = 0</math>; ein rechnerisch negatives Ergebnis wird auf 0 gesetzt. Die
sechs Koeffizienten hängen an der Zelltechnologie:


{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
! Zelltechnologie !! <math>k_{1}</math> !! <math>k_{2}</math> !! <math>k_{3}</math> !! <math>k_{4}</math> !! <math>k_{5}</math> !! <math>k_{6}</math>
! Zelltechnologie !! <math>k_{1}</math> !! <math>k_{2}</math> !! <math>k_{3}</math> !! <math>k_{4}</math> !! <math>k_{5}</math> !! <math>k_{6}</math>
|-
|-
| kristallines Silizium (C_SI) || −0,017237 || −0,040465 || −0,004702 || 0,000149 || 0,000170 || 0,000005
| kristallines Silizium (<code>C_SI</code>) || −0,017237 || −0,040465 || −0,004702 || 0,000149 || 0,000170 || 0,000005
|-
|-
| CIS/CIGS || −0,005554 || −0,038724 || −0,003723 || −0,000905 || −0,001256 || 0,000001
| CIS/CIGS || −0,005554 || −0,038724 || −0,003723 || −0,000905 || −0,001256 || 0,000001
Zeile 386: Zeile 366:
|}
|}


Für amorphes Silizium und für „Sonstige" gibt es keinen veröffentlichten Satz. Fehlt die
Für amorphes Silizium und für „Sonstige" gibt es keinen veröffentlichten Satz. Fehlt die Technologie, fehlt der Satz oder fehlt die Nennleistung, rechnet das erweiterte Modell die '''Modulformel des einfachen Modells''' — also (10) und (11) —, aber mit der Hay-Davies-Einstrahlung (8). Jeder dieser drei Rückfälle wird einzeln im Protokoll benannt.
Technologie, fehlt der Satz oder fehlt die Nennleistung, rechnet das erweiterte Modell die
'''Modulformel des einfachen Modells''' — also (10) und (11) —, aber mit der Hay-Davies-Einstrahlung
(8). Jeder dieser drei Rückfälle wird einzeln im Protokoll benannt.


=== Schritt 5 — Systemverluste und Wechselrichter ===
=== Schritt 5 — Systemverluste und Wechselrichter ===
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:: <math>v_{\mathrm{Sys}}</math> – Systemverluste [%], Vorgabe 0
:: <math>v_{\mathrm{Sys}}</math> – Systemverluste [%], Vorgabe 0


mit der Vorgabe <math>\eta_{\mathrm{WR}} = 0{,}95</math> und <math>v_{\mathrm{Sys}} = 0</math>&nbsp;%.
mit der Vorgabe <math>\eta_{\mathrm{WR}} = 0{,}95</math> und <math>v_{\mathrm{Sys}} = 0</math>&nbsp;%. Es gibt in diesem Modell '''kein''' Clipping.
Es gibt in diesem Modell '''kein''' Clipping.


'''Erweitertes Modell''' — Teillastkennlinie und Clipping:
'''Erweitertes Modell''' — Teillastkennlinie und Clipping:
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:: <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> – AC-Nennleistung des Wechselrichters [kW]
:: <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> – AC-Nennleistung des Wechselrichters [kW]


Die Kennlinie (20) ist '''stückweise linear'''; die zwei Stützstellen, zwischen denen
Die Kennlinie (20) ist '''stückweise linear'''; die zwei Stützstellen, zwischen denen <math>x</math> liegt, sind <math>\left( x_{\mathrm{u}} , \eta_{\mathrm{u}} \right)</math> und <math>\left( x_{\mathrm{o}} , \eta_{\mathrm{o}} \right)</math>:
<math>x</math> liegt, sind <math>\left( x_{\mathrm{u}} , \eta_{\mathrm{u}} \right)</math> und
<math>\left( x_{\mathrm{o}} , \eta_{\mathrm{o}} \right)</math>:


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Vorgaben der Kennlinie, wenn die Anlage keine führt: '''<math>\eta_{10} = 0{,}94</math>''',
Vorgaben der Kennlinie, wenn die Anlage keine führt: '''<math>\eta_{10} = 0{,}94</math>''', '''<math>\eta_{50} = 0{,}975</math>''', '''<math>\eta_{100} = 0{,}97</math>''' (typischer Strang-Wechselrichter). Ohne gepflegte AC-Nennleistung entfällt das Clipping, und die Auslastung (19) bezieht sich ersatzweise auf <math>P_{\mathrm{STC}}</math>; beides steht im Protokoll.
'''<math>\eta_{50} = 0{,}975</math>''', '''<math>\eta_{100} = 0{,}97</math>''' (typischer
Strang-Wechselrichter). Ohne gepflegte AC-Nennleistung entfällt das Clipping, und die Auslastung
(19) bezieht sich ersatzweise auf <math>P_{\mathrm{STC}}</math>; beides steht im Protokoll.


'''Weg „mit Wechselrichter"''' — an die Stelle der Schritte 1 bis 5 tritt der Strangweg des
'''Weg „mit Wechselrichter"''' — an die Stelle der Schritte 1 bis 5 tritt der Strangweg des Abschnitts „Wechselrichter", Option 2. Er gilt in '''beiden''' Rechenmodellen; die Modellwahl entscheidet weiterhin über Einstrahlung und Modulformel, nicht über den Wechselrichter.
Abschnitts „Wechselrichter", Option 2. Er gilt in '''beiden''' Rechenmodellen; die Modellwahl
entscheidet weiterhin über Einstrahlung und Modulformel, nicht über den Wechselrichter.


=== Schritt 6 — Summe über alle Anlagen und Verbrauchsbilanz ===
=== Schritt 6 — Summe über alle Anlagen und Verbrauchsbilanz ===


Die stündlichen Wechselstromleistungen aller PV-Anlagen des Projekts werden aufsummiert:
Die stündlichen Wechselstromleistungen aller PV-Anlagen des Projekts werden aufsummiert und anschließend auf die vier Viertelstunden der Stunde verteilt; die Bilanz rechnet je Viertelstunde <math>q</math>:


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{PV}}(t) = \sum_{\mathrm{Anlagen}} P_{\mathrm{AC}}(t)</math> &nbsp;&nbsp;(23)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{PV}}(t) = \sum_{\mathrm{Anlagen}} P_{\mathrm{AC}}(t)</math> &nbsp;&nbsp;(23)
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:: <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> – Wechselstromleistung einer Anlage [kW]
:: <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> – Wechselstromleistung einer Anlage [kW]


Danach gilt je Stunde:
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{PV}}(q) = 4 \cdot P_{\mathrm{PV}}(t) \cdot \frac{\cos\theta_{z}(q)}{\sum_{q' \in t} \cos\theta_{z}(q')}</math> &nbsp;&nbsp;(24)
:: <math>P_{\mathrm{PV}}(q)</math> – Erzeugung der Viertelstunde <math>q</math> der Stunde <math>t</math> [kW]
:: <math>\cos\theta_{z}(q)</math> – Kosinus des Zenitwinkels der Sonne in der Mitte der Viertelstunde, 0 bei Sonne unter dem Horizont [–]
:: <math>4</math> – Viertelstunden je Stunde [–]


: <math>\displaystyle B(t) = \max\left( 0 , P_{\mathrm{Rest}}(t) \right)</math> &nbsp;&nbsp;(24)
Die Verteilung ist '''energieerhaltend''': Das Mittel der vier Viertel ist der Stundenwert. Steht die Sonne in allen vier Vierteln unter dem Horizont, tragen alle vier den Stundenwert. Danach gilt je Viertelstunde:
:: <math>B(t)</math> – zu deckender Strombedarf der Stunde [kW]
:: <math>P_{\mathrm{Rest}}(t)</math> – Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern; negativ = BHKW-Überschuss [kW]


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{direkt}}(t) = \min\left( P_{\mathrm{PV}}(t) , B(t) \right)</math> &nbsp;&nbsp;(25)
: <math>\displaystyle B(q) = \max\left( 0 , P_{\mathrm{Rest}}(q) \right)</math> &nbsp;&nbsp;(25)
:: <math>P_{\mathrm{direkt}}(t)</math> – Direktverbrauch der Stunde [kW]
:: <math>B(q)</math> – zu deckender Strombedarf der Viertelstunde [kW]
:: <math>P_{\mathrm{PV}}(t)</math> – Erzeugung aller PV-Anlagen aus (23) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{Rest}}(q)</math> – Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern; negativ = BHKW-Überschuss [kW]
:: <math>B(t)</math> – zu deckender Strombedarf aus (24) [kW]


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{ueber}}(t) = P_{\mathrm{PV}}(t) - P_{\mathrm{direkt}}(t)</math> &nbsp;&nbsp;(26)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{direkt}}(q) = \min\left( P_{\mathrm{PV}}(q) , B(q) \right)</math> &nbsp;&nbsp;(26)
:: <math>P_{\mathrm{ueber}}(t)</math> – Überschuss, Einspeisung ins Netz [kW]
:: <math>P_{\mathrm{direkt}}(q)</math> – Direktverbrauch der Viertelstunde [kW]
:: <math>P_{\mathrm{PV}}(t)</math> – Erzeugung aller PV-Anlagen [kW]
:: <math>P_{\mathrm{PV}}(q)</math> – Erzeugung der Viertelstunde aus (24) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{direkt}}(t)</math> – Direktverbrauch aus (25) [kW]
:: <math>B(q)</math> – zu deckender Strombedarf aus (25) [kW]


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{netz}}(t) = B(t) - P_{\mathrm{direkt}}(t)</math> &nbsp;&nbsp;(27)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{ueber}}(q) = P_{\mathrm{PV}}(q) - P_{\mathrm{direkt}}(q)</math> &nbsp;&nbsp;(27)
:: <math>P_{\mathrm{netz}}(t)</math> – Reststrom, Netzbezug [kW]
:: <math>P_{\mathrm{ueber}}(q)</math> – Überschuss vor Speicher und Einspeisegrenze [kW]
:: <math>B(t)</math> – zu deckender Strombedarf aus (24) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{PV}}(q)</math> – Erzeugung der Viertelstunde aus (24) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{direkt}}(t)</math> – Direktverbrauch aus (25) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{direkt}}(q)</math> – Direktverbrauch aus (26) [kW]


<math>P_{\mathrm{ueber}}</math> ist die Einspeisung, <math>P_{\mathrm{netz}}</math> der Netzbezug.
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{netz}}(q) = B(q) - P_{\mathrm{direkt}}(q)</math> &nbsp;&nbsp;(28)
Ein '''negativer''' Reststrombedarf <math>P_{\mathrm{Rest}}(t)</math> ist BHKW-Überschuss aus einer
:: <math>P_{\mathrm{netz}}(q)</math> – Reststrom, Netzbezug [kW]
vorgelagerten Kaskadenstufe. Er ist keine PV-Erzeugung, wird deshalb in (24) auf 0 geklemmt und
:: <math>B(q)</math> – zu deckender Strombedarf aus (25) [kW]
getrennt ausgewiesen — sonst würde er als PV-Einspeisung vergütet.
:: <math>P_{\mathrm{direkt}}(q)</math> – Direktverbrauch aus (26) [kW]
 
Mit einer '''Einspeisegrenze''' (Projekteinstellung, in kW oder in Prozent der installierten Leistung) wird der Überschuss über ihr abgeregelt:
 
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{ein}}(q) = \min\left( P_{\mathrm{ueber}}(q) - P_{\mathrm{lade}}(q) , P_{\mathrm{grenz}} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(29)
:: <math>P_{\mathrm{ein}}(q)</math> – eingespeiste Leistung [kW]
:: <math>P_{\mathrm{lade}}(q)</math> – Ladung des Stromspeichers und Standby des Speichersystems aus dem Überschuss, ohne Speicher 0 [kW]
:: <math>P_{\mathrm{grenz}}</math> – Einspeisegrenze; in Prozent: Anteil der installierten Leistung des Projekts (Summe der Modulfelder, bei einer PV-Ganglinie deren Kennleistung) [kW]
 
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{ab}}(q) = P_{\mathrm{ueber}}(q) - P_{\mathrm{lade}}(q) - P_{\mathrm{ein}}(q)</math> &nbsp;&nbsp;(30)
:: <math>P_{\mathrm{ab}}(q)</math> – abgeregelte Leistung [kW]
 
Der Speicher lädt '''vor''' dem Abregeln: Was er aufnimmt, wird weder eingespeist noch abgeregelt. Ohne Einspeisegrenze ist <math>P_{\mathrm{ein}} = P_{\mathrm{ueber}} - P_{\mathrm{lade}}</math> und <math>P_{\mathrm{ab}} = 0</math>.
 
<math>P_{\mathrm{ueber}}</math> ist der Überschuss vor dem Speicher, <math>P_{\mathrm{ein}}</math> die Einspeisung, <math>P_{\mathrm{netz}}</math> der Netzbezug. Die Stundenwerte der Ergebnisreihen sind die Mittel ihrer vier Viertelstunden. Ein '''negativer''' Reststrombedarf <math>P_{\mathrm{Rest}}(q)</math> ist BHKW-Überschuss aus einer vorgelagerten Kaskadenstufe. Er ist keine PV-Erzeugung, wird deshalb in (25) auf 0 geklemmt und getrennt ausgewiesen — sonst würde er als PV-Einspeisung vergütet.
 
=== Rechnen mit einer PV-Ganglinie ===
{{Anker|ganglinie}}
 
Statt der Module kann eine importierte '''PV-Ganglinie''' die Erzeugung liefern. Sie rechnet, sobald dem Projekt eine Ganglinie zugeordnet ist, deren Projektkopie vollständig ist: 8&nbsp;760 Werte im Stundenraster oder 35&nbsp;040 Werte im Viertelstundenraster, jeder Wert endlich und nicht negativ. Dann entfallen die Schritte 1 bis 5 und die Module der Anlagen rechnen nicht. Eine unvollständige Ganglinie rechnet nicht: Die Module rechnen, und das Simulationsprotokoll nennt den Mangel. Sind mehrere Ganglinien zugeordnet, rechnet die zuerst zugeordnete.
 
Ein Wert ist die Wechselstromleistung der Anlage im Zeitschritt [kW]. Die Jahresarbeit ist die Summe der Werte mal der Dauer des Zeitschritts (1&nbsp;h oder 0{,}25&nbsp;h).
 
* '''Stundenraster:''' Die Werte sind die Stundenerträge <math>P_{\mathrm{PV}}(t)</math> und werden wie die Module nach dem Sonnenstand auf die Viertelstunden verteilt (24).
* '''Viertelstundenraster:''' Die Werte gehen unmittelbar als <math>P_{\mathrm{PV}}(q)</math> in die Bilanz; der Stundenertrag ist das Mittel der vier Viertel.
 
Die Bilanz (25) bis (30) ist dieselbe wie bei den Modulen. Die '''Kennleistung''' der Ganglinie ist ihre gepflegte Nennleistung, ohne Nennleistung ihr Höchstwert; sie gilt als installierte Leistung für die Einspeisegrenze in Prozent, für Bericht und Wirtschaftlichkeit. Beim Import wird die Nennleistung aus dem Dateikopf vorbelegt, nennt er keine, mit dem Höchstwert der Reihe. Liegt der Höchstwert über der 1{,}1-fachen Nennleistung, gibt der Import einen Hinweis (Nennleistung oder Einheit der Datei prüfen); der Import läuft trotzdem durch.


== Wechselrichter ==
== Wechselrichter ==
{{Anker|wechselrichter}}
{{Anker|wechselrichter}}


Für den Wechselrichter gibt es zwei Wege.  
Für den Wechselrichter gibt es zwei Wege.


=== Option 1 — vereinfacht, ohne Wechselrichter, mit Pauschalen ===
=== Option 1 — vereinfacht, ohne Wechselrichter, mit Pauschalen ===


Das ist der heutige Weg und die Vorbelegung. Der Wechselrichter ist '''kein eigenes Gerät''', sondern
Das ist der heutige Weg und die Vorbelegung. Der Wechselrichter ist '''kein eigenes Gerät''', sondern ein Wirkungsgrad:
ein Wirkungsgrad:


* im '''einfachen''' Modell ein konstanter Faktor <math>\eta_{\mathrm{WR}}</math> (Vorgabe 0,95) nach (17), dazu pauschale Systemverluste;
* im '''einfachen''' Modell ein konstanter Faktor <math>\eta_{\mathrm{WR}}</math> (Vorgabe 0,95) nach (17), dazu pauschale Systemverluste;


* im '''erweiterten''' Modell die Dreipunkt-Kennlinie (20) mit einer frei eingebbaren AC-Nennleistung, an der (22) klippt.
* im '''erweiterten''' Modell die Dreipunkt-Kennlinie (20) mit einer frei eingebbaren AC-Nennleistung, an der (22) klippt. Beides hängt an der '''Anlage''', nicht an einem Gerät aus einem Katalog. Es gibt keine Stränge, keine MPP-Tracker, keine Auslegungsprüfung und keine Nachtverbrauchsrechnung. Für eine Anlage mit einer Ausrichtung und einem Wechselrichtertyp ist das eine tragfähige Näherung.
Beides hängt an der '''Anlage''', nicht an einem Gerät aus einem Katalog. Es gibt keine Stränge,
keine MPP-Tracker, keine Auslegungsprüfung und keine Nachtverbrauchsrechnung. Für eine Anlage mit
einer Ausrichtung und einem Wechselrichtertyp ist das eine tragfähige Näherung.


=== Option 2 — mit Wechselrichter ===
=== Option 2 — mit Wechselrichter ===


Der Wechselrichter ist ein '''Katalogobjekt''' mit Projektkopie — wie Kessel, BHKW oder Modul —, und
Der Wechselrichter ist ein '''Katalogobjekt''' mit Projektkopie — wie Kessel, BHKW oder Modul —, und die Anlage bekommt eine '''Strangzuordnung''': je Strang die Zahl der Module in Reihe, die Zahl paralleler Stränge, das Gerät, die Gerätenummer, der MPP-Eingang, wahlweise eine eigene Neigung und ein eigener Azimut und wahlweise ein '''eigener Modultyp'''. Damit werden das Ost/West-Feld und die um einen zweiten Modultyp erweiterte Anlage rechenbar.
die Anlage bekommt eine '''Strangzuordnung''': je Strang die Zahl der Module in Reihe, die Zahl
paralleler Stränge, das Gerät, die Gerätenummer, der MPP-Eingang, wahlweise eine eigene Neigung und
ein eigener Azimut und wahlweise ein '''eigener Modultyp'''. Damit werden
das Ost/West-Feld und die um einen zweiten Modultyp erweiterte Anlage rechenbar.


Der Katalog führt AC-Nennwirkleistung, maximale AC-Scheinleistung, maximale DC-Eingangsleistung,
Der Katalog führt AC-Nennwirkleistung, maximale AC-Scheinleistung, maximale DC-Eingangsleistung, MPP-Spannungsfenster, maximale DC-Spannung, maximalen DC-Strom je MPP-Tracker, Zahl der MPP-Tracker, '''sechs Stützstellen''' der Wirkungsgradkennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100&nbsp;%), den europäischen Wirkungsgrad, die Einschaltschwelle, den Nachtverbrauch und den Gerätepreis. Der europäische Wirkungsgrad ist dabei die bekannte Wichtung
MPP-Spannungsfenster, maximale DC-Spannung, maximalen DC-Strom je MPP-Tracker, Zahl der
MPP-Tracker, '''sechs Stützstellen''' der Wirkungsgradkennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100&nbsp;%), den
europäischen Wirkungsgrad, die Einschaltschwelle, den Nachtverbrauch und den Gerätepreis. Der
europäische Wirkungsgrad ist dabei die bekannte Wichtung


: <math>\displaystyle \eta_{\mathrm{euro}} = 0{,}03 \cdot \eta_{5} + 0{,}06 \cdot \eta_{10} + 0{,}13 \cdot \eta_{20} + 0{,}10 \cdot \eta_{30} + 0{,}48 \cdot \eta_{50} + 0{,}20 \cdot \eta_{100}</math> &nbsp;&nbsp;(28)
: <math>\displaystyle \eta_{\mathrm{euro}} = 0{,}03 \cdot \eta_{5} + 0{,}06 \cdot \eta_{10} + 0{,}13 \cdot \eta_{20} + 0{,}10 \cdot \eta_{30} + 0{,}48 \cdot \eta_{50} + 0{,}20 \cdot \eta_{100}</math> &nbsp;&nbsp;(31)
:: <math>\eta_{\mathrm{euro}}</math> – europäischer Wirkungsgrad des Geräts [–]
:: <math>\eta_{\mathrm{euro}}</math> – europäischer Wirkungsgrad des Geräts [–]
:: <math>\eta_{5} \dots \eta_{100}</math> – die sechs Stützstellen der Gerätekennlinie bei 5, 10, 20, 30, 50 und 100&nbsp;% Auslastung [–]
:: <math>\eta_{5} \dots \eta_{100}</math> – die sechs Stützstellen der Gerätekennlinie bei 5, 10, 20, 30, 50 und 100&nbsp;% Auslastung [–]
:: <math>0{,}03 \dots 0{,}20</math> – die Wichtungen der Norm; sie summieren sich zu 1 [–]
:: <math>0{,}03 \dots 0{,}20</math> – die Wichtungen der Norm; sie summieren sich zu 1 [–]


'''Wann dieser Weg rechnet''' — zwei Bedingungen müssen zusammenkommen: Die Anlage steht auf „mit
'''Wann dieser Weg rechnet''' — zwei Bedingungen müssen zusammenkommen: Die Anlage steht auf „mit Wechselrichter", '''und''' sie führt mindestens einen Strang mit einem Gerät. Fehlt eines von beidem, rechnet die Anlage Zeichen für Zeichen den Weg der Option 1, und der Lauf sagt es im Protokoll.
Wechselrichter", '''und''' sie führt mindestens einen Strang mit einem Gerät. Fehlt eines von
beidem, rechnet die Anlage Zeichen für Zeichen den Weg der Option 1, und der Lauf sagt es im
Protokoll.


==== Der Stundenweg ====
==== Der Stundenweg ====
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Der Stundenweg wird um zwei Ebenen tiefer. Je Stunde:
Der Stundenweg wird um zwei Ebenen tiefer. Je Stunde:


'''Schritt A — je Strang die Gleichstromleistung.''' Neigung und Azimut sind die des Strangs,
'''Schritt A — je Strang die Gleichstromleistung.''' Neigung und Azimut sind die des Strangs, ersatzweise die der Anlage. Die Einstrahlung wird je '''Ausrichtungspaar''' (<math>\beta</math>, <math>\gamma</math>) genau einmal gerechnet — ein Ost/West-Feld mit acht Strängen rechnet die Sonnengeometrie zweimal, nicht achtmal.
ersatzweise die der Anlage. Die Einstrahlung wird je '''Ausrichtungspaar''' (<math>\beta</math>,
<math>\gamma</math>) genau einmal gerechnet — ein Ost/West-Feld mit acht Strängen rechnet die
Sonnengeometrie zweimal, nicht achtmal.


: <math>\displaystyle n_{\mathrm{s}} = n_{\mathrm{R}} \cdot n_{\mathrm{P}}</math> &nbsp;&nbsp;(29)
: <math>\displaystyle n_{\mathrm{s}} = n_{\mathrm{R}} \cdot n_{\mathrm{P}}</math> &nbsp;&nbsp;(32)
:: <math>n_{\mathrm{s}}</math> – Module eines Strangs [Stück]
:: <math>n_{\mathrm{s}}</math> – Module eines Strangs [Stück]
:: <math>n_{\mathrm{R}}</math> – Module in Reihe [Stück]
:: <math>n_{\mathrm{R}}</math> – Module in Reihe [Stück]
:: <math>n_{\mathrm{P}}</math> – parallele Stränge [Stück]
:: <math>n_{\mathrm{P}}</math> – parallele Stränge [Stück]


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{STC,s}} = \frac{P_{\mathrm{Mod}}}{1\,000} \cdot n_{\mathrm{s}}</math> &nbsp;&nbsp;(30)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{STC,s}} = \frac{P_{\mathrm{Mod}}}{1\,000} \cdot n_{\mathrm{s}}</math> &nbsp;&nbsp;(33)
:: <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math> – Nennleistung eines Strangs [kWp]
:: <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math> – Nennleistung eines Strangs [kWp]
:: <math>P_{\mathrm{Mod}}</math> – Nennleistung eines Moduls [W]
:: <math>P_{\mathrm{Mod}}</math> – Nennleistung eines Moduls [W]
:: <math>n_{\mathrm{s}}</math> – Module des Strangs aus (29) [Stück]
:: <math>n_{\mathrm{s}}</math> – Module des Strangs aus (32) [Stück]
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]


<math>P_{\mathrm{DC,s}}(t)</math> ist dann die Modulformel des gewählten Rechenmodells — (11)
<math>P_{\mathrm{DC,s}}(t)</math> ist dann die Modulformel des gewählten Rechenmodells — (11) beziehungsweise (16) — mit <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math> an der Stelle von <math>P_{\mathrm{STC}}</math>.
beziehungsweise (16) — mit <math>P_{\mathrm{STC,s}}</math> an der Stelle von
<math>P_{\mathrm{STC}}</math>.


'''Jeder Strang rechnet mit SEINEM Modul.''' Führt die Strangzeile einen eigenen Modultyp, so
'''Jeder Strang rechnet mit SEINEM Modul.''' Führt die Strangzeile einen eigenen Modultyp, so kommen <math>P_{\mathrm{Mod}}</math> in (33) und alle übrigen Modulgrößen der Stundenrechnung — Zelltemperatur über <math>T_{\mathrm{NOCT}}</math> in (7), Temperaturgang <math>\gamma_{\mathrm{PMP}}</math> in (11), Fläche und Wirkungsgrad der Rückfallformel (12) sowie der Schwachlichtsatz nach Zelltechnologie in (16) — aus DIESEM Modul; sonst aus dem Modul der Anlage. Ein Strang mit einem Modul, das das Projekt nicht (mehr) führt, rechnet wie einer ohne Angabe, und der Lauf sagt es im Protokoll. '''Ohne eigenen Modultyp ändert sich nichts''' — genau das ist der Regelfall, eine Anlage mit einem Modultyp.
kommen <math>P_{\mathrm{Mod}}</math> in (30) und alle übrigen Modulgrößen der Stundenrechnung —
Zelltemperatur über <math>T_{\mathrm{NOCT}}</math> in (7), Temperaturgang
<math>\gamma_{\mathrm{PMP}}</math> in (11), Fläche und Wirkungsgrad der Rückfallformel (12) sowie
der Schwachlichtsatz nach Zelltechnologie in (16) — aus DIESEM Modul; sonst aus dem Modul der
Anlage. Ein Strang mit einem Modul, das das Projekt nicht (mehr) führt, rechnet wie einer ohne
Angabe, und der Lauf sagt es im Protokoll. '''Ohne eigenen Modultyp ändert sich nichts''' — genau
das ist der Regelfall, eine Anlage mit einem Modultyp.


Die '''Nennleistung eines Geräts''' ist damit die Summe seiner Stränge, jeder mit seiner eigenen
Die '''Nennleistung eines Geräts''' ist damit die Summe seiner Stränge, jeder mit seiner eigenen Modulleistung; die kWp der Anlagenzeile bleibt daneben stehen und wird nur noch verglichen. Weichen beide voneinander ab, meldet der Lauf es und rechnet mit der Strangsumme.
Modulleistung; die kWp der Anlagenzeile bleibt daneben stehen und wird nur noch verglichen. Weichen
beide voneinander ab, meldet der Lauf es und rechnet mit der Strangsumme.


'''Schritt B — Summe je MPP-Eingang und je Gerät.''' Der MPP-Eingang ist eine reine
'''Schritt B — Summe je MPP-Eingang und je Gerät.''' Der MPP-Eingang ist eine reine '''Prüfgröße''' (Prüfungen P4 und P5); eine eigene Leistungsgrenze je Tracker gibt es nicht. Die Summe über die MPP-Eingänge eines Geräts ist damit die Summe über seine Stränge. Ein Gerät ist das Paar aus '''Wechselrichtertyp und Gerätenummer''' — Gerät 1 der Anlage „Dach Süd" und Gerät 1 der Anlage „Halle" sind zwei Geräte.
'''Prüfgröße''' (Prüfungen P4 und P5); eine eigene Leistungsgrenze je Tracker gibt es nicht. Die
Summe über die MPP-Eingänge eines Geräts ist damit die Summe über seine Stränge. Ein Gerät ist das
Paar aus '''Wechselrichtertyp und Gerätenummer''' — Gerät 1 der Anlage „Dach Süd" und Gerät 1 der
Anlage „Halle" sind zwei Geräte.


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{DC,ger}}(t) = \left( \sum_{s \in \mathrm{Geraet}} P_{\mathrm{DC,s}}(t) \right) \cdot \left( 1 - \frac{v_{\mathrm{Sys}}}{100} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(31)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{DC,ger}}(t) = \left( \sum_{s \in \mathrm{Geraet}} P_{\mathrm{DC,s}}(t) \right) \cdot \left( 1 - \frac{v_{\mathrm{Sys}}}{100} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(34)
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,s}}(t)</math> – Gleichstromleistung eines Strangs <math>s</math> des Geräts [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,s}}(t)</math> – Gleichstromleistung eines Strangs <math>s</math> des Geräts [kW]
:: <math>v_{\mathrm{Sys}}</math> – Systemverluste der Anlage [%]
:: <math>v_{\mathrm{Sys}}</math> – Systemverluste der Anlage [%]


Die Systemverluste bleiben ein '''Anlagenwert''': Verschmutzung, Leitungsverluste und Mismatch
Die Systemverluste bleiben ein '''Anlagenwert''': Verschmutzung, Leitungsverluste und Mismatch gelten für das Feld, nicht für den Strang.
gelten für das Feld, nicht für den Strang.


'''Schritt C — Kennlinie, Clipping, Nachtverbrauch je Gerät.'''
'''Schritt C — Kennlinie, Clipping, Nachtverbrauch je Gerät.'''


: <math>\displaystyle x(t) = \frac{P_{\mathrm{DC,ger}}(t)}{P_{\mathrm{AC,nenn}}}</math> &nbsp;&nbsp;(32)
: <math>\displaystyle x(t) = \frac{P_{\mathrm{DC,ger}}(t)}{P_{\mathrm{AC,nenn}}}</math> &nbsp;&nbsp;(35)
:: <math>x(t)</math> – Auslastung des Geräts [–]
:: <math>x(t)</math> – Auslastung des Geräts [–]
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung des Geräts aus (31) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung des Geräts aus (34) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> – AC-Nennleistung des Geräts [kW]
:: <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> – AC-Nennleistung des Geräts [kW]


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{AC}}(t) = \min\left( P_{\mathrm{DC,ger}}(t) \cdot \eta_{\mathrm{WR}}\left( x(t) \right) , P_{\mathrm{AC,nenn}} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(33)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{AC}}(t) = \min\left( P_{\mathrm{DC,ger}}(t) \cdot \eta_{\mathrm{WR}}\left( x(t) \right) , P_{\mathrm{AC,nenn}} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(36)
:: <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> – Wechselstromleistung des Geräts [kW]
:: <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> – Wechselstromleistung des Geräts [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung des Geräts aus (31) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung des Geräts aus (34) [kW]
:: <math>\eta_{\mathrm{WR}}\left( x(t) \right)</math> – Wirkungsgrad bei der Auslastung der Stunde, Kennlinie (20) über sechs Stützstellen [–]
:: <math>\eta_{\mathrm{WR}}\left( x(t) \right)</math> – Wirkungsgrad bei der Auslastung der Stunde, Kennlinie (20) über sechs Stützstellen [–]
:: <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> – AC-Nennleistung des Geräts; hier klippt es [kW]
:: <math>P_{\mathrm{AC,nenn}}</math> – AC-Nennleistung des Geräts; hier klippt es [kW]


: <math>\displaystyle P_{\mathrm{DC,ger}}(t) \le \frac{P_{\mathrm{ein}}}{1\,000} \; \to \; P_{\mathrm{AC}}(t) = - \frac{P_{\mathrm{Nacht}}}{1\,000}</math> &nbsp;&nbsp;(34)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{DC,ger}}(t) \le \frac{P_{\mathrm{ein}}}{1\,000} \; \to \; P_{\mathrm{AC}}(t) = - \frac{P_{\mathrm{Nacht}}}{1\,000}</math> &nbsp;&nbsp;(37)
:: <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> – Wechselstromleistung des Geräts; unter der Schwelle negativ [kW]
:: <math>P_{\mathrm{AC}}(t)</math> – Wechselstromleistung des Geräts; unter der Schwelle negativ [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung des Geräts aus (31) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{DC,ger}}(t)</math> – Gleichstromleistung des Geräts aus (34) [kW]
:: <math>P_{\mathrm{ein}}</math> – Einschaltschwelle des Geräts [W]
:: <math>P_{\mathrm{ein}}</math> – Einschaltschwelle des Geräts, das Katalogfeld „Standby-Verbrauch" [W]
:: <math>P_{\mathrm{Nacht}}</math> – Nachtverbrauch des Geräts [W]
:: <math>P_{\mathrm{Nacht}}</math> – Nachtverbrauch des Geräts [W]
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von W in kW [W/kW]


Die Kennlinie <math>\eta_{\mathrm{WR}}(x)</math> ist dieselbe stückweise Interpolation (20), nur
Die Kennlinie <math>\eta_{\mathrm{WR}}(x)</math> ist dieselbe stückweise Interpolation (20), nur über die '''sechs''' Stützstellen des Katalogs statt über drei; unter der kleinsten läuft sie linear von <math>\left( 0 , 0 \right)</math>, über <math>x = 1{,}0</math> bleibt sie konstant — dahinter greift das Clipping. Eine fehlende Stützstelle wird '''übersprungen'''; interpoliert wird dann zwischen den beiden nächsten vorhandenen Punkten. Führt der Katalog keine einzige, gilt die Dreipunkt-Vorgabe 0,94 / 0,975 / 0,97, und der Lauf meldet es. Die drei Stützstellen 10 / 50 / 100&nbsp;% des vereinfachten Wegs sind in den sechs enthalten — an den gemeinsamen Punkten ändert sich nichts, dazwischen wird die Kennlinie genauer.
über die '''sechs''' Stützstellen des Katalogs statt über drei; unter der kleinsten läuft sie linear
von <math>\left( 0 , 0 \right)</math>, über <math>x = 1{,}0</math> bleibt sie konstant — dahinter
greift das Clipping. Eine fehlende Stützstelle wird '''übersprungen'''; interpoliert wird dann
zwischen den beiden nächsten vorhandenen Punkten. Führt der Katalog keine einzige, gilt die
Dreipunkt-Vorgabe 0,94 / 0,975 / 0,97, und der Lauf meldet es. Die drei Stützstellen 10 / 50 /
100&nbsp;% des vereinfachten Wegs sind in den sechs enthalten — an den gemeinsamen Punkten ändert
sich nichts, dazwischen wird die Kennlinie genauer.


Der '''Nachtverbrauch''' (34) ist eine negative Erzeugung: Unterhalb der Einschaltschwelle speist das
Der '''Nachtverbrauch''' (37) ist eine negative Erzeugung: Unterhalb der Einschaltschwelle speist das Gerät nicht ein, sondern verbraucht. Beide Gerätewerte stehen im Katalog in Watt und gehen als Kilowatt in die Rechnung. Führt der Katalog keinen Nachtverbrauch, ist das Ergebnis 0. Ohne gepflegte Einschaltschwelle ist <math>P_{\mathrm{ein}} = 0</math> — dann sind es genau die Stunden ohne Einstrahlung.
Gerät nicht ein, sondern verbraucht. Beide Gerätewerte stehen im Katalog in Watt und gehen als
Kilowatt in die Rechnung. Führt der Katalog keinen Nachtverbrauch, ist das Ergebnis 0. Ohne gepflegte
Einschaltschwelle ist <math>P_{\mathrm{ein}} = 0</math> — dann sind es genau die Stunden ohne
Einstrahlung.


'''Schritt D — Summe je Anlage.''' Die Wechselstromleistungen aller Geräte der Anlage werden
'''Schritt D — Summe je Anlage.''' Die Wechselstromleistungen aller Geräte der Anlage werden addiert; ab da läuft Schritt 6 unverändert weiter.
addiert; ab da läuft Schritt 6 unverändert weiter.


==== Kennzahlen ====
==== Kennzahlen ====


Je Gerät und je Anlage schreibt der Lauf ins '''Simulationsprotokoll''' und in den Ergebnisreiter
Je Gerät und je Anlage schreibt der Lauf ins '''Simulationsprotokoll''' und in den Ergebnisreiter „Photovoltaik":
„Photovoltaik":


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Der Jahresnutzungsgrad ist die Zahl, mit der sich der europäische Wirkungsgrad
Der Jahresnutzungsgrad ist die Zahl, mit der sich der europäische Wirkungsgrad <math>\eta_{\mathrm{euro}}</math> des Datenblatts gegen das tatsächliche Betriebsverhalten '''dieser''' Anlage vergleichen lässt.
<math>\eta_{\mathrm{euro}}</math> des Datenblatts gegen das tatsächliche Betriebsverhalten
'''dieser''' Anlage vergleichen lässt.


==== Kosten ====
==== Kosten ====


Der Gerätepreis des Katalogs geht als eigener Posten in die '''Investition''' der Photovoltaik ein:
Der Gerätepreis des Katalogs geht als eigener Posten in die '''Investition''' der Photovoltaik ein: Preis je Gerät × Zahl der Geräte dieses Typs. Gezählt werden nur Geräte an Anlagen, die auf dem Weg „mit Wechselrichter" rechnen — eine Anlage, die vereinfacht rechnet, trägt auch keine Gerätekosten.
Preis je Gerät × Zahl der Geräte dieses Typs. Gezählt werden nur Geräte an Anlagen, die auf dem Weg
„mit Wechselrichter" rechnen — eine Anlage, die vereinfacht rechnet, trägt auch keine
Gerätekosten.


Dazu kommen '''acht Auslegungsprüfungen''' als Ampel im Dialog — ausführlich mit Formeln, Zahlenbeispiel
Dazu kommen '''acht Auslegungsprüfungen''' als Ampel im Dialog — ausführlich mit Formeln, Zahlenbeispiel und Auslegungshilfe im Abschnitt [[#strangpruefung|Modul, Strang und Wechselrichter]] —, gerechnet für −10&nbsp;°C (kalter Fall, höchste Spannung) und 70&nbsp;°C Zelltemperatur (heißer Fall, niedrigste Spannung, höchster Strom):
und Auslegungshilfe im Abschnitt [[#strangpruefung|Modul, Strang und Wechselrichter]] —,
gerechnet für −10&nbsp;°C (kalter Fall, höchste Spannung) und 70&nbsp;°C Zelltemperatur (heißer Fall,
niedrigste Spannung, höchster Strom):


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Fehlt ein Modulwert, entfällt die zugehörige Prüfung und wird als „nicht prüfbar" gemeldet — sie
Fehlt ein Modulwert, entfällt die zugehörige Prüfung und wird als „nicht prüfbar" gemeldet — sie schlägt nicht fehl. Für die MPP-Spannung setzen P2 und P3 den Temperaturkoeffizienten <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> der Leerlaufspannung ein; einen eigenen Koeffizienten für die MPP-Spannung führt der Modulkatalog nicht.
schlägt nicht fehl. Für die MPP-Spannung setzen P2 und P3 den Temperaturkoeffizienten
<math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> der Leerlaufspannung ein; einen eigenen Koeffizienten für die
MPP-Spannung führt der Modulkatalog nicht.


'''Ergebnisneutral für Bestandsprojekte:''' Solange eine Anlage nicht auf „mit Wechselrichter"
'''Ergebnisneutral für Bestandsprojekte:''' Solange eine Anlage nicht auf „mit Wechselrichter" steht '''und''' eine Strangzeile mit Gerät führt, rechnet sie Zeichen für Zeichen wie zuvor. Erst beide Bedingungen zusammen schalten den Strangweg ein.
steht '''und''' eine Strangzeile mit Gerät führt, rechnet sie Zeichen für Zeichen wie zuvor. Erst
beide Bedingungen zusammen schalten den Strangweg ein.


== Modul, Strang und Wechselrichter — Prüfung und Auslegung ==
== Modul, Strang und Wechselrichter — Prüfung und Auslegung ==
{{Anker|strangpruefung}}
{{Anker|strangpruefung}}


Sobald eine Anlage auf dem Weg „mit Wechselrichter" rechnet, prüft das Programm beim Bearbeiten
Sobald eine Anlage auf dem Weg „mit Wechselrichter" rechnet, prüft das Programm beim Bearbeiten der Strangtabelle, ob '''Modul und Gerät elektrisch zusammenpassen''': acht Regeln P1 bis P8, dargestellt als Ampel unter der Strangzeile und als Chip im Kopf des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge". Die Prüfung '''entscheidet nichts''' — sie rechnet nicht mit, verhindert kein Speichern und verändert kein Ergebnis. Sie sagt etwas, und hinter jeder roten oder gelben Meldung sagt sie zusätzlich, was passen würde.
der Strangtabelle, ob '''Modul und Gerät elektrisch zusammenpassen''': acht Regeln P1 bis P8,
dargestellt als Ampel unter der Strangzeile und als Chip im Kopf des Abschnitts „Wechselrichter
und Stränge". Die Prüfung '''entscheidet nichts''' — sie rechnet nicht mit, verhindert kein
Speichern und verändert kein Ergebnis. Sie sagt etwas, und hinter jedem roten oder gelben Befund
sagt sie zusätzlich, was passen würde.


=== Was geprüft wird — und was nicht ===
=== Was geprüft wird — und was nicht ===


Geprüft werden '''Datenblattgrenzen des gewählten Geräts''': maximale DC-Spannung,
Geprüft werden '''Datenblattgrenzen des gewählten Geräts''': maximale DC-Spannung, MPP-Spannungsfenster, maximaler DC-Strom je MPP-Tracker, maximale DC-Eingangsleistung, AC-Nennleistung. Nicht geprüft werden Anlagen- und Personenschutz, Leitungsquerschnitte, Überspannungsschutz, Netzanschluss und Anmeldung; dafür ist die einschlägige Normenreihe maßgeblich und eine Elektrofachkraft zuständig. Auch eine absolute Systemspannungsgrenze (1&nbsp;000&nbsp;V beziehungsweise 1&nbsp;500&nbsp;V DC) prüft das Programm '''nicht''' — P1 misst allein gegen die maximale Eingangsspannung des gewählten Geräts.
MPP-Spannungsfenster, maximaler DC-Strom je MPP-Tracker, maximale DC-Eingangsleistung,
AC-Nennleistung. Nicht geprüft werden Anlagen- und Personenschutz, Leitungsquerschnitte,
Überspannungsschutz, Netzanschluss und Anmeldung; dafür ist die einschlägige Normenreihe
maßgeblich und eine Elektrofachkraft zuständig. Auch eine absolute Systemspannungsgrenze
(1&nbsp;000&nbsp;V beziehungsweise 1&nbsp;500&nbsp;V DC) prüft das Programm '''nicht''' — P1 misst
allein gegen die maximale Eingangsspannung des gewählten Geräts.


=== Begriffe ===
=== Begriffe ===
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'''Achtung bei den Koeffizienten:''' Datenblätter geben sie häufig '''relativ''' in %/K an
'''Achtung bei den Koeffizienten:''' Datenblätter geben sie häufig '''relativ''' in %/K an (typisch −0,25…−0,35&nbsp;%/K für die Spannung, +0,04…+0,06&nbsp;%/K für den Strom) oder in mV/K beziehungsweise mA/K. Der Modulkatalog von EPOS-Plan führt sie '''absolut''' in V/K und A/K. Ein ungerechnet übernommener Prozentwert verschiebt die Prüfungen P1 bis P4 um Größenordnungen. Die Umrechnung lautet <math>\beta_{\mathrm{OC}}\;[\mathrm{V/K}] = \frac{\beta_{\mathrm{rel}}\;[\%/\mathrm{K}] \cdot U_{\mathrm{OC}}\;[\mathrm{V}]}{100}</math> für die Spannung und <math>\alpha_{\mathrm{SC}}\;[\mathrm{A/K}] = \frac{\alpha_{\mathrm{rel}}\;[\%/\mathrm{K}] \cdot I_{\mathrm{SC}}\;[\mathrm{A}]}{100}</math> für den Strom.
(typisch −0,25…−0,35&nbsp;%/K für die Spannung, +0,04…+0,06&nbsp;%/K für den Strom) oder in mV/K
beziehungsweise mA/K. Der Modulkatalog von EPOS-Plan führt sie '''absolut''' in V/K und A/K. Ein
ungerechnet übernommener Prozentwert verschiebt die Prüfungen P1 bis P4 um Größenordnungen. Die
Umrechnung lautet
 
: <math>\beta_{\mathrm{OC}}\;[\mathrm{V/K}] = \frac{\beta_{\mathrm{rel}}\;[\%/\mathrm{K}] \cdot U_{\mathrm{OC}}\;[\mathrm{V}]}{100}
  \qquad
  \alpha_{\mathrm{SC}}\;[\mathrm{A/K}] = \frac{\alpha_{\mathrm{rel}}\;[\%/\mathrm{K}] \cdot I_{\mathrm{SC}}\;[\mathrm{A}]}{100}</math>


Der Import aus PVsyst-Dateien (.PAN) rechnet selbsttätig um; ein von Hand gepflegter Wert wird
Der Import aus PVsyst-Dateien (.PAN) rechnet selbsttätig um; die Verwaltung der PV-Module hat für <math>\alpha_{\mathrm{SC}}</math> und <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> kein Eingabefeld — sie kommen allein aus dem Import. Der Leistungskoeffizient <math>\gamma_{\mathrm{PMP}}</math> steht als einziger '''relativ''' in %/K — er geht nicht in die Auslegungsprüfung ein, sondern in die Ertragsrechnung ([[#rechenweg|Schritt 4]]).
beim Speichern auf Plausibilität geprüft. Der Leistungskoeffizient
<math>\gamma_{\mathrm{PMP}}</math> steht als einziger '''relativ''' in %/K — er geht nicht in die
Auslegungsprüfung ein, sondern in die Ertragsrechnung ([[#rechenweg|Schritt 4]]).


=== Die beiden Auslegungsfälle ===
=== Die beiden Auslegungsfälle ===


Alle Katalogwerte gelten unter Standard-Testbedingungen (STC: 1&nbsp;000&nbsp;W/m²,
Alle Katalogwerte gelten unter Standard-Testbedingungen (STC: 1&nbsp;000&nbsp;W/m², '''25&nbsp;°C Zelltemperatur''', AM&nbsp;1,5). Diese treten im Betrieb praktisch nie auf. Für die Auslegung zählt deshalb die Hüllkurve zweier fester Fälle:
'''25&nbsp;°C Zelltemperatur''', AM&nbsp;1,5). Diese treten im Betrieb praktisch nie auf. Für die
Auslegung zählt deshalb die Hüllkurve zweier fester Fälle:


* '''kalter Fall, −10&nbsp;°C Zelltemperatur''' — Kälte hebt die Spannung. Der ungünstigste Zustand ist der klare Wintermorgen, bevor der Wechselrichter zuschaltet. Hier entscheidet sich,  ob das Gerät Schaden nimmt (P1) und ob das MPP-Fenster nach oben verlassen wird (P3).
* '''kalter Fall, −10&nbsp;°C Zelltemperatur''' — Kälte hebt die Spannung. Der ungünstigste Zustand ist der klare Wintermorgen, bevor der Wechselrichter zuschaltet. Hier entscheidet sich,  ob das Gerät Schaden nimmt (P1) und ob das MPP-Fenster nach oben verlassen wird (P3).
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* '''heißer Fall, +70&nbsp;°C Zelltemperatur''' — Wärme senkt die Spannung deutlich und hebt den Strom leicht. Hier entscheidet sich, ob der Strang aus dem MPP-Fenster fällt (P2) und ob der Trackerstrom überschritten wird (P4).
* '''heißer Fall, +70&nbsp;°C Zelltemperatur''' — Wärme senkt die Spannung deutlich und hebt den Strom leicht. Hier entscheidet sich, ob der Strang aus dem MPP-Fenster fällt (P2) und ob der Trackerstrom überschritten wird (P4).


−10&nbsp;°C und +70&nbsp;°C sind die '''Vorgaben'''; seit dem 09.09.2026 sind
−10&nbsp;°C und +70&nbsp;°C sind die '''Vorgaben'''; <math>T_{\mathrm{kalt}}</math> und <math>T_{\mathrm{heiss}}</math> sind '''Projektparameter''' und lassen sich in der Zeile ''Auslegungstemperaturen'' des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge" ändern ([[Programm Dokumentation/Photovoltaik#auslegungstemperaturen|Bedienung]]). Der Knopf ''Vorschlag aus Klimadaten übernehmen'' schlägt kalt als Jahresminimum der Außentemperatur der Klimareihe des Projekts vor und heiß über dieselbe Zelltemperaturformel wie in [[#rechenweg|Schritt 3]] (9) bei Volleinstrahlung <math>G = 1\,000</math>&nbsp;W/m² aus deren Jahresmaximum und der Nennbetriebstemperatur <math>T_{\mathrm{NOCT}}</math> des Anlagenmoduls (Rückfall 45&nbsp;°C außerhalb 20…60&nbsp;°C, wie in Schritt 3). Übernommen wird erst auf Knopfdruck; welche Zahl richtig ist, bleibt Sache des Planers. Gerechnet wird linear um den STC-Punkt:
<math>T_{\mathrm{kalt}}</math> und <math>T_{\mathrm{heiss}}</math> '''Projektparameter''' und
lassen sich in der Zeile ''Auslegungstemperaturen'' des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge"
ändern ([[Programm Dokumentation/Photovoltaik#auslegungstemperaturen|Bedienung]]) — eine Datenbank
ohne gepflegte Werte rechnet unverändert wie zuvor. Der Knopf ''Vorschlag aus Klimadaten
übernehmen'' schlägt kalt als Jahresminimum der Außentemperatur der Klimareihe des Projekts vor
und heiß über dieselbe Zelltemperaturformel wie in [[#rechenweg|Schritt 3]] (9) bei
Volleinstrahlung <math>G_{\mathrm{NOCT}} = 800</math>&nbsp;W/m² aus deren Jahresmaximum und der
Nennbetriebstemperatur <math>T_{\mathrm{NOCT}}</math> des Anlagenmoduls (Rückfall 45&nbsp;°C
außerhalb 20…60&nbsp;°C, wie in Schritt 3). Übernommen wird erst auf Knopfdruck; welche Zahl
richtig ist, bleibt eine Entscheidung des Planers. Gerechnet wird linear um den STC-Punkt:


: <math>\displaystyle U_{\mathrm{Strang}}(T) = n \cdot \left[ U_{\mathrm{STC}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (T - 25) \right]</math> &nbsp;&nbsp;(35)
: <math>\displaystyle U_{\mathrm{Strang}}(T) = n \cdot \left[ U_{\mathrm{STC}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (T - 25) \right]</math> &nbsp;&nbsp;(38)
:: <math>U_{\mathrm{Strang}}(T)</math> – Spannung des Strangs bei der Zelltemperatur <math>T</math> [V]
:: <math>U_{\mathrm{Strang}}(T)</math> – Spannung des Strangs bei der Zelltemperatur <math>T</math> [V]
:: <math>n</math> – Zahl der Module in Reihe [–]
:: <math>n</math> – Zahl der Module in Reihe [–]
:: <math>U_{\mathrm{STC}}</math> – <math>U_{\mathrm{OC}}</math> für P1, <math>U_{\mathrm{MPP}}</math> für P2 und P3 [V]
:: <math>U_{\mathrm{STC}}</math> – <math>U_{\mathrm{OC}}</math> für P1, <math>U_{\mathrm{MPP}}</math> für P2 und P3 [V]
:: <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> – Temperaturkoeffizient der Leerlaufspannung [V/K], negativ
:: <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> – Temperaturkoeffizient der Leerlaufspannung [V/K], negativ
:: <math>T</math> – Zelltemperatur des betrachteten Falls: <math>T_{\mathrm{kalt}}</math> (Vorgabe −10&nbsp;°C) oder <math>T_{\mathrm{heiss}}</math> (Vorgabe +70&nbsp;°C), seit dem 09.09.2026 Projektparameter [°C]
:: <math>T</math> – Zelltemperatur des betrachteten Falls: <math>T_{\mathrm{kalt}}</math> (Vorgabe −10&nbsp;°C) oder <math>T_{\mathrm{heiss}}</math> (Vorgabe +70&nbsp;°C), Projektparameter [°C]


: <math>\displaystyle I_{\mathrm{Strang}}(T) = I_{\mathrm{SC}} + \alpha_{\mathrm{SC}} \cdot (T - 25)</math> &nbsp;&nbsp;(36)
: <math>\displaystyle I_{\mathrm{Strang}}(T) = I_{\mathrm{SC}} + \alpha_{\mathrm{SC}} \cdot (T - 25)</math> &nbsp;&nbsp;(39)
:: <math>I_{\mathrm{Strang}}(T)</math> – Strom '''eines''' Strangs bei der Zelltemperatur <math>T</math> [A]
:: <math>I_{\mathrm{Strang}}(T)</math> – Strom '''eines''' Strangs bei der Zelltemperatur <math>T</math> [A]
:: <math>\alpha_{\mathrm{SC}}</math> – Temperaturkoeffizient des Kurzschlussstroms [A/K], positiv
:: <math>\alpha_{\mathrm{SC}}</math> – Temperaturkoeffizient des Kurzschlussstroms [A/K], positiv


Der Strom eines Strangs ist von der Zahl der Module in Reihe unabhängig; parallele Stränge
Der Strom eines Strangs ist von der Zahl der Module in Reihe unabhängig; parallele Stränge addieren ihn. Für die MPP-Spannung führt der Modulkatalog '''keinen eigenen''' Koeffizienten — (38) setzt dafür <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> ein, wie es die Auslegungspraxis ebenfalls tut. Der Fehler liegt bei wenigen Prozent. Zu beachten ist die Richtung: Der relative Koeffizient der MPP-Spannung ist betragsmäßig größer als der der Leerlaufspannung, weshalb P2 im heißen Fall eher '''etwas zu günstig''' ausfällt und P3 im kalten Fall konservativ.
addieren ihn. Für die MPP-Spannung führt der Modulkatalog '''keinen eigenen''' Koeffizienten —
(35) setzt dafür <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> ein, wie es die Auslegungspraxis ebenfalls tut.
Der Fehler liegt bei wenigen Prozent. Zu beachten ist die Richtung: Der relative Koeffizient der
MPP-Spannung ist betragsmäßig größer als der der Leerlaufspannung, weshalb P2 im heißen Fall eher
'''etwas zu günstig''' ausfällt und P3 im kalten Fall konservativ.


=== Die acht Regeln ===
=== Die acht Regeln ===
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:: <math>T_{\mathrm{kalt}}</math>, <math>T_{\mathrm{heiss}}</math> – Auslegungstemperaturen, seit dem 09.09.2026 Projektparameter mit Vorgabe −10&nbsp;°C / +70&nbsp;°C [°C]
:: <math>T_{\mathrm{kalt}}</math>, <math>T_{\mathrm{heiss}}</math> – Auslegungstemperaturen, Projektparameter mit Vorgabe −10&nbsp;°C / +70&nbsp;°C [°C]
:: <math>U_{\mathrm{DC,max}}</math> – maximale DC-Eingangsspannung des Geräts [V]
:: <math>U_{\mathrm{DC,max}}</math> – maximale DC-Eingangsspannung des Geräts [V]
:: <math>U_{\mathrm{MPP,min}}</math>, <math>U_{\mathrm{MPP,max}}</math> – Grenzen des MPP-Spannungsfensters [V]
:: <math>U_{\mathrm{MPP,min}}</math>, <math>U_{\mathrm{MPP,max}}</math> – Grenzen des MPP-Spannungsfensters [V]
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:: <math>n_{\mathrm{Anlage}}</math> – „Anzahl Module" der Anlagenzeile [–]
:: <math>n_{\mathrm{Anlage}}</math> – „Anzahl Module" der Anlagenzeile [–]


'''Die Farbe eines Abschnitts ist die schlechteste seiner Zeilen.''' Rot bedeutet: so nicht
'''Die Farbe eines Abschnitts ist die schlechteste seiner Zeilen.''' Rot bedeutet: so nicht zulässig — verhindert aber '''nicht''' das Speichern, weil ein Planer einen Zwischenstand ablegen können muss. Gelb bedeutet: möglich, aber nicht empfohlen.
zulässig — verhindert aber '''nicht''' das Speichern, weil ein Planer einen Zwischenstand ablegen
können muss. Gelb bedeutet: möglich, aber nicht empfohlen.


'''Ein fehlender Wert macht gelb, nicht grün und nicht rot''' — mit einer Ausnahme: Fehlt bei P1
'''Ein fehlender Wert macht gelb, nicht grün und nicht rot''' — mit einer Ausnahme: Fehlt bei P1 nur <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> (nicht aber <math>U_{\mathrm{OC}}</math>), rechnet sie über den Rückfall <math>1{,}15</math> weiter, statt zu entfallen (siehe „Grenzen dieser Prüfung" unten). Sonst gilt: Fehlt eine Angabe (0 oder leer), entfällt die betroffene Prüfung, die Zeile wird gelb, und die Meldung nennt '''jede''' fehlende Angabe einzeln — dazu bei Modulwerten den Pflegeweg. Eine Prüfung, die auf fehlenden Daten grün leuchtet, würde etwas behaupten. Fehlt die Zahl der MPP-Tracker, wird auf '''einem''' gerechnet: der konservative Fall, und die Meldung sagt es.
nur <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math> (nicht aber <math>U_{\mathrm{OC}}</math>), rechnet sie über
den Rückfall <math>1{,}15</math> weiter, statt zu entfallen (siehe „Grenzen dieser Prüfung"
unten). Sonst gilt: Fehlt eine Angabe (0 oder leer), entfällt die betroffene Prüfung, die Zeile
wird gelb, und die Meldung nennt '''jede''' fehlende Angabe einzeln — dazu bei Modulwerten den
Pflegeweg. Eine Prüfung, die auf fehlenden Daten grün leuchtet, würde etwas behaupten. Fehlt die
Zahl der MPP-Tracker, wird auf '''einem''' gerechnet: der konservative Fall, und die Meldung sagt
es.


'''Seit dem 09.09.2026 vergleicht P8 gegen den gespeicherten Anlagenwert „Anzahl Module".''' Zuvor
'''P8 vergleicht gegen den gespeicherten Anlagenwert „Anzahl Module".''' Ein Bestand, dessen zwei Zahlen — Strangtabelle und Anlagenzeile — von Hand auseinandergelaufen sind, wird damit erkannt.
erhielt sie stets die aus der Strangtabelle abgeleitete Summe und konnte deshalb nie anschlagen;
ein Altbestand, dessen zwei Zahlen von Hand auseinandergelaufen sind, wird jetzt erkannt.


=== Auslegungshilfe ===
=== Auslegungshilfe ===
{{Anker|auslegungshilfe}}
{{Anker|auslegungshilfe}}


Hinter jedem roten oder gelben Befund steht, '''was passen würde''' — dieselben Regeln, rückwärts
Hinter jeder roten oder gelben Meldung steht, '''was passen würde''' — dieselben Regeln, rückwärts gerechnet und auf ganze Module gerundet, Untergrenzen auf, Obergrenzen ab:
gerechnet und auf ganze Module gerundet, Untergrenzen auf, Obergrenzen ab:
 
: <math>\displaystyle n_{\min} = \left\lceil \frac{U_{\mathrm{MPP,min}}}{U_{\mathrm{MPP}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot 45} \right\rceil</math> &nbsp;&nbsp;(37)


: <math>\displaystyle n_{\max} = \left\lfloor \min\left( \frac{U_{\mathrm{DC,max}}}{U_{\mathrm{OC}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (-35)} \;,\; \frac{U_{\mathrm{MPP,max}}}{U_{\mathrm{MPP}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (-35)} \right) \right\rfloor</math> &nbsp;&nbsp;(38)
: <math>\displaystyle n_{\min} = \left\lceil \frac{U_{\mathrm{MPP,min}}}{U_{\mathrm{MPP}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot 45} \right\rceil</math> &nbsp;&nbsp;(40)
:: <math>n_{\min}</math> – kleinste Modulzahl in Reihe, aus P2 [–]


: <math>\displaystyle p_{\max} = \min\left( \left\lfloor \frac{I_{\mathrm{DC,max}}}{I_{\mathrm{SC}} + \alpha_{\mathrm{SC}} \cdot 45} \right\rfloor \;,\; p_{\mathrm{zul}} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(39)
: <math>\displaystyle n_{\max} = \left\lfloor \min\left( \frac{U_{\mathrm{DC,max}}}{U_{\mathrm{OC}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (-35)} \;,\; \frac{U_{\mathrm{MPP,max}}}{U_{\mathrm{MPP}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (-35)} \right) \right\rfloor</math> &nbsp;&nbsp;(41)
:: <math>n_{\max}</math> – größte Modulzahl in Reihe, aus P1 und P3 [–]


: <math>\displaystyle n_{\mathrm{Geraet,min}} = \left\lceil \frac{1{,}0 \cdot P_{\mathrm{AC,nenn}}}{P_{\mathrm{STC}}} \right\rceil
: <math>\displaystyle p_{\max} = \min\left( \left\lfloor \frac{I_{\mathrm{DC,max}}}{I_{\mathrm{SC}} + \alpha_{\mathrm{SC}} \cdot 45} \right\rfloor \;,\; p_{\mathrm{zul}} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(42)
  \qquad
:: <math>p_{\max}</math> – Stränge je MPP-Tracker, aus P4 und P5 [–]
  n_{\mathrm{Geraet,max}} = \left\lfloor \min\left( 1{,}5 \cdot P_{\mathrm{AC,nenn}} \;,\; P_{\mathrm{DC,max}} \right) \Big/ P_{\mathrm{STC}} \right\rfloor</math> &nbsp;&nbsp;(40)


:: <math>n_{\min}</math>, <math>n_{\max}</math> – Modulzahl in Reihe aus P2 beziehungsweise aus P1 und P3 [–]
: <math>\displaystyle n_{\mathrm{Geraet,min}} = \left\lceil \frac{1{,}0 \cdot P_{\mathrm{AC,nenn}}}{P_{\mathrm{STC}}} \right\rceil \qquad n_{\mathrm{Geraet,max}} = \left\lfloor \min\left( 1{,}5 \cdot P_{\mathrm{AC,nenn}} \;,\; P_{\mathrm{DC,max}} \right) \Big/ P_{\mathrm{STC}} \right\rfloor</math> &nbsp;&nbsp;(43)
:: <math>p_{\max}</math> – Stränge je MPP-Tracker aus P4 und P5 [–]
:: <math>n_{\mathrm{Geraet,min}}</math>, <math>n_{\mathrm{Geraet,max}}</math> – Module je Gerät aus dem DC/AC-Band (P6) und der DC-Grenze (P7) [–]
:: <math>n_{\mathrm{Geraet,min}}</math>, <math>n_{\mathrm{Geraet,max}}</math> – Module je Gerät aus dem DC/AC-Band (P6) und der DC-Grenze (P7) [–]
::Leistungen in (40) in derselben Einheit einzusetzen
:: Leistungen in (43) in derselben Einheit einzusetzen


Die Hilfe rechnet seit dem 09.09.2026 auf derselben Grundlage wie die Ampel: Die Zahlen 45 und
Die Hilfe rechnet auf derselben Grundlage wie die Ampel: Die Zahlen 45 und −35 sind die Vorgabewerte <math>T_{\mathrm{heiss}} - 25</math> und <math>T_{\mathrm{kalt}} - 25</math> der projektweise einstellbaren Auslegungstemperaturen. Fehlt in (41) der Koeffizient <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math>, tritt an die Stelle von <math>U_{\mathrm{OC}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (T_{\mathrm{kalt}} - 25)</math> derselbe Rückfall wie bei P1: <math>U_{\mathrm{OC}} \cdot 1{,}15</math>. In (42) tritt an die Stelle von <math>I_{\mathrm{DC,max}}</math> der Kurzschlussstrom <math>I_{\mathrm{SC,max}}</math> des MPP-Trackers, sobald der Katalog ihn führt — ist er nicht gepflegt, gilt weiterhin <math>I_{\mathrm{DC,max}}</math>.
−35 sind die Vorgabewerte <math>T_{\mathrm{heiss}} - 25</math> und
<math>T_{\mathrm{kalt}} - 25</math> der jetzt projektweise einstellbaren Auslegungstemperaturen.
Fehlt in (38) der Koeffizient <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math>, tritt an die Stelle von
<math>U_{\mathrm{OC}} + \beta_{\mathrm{OC}} \cdot (T_{\mathrm{kalt}} - 25)</math> derselbe Rückfall
wie bei P1: <math>U_{\mathrm{OC}} \cdot 1{,}15</math>. In (39) tritt an die Stelle von
<math>I_{\mathrm{DC,max}}</math> der Kurzschlussstrom <math>I_{\mathrm{SC,max}}</math> des
MPP-Trackers, sobald der Katalog ihn führt — ist er nicht gepflegt, gilt weiterhin
<math>I_{\mathrm{DC,max}}</math>.


Für das Rechenbeispiel oben ergibt das <math>n = 4 \dots 14</math> Module in Reihe, einen Strang je
Für das Rechenbeispiel oben ergibt das <math>n = 4 \dots 14</math> Module in Reihe, einen Strang je Tracker und 10…13 Module je Gerät. Genau das steht dann in der Ampel: „''passend wären 4…14 Module in Reihe''" beziehungsweise „''passend wären 10…13 Module je Gerät''". Liegt die Untergrenze über der Obergrenze, gibt es zu diesem Gerät keine passende Reihe, und die Meldung rät zu einem anderen Gerät. Fehlen alle beteiligten Werte, rät die Hilfe nicht.
Tracker und 10…13 Module je Gerät. Genau das steht dann in der Ampel: „''passend wären 4…14 Module
in Reihe''" beziehungsweise „''passend wären 10…13 Module je Gerät''". Liegt die Untergrenze über
der Obergrenze, gibt es zu diesem Gerät keine passende Reihe, und die Meldung rät zu einem anderen
Gerät. Fehlen alle beteiligten Werte, rät die Hilfe nicht.


'''Der Knopf „Auslegung vorschlagen".''' Aus Modul, gewähltem Katalogsatz und Modulzahl wird eine
'''Der Knopf „Auslegung vorschlagen".''' Aus Modul, gewähltem Katalogsatz und Modulzahl wird eine '''ganze''' Aufteilung gerechnet und die Strangtabelle damit '''ersetzt''': gleich lange Stränge, gleich belegte Geräte, die Stränge so gleichmäßig auf die MPP-Tracker verteilt, wie die Zahl es zulässt. Die Rangfolge ist dreistufig — '''möglichst wenige Geräte''', darunter '''DC/AC möglichst nahe 1,25''' (der Mitte des Bandes), darunter die '''längste Reihe''' (höhere Spannung, kleinerer Strom). Die Klappliste „Wechselrichter aus dem Katalog" ist dagegen nach der Bewertung von „Wechselrichter vorschlagen" geordnet: geeignete Geräte zuerst, mit DC/AC-Verhältnis und Gerätezahl im Text, danach bedingte und ungeeignete mit ihrem wichtigsten Grund („bedingt: …", „ungeeignet: …"). Gibt es keine Aufteilung, bleibt die Tabelle stehen, und der Grund wird genannt.
'''ganze''' Aufteilung gerechnet und die Strangtabelle damit '''ersetzt''': gleich lange Stränge,
gleich belegte Geräte, die Stränge so gleichmäßig auf die MPP-Tracker verteilt, wie die Zahl es
zulässt. Die Rangfolge ist dreistufig — '''möglichst wenige Geräte''', darunter '''DC/AC möglichst
nahe 1,25''' (der Mitte des Bandes), darunter die '''längste Reihe''' (höhere Spannung, kleinerer
Strom). Nach denselben Kriterien ist auch die Klappliste „Wechselrichter aus dem Katalog"
sortiert; passende Geräte tragen ihr DC/AC-Verhältnis und ihre Gerätezahl im Text, unpassende den
Zusatz „passt nicht". Gibt es keine Aufteilung, bleibt die Tabelle stehen, und der Grund wird
genannt.


=== Grenzen dieser Prüfung ===
=== Grenzen dieser Prüfung ===


* '''Kein Sicherheitsfaktor auf den Strom.''' P4 rechnet allein die thermische Korrektur nach (36) — bei einem üblichen Modul rund +2&nbsp;%. Der in der Auslegungspraxis gebräuchliche Faktor 1,25 auf den Kurzschlussstrom (Wolkenrand- und Albedoeffekte) ist '''nicht''' enthalten.
* '''Kein Sicherheitsfaktor auf den Strom.''' P4 rechnet allein die thermische Korrektur nach (39) — bei einem üblichen Modul rund +2&nbsp;%. Der in der Auslegungspraxis gebräuchliche Faktor 1,25 auf den Kurzschlussstrom (Wolkenrand- und Albedoeffekte) ist '''nicht''' enthalten.


* '''<math>I_{\mathrm{SC,max}}</math> kommt aus keinem Import.''' Weder die CEC-Wechselrichterliste noch das OND-Format (PVsyst) führen einen Kurzschlussstrom je Eingang. Das Feld bleibt nach jedem Import leer und wird im Katalogdialog von Hand gepflegt; solange es leer ist, prüft P4 wie ohne die Zweistufigkeit — rot allein über <math>I_{\mathrm{DC,max}}</math>.
* '''<math>I_{\mathrm{SC,max}}</math> kommt aus keinem Import.''' Weder die CEC-Wechselrichterliste noch das OND-Format (PVsyst) führen einen Kurzschlussstrom je Eingang. Das Feld bleibt nach jedem Import leer und wird im Katalogdialog von Hand gepflegt; solange es leer ist, prüft P4 wie ohne die Zweistufigkeit — rot allein über <math>I_{\mathrm{DC,max}}</math>.


* '''Die Auslegungstemperaturen sind eine Annahme, kein Messwert.''' Sie sind seit dem 09.09.2026 je Projekt einstellbar (Abschnitt „Die beiden Auslegungsfälle"), mit −10&nbsp;°C/+70&nbsp;°C als Vorgabe. Der Klimadatenvorschlag nennt das Jahresminimum eines Testreferenzjahres — das ist nicht dieselbe Größe wie die am Standort niedrigste zu erwartende Temperatur; welche Zahl richtig ist, entscheidet der Planer.
* '''Die Auslegungstemperaturen sind eine Annahme, kein Messwert.''' Sie sind je Projekt einstellbar (Abschnitt „Die beiden Auslegungsfälle"), mit −10&nbsp;°C/+70&nbsp;°C als Vorgabe. Der Klimadatenvorschlag nennt das Jahresminimum eines Testreferenzjahres — das ist nicht dieselbe Größe wie die am Standort niedrigste zu erwartende Temperatur; welche Zahl richtig ist, entscheidet der Planer.


* '''Der Rückfall ohne Koeffizienten ist eine Ersatzannahme.''' Fehlt <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math>, rechnet P1 seit dem 09.09.2026 mit <math>U_{\mathrm{OC}} \cdot 1{,}15</math> weiter, statt zu entfallen; fehlt auch <math>U_{\mathrm{OC}}</math>, bleibt es bei „nicht prüfbar". Der Faktor 1,15 gilt für kristallines Silizium und ist an sehr kalten Standorten knapp; er ist bewusst nicht einstellbar — Ersatz für einen fehlenden Katalogwert, nicht ein zweiter Auslegungsparameter. Der richtige Weg bleibt, den Koeffizienten zu pflegen.
* '''Der Rückfall ohne Koeffizienten ist eine Ersatzannahme.''' Fehlt <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math>, rechnet P1 mit <math>U_{\mathrm{OC}} \cdot 1{,}15</math> weiter, statt zu entfallen; fehlt auch <math>U_{\mathrm{OC}}</math>, bleibt es bei „nicht prüfbar". Der Faktor 1,15 gilt für kristallines Silizium und ist an sehr kalten Standorten knapp; er ist bewusst nicht einstellbar — Ersatz für einen fehlenden Katalogwert, nicht ein zweiter Auslegungsparameter. Der richtige Weg bleibt, den Koeffizienten zu pflegen.


* '''Die Einschaltspannung wird nicht geprüft.''' Sie steht im Gerätekatalog, geht aber in keine der acht Regeln ein.
* '''Die Einschaltspannung wird nicht geprüft.''' Sie steht im Gerätekatalog, geht aber in keine der acht Regeln ein.


* '''Keine Verschattung, keine Leitungsverluste.''' Ein Strang an der unteren Grenze von P2 kann in der Wirklichkeit früher abregeln, als die Prüfung erwarten lässt.
* '''Keine Verschattung, keine Leitungsverluste.''' Ein Strang an der unteren Grenze von P2 kann in der Wirklichkeit eher abregeln, als die Prüfung erwarten lässt.


* '''Keine Mischung auf einem Tracker.''' P4 summiert die Ströme eines Trackers vollständig; ein Ost/West-Paar an einem Eingang wird dadurch strenger bewertet, als es der Wirklichkeit entspricht. Ein Modultyp gilt je Strang, nicht innerhalb eines Strangs.
* '''Keine Mischung auf einem Tracker.''' P4 summiert die Ströme eines Trackers vollständig; ein Ost/West-Paar an einem Eingang wird dadurch strenger bewertet, als es der Wirklichkeit entspricht. Ein Modultyp gilt je Strang, nicht innerhalb eines Strangs.


* '''Die Prüfung läuft im Dialog und beim Simulationsstart''' (seit dem 09.09.2026). Für jede Anlage im Weg „mit Wechselrichter" schreibt der Lauf denselben Ampelsatz in die Hinweise zum Lauf, mit dem Vorspann ''PV-Anlage „…":'' davor: rote Befunde als '''Warnung''', gelbe als '''Hinweis'''; grüne bleiben stumm. Das blockiert die Berechnung '''nicht''' — ein Projekt mit roter Auslegung rechnet weiter.
* '''Die Prüfung läuft im Dialog und beim Simulationsstart.''' Für jede Anlage im Weg „mit Wechselrichter" schreibt der Lauf denselben Ampelsatz in die Hinweise zum Lauf, mit dem Vorspann ''PV-Anlage „…":'' davor: rote Meldungen als '''Warnung''', gelbe als '''Hinweis'''; grüne bleiben stumm. Das blockiert die Berechnung '''nicht''' — ein Projekt mit roter Auslegung rechnet weiter.


== Grenzen und Annahmen ==
== Grenzen und Annahmen ==
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* '''Keine Verschattung.''' Weder Horizont noch Eigenverschattung der Modulreihen gehen ein.
* '''Keine Verschattung.''' Weder Horizont noch Eigenverschattung der Modulreihen gehen ein.
* '''Eine Ausrichtung je Anlage — außer im Weg „mit Wechselrichter".''' <math>\beta</math> und <math>\gamma</math> hängen an der Anlagenzeile; im Strangweg trägt jeder Strang wahlweise eigene, und damit ist das Ost/West-Feld eine Anlage (siehe Abschnitt „Wechselrichter", Option 2).
* '''Eine Ausrichtung je Anlage — außer im Weg „mit Wechselrichter".''' <math>\beta</math> und <math>\gamma</math> hängen an der Anlagenzeile; im Strangweg trägt jeder Strang wahlweise eigene Werte, und damit ist das Ost/West-Feld eine Anlage (siehe Abschnitt „Wechselrichter", Option 2).


* '''Kein Ein-Dioden-Modell.''' Spannungen und Ströme des Strangs werden nicht gerechnet. Die sechs elektrischen Kenngrößen des Modulkatalogs (<math>U_{\mathrm{MPP}}</math>, <math>U_{\mathrm{OC}}</math>, <math>I_{\mathrm{MPP}}</math>, <math>I_{\mathrm{SC}}</math>,
* '''Kein Ein-Dioden-Modell.''' Spannungen und Ströme des Strangs werden nicht gerechnet. Die sechs elektrischen Kenngrößen des Modulkatalogs (<math>U_{\mathrm{MPP}}</math>, <math>U_{\mathrm{OC}}</math>, <math>I_{\mathrm{MPP}}</math>, <math>I_{\mathrm{SC}}</math>, <math>\alpha_{\mathrm{SC}}</math>, <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math>) gehen in die  '''Auslegungsprüfungen''' P1 bis P5 ein, aber in keine Stundenrechnung.
<math>\alpha_{\mathrm{SC}}</math>, <math>\beta_{\mathrm{OC}}</math>) gehen in die  '''Auslegungsprüfungen''' P1 bis P5 ein, aber in keine Stundenrechnung.


* '''Keine Leistungsgrenze je MPP-Eingang.''' Der MPP-Eingang ist eine Prüfgröße; geklemmt wird am  Gerät.
* '''Keine Leistungsgrenze je MPP-Eingang.''' Der MPP-Eingang ist eine Prüfgröße; geklemmt wird am  Gerät.


* '''Ein Modultyp je STRANG''' (seit dem 06.09.2026). Ein Strang rechnet mit genau einem Modultyp; verschiedene Stränge derselben Anlage dürfen verschiedene tragen. Ohne eigene Angabe gilt das  Modul der Anlage. '''Was es nicht gibt:''' zwei Modultypen INNERHALB eines Strangs — dafür wären  zwei Stränge anzulegen.
* '''Ein Modultyp je STRANG'''. Ein Strang rechnet mit genau einem Modultyp; verschiedene Stränge derselben Anlage dürfen verschiedene tragen. Ohne eigene Angabe gilt das  Modul der Anlage. '''Was es nicht gibt:''' zwei Modultypen INNERHALB eines Strangs — dafür wären  zwei Stränge anzulegen.


* '''Keine Kennzahlen je Strang.''' Ertrag und Volllaststunden werden je Gerät ausgewiesen, nicht je Strang.
* '''Keine Kennzahlen je Strang.''' Ertrag und Volllaststunden werden je Gerät ausgewiesen, nicht je Strang.
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* '''Keine Alterung im Stundenlauf.''' Die Degradation ist eine Größe der Wirtschaftlichkeit (Jahresreihe), nicht der Stundensimulation.
* '''Keine Alterung im Stundenlauf.''' Die Degradation ist eine Größe der Wirtschaftlichkeit (Jahresreihe), nicht der Stundensimulation.


* '''Kein Clipping im einfachen Modell''' auf dem vereinfachten Weg, auch dann nicht, wenn eine AC-Nennleistung gepflegt ist — sie wirkt dort nur im erweiterten Modell (22). Im Weg „mit  Wechselrichter" klemmt das Gerät dagegen in '''beiden''' Modellen (33): Ein Wechselrichter ist ein  Gerät, keine Modellverfeinerung.
* '''Kein Clipping im einfachen Modell''' auf dem vereinfachten Weg, auch dann nicht, wenn eine AC-Nennleistung gepflegt ist — sie wirkt dort nur im erweiterten Modell (22). Im Weg „mit  Wechselrichter" klemmt das Gerät dagegen in '''beiden''' Modellen (36): Ein Wechselrichter ist ein  Gerät, keine Modellverfeinerung.


* '''Keine Netzeinspeisebegrenzung''' (etwa eine feste Kappung der Einspeiseleistung) im Stundenlauf.
* '''Klimadaten in Stunden.''' Die Erzeugung entsteht stündlich; innerhalb der Stunde folgt sie allein dem Sonnenstand (24). Wolkenzüge innerhalb einer Stunde sind nicht abgebildet — außer eine PV-Ganglinie im Viertelstundenraster bringt sie mit.
* Der '''Boden-Albedo <math>\rho</math> ist fest 0,2''' und nicht einstellbar.
* '''Die Einspeisegrenze ist eine Leistungsgrenze je Viertelstunde''' am Netzanschluss; sie regelt nur Photovoltaik ab, nie BHKW-Strom.
* Zwei Stunden im Jahr sind durch die Ortszeitumstellung doppelt beziehungsweise gar nicht belegt.
* Der '''Boden-Albedo <math>\rho</math> gilt je Anlage''' für das ganze Jahr und für alle Stränge der Anlage; Schnee im Winter und ein heller Sommerboden lassen sich nicht getrennt angeben.
* Beide liegen nachts; Einstrahlung und Sonnenwinkel sind dort null, die Jahressumme der Globalstrahlung bleibt unverändert.
* Zwei Stunden im Jahr sind durch die Ortszeitumstellung doppelt beziehungsweise gar nicht belegt. Beide liegen nachts; Einstrahlung und Sonnenwinkel sind dort null, die Jahressumme der Globalstrahlung bleibt unverändert.


* Der '''Stromspeicher''' gehört nicht hierher: Er wird getrennt gerechnet und verändert den hier ausgewiesenen PV-Ertrag nicht.
* Der '''Stromspeicher''' gehört nicht hierher: Er wird getrennt gerechnet und verändert den hier ausgewiesenen PV-Ertrag nicht.
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* '''Karte „Photovoltaik" der Simulationskonfiguration''' — Zahl der Geräte und Stränge sowie das DC/AC-Verhältnis, sobald eine Strangzuordnung rechnet.
* '''Karte „Photovoltaik" der Simulationskonfiguration''' — Zahl der Geräte und Stränge sowie das DC/AC-Verhältnis, sobald eine Strangzuordnung rechnet.


* '''Simulationsergebnis, Reiter „Photovoltaik"''' und '''Bericht''' — rechnet eine PV-Ganglinie, steht statt der Moduldaten die Quelle: Name der Ganglinie, Raster und Nennleistung.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Photovoltaik"''' — mit Einspeisegrenze zusätzlich die Abregelung in kWh/a und in Prozent der Erzeugung sowie die Grenze in kW.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis"''' — Eigenverbrauch, Einspeisung, Netzbezug und Autarkie.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis"''' — Eigenverbrauch, Einspeisung, Netzbezug und Autarkie.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Stromgang"''' — die Ganglinien von Erzeugung, Direktverbrauch, Überschuss und Reststrom, also <math>P_{\mathrm{PV}}</math>, <math>P_{\mathrm{direkt}}</math>, <math>P_{\mathrm{ueber}}</math> und <math>P_{\mathrm{netz}}</math>.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Stromgang"''' — die Ganglinien von Erzeugung, Direktverbrauch, Überschuss und Reststrom, also <math>P_{\mathrm{PV}}</math>, <math>P_{\mathrm{direkt}}</math>, <math>P_{\mathrm{ueber}}</math> und <math>P_{\mathrm{netz}}</math>.
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{{Anker|bezuege}}
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* [[Programm Dokumentation/Photovoltaik|Photovoltaik]] — Bedienung des Dialogs, Modulkatalog, Import
* [[Programm Dokumentation/Photovoltaik|Photovoltaik]] — Bedienung des Dialogs, Modulkatalog, Import, PV-Ganglinie
* [[Grundlagen/Photovoltaik|Grundlagen: Photovoltaik]] — Begriffe und Zusammenhänge
* [[Programm Dokumentation/Berechnung/Simulationsablauf|Berechnung: Simulationsablauf]] — Reihenfolge der Erzeuger, Kaskade und Stundenschleife
* [[Programm Dokumentation/Berechnung/Simulationsablauf|Berechnung: Simulationsablauf]] — Reihenfolge der Erzeuger, Kaskade und Stundenschleife
* [[Programm Dokumentation/Berechnung/Stromspeicher|Berechnung: Stromspeicher]] — was mit Überschuss und Reststrom danach geschieht
* [[Programm Dokumentation/Berechnung/Stromspeicher|Berechnung: Stromspeicher]] — was mit Überschuss und Reststrom danach geschieht

Aktuelle Version vom 11. Oktober 2026, 13:14 Uhr


Was berechnet wird

Der Photovoltaik-Zweig rechnet für jede PV-Anlage des Projekts den Wechselstromertrag Stunde für Stunde, verteilt ihn nach dem Sonnenstand auf Viertelstunden und verrechnet ihn je Viertelstunde mit dem Strombedarf. Ergebnisgrößen sind die Erzeugung [kWh], der Direktverbrauch (der Teil der Erzeugung, der in derselben Viertelstunde im Haus verbraucht wird), der Überschuss (die Einspeisung ins Netz), die Abregelung (Überschuss über einer Einspeisegrenze) und der Reststrom (der verbleibende Netzbezug). Der Stromspeicher wird hier nicht gerechnet — er sieht Überschuss und Reststrom als Eingang und wird getrennt bilanziert.

Ist dem Projekt eine PV-Ganglinie zugeordnet, ersetzt sie die Modulrechnung ganz; die Bilanz je Viertelstunde bleibt dieselbe (Abschnitt „Rechnen mit einer PV-Ganglinie").

Für die Modulrechnung gibt es zwei Rechenmodelle, die je Anlage gewählt werden: einfach (isotrope Einstrahlung, linearer Temperaturgang, pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad) und erweitert (anisotrope Einstrahlung nach Hay-Davies, Schwachlichtmodell nach Huld, Wechselrichterkennlinie mit Clipping).

Eingangsgrößen

Größe Einheit Herkunft im Programm
Globalstrahlung, Direktstrahlung, Diffusstrahlung, Außentemperatur W/m², °C Klimadatenreihe der Klimaregion des Projekts, 8 760 Stundenwerte
Längengrad, Breitengrad ° Klimaregion des Projekts (Sonnenstand)
Neigung ° Dialog „Verwaltung Photovoltaik Module", Abschnitt „PV Anlage Eigenschaften", Feld „Neigung"
Azimut ° derselbe Abschnitt, Feld „Azimut"
Anzahl Module Stück derselbe Abschnitt, Feld „Anzahl Module"
Rechenmodell (einfach / erweitert) — derselbe Abschnitt, Klappliste „Rechenmodell"
Wechselrichter-Wirkungsgrad — (0…1) derselbe Abschnitt; wirkt nur im einfachen Modell. Leer = 0,95
Systemverluste % derselbe Abschnitt; wirkt in beiden Modellen. Leer = 0 %
AC-Nennleistung des Wechselrichters kW Knopf „Wechselrichter…"; nur im erweiterten Modell. Leer = kein Clipping
Kennlinienpunkte η bei 10 / 50 / 100 % Auslastung — (0…1) Knopf „Wechselrichter…"; leer = 0,94 / 0,975 / 0,97
Modul-Nennleistung W Modulkatalog, Feld „Leistung"
Modulwirkungsgrad % Modulkatalog, Feld „Wirkungsgrad" (nur im Rückfall, siehe Schritt 1)
Modullänge, Modulbreite m Modulkatalog (nur im Rückfall, siehe Schritt 1)
Temperaturkoeffizient γPMP %/K Modulkatalog
Zelltemperatur-Kennzahl NOCT °C Modulkatalog
Zelltechnologie — Modulkatalog; nur im erweiterten Modell (Schwachlichtmodell)
Wechselrichterweg (vereinfacht / mit Wechselrichter) — Dialog „Verwaltung Photovoltaik Module", Abschnitt „Wechselrichter und Stränge". Leer = vereinfacht
Strangzuordnung (Gerät, Gerätenummer, MPP-Eingang, Module in Reihe, parallele Stränge, Neigung, Azimut) — derselbe Abschnitt, Strangtabelle. Neigung und Azimut leer = Anlagenwert
Gerätedaten (AC-Nennleistung, sechs Kennlinienpunkte, Einschaltschwelle, Nachtverbrauch, Kosten) kW, —, W, W, € Wechselrichterkatalog über die Projektkopie; nur im Weg „mit Wechselrichter"
Strombedarf des Projekts kWh je Viertelstunde Strombedarf des Projekts, nach Abzug der vorgelagerten Erzeuger
Einspeisegrenze kW oder % Projekteinstellung „Einspeisegrenze"; leer = keine
PV-Ganglinie (Stunden- oder Viertelstundenwerte) und ihre Nennleistung kW, kWp Katalog der PV-Ganglinien, dem Projekt zugeordnet; ersetzt alle Größen der Module und der Klimadaten außer dem Sonnenstand

Formelzeichen und Parameter

Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: t ist die Stunde des Jahres (1…8 760), P eine Leistung, G eine Bestrahlungsstärke, ϑ eine Temperatur in Grad Celsius, η ein Wirkungsgrad. Der Index sagt, worauf sich die Größe bezieht — DC vor dem Wechselrichter, AC dahinter. Umlaute stehen in den Formeln in ASCII-Umschrift: der Überschuss heißt Pueber, das Gerät Geraet. Ein Strich am Symbol (G′) bezeichnet eine bezogene Größe.

Parameter

Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
β Neigung der Modulebene gegen die Waagerechte ° Dialog „Verwaltung Photovoltaik Module", Abschnitt „PV Anlage Eigenschaften", Feld „Neigung"; im Strangweg wahlweise je Strang
γ Azimut der Modulebene ° derselbe Abschnitt, Feld „Azimut"; im Strangweg wahlweise je Strang
n Anzahl Module der Anlage Stück derselbe Abschnitt, Feld „Anzahl Module"
PMod Nennleistung eines Moduls unter Standardbedingungen W Modulkatalog, Feld „Leistung"
ηMod Modulwirkungsgrad % Modulkatalog, Feld „Wirkungsgrad" — nur im Rückfall der Flächenformel
l, b Modullänge, Modulbreite m Modulkatalog — nur im Rückfall der Flächenformel
γPMP Temperaturkoeffizient der MPP-Leistung %/K Modulkatalog, Feld „Temperaturkoeffizient"
NOCT Zelltemperatur bei Normalbetrieb °C Modulkatalog; außerhalb 20…60 °C gilt der Rückfall 45 °C
k1…k6 Koeffizienten des Schwachlichtmodells — fest je Zelltechnologie, Tabelle in Schritt 4
ηWR pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad — PV-Anlage, Feld „Wechselrichter-Wirkungsgrad"; Vorgabe: 0,95. Nur im einfachen Modell
vSys Systemverluste (Verschmutzung, Leitung, Mismatch) % PV-Anlage, Feld „Systemverluste"; Vorgabe: 0 %
PAC,nenn AC-Nennleistung des Wechselrichters kW PV-Anlage, Feld „AC-Nennleistung" bzw. Wechselrichterkatalog; leer = kein Clipping
η10, η50, η100 Stützstellen der Anlagenkennlinie bei 10 / 50 / 100 % Auslastung — PV-Anlage, Felder „Wirkungsgrad bei 10 / 50 / 100 % Auslastung"; Vorgaben: 0,94 / 0,975 / 0,97
η5…η100 sechs Stützstellen der Gerätekennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100 %) — Wechselrichterkatalog; fehlende Punkte werden übersprungen
Pein Einschaltschwelle des Geräts — das Katalogfeld „Standby-Verbrauch" W Wechselrichterkatalog; leer = 0
PNacht Nachtverbrauch des Geräts W Wechselrichterkatalog; leer = 0
nR, nP Module in Reihe, parallele Stränge eines Strangs Stück Strangtabelle des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge"
ρ Boden-Albedo — Feld Albedo der Anlage, 0 bis 1; leer 0,2 — in beiden Transpositionsmodellen und im Weg mit Wechselrichter
GSTC Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen W/m² Konstante: 1 000
ϑSTC Zelltemperatur der Standardbedingungen °C Konstante: 25
GSC Solarkonstante W/m² Konstante: 1 367
GNOCT Bezugsbestrahlungsstärke des NOCT-Modells W/m² Konstante: 800
ϑNOCT Bezugslufttemperatur des NOCT-Modells °C Konstante: 20
G'min untere Klemme des Schwachlichtmodells — Konstante: 0,001 (entspricht 1 W/m²)
fKat zulässige Abweichung der Katalogwerte voneinander — Konstante: 0,03 (3 %)

Variablen

Größen, die der Lauf je Stunde oder je Anlage bildet.

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
t Stunde des Jahres, 1…8 760 — Laufindex der Stundenschleife
d(t) Tag des Jahres, 1…365 — Zeitmarke der Klimadatenzeile
GHI(t), DNI(t), DHI(t) Global-, Direkt- und Diffusstrahlung W/m² Klimadatenreihe (Eingang)
ϑLuft(t) Außentemperatur °C Klimadatenreihe (Eingang)
θ(t) Einfallswinkel der Direktstrahlung auf die Modulebene ° Sonnenstand aus Längen- und Breitengrad, β und γ (Schritt 2)
θz(t) Zenitwinkel der Sonne ° Sonnenstand (Schritt 2)
PSTC Nennleistung des Modulfeldes kWp (1)
Ages Modulfläche des Feldes m² (2), nur im Rückfall
Gt(t) Bestrahlungsstärke in der Modulebene W/m² (4) einfach, (8) erweitert
Rb(t) Geometriefaktor der Direktstrahlung — (5)
G0n(t) extraterrestrische Normalstrahlung W/m² (6)
Ai(t) Anisotropieindex nach Hay-Davies — (7)
ϑZ(t) Zelltemperatur °C (9)
fϑ(t) Temperaturfaktor des linearen Modells — (10)
G′(t) Bestrahlungsstärke, auf 1 000 W/m² bezogen — (13)
ϑ′(t) Abstand der Zelltemperatur von 25 °C K (14)
ηrel(t) relativer Modulwirkungsgrad des Schwachlichtmodells — (15)
PDC(t) Gleichstromleistung der Anlage kW (11), (12) bzw. (16)
PDC,sys(t) Gleichstromleistung nach Systemverlusten kW (18)
x(t) Auslastung des Wechselrichters — (19) bzw. (35)
ηWR(x) Wirkungsgrad des Wechselrichters bei der Auslastung x — (20)
PAC,roh(t) Wechselstromleistung vor dem Clipping kW (21)
PAC(t) Wechselstromleistung der Anlage bzw. des Geräts kW (17), (22) bzw. (36), (37)
PPV(t) Erzeugung aller PV-Anlagen des Projekts kW (23)
PPV(q) Erzeugung der Viertelstunde nach dem Sonnenstand kW (24)
B(q) zu deckender Strombedarf der Viertelstunde kW (25)
Pdirekt(q) Direktverbrauch kW (26)
Pueber(q) Überschuss vor dem Speicher kW (27)
Pnetz(q) Reststrom, Netzbezug kW (28)
Pein(q) Einspeisung ins Netz kW (29)
Pab(q) Abregelung an der Einspeisegrenze kW (30)
Pgrenz Einspeisegrenze; leer = keine kW bzw. % Projekteinstellung „Einspeisegrenze"
PRest(t) Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern kW Eingang aus der Strombilanz
ηeuro europäischer Wirkungsgrad des Geräts — (31)
ns Module eines Strangs Stück (32)
PSTC,s Nennleistung eines Strangs kWp (33)
PDC,s(t) Gleichstromleistung eines Strangs kW Modulformel des Modells mit PSTC,s
PDC,ger(t) Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten kW (34)

Rechenweg

Gerechnet wird im festen Jahresraster von 8 760 Stunden; t ist in allen Gleichungen dieser Seite die laufende Stunde des Jahres und wird deshalb in den Legenden nicht wiederholt. Der Ertrag entsteht je Stunde (Schritte 1 bis 5). Die Bilanz mit dem Strombedarf rechnet je Viertelstunde, also über die 35 040 Viertelstunden des Jahres (Schritt 6); die Stundenreihen der Ergebnisse sind die Mittel ihrer vier Viertelstunden.

Die Klimadatenreihe wird in Ortszeit gelesen: Die gespeicherte Reihe steht in UTC, gelesen wird sie um eine Stunde (Normalzeit) beziehungsweise zwei Stunden (Sommerzeit) versetzt. Die Umstellung liegt auf dem letzten Sonntag im März und im Oktober. Sonnenstand und Einfallswinkel rechnen weiter auf der UTC-Zeitmarke, die jede Zeile mitführt.

Schritt 1 — Nennleistung des Modulfeldes

PSTC=PMod1000⋅n   (1)
PSTC – Nennleistung des Modulfeldes [kWp]
PMod – Nennleistung eines Moduls unter Standardbedingungen [W]
n – Anzahl Module der Anlage [Stück]
1000 – Umrechnung von W in kW [W/kW]

Führt der Katalog keine Nennleistung (PMod=0), gilt ersatzweise die Flächenformel über Länge, Breite und Wirkungsgrad; sie tritt an die Stelle der Modulformel (12), nicht an die Stelle dieser Gleichung:

Ages=l⋅b⋅n   (2)
Ages – Modulfläche des Feldes [m²]
l, b – Länge und Breite eines Moduls [m]
n – Anzahl Module der Anlage [Stück]

Der Lauf schreibt dazu einen Hinweis ins Simulationsprotokoll. Weichen Nennleistung und Flächenformel um mehr als fKat=3 % voneinander ab, meldet der Lauf das ebenfalls:

|PMod−l⋅b⋅ηMod100⋅1000|PMod>fKat   (3)
PMod – Nennleistung eines Moduls aus dem Katalog [W]
l, b – Länge und Breite eines Moduls [m]
ηMod – Modulwirkungsgrad des Katalogs [%]
1000 – Umrechnung von kW in W [W/kW]
fKat – zulässige Abweichung der Katalogwerte [–], Konstante 0,03

Gerechnet wird dann mit der Nennleistung, weil die Vergütungsrechnung ihre kWp aus derselben Größe bildet.

Schritt 2 — Einstrahlung auf die Modulebene

Im einfachen Modell isotrop:

Gt(t)=DNI(t)⋅cos⁡θ(t)+DHI(t)⋅1+cos⁡β2+GHI(t)⋅ρ⋅1−cos⁡β2   (4)
Gt(t) – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
DNI(t) – Direktstrahlung (senkrecht zur Sonne) [W/m²]
θ(t) – Einfallswinkel der Direktstrahlung auf die Modulebene [°]
DHI(t) – Diffusstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
β – Neigung der Modulebene [°]
GHI(t) – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
ρ – Boden-Albedo der Anlage [–]; leer 0,2

Im erweiterten Modell anisotrop nach Hay-Davies — nur der Diffusanteil ändert sich:

Rb(t)=cos⁡θ(t)max⁡(cos⁡θz(t),cos⁡85∘)   (5)
Rb(t) – Geometriefaktor der Direktstrahlung [–]
θ(t) – Einfallswinkel auf die Modulebene [°]
θz(t) – Zenitwinkel der Sonne [°]
cos⁡85∘ – Klemme am Horizont; sie hält den Nenner endlich [–]
G0n(t)=GSC⋅(1+0,033⋅cos⁡(360∘⋅d(t)365))   (6)
G0n(t) – extraterrestrische Normalstrahlung [W/m²]
GSC – Solarkonstante [W/m²], Konstante 1 367
0,033 – Schwankung durch die Bahnexzentrizität der Erde [–]
d(t) – Tag des Jahres, 1…365 [–]
Ai(t)=min⁡(max⁡(DNI(t)G0n(t),0),1)   (7)
Ai(t) – Anisotropieindex nach Hay-Davies; auf 0…1 begrenzt [–]
DNI(t) – Direktstrahlung [W/m²]
G0n(t) – extraterrestrische Normalstrahlung aus (6) [W/m²]
Gt(t)=DNI(t)⋅cos⁡θ(t)+DHI(t)⋅[Ai(t)⋅Rb(t)+(1−Ai(t))⋅1+cos⁡β2]+GHI(t)⋅ρ⋅1−cos⁡β2   (8)
Gt(t) – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
DNI(t) – Direktstrahlung [W/m²]
θ(t) – Einfallswinkel auf die Modulebene [°]
DHI(t) – Diffusstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
Ai(t) – Anisotropieindex aus (7) [–]
Rb(t) – Geometriefaktor aus (5) [–]
β – Neigung der Modulebene [°]
GHI(t) – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
ρ – Boden-Albedo der Anlage [–]; leer 0,2

Die Klemme auf cos⁡85∘ in (5) hält den Geometriefaktor am Horizont endlich. Bei Nacht — Sonne unter dem Horizont — ist Gt(t)=0.

Schritt 3 — Zelltemperatur

ϑZ(t)=ϑLuft(t)+Gt(t)GNOCT⋅(NOCT−ϑNOCT)   (9)
ϑZ(t) – Zelltemperatur [°C]
ϑLuft(t) – Außentemperatur der Stunde [°C]
Gt(t) – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
GNOCT – Bezugsbestrahlungsstärke des NOCT-Modells [W/m²], Konstante 800
NOCT – Zelltemperatur bei Normalbetrieb aus dem Katalog [°C]
ϑNOCT – Bezugslufttemperatur des NOCT-Modells [°C], Konstante 20

Liegt der NOCT des Katalogs außerhalb des Fensters 20…60 °C, gilt der Rückfallwert 45 °C und der Lauf meldet es. Das Fenster ist eng gewählt, weil im Altbestand des Katalogs an dieser Stelle vielfach der Kurzschlussstrom des Moduls steht.

Schritt 4 — Gleichstromleistung

Einfaches Modell (linearer Temperaturgang):

fϑ(t)=1+γPMP100⋅(ϑZ(t)−ϑSTC)   (10)
fϑ(t) – Temperaturfaktor des linearen Modells [–]
γPMP – Temperaturkoeffizient der MPP-Leistung [%/K]
ϑZ(t) – Zelltemperatur aus (9) [°C]
ϑSTC – Zelltemperatur der Standardbedingungen [°C], Konstante 25
PDC(t)=PSTC⋅Gt(t)GSTC⋅fϑ(t)   (11)
PDC(t) – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
PSTC – Nennleistung des Modulfeldes aus (1) [kWp]
Gt(t) – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
GSTC – Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen [W/m²], Konstante 1 000
fϑ(t) – Temperaturfaktor aus (10) [–]

Ohne gepflegte Nennleistung tritt die Flächenformel an ihre Stelle:

PDC(t)=Gt(t)⋅Ages⋅ηMod100⋅fϑ(t)1000   (12)
PDC(t) – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
Gt(t) – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
Ages – Modulfläche des Feldes aus (2) [m²]
ηMod – Modulwirkungsgrad des Katalogs [%]
fϑ(t) – Temperaturfaktor aus (10) [–]
1000 – Umrechnung von W in kW [W/kW]

γPMP geht so in die Rechnung, wie er im Katalog steht. Ein Wert 0 („kein Temperaturgang hinterlegt"), ein positiver Wert oder ein Wert unter −1 %/K werden gemeldet, aber nicht korrigiert.

Erweitertes Modell (Schwachlichtmodell nach Huld):

G′(t)=Gt(t)GSTC   (13)
G′(t) – Bestrahlungsstärke, auf 1 000 W/m² bezogen [–]
Gt(t) – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
GSTC – Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen [W/m²], Konstante 1 000
ϑ′(t)=ϑZ(t)−ϑSTC   (14)
ϑ′(t) – Abstand der Zelltemperatur von 25 °C [K]
ϑZ(t) – Zelltemperatur aus (9) [°C]
ϑSTC – Zelltemperatur der Standardbedingungen [°C], Konstante 25
ηrel(t)=1+k1⋅ln⁡G′+k2⋅(ln⁡G′)2+k3⋅ϑ′+k4⋅ϑ′⋅lnG′+k5⋅ϑ′⋅(ln⁡G′)2+k6⋅ϑ'2   (15)
ηrel(t) – relativer Modulwirkungsgrad des Schwachlichtmodells [–]
k1…k6 – Koeffizienten der Zelltechnologie [–], Tabelle unten
G′ – bezogene Bestrahlungsstärke aus (13) [–]
ϑ′ – Abstand der Zelltemperatur von 25 °C aus (14) [K]
PDC(t)=PSTC⋅G′(t)⋅ηrel(t)   (16)
PDC(t) – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
PSTC – Nennleistung des Modulfeldes aus (1) [kWp]
G′(t) – bezogene Bestrahlungsstärke aus (13) [–]
ηrel(t) – relativer Modulwirkungsgrad aus (15) [–]

Unterhalb G′=G'min=0,001 (also 1 W/m²) ist PDC(t)=0; ein rechnerisch negatives Ergebnis wird auf 0 gesetzt. Die sechs Koeffizienten hängen an der Zelltechnologie:

Zelltechnologie k1 k2 k3 k4 k5 k6
kristallines Silizium (C_SI) −0,017237 −0,040465 −0,004702 0,000149 0,000170 0,000005
CIS/CIGS −0,005554 −0,038724 −0,003723 −0,000905 −0,001256 0,000001
CdTe −0,046689 −0,072844 −0,002262 0,000276 0,000159 −0,000006

Für amorphes Silizium und für „Sonstige" gibt es keinen veröffentlichten Satz. Fehlt die Technologie, fehlt der Satz oder fehlt die Nennleistung, rechnet das erweiterte Modell die Modulformel des einfachen Modells — also (10) und (11) —, aber mit der Hay-Davies-Einstrahlung (8). Jeder dieser drei Rückfälle wird einzeln im Protokoll benannt.

Schritt 5 — Systemverluste und Wechselrichter

Einfaches Modell — ein fester Faktor je Stunde:

PAC(t)=PDC(t)⋅ηWR⋅(1−vSys100)   (17)
PAC(t) – Wechselstromleistung der Anlage [kW]
PDC(t) – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
ηWR – pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad [–], Vorgabe 0,95
vSys – Systemverluste [%], Vorgabe 0

mit der Vorgabe ηWR=0,95 und vSys=0 %. Es gibt in diesem Modell kein Clipping.

Erweitertes Modell — Teillastkennlinie und Clipping:

PDC,sys(t)=PDC(t)⋅(1−vSys100)   (18)
PDC,sys(t) – Gleichstromleistung nach Systemverlusten [kW]
PDC(t) – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
vSys – Systemverluste [%]
x(t)=PDC,sys(t)PAC,nenn   (19)
x(t) – Auslastung des Wechselrichters [–]
PDC,sys(t) – Gleichstromleistung nach Systemverlusten aus (18) [kW]
PAC,nenn – AC-Nennleistung des Wechselrichters [kW]
ηWR(x)=ηu+(ηo−ηu)⋅x−xuxo−xu   (20)
ηWR(x) – Wirkungsgrad des Wechselrichters bei der Auslastung x [–]
ηu, ηo – Wirkungsgrad an der unteren und der oberen Stützstelle [–]
x – Auslastung des Wechselrichters [–]
xu, xo – Auslastung der unteren und der oberen Stützstelle [–]
PAC,roh(t)=PDC,sys(t)⋅ηWR(x(t))   (21)
PAC,roh(t) – Wechselstromleistung vor dem Clipping [kW]
PDC,sys(t) – Gleichstromleistung nach Systemverlusten [kW]
ηWR(x(t)) – Wirkungsgrad bei der Auslastung der Stunde aus (20) [–]
PAC(t)=min⁡(PAC,roh(t),PAC,nenn)   (22)
PAC(t) – Wechselstromleistung der Anlage [kW]
PAC,roh(t) – Wechselstromleistung vor dem Clipping aus (21) [kW]
PAC,nenn – AC-Nennleistung des Wechselrichters [kW]

Die Kennlinie (20) ist stückweise linear; die zwei Stützstellen, zwischen denen x liegt, sind (xu,ηu) und (xo,ηo):

Auslastung x untere Stützstelle obere Stützstelle
x<0,1 (0,0) (0,1,η10)
0,1≤x<0,5 (0,1,η10) (0,5,η50)
0,5≤x<1,0 (0,5,η50) (1,0,η100)
x≥1,0 konstant η100 — dahinter greift das Clipping (22)

Vorgaben der Kennlinie, wenn die Anlage keine führt: η10=0,94, η50=0,975, η100=0,97 (typischer Strang-Wechselrichter). Ohne gepflegte AC-Nennleistung entfällt das Clipping, und die Auslastung (19) bezieht sich ersatzweise auf PSTC; beides steht im Protokoll.

Weg „mit Wechselrichter" — an die Stelle der Schritte 1 bis 5 tritt der Strangweg des Abschnitts „Wechselrichter", Option 2. Er gilt in beiden Rechenmodellen; die Modellwahl entscheidet weiterhin über Einstrahlung und Modulformel, nicht über den Wechselrichter.

Schritt 6 — Summe über alle Anlagen und Verbrauchsbilanz

Die stündlichen Wechselstromleistungen aller PV-Anlagen des Projekts werden aufsummiert und anschließend auf die vier Viertelstunden der Stunde verteilt; die Bilanz rechnet je Viertelstunde q:

PPV(t)=∑AnlagenPAC(t)   (23)
PPV(t) – Erzeugung aller PV-Anlagen des Projekts [kW]
PAC(t) – Wechselstromleistung einer Anlage [kW]
PPV(q)=4⋅PPV(t)⋅cos⁡θz(q)∑q′∈tcos⁡θz(q′)   (24)
PPV(q) – Erzeugung der Viertelstunde q der Stunde t [kW]
cos⁡θz(q) – Kosinus des Zenitwinkels der Sonne in der Mitte der Viertelstunde, 0 bei Sonne unter dem Horizont [–]
4 – Viertelstunden je Stunde [–]

Die Verteilung ist energieerhaltend: Das Mittel der vier Viertel ist der Stundenwert. Steht die Sonne in allen vier Vierteln unter dem Horizont, tragen alle vier den Stundenwert. Danach gilt je Viertelstunde:

B(q)=max⁡(0,PRest(q))   (25)
B(q) – zu deckender Strombedarf der Viertelstunde [kW]
PRest(q) – Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern; negativ = BHKW-Überschuss [kW]
Pdirekt(q)=min⁡(PPV(q),B(q))   (26)
Pdirekt(q) – Direktverbrauch der Viertelstunde [kW]
PPV(q) – Erzeugung der Viertelstunde aus (24) [kW]
B(q) – zu deckender Strombedarf aus (25) [kW]
Pueber(q)=PPV(q)−Pdirekt(q)   (27)
Pueber(q) – Überschuss vor Speicher und Einspeisegrenze [kW]
PPV(q) – Erzeugung der Viertelstunde aus (24) [kW]
Pdirekt(q) – Direktverbrauch aus (26) [kW]
Pnetz(q)=B(q)−Pdirekt(q)   (28)
Pnetz(q) – Reststrom, Netzbezug [kW]
B(q) – zu deckender Strombedarf aus (25) [kW]
Pdirekt(q) – Direktverbrauch aus (26) [kW]

Mit einer Einspeisegrenze (Projekteinstellung, in kW oder in Prozent der installierten Leistung) wird der Überschuss über ihr abgeregelt:

Pein(q)=min⁡(Pueber(q)−Plade(q),Pgrenz)   (29)
Pein(q) – eingespeiste Leistung [kW]
Plade(q) – Ladung des Stromspeichers und Standby des Speichersystems aus dem Überschuss, ohne Speicher 0 [kW]
Pgrenz – Einspeisegrenze; in Prozent: Anteil der installierten Leistung des Projekts (Summe der Modulfelder, bei einer PV-Ganglinie deren Kennleistung) [kW]
Pab(q)=Pueber(q)−Plade(q)−Pein(q)   (30)
Pab(q) – abgeregelte Leistung [kW]

Der Speicher lädt vor dem Abregeln: Was er aufnimmt, wird weder eingespeist noch abgeregelt. Ohne Einspeisegrenze ist Pein=Pueber−Plade und Pab=0.

Pueber ist der Überschuss vor dem Speicher, Pein die Einspeisung, Pnetz der Netzbezug. Die Stundenwerte der Ergebnisreihen sind die Mittel ihrer vier Viertelstunden. Ein negativer Reststrombedarf PRest(q) ist BHKW-Überschuss aus einer vorgelagerten Kaskadenstufe. Er ist keine PV-Erzeugung, wird deshalb in (25) auf 0 geklemmt und getrennt ausgewiesen — sonst würde er als PV-Einspeisung vergütet.

Rechnen mit einer PV-Ganglinie

Statt der Module kann eine importierte PV-Ganglinie die Erzeugung liefern. Sie rechnet, sobald dem Projekt eine Ganglinie zugeordnet ist, deren Projektkopie vollständig ist: 8 760 Werte im Stundenraster oder 35 040 Werte im Viertelstundenraster, jeder Wert endlich und nicht negativ. Dann entfallen die Schritte 1 bis 5 und die Module der Anlagen rechnen nicht. Eine unvollständige Ganglinie rechnet nicht: Die Module rechnen, und das Simulationsprotokoll nennt den Mangel. Sind mehrere Ganglinien zugeordnet, rechnet die zuerst zugeordnete.

Ein Wert ist die Wechselstromleistung der Anlage im Zeitschritt [kW]. Die Jahresarbeit ist die Summe der Werte mal der Dauer des Zeitschritts (1 h oder 0{,}25 h).

  • Stundenraster: Die Werte sind die Stundenerträge PPV(t) und werden wie die Module nach dem Sonnenstand auf die Viertelstunden verteilt (24).
  • Viertelstundenraster: Die Werte gehen unmittelbar als PPV(q) in die Bilanz; der Stundenertrag ist das Mittel der vier Viertel.

Die Bilanz (25) bis (30) ist dieselbe wie bei den Modulen. Die Kennleistung der Ganglinie ist ihre gepflegte Nennleistung, ohne Nennleistung ihr Höchstwert; sie gilt als installierte Leistung für die Einspeisegrenze in Prozent, für Bericht und Wirtschaftlichkeit. Beim Import wird die Nennleistung aus dem Dateikopf vorbelegt, nennt er keine, mit dem Höchstwert der Reihe. Liegt der Höchstwert über der 1{,}1-fachen Nennleistung, gibt der Import einen Hinweis (Nennleistung oder Einheit der Datei prüfen); der Import läuft trotzdem durch.

Wechselrichter

Für den Wechselrichter gibt es zwei Wege.

Option 1 — vereinfacht, ohne Wechselrichter, mit Pauschalen

Das ist der heutige Weg und die Vorbelegung. Der Wechselrichter ist kein eigenes Gerät, sondern ein Wirkungsgrad:

  • im einfachen Modell ein konstanter Faktor ηWR (Vorgabe 0,95) nach (17), dazu pauschale Systemverluste;
  • im erweiterten Modell die Dreipunkt-Kennlinie (20) mit einer frei eingebbaren AC-Nennleistung, an der (22) klippt. Beides hängt an der Anlage, nicht an einem Gerät aus einem Katalog. Es gibt keine Stränge, keine MPP-Tracker, keine Auslegungsprüfung und keine Nachtverbrauchsrechnung. Für eine Anlage mit einer Ausrichtung und einem Wechselrichtertyp ist das eine tragfähige Näherung.

Option 2 — mit Wechselrichter

Der Wechselrichter ist ein Katalogobjekt mit Projektkopie — wie Kessel, BHKW oder Modul —, und die Anlage bekommt eine Strangzuordnung: je Strang die Zahl der Module in Reihe, die Zahl paralleler Stränge, das Gerät, die Gerätenummer, der MPP-Eingang, wahlweise eine eigene Neigung und ein eigener Azimut und wahlweise ein eigener Modultyp. Damit werden das Ost/West-Feld und die um einen zweiten Modultyp erweiterte Anlage rechenbar.

Der Katalog führt AC-Nennwirkleistung, maximale AC-Scheinleistung, maximale DC-Eingangsleistung, MPP-Spannungsfenster, maximale DC-Spannung, maximalen DC-Strom je MPP-Tracker, Zahl der MPP-Tracker, sechs Stützstellen der Wirkungsgradkennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100 %), den europäischen Wirkungsgrad, die Einschaltschwelle, den Nachtverbrauch und den Gerätepreis. Der europäische Wirkungsgrad ist dabei die bekannte Wichtung

ηeuro=0,03⋅η5+0,06⋅η10+0,13⋅η20+0,10⋅η30+0,48⋅η50+0,20⋅η100   (31)
ηeuro – europäischer Wirkungsgrad des Geräts [–]
η5…η100 – die sechs Stützstellen der Gerätekennlinie bei 5, 10, 20, 30, 50 und 100 % Auslastung [–]
0,03…0,20 – die Wichtungen der Norm; sie summieren sich zu 1 [–]

Wann dieser Weg rechnet — zwei Bedingungen müssen zusammenkommen: Die Anlage steht auf „mit Wechselrichter", und sie führt mindestens einen Strang mit einem Gerät. Fehlt eines von beidem, rechnet die Anlage Zeichen für Zeichen den Weg der Option 1, und der Lauf sagt es im Protokoll.

Der Stundenweg

Der Stundenweg wird um zwei Ebenen tiefer. Je Stunde:

Schritt A — je Strang die Gleichstromleistung. Neigung und Azimut sind die des Strangs, ersatzweise die der Anlage. Die Einstrahlung wird je Ausrichtungspaar (β, γ) genau einmal gerechnet — ein Ost/West-Feld mit acht Strängen rechnet die Sonnengeometrie zweimal, nicht achtmal.

ns=nR⋅nP   (32)
ns – Module eines Strangs [Stück]
nR – Module in Reihe [Stück]
nP – parallele Stränge [Stück]
PSTC,s=PMod1000⋅ns   (33)
PSTC,s – Nennleistung eines Strangs [kWp]
PMod – Nennleistung eines Moduls [W]
ns – Module des Strangs aus (32) [Stück]
1000 – Umrechnung von W in kW [W/kW]

PDC,s(t) ist dann die Modulformel des gewählten Rechenmodells — (11) beziehungsweise (16) — mit PSTC,s an der Stelle von PSTC.

Jeder Strang rechnet mit SEINEM Modul. Führt die Strangzeile einen eigenen Modultyp, so kommen PMod in (33) und alle übrigen Modulgrößen der Stundenrechnung — Zelltemperatur über TNOCT in (7), Temperaturgang γPMP in (11), Fläche und Wirkungsgrad der Rückfallformel (12) sowie der Schwachlichtsatz nach Zelltechnologie in (16) — aus DIESEM Modul; sonst aus dem Modul der Anlage. Ein Strang mit einem Modul, das das Projekt nicht (mehr) führt, rechnet wie einer ohne Angabe, und der Lauf sagt es im Protokoll. Ohne eigenen Modultyp ändert sich nichts — genau das ist der Regelfall, eine Anlage mit einem Modultyp.

Die Nennleistung eines Geräts ist damit die Summe seiner Stränge, jeder mit seiner eigenen Modulleistung; die kWp der Anlagenzeile bleibt daneben stehen und wird nur noch verglichen. Weichen beide voneinander ab, meldet der Lauf es und rechnet mit der Strangsumme.

Schritt B — Summe je MPP-Eingang und je Gerät. Der MPP-Eingang ist eine reine Prüfgröße (Prüfungen P4 und P5); eine eigene Leistungsgrenze je Tracker gibt es nicht. Die Summe über die MPP-Eingänge eines Geräts ist damit die Summe über seine Stränge. Ein Gerät ist das Paar aus Wechselrichtertyp und Gerätenummer — Gerät 1 der Anlage „Dach Süd" und Gerät 1 der Anlage „Halle" sind zwei Geräte.

PDC,ger(t)=(∑s∈GeraetPDC,s(t))⋅(1−vSys100)   (34)
PDC,ger(t) – Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten [kW]
PDC,s(t) – Gleichstromleistung eines Strangs s des Geräts [kW]
vSys – Systemverluste der Anlage [%]

Die Systemverluste bleiben ein Anlagenwert: Verschmutzung, Leitungsverluste und Mismatch gelten für das Feld, nicht für den Strang.

Schritt C — Kennlinie, Clipping, Nachtverbrauch je Gerät.

x(t)=PDC,ger(t)PAC,nenn   (35)
x(t) – Auslastung des Geräts [–]
PDC,ger(t) – Gleichstromleistung des Geräts aus (34) [kW]
PAC,nenn – AC-Nennleistung des Geräts [kW]
PAC(t)=min⁡(PDC,ger(t)⋅ηWR(x(t)),PAC,nenn)   (36)
PAC(t) – Wechselstromleistung des Geräts [kW]
PDC,ger(t) – Gleichstromleistung des Geräts aus (34) [kW]
ηWR(x(t)) – Wirkungsgrad bei der Auslastung der Stunde, Kennlinie (20) über sechs Stützstellen [–]
PAC,nenn – AC-Nennleistung des Geräts; hier klippt es [kW]
PDC,ger(t)≤Pein1000→PAC(t)=−PNacht1000   (37)
PAC(t) – Wechselstromleistung des Geräts; unter der Schwelle negativ [kW]
PDC,ger(t) – Gleichstromleistung des Geräts aus (34) [kW]
Pein – Einschaltschwelle des Geräts, das Katalogfeld „Standby-Verbrauch" [W]
PNacht – Nachtverbrauch des Geräts [W]
1000 – Umrechnung von W in kW [W/kW]

Die Kennlinie ηWR(x) ist dieselbe stückweise Interpolation (20), nur über die sechs Stützstellen des Katalogs statt über drei; unter der kleinsten läuft sie linear von (0,0), über x=1,0 bleibt sie konstant — dahinter greift das Clipping. Eine fehlende Stützstelle wird übersprungen; interpoliert wird dann zwischen den beiden nächsten vorhandenen Punkten. Führt der Katalog keine einzige, gilt die Dreipunkt-Vorgabe 0,94 / 0,975 / 0,97, und der Lauf meldet es. Die drei Stützstellen 10 / 50 / 100 % des vereinfachten Wegs sind in den sechs enthalten — an den gemeinsamen Punkten ändert sich nichts, dazwischen wird die Kennlinie genauer.

Der Nachtverbrauch (37) ist eine negative Erzeugung: Unterhalb der Einschaltschwelle speist das Gerät nicht ein, sondern verbraucht. Beide Gerätewerte stehen im Katalog in Watt und gehen als Kilowatt in die Rechnung. Führt der Katalog keinen Nachtverbrauch, ist das Ergebnis 0. Ohne gepflegte Einschaltschwelle ist Pein=0 — dann sind es genau die Stunden ohne Einstrahlung.

Schritt D — Summe je Anlage. Die Wechselstromleistungen aller Geräte der Anlage werden addiert; ab da läuft Schritt 6 unverändert weiter.

Kennzahlen

Je Gerät und je Anlage schreibt der Lauf ins Simulationsprotokoll und in den Ergebnisreiter „Photovoltaik":

Kennzahl Formel Einheit
DC/AC-Verhältnis ∑s∈GeraetPSTC,sPAC,nenn —
Clipping-Verlust ∑tmax⁡(0,PAC,roh(t)−PAC,nenn) kWh/a
Clipping-Anteil ClippingErtrag+Clipping %
Volllaststunden AC ErtragPAC,nenn h/a
Jahresnutzungsgrad ∑tPAC(t)∑tPDC,ger(t) —
Nachtverbrauch ∑tPNacht über die Stunden unter der Einschaltschwelle kWh/a

Der Jahresnutzungsgrad ist die Zahl, mit der sich der europäische Wirkungsgrad ηeuro des Datenblatts gegen das tatsächliche Betriebsverhalten dieser Anlage vergleichen lässt.

Kosten

Der Gerätepreis des Katalogs geht als eigener Posten in die Investition der Photovoltaik ein: Preis je Gerät × Zahl der Geräte dieses Typs. Gezählt werden nur Geräte an Anlagen, die auf dem Weg „mit Wechselrichter" rechnen — eine Anlage, die vereinfacht rechnet, trägt auch keine Gerätekosten.

Dazu kommen acht Auslegungsprüfungen als Ampel im Dialog — ausführlich mit Formeln, Zahlenbeispiel und Auslegungshilfe im Abschnitt Modul, Strang und Wechselrichter —, gerechnet für −10 °C (kalter Fall, höchste Spannung) und 70 °C Zelltemperatur (heißer Fall, niedrigste Spannung, höchster Strom):

Nr. Prüfung Bewertung bei Verletzung
P1 Leerlaufspannung des Strangs im kalten Fall gegen die maximale DC-Spannung rot
P2 MPP-Spannung im heißen Fall gegen die untere Grenze des MPP-Fensters rot
P3 MPP-Spannung im kalten Fall gegen die obere Grenze des MPP-Fensters gelb
P4 Eingangsstrom je MPP-Tracker im heißen Fall gegen den zulässigen DC-Strom rot
P5 Zahl paralleler Stränge je MPP-Tracker gegen den zulässigen Wert gelb
P6 DC/AC-Verhältnis außerhalb 1,0…1,5 gelb
P7 DC-Nennleistung des Geräts gegen die maximale DC-Eingangsleistung gelb
P8 Summe der Module aller Stränge gegen die Modulanzahl n der Anlage gelb

Fehlt ein Modulwert, entfällt die zugehörige Prüfung und wird als „nicht prüfbar" gemeldet — sie schlägt nicht fehl. Für die MPP-Spannung setzen P2 und P3 den Temperaturkoeffizienten βOC der Leerlaufspannung ein; einen eigenen Koeffizienten für die MPP-Spannung führt der Modulkatalog nicht.

Ergebnisneutral für Bestandsprojekte: Solange eine Anlage nicht auf „mit Wechselrichter" steht und eine Strangzeile mit Gerät führt, rechnet sie Zeichen für Zeichen wie zuvor. Erst beide Bedingungen zusammen schalten den Strangweg ein.

Modul, Strang und Wechselrichter — Prüfung und Auslegung

Sobald eine Anlage auf dem Weg „mit Wechselrichter" rechnet, prüft das Programm beim Bearbeiten der Strangtabelle, ob Modul und Gerät elektrisch zusammenpassen: acht Regeln P1 bis P8, dargestellt als Ampel unter der Strangzeile und als Chip im Kopf des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge". Die Prüfung entscheidet nichts — sie rechnet nicht mit, verhindert kein Speichern und verändert kein Ergebnis. Sie sagt etwas, und hinter jeder roten oder gelben Meldung sagt sie zusätzlich, was passen würde.

Was geprüft wird — und was nicht

Geprüft werden Datenblattgrenzen des gewählten Geräts: maximale DC-Spannung, MPP-Spannungsfenster, maximaler DC-Strom je MPP-Tracker, maximale DC-Eingangsleistung, AC-Nennleistung. Nicht geprüft werden Anlagen- und Personenschutz, Leitungsquerschnitte, Überspannungsschutz, Netzanschluss und Anmeldung; dafür ist die einschlägige Normenreihe maßgeblich und eine Elektrofachkraft zuständig. Auch eine absolute Systemspannungsgrenze (1 000 V beziehungsweise 1 500 V DC) prüft das Programm nicht — P1 misst allein gegen die maximale Eingangsspannung des gewählten Geräts.

Begriffe

Begriff Bedeutung
Modul Ein Katalogeintrag mit UOC, UMPP, ISC, βOC, αSC und der Nennleistung PSTC
Strang n Module in Reihe — die Spannungen addieren sich, der Strom bleibt der eines Moduls
parallele Stränge p gleich aufgebaute Stränge an demselben MPP-Tracker — die Ströme addieren sich, die Spannung bleibt
MPP-Tracker Ein Regeleingang des Geräts mit eigenem Spannungsfenster und eigener Stromgrenze
Gerät Ein physischer Wechselrichter. Stränge mit derselben Gerätenummer hängen an demselben Gerät; ein zweites Gerät desselben Typs bekommt die Nummer 2. Leer heißt 1.
DC/AC-Verhältnis Summe der Modulnennleistungen an einem Gerät geteilt durch dessen AC-Nennleistung

Kennwerte und ihre Einheiten

Größe Bedeutung Einheit Vorzeichen typisch
UOC Leerlaufspannung bei STC V + 30…50
UMPP Spannung im Arbeitspunkt bei STC V + 25…42
ISC Kurzschlussstrom bei STC A + 9…14
βOC Temperaturkoeffizient der Leerlaufspannung V/K negativ −0,10…−0,15
αSC Temperaturkoeffizient des Kurzschlussstroms A/K positiv +0,002…+0,006
PSTC Nennleistung des Moduls W + 260…600

Achtung bei den Koeffizienten: Datenblätter geben sie häufig relativ in %/K an (typisch −0,25…−0,35 %/K für die Spannung, +0,04…+0,06 %/K für den Strom) oder in mV/K beziehungsweise mA/K. Der Modulkatalog von EPOS-Plan führt sie absolut in V/K und A/K. Ein ungerechnet übernommener Prozentwert verschiebt die Prüfungen P1 bis P4 um Größenordnungen. Die Umrechnung lautet βOC[V/K]=βrel[%/K]⋅UOC[V]100 für die Spannung und αSC[A/K]=αrel[%/K]⋅ISC[A]100 für den Strom.

Der Import aus PVsyst-Dateien (.PAN) rechnet selbsttätig um; die Verwaltung der PV-Module hat für αSC und βOC kein Eingabefeld — sie kommen allein aus dem Import. Der Leistungskoeffizient γPMP steht als einziger relativ in %/K — er geht nicht in die Auslegungsprüfung ein, sondern in die Ertragsrechnung (Schritt 4).

Die beiden Auslegungsfälle

Alle Katalogwerte gelten unter Standard-Testbedingungen (STC: 1 000 W/m², 25 °C Zelltemperatur, AM 1,5). Diese treten im Betrieb praktisch nie auf. Für die Auslegung zählt deshalb die Hüllkurve zweier fester Fälle:

  • kalter Fall, −10 °C Zelltemperatur — Kälte hebt die Spannung. Der ungünstigste Zustand ist der klare Wintermorgen, bevor der Wechselrichter zuschaltet. Hier entscheidet sich, ob das Gerät Schaden nimmt (P1) und ob das MPP-Fenster nach oben verlassen wird (P3).
  • heißer Fall, +70 °C Zelltemperatur — Wärme senkt die Spannung deutlich und hebt den Strom leicht. Hier entscheidet sich, ob der Strang aus dem MPP-Fenster fällt (P2) und ob der Trackerstrom überschritten wird (P4).

−10 °C und +70 °C sind die Vorgaben; Tkalt und Theiss sind Projektparameter und lassen sich in der Zeile Auslegungstemperaturen des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge" ändern (Bedienung). Der Knopf Vorschlag aus Klimadaten übernehmen schlägt kalt als Jahresminimum der Außentemperatur der Klimareihe des Projekts vor und heiß über dieselbe Zelltemperaturformel wie in Schritt 3 (9) bei Volleinstrahlung G=1000 W/m² aus deren Jahresmaximum und der Nennbetriebstemperatur TNOCT des Anlagenmoduls (Rückfall 45 °C außerhalb 20…60 °C, wie in Schritt 3). Übernommen wird erst auf Knopfdruck; welche Zahl richtig ist, bleibt Sache des Planers. Gerechnet wird linear um den STC-Punkt:

UStrang(T)=n⋅[USTC+βOC⋅(T−25)]   (38)
UStrang(T) – Spannung des Strangs bei der Zelltemperatur T [V]
n – Zahl der Module in Reihe [–]
USTC – UOC für P1, UMPP für P2 und P3 [V]
βOC – Temperaturkoeffizient der Leerlaufspannung [V/K], negativ
T – Zelltemperatur des betrachteten Falls: Tkalt (Vorgabe −10 °C) oder Theiss (Vorgabe +70 °C), Projektparameter [°C]
IStrang(T)=ISC+αSC⋅(T−25)   (39)
IStrang(T) – Strom eines Strangs bei der Zelltemperatur T [A]
αSC – Temperaturkoeffizient des Kurzschlussstroms [A/K], positiv

Der Strom eines Strangs ist von der Zahl der Module in Reihe unabhängig; parallele Stränge addieren ihn. Für die MPP-Spannung führt der Modulkatalog keinen eigenen Koeffizienten — (38) setzt dafür βOC ein, wie es die Auslegungspraxis ebenfalls tut. Der Fehler liegt bei wenigen Prozent. Zu beachten ist die Richtung: Der relative Koeffizient der MPP-Spannung ist betragsmäßig größer als der der Leerlaufspannung, weshalb P2 im heißen Fall eher etwas zu günstig ausfällt und P3 im kalten Fall konservativ.

Die acht Regeln

Nr. Prüfung Bedingung Ebene Verletzung
P1 Leerlaufspannung im kalten Fall n⋅[UOC+βOC⋅(Tkalt−25)]≤UDC,max — ohne βOC: n⋅UOC⋅1,15≤UDC,max je Strang rot — das Gerät kann bei Frost und Sonne Schaden nehmen
P2 MPP-Fenster im heißen Fall n⋅[UMPP+βOC⋅(Theiss−25)]≥UMPP,min je Strang rot — der Strang regelt im Sommer ab
P3 MPP-Fenster im kalten Fall n⋅[UMPP+βOC⋅(Tkalt−25)]≤UMPP,max je Strang gelb — das Gerät regelt an der Grenze
P4 Eingangsstrom je MPP-Tracker ∑s∈MPPTps⋅[ISC+αSC⋅(Theiss−25)]≤ISC,max und ≤IDC,max je Tracker rot über ISC,max; gelb nur über IDC,max — ohne ISC,max: rot über IDC,max
P5 Zahl paralleler Stränge je Tracker ∑s∈MPPTps≤pzul je Tracker gelb — mehr Stränge als Anschlussklemmen
P6 DC/AC-Verhältnis 1,0≤∑s∈GeraetPSTC,sPAC,nenn≤1,5 je Gerät gelb in beide Richtungen
P7 DC-Eingangsleistung ∑s∈GeraetPSTC,s≤PDC,max je Gerät gelb — über der Anschlussgrenze des Herstellers
P8 Modulsumme ∑s(ns⋅ps)=nAnlage je Anlage gelb — Strangtabelle und Anlagenwert laufen auseinander
Tkalt, Theiss – Auslegungstemperaturen, Projektparameter mit Vorgabe −10 °C / +70 °C [°C]
UDC,max – maximale DC-Eingangsspannung des Geräts [V]
UMPP,min, UMPP,max – Grenzen des MPP-Spannungsfensters [V]
ISC,max – maximaler Kurzschlussstrom je MPP-Tracker, optionales Katalogfeld [A]
IDC,max – maximaler DC-Strom (Betriebsstrom) je MPP-Tracker [A]
ps – parallele Stränge der Zeile s, pzul – zulässige Stränge je Tracker [–]
PAC,nenn – AC-Nennwirkleistung [kW], PDC,max – maximale DC-Eingangsleistung [kW]
nAnlage – „Anzahl Module" der Anlagenzeile [–]

Die Farbe eines Abschnitts ist die schlechteste seiner Zeilen. Rot bedeutet: so nicht zulässig — verhindert aber nicht das Speichern, weil ein Planer einen Zwischenstand ablegen können muss. Gelb bedeutet: möglich, aber nicht empfohlen.

Ein fehlender Wert macht gelb, nicht grün und nicht rot — mit einer Ausnahme: Fehlt bei P1 nur βOC (nicht aber UOC), rechnet sie über den Rückfall 1,15 weiter, statt zu entfallen (siehe „Grenzen dieser Prüfung" unten). Sonst gilt: Fehlt eine Angabe (0 oder leer), entfällt die betroffene Prüfung, die Zeile wird gelb, und die Meldung nennt jede fehlende Angabe einzeln — dazu bei Modulwerten den Pflegeweg. Eine Prüfung, die auf fehlenden Daten grün leuchtet, würde etwas behaupten. Fehlt die Zahl der MPP-Tracker, wird auf einem gerechnet: der konservative Fall, und die Meldung sagt es.

P8 vergleicht gegen den gespeicherten Anlagenwert „Anzahl Module". Ein Bestand, dessen zwei Zahlen — Strangtabelle und Anlagenzeile — von Hand auseinandergelaufen sind, wird damit erkannt.

Auslegungshilfe

Hinter jeder roten oder gelben Meldung steht, was passen würde — dieselben Regeln, rückwärts gerechnet und auf ganze Module gerundet, Untergrenzen auf, Obergrenzen ab:

nmin=⌈UMPP,minUMPP+βOC⋅45⌉   (40)
nmin – kleinste Modulzahl in Reihe, aus P2 [–]
nmax=⌊min⁡(UDC,maxUOC+βOC⋅(−35),UMPP,maxUMPP+βOC⋅(−35))⌋   (41)
nmax – größte Modulzahl in Reihe, aus P1 und P3 [–]
pmax=min⁡(⌊IDC,maxISC+αSC⋅45⌋,pzul)   (42)
pmax – Stränge je MPP-Tracker, aus P4 und P5 [–]
nGeraet,min=⌈1,0⋅PAC,nennPSTC⌉nGeraet,max=⌊min⁡(1,5⋅PAC,nenn,PDC,max)/PSTC⌋   (43)
nGeraet,min, nGeraet,max – Module je Gerät aus dem DC/AC-Band (P6) und der DC-Grenze (P7) [–]
Leistungen in (43) in derselben Einheit einzusetzen

Die Hilfe rechnet auf derselben Grundlage wie die Ampel: Die Zahlen 45 und −35 sind die Vorgabewerte Theiss−25 und Tkalt−25 der projektweise einstellbaren Auslegungstemperaturen. Fehlt in (41) der Koeffizient βOC, tritt an die Stelle von UOC+βOC⋅(Tkalt−25) derselbe Rückfall wie bei P1: UOC⋅1,15. In (42) tritt an die Stelle von IDC,max der Kurzschlussstrom ISC,max des MPP-Trackers, sobald der Katalog ihn führt — ist er nicht gepflegt, gilt weiterhin IDC,max.

Für das Rechenbeispiel oben ergibt das n=4…14 Module in Reihe, einen Strang je Tracker und 10…13 Module je Gerät. Genau das steht dann in der Ampel: „passend wären 4…14 Module in Reihe" beziehungsweise „passend wären 10…13 Module je Gerät". Liegt die Untergrenze über der Obergrenze, gibt es zu diesem Gerät keine passende Reihe, und die Meldung rät zu einem anderen Gerät. Fehlen alle beteiligten Werte, rät die Hilfe nicht.

Der Knopf „Auslegung vorschlagen". Aus Modul, gewähltem Katalogsatz und Modulzahl wird eine ganze Aufteilung gerechnet und die Strangtabelle damit ersetzt: gleich lange Stränge, gleich belegte Geräte, die Stränge so gleichmäßig auf die MPP-Tracker verteilt, wie die Zahl es zulässt. Die Rangfolge ist dreistufig — möglichst wenige Geräte, darunter DC/AC möglichst nahe 1,25 (der Mitte des Bandes), darunter die längste Reihe (höhere Spannung, kleinerer Strom). Die Klappliste „Wechselrichter aus dem Katalog" ist dagegen nach der Bewertung von „Wechselrichter vorschlagen" geordnet: geeignete Geräte zuerst, mit DC/AC-Verhältnis und Gerätezahl im Text, danach bedingte und ungeeignete mit ihrem wichtigsten Grund („bedingt: …", „ungeeignet: …"). Gibt es keine Aufteilung, bleibt die Tabelle stehen, und der Grund wird genannt.

Grenzen dieser Prüfung

  • Kein Sicherheitsfaktor auf den Strom. P4 rechnet allein die thermische Korrektur nach (39) — bei einem üblichen Modul rund +2 %. Der in der Auslegungspraxis gebräuchliche Faktor 1,25 auf den Kurzschlussstrom (Wolkenrand- und Albedoeffekte) ist nicht enthalten.
  • ISC,max kommt aus keinem Import. Weder die CEC-Wechselrichterliste noch das OND-Format (PVsyst) führen einen Kurzschlussstrom je Eingang. Das Feld bleibt nach jedem Import leer und wird im Katalogdialog von Hand gepflegt; solange es leer ist, prüft P4 wie ohne die Zweistufigkeit — rot allein über IDC,max.
  • Die Auslegungstemperaturen sind eine Annahme, kein Messwert. Sie sind je Projekt einstellbar (Abschnitt „Die beiden Auslegungsfälle"), mit −10 °C/+70 °C als Vorgabe. Der Klimadatenvorschlag nennt das Jahresminimum eines Testreferenzjahres — das ist nicht dieselbe Größe wie die am Standort niedrigste zu erwartende Temperatur; welche Zahl richtig ist, entscheidet der Planer.
  • Der Rückfall ohne Koeffizienten ist eine Ersatzannahme. Fehlt βOC, rechnet P1 mit UOC⋅1,15 weiter, statt zu entfallen; fehlt auch UOC, bleibt es bei „nicht prüfbar". Der Faktor 1,15 gilt für kristallines Silizium und ist an sehr kalten Standorten knapp; er ist bewusst nicht einstellbar — Ersatz für einen fehlenden Katalogwert, nicht ein zweiter Auslegungsparameter. Der richtige Weg bleibt, den Koeffizienten zu pflegen.
  • Die Einschaltspannung wird nicht geprüft. Sie steht im Gerätekatalog, geht aber in keine der acht Regeln ein.
  • Keine Verschattung, keine Leitungsverluste. Ein Strang an der unteren Grenze von P2 kann in der Wirklichkeit eher abregeln, als die Prüfung erwarten lässt.
  • Keine Mischung auf einem Tracker. P4 summiert die Ströme eines Trackers vollständig; ein Ost/West-Paar an einem Eingang wird dadurch strenger bewertet, als es der Wirklichkeit entspricht. Ein Modultyp gilt je Strang, nicht innerhalb eines Strangs.
  • Die Prüfung läuft im Dialog und beim Simulationsstart. Für jede Anlage im Weg „mit Wechselrichter" schreibt der Lauf denselben Ampelsatz in die Hinweise zum Lauf, mit dem Vorspann PV-Anlage „…": davor: rote Meldungen als Warnung, gelbe als Hinweis; grüne bleiben stumm. Das blockiert die Berechnung nicht — ein Projekt mit roter Auslegung rechnet weiter.

Grenzen und Annahmen

  • Keine Verschattung. Weder Horizont noch Eigenverschattung der Modulreihen gehen ein.
  • Eine Ausrichtung je Anlage — außer im Weg „mit Wechselrichter". β und γ hängen an der Anlagenzeile; im Strangweg trägt jeder Strang wahlweise eigene Werte, und damit ist das Ost/West-Feld eine Anlage (siehe Abschnitt „Wechselrichter", Option 2).
  • Kein Ein-Dioden-Modell. Spannungen und Ströme des Strangs werden nicht gerechnet. Die sechs elektrischen Kenngrößen des Modulkatalogs (UMPP, UOC, IMPP, ISC, αSC, βOC) gehen in die Auslegungsprüfungen P1 bis P5 ein, aber in keine Stundenrechnung.
  • Keine Leistungsgrenze je MPP-Eingang. Der MPP-Eingang ist eine Prüfgröße; geklemmt wird am Gerät.
  • Ein Modultyp je STRANG. Ein Strang rechnet mit genau einem Modultyp; verschiedene Stränge derselben Anlage dürfen verschiedene tragen. Ohne eigene Angabe gilt das Modul der Anlage. Was es nicht gibt: zwei Modultypen INNERHALB eines Strangs — dafür wären zwei Stränge anzulegen.
  • Keine Kennzahlen je Strang. Ertrag und Volllaststunden werden je Gerät ausgewiesen, nicht je Strang.
  • Keine Alterung im Stundenlauf. Die Degradation ist eine Größe der Wirtschaftlichkeit (Jahresreihe), nicht der Stundensimulation.
  • Kein Clipping im einfachen Modell auf dem vereinfachten Weg, auch dann nicht, wenn eine AC-Nennleistung gepflegt ist — sie wirkt dort nur im erweiterten Modell (22). Im Weg „mit Wechselrichter" klemmt das Gerät dagegen in beiden Modellen (36): Ein Wechselrichter ist ein Gerät, keine Modellverfeinerung.
  • Klimadaten in Stunden. Die Erzeugung entsteht stündlich; innerhalb der Stunde folgt sie allein dem Sonnenstand (24). Wolkenzüge innerhalb einer Stunde sind nicht abgebildet — außer eine PV-Ganglinie im Viertelstundenraster bringt sie mit.
  • Die Einspeisegrenze ist eine Leistungsgrenze je Viertelstunde am Netzanschluss; sie regelt nur Photovoltaik ab, nie BHKW-Strom.
  • Der Boden-Albedo ρ gilt je Anlage für das ganze Jahr und für alle Stränge der Anlage; Schnee im Winter und ein heller Sommerboden lassen sich nicht getrennt angeben.
  • Zwei Stunden im Jahr sind durch die Ortszeitumstellung doppelt beziehungsweise gar nicht belegt. Beide liegen nachts; Einstrahlung und Sonnenwinkel sind dort null, die Jahressumme der Globalstrahlung bleibt unverändert.
  • Der Stromspeicher gehört nicht hierher: Er wird getrennt gerechnet und verändert den hier ausgewiesenen PV-Ertrag nicht.

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Simulationsergebnis, Reiter „Photovoltaik" — je Modulfeld Name, Gesamtfläche, Anzahl und Jahresertrag; im erweiterten Modell zusätzlich das DC/AC-Verhältnis, der Clipping-Verlust und der Wechselrichterverlust. Rechnet eine Anlage auf der Strangebene, steht darüber eine zweite Tabelle mit einer Zeile je Gerät (DC/AC, Ertrag, Clipping in kWh und %, Volllaststunden AC, Jahresnutzungsgrad, Nachtverbrauch).
  • Karte „Photovoltaik" der Simulationskonfiguration — Zahl der Geräte und Stränge sowie das DC/AC-Verhältnis, sobald eine Strangzuordnung rechnet.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Photovoltaik" und Bericht — rechnet eine PV-Ganglinie, steht statt der Moduldaten die Quelle: Name der Ganglinie, Raster und Nennleistung.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Photovoltaik" — mit Einspeisegrenze zusätzlich die Abregelung in kWh/a und in Prozent der Erzeugung sowie die Grenze in kW.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis" — Eigenverbrauch, Einspeisung, Netzbezug und Autarkie.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Stromgang" — die Ganglinien von Erzeugung, Direktverbrauch, Überschuss und Reststrom, also PPV, Pdirekt, Pueber und Pnetz.
  • Simulationsprotokoll — jeder Rückfallwert und jede Katalogunstimmigkeit im Klartext, dazu im erweiterten Modell die Kennzahlen je Anlage (DC/AC, Jahresertrag, Volllaststunden, Wechselrichter- und Clipping-Verlust) und im Weg „mit Wechselrichter" eine Zeile je Gerät und eine je Anlage.
  • Bericht und Wirtschaftlichkeit — Jahreserträge, Eigenverbrauchsquote und die Vergütungsrechnung bauen auf denselben Zahlen auf.

Bezüge