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Programm Dokumentation/Berechnung/Solarthermie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus wiki.epos-plan.de
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
 
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
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<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Solarthermie | Stand: 2026-09-06 | Rechenkern:
<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Solarthermie | Stand: 2026-09-06 (Fassung 2: Formelzeichen und Notation) | Rechenkern:
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationSolarthermie.cs, EPOS.Kern/Allgemein/SolarPVGISCalculator.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationSolarthermie.cs, EPOS.Kern/Allgemein/SolarPVGISCalculator.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SolarZeitbasis.cs, Ladeordnung.cs;
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SolarZeitbasis.cs, Ladeordnung.cs;
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|-
|-
| Ladepriorität || 1…99 || Simulationskonfiguration; Vorgabe 10 für die Solarthermie
| Ladepriorität || 1…99 || Simulationskonfiguration; Vorgabe 10 für die Solarthermie
|}
== Formelzeichen und Parameter ==
Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: ''t'' ist die Stunde des Jahres (1…8&nbsp;760), ''G''
eine Bestrahlungsstärke, ''q'' eine flächenbezogene Leistung, ''Q'' eine Wärmemenge, ''ϑ'' eine
Temperatur in Grad Celsius, ''η'' ein Wirkungsgrad, ''β'' und ''γ'' Neigung und Azimut.
=== Parameter ===
Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! Herkunft
|-
| n || Anzahl Kollektoren des Feldes || Stück || Dialog „Solarkollektoren", Abschnitt „Kollektor", Feld „Anzahl"
|-
| β || Neigung der Kollektorebene || ° || derselbe Abschnitt, Feld „Neigung"
|-
| γ || Azimut der Kollektorebene || ° || derselbe Abschnitt, Feld „Azimut"
|-
| A<sub>Ap</sub> || Aperturfläche eines Kollektors || m² || Kollektorkatalog, Feld „Aperturfläche" — '''nicht''' die Modulfläche
|-
| h<sub>0</sub> || Konversionsfaktor (optischer Wirkungsgrad) || — || Kollektorkatalog
|-
| k<sub>1</sub> || Wärmeverlustkoeffizient || W/(m²·K) || Kollektorkatalog
|-
| k<sub>2</sub> || temperaturabhängiger Verlustkoeffizient || W/(m²·K²) || Kollektorkatalog
|-
| K<sub>dir50</sub> || Einfallswinkelkorrektur bei 50° || — || Kollektorkatalog, Feld K<sub>dir</sub>(50°)
|-
| ϑ<sub>Sp</sub> || Arbeitstemperatur, gegen die der Kollektor rechnet || °C || '''Konstante: 50''' — fest verdrahtet, im Dialog nirgends einstellbar
|-
| f<sub>L</sub> || Leitungsverlustfaktor des Solarkreises || — || '''Konstante: 0,92''' — fest verdrahtet
|-
| ρ || Boden-Albedo der isotropen Transposition || — || '''Konstante: 0,2''' — fest verdrahtet; es gibt hier keine Hay-Davies-Transposition
|-
| — || keine Stagnation, keine Kollektorabschaltung, keine Solarkreispumpe || — || '''fest verdrahtet''' — dafür gibt es keinen Parameter und keine Formel
|-
| θ<sub>ref</sub> || Bezugswinkel der b<sub>0</sub>-Näherung || ° || '''Konstante: 50'''
|-
| c<sub>min</sub> || untere Klemme des Kosinus in der IAM-Rechnung || — || '''Konstante: 0,001''' — sie verhindert die Division durch null bei flachem Einfall
|-
| r || Ladepriorität des Feldes in der Ladeordnung || — || Simulationskonfiguration; '''Vorgabe: 10''' — der erste Lader der Kaskade
|}
Die vier Zeilen mit „fest verdrahtet" sind die '''vier Annahmen dieses Rechenwegs, die im Dialog
nirgends stehen''': die Arbeitstemperatur 50&nbsp;°C, die pauschalen Leitungsverluste, die isotrope
Einstrahlung mit Albedo 0,2 und der Verzicht auf Stagnation und Pumpenstrom. Wer die Zahlen der
Seite nachrechnet, braucht sie — im Programm sieht er sie nicht.
=== Variablen ===
Größen, die der Lauf je Stunde oder je Kollektorfeld bildet.
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! berechnet in
|-
| t || Stunde des Jahres, 1…8&nbsp;760 || — || Laufindex der Stundenschleife
|-
| GHI(t), DNI(t), DHI(t) || Global-, Direkt- und Diffusstrahlung || W/m² || Klimadatenreihe (Eingang)
|-
| ϑ<sub>Luft</sub>(t) || Außentemperatur || °C || Klimadatenreihe (Eingang)
|-
| θ(t) || Einfallswinkel der Direktstrahlung auf die Kollektorebene || ° || Sonnenstand aus Längen- und Breitengrad, β und γ
|-
| G<sub>t</sub>(t) || Bestrahlungsstärke in der Kollektorebene || W/m² || (1)
|-
| b<sub>0</sub> || Beiwert der IAM-Näherung für Flachkollektoren || — || (2)
|-
| IAM(t) || Einfallswinkelkorrektur der Stunde || — || (3)
|-
| Δϑ(t) || Übertemperatur des Kollektors gegen die Umgebung || K || (4)
|-
| η(t) || Kollektorwirkungsgrad nach EN 12975 || — || (5)
|-
| q(t) || flächenbezogene Nutzleistung des Kollektors || W/m² || (6)
|-
| A<sub>ges</sub> || Aperturfläche des ganzen Feldes || m² || (7)
|-
| Q<sub>pot</sub>(t) || Bruttopotenzial des Feldes in dieser Stunde || kWh || (8)
|-
| Q<sub>direkt</sub>(t) || Anteil, der unmittelbar Bedarf deckt || kWh || (9)
|-
| Q<sub>lad</sub>(t) || Anteil, der in einen Pufferspeicher geht || kWh || (9)
|-
| Q<sub>über</sub>(t) || Überschuss — verworfene Wärme || kWh || (9)
|-
| Q<sub>nutz</sub>(t) || nutzbarer Ertrag der Stunde || kWh || (10)
|}
|}


Zeile 56: Zeile 145:
=== Schritt 1 — Einstrahlung auf die Kollektorebene ===
=== Schritt 1 — Einstrahlung auf die Kollektorebene ===


Isotrop, mit dem Boden-Albedo 0,2 — dieselbe Rechnung wie im einfachen PV-Modell:
Isotrop, mit dem Boden-Albedo ρ = 0,2 — dieselbe Rechnung wie im einfachen PV-Modell:


G_t = DNI · cosθ + DHI · (1 + cos β)/2 + GHI · 0,2 · (1 − cos β)/2
: <big>G<sub>t</sub>(t) = DNI(t) · cos θ(t) + DHI(t) · (1 + cos β) / 2 + GHI(t) · ρ · (1 − cos β) / 2</big> &nbsp;&nbsp;(1)


mit β = Neigung und θ = Einfallswinkel auf die Kollektorebene. Bei Nacht ist G_t = 0.
Bei Nacht — Sonne unter dem Horizont — ist G<sub>t</sub>(t) = 0.


=== Schritt 2 — Einfallswinkelkorrektur (IAM) ===
=== Schritt 2 — Einfallswinkelkorrektur (IAM) ===


Aus dem Katalogwert K<sub>dir</sub> bei 50° wird der b₀-Beiwert der üblichen Näherung für
Aus dem Katalogwert K<sub>dir50</sub> wird der b<sub>0</sub>-Beiwert der üblichen Näherung für
Flachkollektoren gebildet:
Flachkollektoren gebildet:


b0  = (1 − K_dir50) / (1/cos 50° − 1)
: <big>b<sub>0</sub> = ( 1 − K<sub>dir50</sub> ) / ( 1 / cos θ<sub>ref</sub> − 1 )</big> &nbsp;&nbsp;(2)
IAM = 1 − b0 · (1/cosθ − 1)                     auf 0…1 begrenzt


Der Nenner ist gegen 0 abgesichert (cosθ wird bei mindestens 0,001 gehalten), damit ein flacher
: <big>IAM(t) = 1 − b<sub>0</sub> · ( 1 / max( cos θ(t) ; c<sub>min</sub> ) − 1 ) ,&nbsp; auf 0…1 begrenzt</big> &nbsp;&nbsp;(3)
Einfall keine Division durch null erzeugt.
 
Die Klemme c<sub>min</sub> = 0,001 hält den Nenner endlich, damit ein flacher Einfall keine Division
durch null erzeugt.


=== Schritt 3 — Kollektorwirkungsgrad nach EN 12975 ===
=== Schritt 3 — Kollektorwirkungsgrad nach EN 12975 ===


ΔT  = T_Speicher T_Außen
: <big>Δϑ(t) = ϑ<sub>Sp</sub> ϑ<sub>Luft</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(4)
η   = h0 · IAM − k1 · ΔT / G_t k2 · ΔT² / G_t
 
q   = G_t · η                                     [W/m²], negative Werte auf 0
: <big>η(t) = h<sub>0</sub> · IAM(t) k<sub>1</sub> · Δϑ(t) / G<sub>t</sub>(t) k<sub>2</sub> · Δϑ(t)<sup>2</sup> / G<sub>t</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(5)
 
: <big>q(t) = max( 0 ; G<sub>t</sub>(t) · η(t) )</big> &nbsp;&nbsp;(6)


'''T_Speicher ist im Modell fest 50&nbsp;°C''' und '''keine''' Eingabe. Das ist die maßgebliche
'''ϑ<sub>Sp</sub> ist im Modell fest 50&nbsp;°C''' und '''keine''' Eingabe. Das ist die maßgebliche
Vereinfachung dieser Seite: Der Kollektor rechnet gegen eine gleichbleibende Arbeitstemperatur, nicht
Vereinfachung dieser Seite: Der Kollektor rechnet gegen eine gleichbleibende Arbeitstemperatur, nicht
gegen den tatsächlichen Zustand seines Speichers.
gegen den tatsächlichen Zustand seines Speichers.
Zeile 85: Zeile 177:
=== Schritt 4 — Bruttopotenzial des Feldes ===
=== Schritt 4 — Bruttopotenzial des Feldes ===


A_gesamt = Aperturfläche je Kollektor · Anzahl Kollektoren          [m²]
: <big>A<sub>ges</sub> = A<sub>Ap</sub> · n</big> &nbsp;&nbsp;(7)
Q_pot    = q · A_gesamt · 0,92 / 1000                                [kWh je Stunde]


Der Faktor '''0,92''' sind pauschale '''Leitungsverluste''' des Solarkreises. Auch er ist fest
: <big>Q<sub>pot</sub>(t) = q(t) · A<sub>ges</sub> · f<sub>L</sub> / 1 000</big> &nbsp;&nbsp;(8)
verdrahtet und nicht einstellbar.
 
Der Faktor f<sub>L</sub> = '''0,92''' sind pauschale '''Leitungsverluste''' des Solarkreises. Auch er
ist fest verdrahtet und nicht einstellbar. Die Division durch 1 000 rechnet W in kW um; über eine
Stunde ist das die kWh dieser Stunde.


=== Schritt 5 — Wohin die Wärme geht ===
=== Schritt 5 — Wohin die Wärme geht ===


Das Potenzial der Stunde steht jedem Feld zunächst voll zur Verfügung. Danach gilt in der
Das Potenzial der Stunde steht jedem Feld zunächst voll zur Verfügung. Danach gilt in der
Stundenschleife:
Stundenschleife, in dieser Reihenfolge:
 
# '''Direktdeckung''' über die Direktsenken des Feldes (bei „beides" mit Warmwasservorrang)
# '''Speicherladung''' über die Ladeaufträge, bis zur Abschaltschwelle des Speichers
# '''Überschuss''' — alles, was weder gedeckt noch gespeichert werden konnte, ist verworfen


1. Direktdeckung  über die Direktsenken des Feldes (bei "beides" mit Warmwasservorrang)
: <big>Q<sub>pot</sub>(t) = Q<sub>direkt</sub>(t) + Q<sub>lad</sub>(t) + Q<sub>über</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(9)
2. Speicherladung über die Ladeaufträge, bis zur Abschaltschwelle des Speichers
3. Überschuss    alles, was weder gedeckt noch gespeichert werden konnte  → verworfen


Nutzbarer Ertrag = Direktdeckung + Speicherladung
: <big>Q<sub>nutz</sub>(t) = Q<sub>direkt</sub>(t) + Q<sub>lad</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(10)


Ein Feld '''ohne''' Direktsenke deckt nichts und lädt ausschließlich. Mit dem Vorgaberang '''10'''
Ein Feld '''ohne''' Direktsenke deckt nichts und lädt ausschließlich. Mit dem Vorgaberang r = '''10'''
ist die Solarthermie der '''erste''' Lader der Kaskade — vor Wärmepumpe (20), BHKW (30) und
ist die Solarthermie der '''erste''' Lader der Kaskade — vor Wärmepumpe (20), BHKW (30) und
Heizkessel (40). Der Grund steht in der Rangfolge selbst: Ihre Grenzkosten sind praktisch null, und
Heizkessel (40). Der Grund steht in der Rangfolge selbst: Ihre Grenzkosten sind praktisch null, und
Zeile 110: Zeile 206:


Was der Speicher später an den Bedarf abgibt, wird dem Erzeuger zugerechnet, der geladen hat — die
Was der Speicher später an den Bedarf abgibt, wird dem Erzeuger zugerechnet, der geladen hat — die
Solarthermie erhält davon ihren Anteil. Direktdeckung plus dieser Anteil ist ihr '''Eigenanteil''' an
Solarthermie erhält davon ihren Anteil. Q<sub>direkt</sub> plus dieser Anteil ist ihr
der Bedarfsdeckung; der Restwärmebedarf wird ausdrücklich aus der '''Direktdeckung''' gebildet, sonst
'''Eigenanteil''' an der Bedarfsdeckung; der Restwärmebedarf wird ausdrücklich aus
würde er negativ und die Deckung überschritte 100&nbsp;%.
Q<sub>direkt</sub> gebildet, sonst würde er negativ und die Deckung überschritte 100&nbsp;%.


== Grenzen und Annahmen ==
== Grenzen und Annahmen ==


* '''Die Speichertemperatur ist fest 50&nbsp;°C.''' Der Wirkungsgrad hängt damit nicht vom
* '''Die Arbeitstemperatur ist fest ϑ<sub>Sp</sub> = 50&nbsp;°C.''' Der Wirkungsgrad (5) hängt damit
  tatsächlichen Speicherzustand ab. Ein kalter Speicher am Morgen brächte real mehr Ertrag, ein
  nicht vom tatsächlichen Speicherzustand ab. Ein kalter Speicher am Morgen brächte real mehr
  voller weniger; das Modell rechnet beides gleich.
  Ertrag, ein voller weniger; das Modell rechnet beides gleich.
* '''Die Leitungsverluste sind pauschal 8&nbsp;%''' (Faktor 0,92) und nicht einstellbar.
* '''Die Leitungsverluste sind pauschal 8&nbsp;%''' (f<sub>L</sub> = 0,92) und nicht einstellbar.
* '''Keine Stagnation, keine Kollektorabschaltung.''' Wärme, die niemand aufnimmt, wird als
* '''Keine Stagnation, keine Kollektorabschaltung.''' Wärme, die niemand aufnimmt, wird als
   Überschuss verworfen; eine Begrenzung der Kollektortemperatur oder ein Abschaltkriterium gibt es
   Überschuss Q<sub>über</sub> verworfen; eine Begrenzung der Kollektortemperatur oder ein
  nicht.
  Abschaltkriterium gibt es nicht.
* '''Keine Solarkreispumpe.''' Ihr Stromverbrauch geht nicht in die Bilanz ein.
* '''Keine Solarkreispumpe.''' Ihr Stromverbrauch geht nicht in die Bilanz ein.
* '''Kein Wärmeübertrager zum Speicher.''' Die Übertragung ist verlustfrei, abgesehen vom
* '''Kein Wärmeübertrager zum Speicher.''' Die Übertragung ist verlustfrei, abgesehen von
   pauschalen Leitungsfaktor.
   f<sub>L</sub>.
* '''Eine Ausrichtung je Feld.''' Neigung und Azimut hängen an der Anlagenzeile.
* '''Eine Ausrichtung je Feld.''' β und γ hängen an der Anlagenzeile.
* '''Die Einstrahlung ist isotrop''' — anders als beim erweiterten PV-Modell gibt es hier keine
* '''Die Einstrahlung ist isotrop''' — anders als beim erweiterten PV-Modell gibt es hier keine
   Hay-Davies-Transposition.
   Hay-Davies-Transposition; (1) ist die einzige Transpositionsformel dieser Seite.
* '''K<sub>dfu</sub> („K<sub>diff</sub>") rechnet nicht mit.''' Der Katalog führt den Wert und der
* '''K<sub>dfu</sub> („K<sub>diff</sub>") rechnet nicht mit.''' Der Katalog führt den Wert und der
   Editor pflegt ihn; der Kollektorwirkungsgrad benutzt nur h₀, k₁, k₂ und K<sub>dir</sub>.
   Editor pflegt ihn; (5) benutzt nur h<sub>0</sub>, k<sub>1</sub>, k<sub>2</sub> und
* '''„Modulfläche" ist nicht die Rechengröße.''' Gerechnet wird mit der '''Aperturfläche''' mal der
  K<sub>dir50</sub>.
   Anzahl Kollektoren; die Modulfläche ist Anzeige.
* '''„Modulfläche" ist nicht die Rechengröße.''' In (7) steht die '''Aperturfläche''' mal der Anzahl
* '''Vor- und Rücklauf des Katalogs''' rechnen nicht mit — der Lauf nimmt die Werte der Projektzeile.
   Kollektoren; die Modulfläche ist Anzeige.
* '''Vor- und Rücklauf des Katalogs sind die Vorbelegung:''' Beim Anlegen der Anlage im Projekt
  werden sie aus dem Katalogsatz übernommen und können dort für das Projekt geändert werden.
  Gerechnet wird mit den Werten der Projektzeile (Anlage), nicht mit dem Katalogsatz.
* '''Die Solarthermie-Ganglinien sind kein Rechenweg.''' Die Zeitreihen, die sich einem Projekt
* '''Die Solarthermie-Ganglinien sind kein Rechenweg.''' Die Zeitreihen, die sich einem Projekt
   zuordnen lassen, werden gepflegt, kopiert und exportiert — der Simulationslauf liest sie
   zuordnen lassen, werden gepflegt, kopiert und exportiert — der Simulationslauf liest sie
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== Ergebnisse und wo sie stehen ==
== Ergebnisse und wo sie stehen ==


* '''Simulationsergebnis, Reiter „Solarthermie"''' — je Kollektorfeld Name, Gesamtfläche, Anzahl,
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Solarthermie"''' — je Kollektorfeld Name, Gesamtfläche
  nutzbarer Jahresertrag und verworfener Überschuss.
  A<sub>ges</sub>, Anzahl, nutzbarer Jahresertrag und verworfener Überschuss.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — der Deckungsanteil der Solarthermie an der
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — der Deckungsanteil der Solarthermie an der
   Jahreswärme.
   Jahreswärme.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Wärmegang"''' — Direktdeckung und Speicherladung im Stapel der
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Wärmegang"''' — Q<sub>direkt</sub> und Q<sub>lad</sub> im Stapel
   Erzeuger.
   der Erzeuger.
* '''Simulationsprotokoll''' — nicht lesbare Klimaregion, Felder ohne Senke.
* '''Simulationsprotokoll''' — nicht lesbare Klimaregion, Felder ohne Senke.
* '''Bericht''' und '''Wirtschaftlichkeit''' — der Ertrag als vermiedene Brennstoffmenge.
* '''Bericht''' und '''Wirtschaftlichkeit''' — der Ertrag als vermiedene Brennstoffmenge.

Version vom 6. September 2026, 21:29 Uhr


Was berechnet wird

Ein Solarkollektorfeld wandelt Einstrahlung in Nutzwärme. Der Lauf ermittelt zuerst für jede Stunde das Bruttopotenzial des Feldes — es hängt allein vom Wetter, von der Ausrichtung und von den Kollektorkennwerten ab, nicht vom Bedarf und nicht vom Speicherfüllstand — und entscheidet erst danach, wohin diese Wärme geht: Direktdeckung, Speicherladung oder Überschuss (verworfene Wärme).

Ergebnisgrößen sind der nutzbare Jahresertrag je Kollektorfeld, seine Aufteilung auf Deckung und Ladung, der verworfene Überschuss und der Deckungsanteil an der Jahreswärme.

Eingangsgrößen

Größe Einheit Herkunft im Programm
Globalstrahlung, Direktstrahlung, Diffusstrahlung, Außentemperatur W/m², °C Klimadatenreihe der Klimaregion, 8 760 Stundenwerte
Längengrad, Breitengrad ° Klimaregion des Projekts (Sonnenstand)
Anzahl Kollektoren Stück Dialog „Solarkollektoren", Abschnitt „Kollektor"
Neigung, Azimut ° derselbe Abschnitt
Vorlauf, Rücklauf °C derselbe Abschnitt
Aperturfläche je Kollektor Kollektorkatalog, Feld „Aperturfläche"
Konversionsfaktor h₀ Kollektorkatalog
Wärmeverlustkoeffizient k₁ W/(m²·K) Kollektorkatalog
Temperaturabhängiger Verlustkoeffizient k₂ W/(m²·K²) Kollektorkatalog
Einfallswinkelkorrektur Kdir(50°) Kollektorkatalog
Wärmesenken und Ladeaufträge Simulationskonfiguration, Karte des Kollektorfelds
Ladepriorität 1…99 Simulationskonfiguration; Vorgabe 10 für die Solarthermie

Formelzeichen und Parameter

Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: t ist die Stunde des Jahres (1…8 760), G eine Bestrahlungsstärke, q eine flächenbezogene Leistung, Q eine Wärmemenge, ϑ eine Temperatur in Grad Celsius, η ein Wirkungsgrad, β und γ Neigung und Azimut.

Parameter

Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
n Anzahl Kollektoren des Feldes Stück Dialog „Solarkollektoren", Abschnitt „Kollektor", Feld „Anzahl"
β Neigung der Kollektorebene ° derselbe Abschnitt, Feld „Neigung"
γ Azimut der Kollektorebene ° derselbe Abschnitt, Feld „Azimut"
AAp Aperturfläche eines Kollektors Kollektorkatalog, Feld „Aperturfläche" — nicht die Modulfläche
h0 Konversionsfaktor (optischer Wirkungsgrad) Kollektorkatalog
k1 Wärmeverlustkoeffizient W/(m²·K) Kollektorkatalog
k2 temperaturabhängiger Verlustkoeffizient W/(m²·K²) Kollektorkatalog
Kdir50 Einfallswinkelkorrektur bei 50° Kollektorkatalog, Feld Kdir(50°)
ϑSp Arbeitstemperatur, gegen die der Kollektor rechnet °C Konstante: 50 — fest verdrahtet, im Dialog nirgends einstellbar
fL Leitungsverlustfaktor des Solarkreises Konstante: 0,92 — fest verdrahtet
ρ Boden-Albedo der isotropen Transposition Konstante: 0,2 — fest verdrahtet; es gibt hier keine Hay-Davies-Transposition
keine Stagnation, keine Kollektorabschaltung, keine Solarkreispumpe fest verdrahtet — dafür gibt es keinen Parameter und keine Formel
θref Bezugswinkel der b0-Näherung ° Konstante: 50
cmin untere Klemme des Kosinus in der IAM-Rechnung Konstante: 0,001 — sie verhindert die Division durch null bei flachem Einfall
r Ladepriorität des Feldes in der Ladeordnung Simulationskonfiguration; Vorgabe: 10 — der erste Lader der Kaskade

Die vier Zeilen mit „fest verdrahtet" sind die vier Annahmen dieses Rechenwegs, die im Dialog nirgends stehen: die Arbeitstemperatur 50 °C, die pauschalen Leitungsverluste, die isotrope Einstrahlung mit Albedo 0,2 und der Verzicht auf Stagnation und Pumpenstrom. Wer die Zahlen der Seite nachrechnet, braucht sie — im Programm sieht er sie nicht.

Variablen

Größen, die der Lauf je Stunde oder je Kollektorfeld bildet.

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
t Stunde des Jahres, 1…8 760 Laufindex der Stundenschleife
GHI(t), DNI(t), DHI(t) Global-, Direkt- und Diffusstrahlung W/m² Klimadatenreihe (Eingang)
ϑLuft(t) Außentemperatur °C Klimadatenreihe (Eingang)
θ(t) Einfallswinkel der Direktstrahlung auf die Kollektorebene ° Sonnenstand aus Längen- und Breitengrad, β und γ
Gt(t) Bestrahlungsstärke in der Kollektorebene W/m² (1)
b0 Beiwert der IAM-Näherung für Flachkollektoren (2)
IAM(t) Einfallswinkelkorrektur der Stunde (3)
Δϑ(t) Übertemperatur des Kollektors gegen die Umgebung K (4)
η(t) Kollektorwirkungsgrad nach EN 12975 (5)
q(t) flächenbezogene Nutzleistung des Kollektors W/m² (6)
Ages Aperturfläche des ganzen Feldes (7)
Qpot(t) Bruttopotenzial des Feldes in dieser Stunde kWh (8)
Qdirekt(t) Anteil, der unmittelbar Bedarf deckt kWh (9)
Qlad(t) Anteil, der in einen Pufferspeicher geht kWh (9)
Qüber(t) Überschuss — verworfene Wärme kWh (9)
Qnutz(t) nutzbarer Ertrag der Stunde kWh (10)

Rechenweg

Gerechnet wird im festen Jahresraster von 8 760 Stunden. Die Klimadatenreihe wird — wie bei der Photovoltaik — in Ortszeit gelesen: Die gespeicherte Reihe steht in UTC, gelesen wird sie um eine Stunde (Normalzeit) beziehungsweise zwei Stunden (Sommerzeit) versetzt; Sonnenstand und Einfallswinkel rechnen weiter auf der UTC-Zeitmarke jeder Zeile. Ohne diese Verschiebung stünde die Kollektorreihe ein bis zwei Stunden vor dem Wärmebedarf — die Jahressumme bliebe richtig, die stundenscharfe Deckung nicht.

Schritt 1 — Einstrahlung auf die Kollektorebene

Isotrop, mit dem Boden-Albedo ρ = 0,2 — dieselbe Rechnung wie im einfachen PV-Modell:

Gt(t) = DNI(t) · cos θ(t) + DHI(t) · (1 + cos β) / 2 + GHI(t) · ρ · (1 − cos β) / 2   (1)

Bei Nacht — Sonne unter dem Horizont — ist Gt(t) = 0.

Schritt 2 — Einfallswinkelkorrektur (IAM)

Aus dem Katalogwert Kdir50 wird der b0-Beiwert der üblichen Näherung für Flachkollektoren gebildet:

b0 = ( 1 − Kdir50 ) / ( 1 / cos θref − 1 )   (2)
IAM(t) = 1 − b0 · ( 1 / max( cos θ(t) ; cmin ) − 1 ) ,  auf 0…1 begrenzt   (3)

Die Klemme cmin = 0,001 hält den Nenner endlich, damit ein flacher Einfall keine Division durch null erzeugt.

Schritt 3 — Kollektorwirkungsgrad nach EN 12975

Δϑ(t) = ϑSp − ϑLuft(t)   (4)
η(t) = h0 · IAM(t) − k1 · Δϑ(t) / Gt(t) − k2 · Δϑ(t)2 / Gt(t)   (5)
q(t) = max( 0 ; Gt(t) · η(t) )   (6)

ϑSp ist im Modell fest 50 °C und keine Eingabe. Das ist die maßgebliche Vereinfachung dieser Seite: Der Kollektor rechnet gegen eine gleichbleibende Arbeitstemperatur, nicht gegen den tatsächlichen Zustand seines Speichers.

Schritt 4 — Bruttopotenzial des Feldes

Ages = AAp · n   (7)
Qpot(t) = q(t) · Ages · fL / 1 000   (8)

Der Faktor fL = 0,92 sind pauschale Leitungsverluste des Solarkreises. Auch er ist fest verdrahtet und nicht einstellbar. Die Division durch 1 000 rechnet W in kW um; über eine Stunde ist das die kWh dieser Stunde.

Schritt 5 — Wohin die Wärme geht

Das Potenzial der Stunde steht jedem Feld zunächst voll zur Verfügung. Danach gilt in der Stundenschleife, in dieser Reihenfolge:

  1. Direktdeckung über die Direktsenken des Feldes (bei „beides" mit Warmwasservorrang)
  2. Speicherladung über die Ladeaufträge, bis zur Abschaltschwelle des Speichers
  3. Überschuss — alles, was weder gedeckt noch gespeichert werden konnte, ist verworfen
Qpot(t) = Qdirekt(t) + Qlad(t) + Qüber(t)   (9)
Qnutz(t) = Qdirekt(t) + Qlad(t)   (10)

Ein Feld ohne Direktsenke deckt nichts und lädt ausschließlich. Mit dem Vorgaberang r = 10 ist die Solarthermie der erste Lader der Kaskade — vor Wärmepumpe (20), BHKW (30) und Heizkessel (40). Der Grund steht in der Rangfolge selbst: Ihre Grenzkosten sind praktisch null, und nicht genutzte Einstrahlung ist verloren. Wo am Speicher eine Reservezone gepflegt ist (die Abschaltschwelle für nachrangige Anlagen), laden die übrigen Erzeuger nur bis dorthin und lassen den oberen Teil für die Solarthermie frei.

Was der Speicher später an den Bedarf abgibt, wird dem Erzeuger zugerechnet, der geladen hat — die Solarthermie erhält davon ihren Anteil. Qdirekt plus dieser Anteil ist ihr Eigenanteil an der Bedarfsdeckung; der Restwärmebedarf wird ausdrücklich aus Qdirekt gebildet, sonst würde er negativ und die Deckung überschritte 100 %.

Grenzen und Annahmen

  • Die Arbeitstemperatur ist fest ϑSp = 50 °C. Der Wirkungsgrad (5) hängt damit
 nicht vom tatsächlichen Speicherzustand ab. Ein kalter Speicher am Morgen brächte real mehr
 Ertrag, ein voller weniger; das Modell rechnet beides gleich.
  • Die Leitungsverluste sind pauschal 8 % (fL = 0,92) und nicht einstellbar.
  • Keine Stagnation, keine Kollektorabschaltung. Wärme, die niemand aufnimmt, wird als
 Überschuss Qüber verworfen; eine Begrenzung der Kollektortemperatur oder ein
 Abschaltkriterium gibt es nicht.
  • Keine Solarkreispumpe. Ihr Stromverbrauch geht nicht in die Bilanz ein.
  • Kein Wärmeübertrager zum Speicher. Die Übertragung ist verlustfrei, abgesehen von
 fL.
  • Eine Ausrichtung je Feld. β und γ hängen an der Anlagenzeile.
  • Die Einstrahlung ist isotrop — anders als beim erweiterten PV-Modell gibt es hier keine
 Hay-Davies-Transposition; (1) ist die einzige Transpositionsformel dieser Seite.
  • Kdfu („Kdiff") rechnet nicht mit. Der Katalog führt den Wert und der
 Editor pflegt ihn; (5) benutzt nur h0, k1, k2 und
 Kdir50.
  • „Modulfläche" ist nicht die Rechengröße. In (7) steht die Aperturfläche mal der Anzahl
 Kollektoren; die Modulfläche ist Anzeige.
  • Vor- und Rücklauf des Katalogs sind die Vorbelegung: Beim Anlegen der Anlage im Projekt
 werden sie aus dem Katalogsatz übernommen und können dort für das Projekt geändert werden.
 Gerechnet wird mit den Werten der Projektzeile (Anlage), nicht mit dem Katalogsatz.
  • Die Solarthermie-Ganglinien sind kein Rechenweg. Die Zeitreihen, die sich einem Projekt
 zuordnen lassen, werden gepflegt, kopiert und exportiert — der Simulationslauf liest sie
 nicht. Er rechnet den Ertrag aus Klimadaten und Kollektorkennwerten. Wer eine gemessene
 Reihe einsetzen will, kann das über diesen Weg heute nicht.

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Simulationsergebnis, Reiter „Solarthermie" — je Kollektorfeld Name, Gesamtfläche
 Ages, Anzahl, nutzbarer Jahresertrag und verworfener Überschuss.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht" — der Deckungsanteil der Solarthermie an der
 Jahreswärme.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Wärmegang" — Qdirekt und Qlad im Stapel
 der Erzeuger.
  • Simulationsprotokoll — nicht lesbare Klimaregion, Felder ohne Senke.
  • Bericht und Wirtschaftlichkeit — der Ertrag als vermiedene Brennstoffmenge.

Bezüge