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Programm Dokumentation/Berechnung/Wärmepumpe: Unterschied zwischen den Versionen

Aus wiki.epos-plan.de
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
 
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
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<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Wärmepumpe | Stand: 2026-09-06 | Rechenkern:
<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Wärmepumpe | Stand: 2026-09-06 (Fassung 2: Formelzeichen und Notation) | Rechenkern:
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationWaermepumpe.cs, WaermequelleClass.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationWaermepumpe.cs, WaermequelleClass.cs,
     WaermequelleClass.Quellenwahl.cs, WaermesenkeClass.cs, ErdreichTemperatur.cs,
     WaermequelleClass.Quellenwahl.cs, WaermesenkeClass.cs, ErdreichTemperatur.cs,
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|-
|-
| Extrapolation erlaubt || — || Projekteinstellung; Vorbelegung „erlaubt"
| Extrapolation erlaubt || — || Projekteinstellung; Vorbelegung „erlaubt"
|}
== Formelzeichen und Parameter ==
Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: ''t'' ist die Stunde des Jahres (1…8&nbsp;760), ''P''
eine Leistung, ''Q'' eine Wärmemenge, ''E'' eine Strommenge, ''ϑ'' eine Temperatur in Grad Celsius.
Weil eine Stunde lang ist, sind Leistung und Energie zahlengleich. Die Leistungszahl heißt in der
Stunde '''COP''', über das Jahr '''JAZ'''.
=== Parameter ===
Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! Herkunft
|-
| ϑ<sub>u</sub>, ϑ<sub>o</sub> || Quelltemperatur der zwei Kennfeld-Stützstellen, zwischen denen ϑ<sub>Q</sub>(t) liegt || °C || Kennlinien-Editor (Projektkopie des Katalogkennfelds)
|-
| COP<sub>u</sub>, COP<sub>o</sub> || Leistungszahl an diesen zwei Stützstellen || — || derselbe Kennfeldsatz
|-
| P<sub>th,u</sub>, P<sub>th,o</sub> || thermische Leistung an diesen zwei Stützstellen || kW || derselbe Kennfeldsatz
|-
| P<sub>HS</sub> || Heizstableistung des Moduls || kW || Dialog „Wärmepumpe", Abschnitt „Kenndaten", Feld „P Heizstab"
|-
| ϑ<sub>biv</sub> || Bivalenztemperatur || °C || Abschnitt „Spitzenlast und Betrieb"; '''Vorbelegung: 0&nbsp;°C''' — sie gilt wörtlich
|-
| h<sub>von</sub>, h<sub>bis</sub> || Sperrzeitfenster des Energieversorgers || h || derselbe Abschnitt, Felder „von" und „bis"
|-
| ϑ<sub>VL</sub>, ϑ<sub>RL</sub> || Vorlauf- und Rücklauftemperatur der Anlage || °C || Dialog „Wärmepumpe", Abschnitt „Auslegung"
|-
| ϑ<sub>VL,Sp</sub>, ϑ<sub>RL,Sp</sub> || Vorlauf und Rücklauf des Quellpuffers || °C || Pufferspeicher (Projekt), Abschnitt „Eigenschaften"
|-
| COP<sub>HS</sub> || Leistungszahl des Heizstabs || — || '''Konstante: 1''' — eine kWh Wärme kostet eine kWh Strom
|-
| z || Verlegetiefe des Erdkollektors || m || Wärmequelle „Erdreich, Kollektor"; '''Vorgabe: 1,5&nbsp;m''' bei „Sand feucht"
|-
| r || Ladepriorität des Moduls in der Ladeordnung || — || Simulationskonfiguration; '''Vorgabe: 20''' (Solarthermie 10, BHKW 30, Heizkessel 40)
|-
| N<sub>max</sub> || größte Zahl Module je Projekt || Stück || '''Konstante: 10'''
|}
=== Variablen ===
Größen, die der Lauf je Stunde oder je Modul bildet.
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! berechnet in
|-
| t || Stunde des Jahres, 1…8&nbsp;760 || — || Laufindex der Stundenschleife
|-
| h<sub>T</sub>(t) || Tagesstunde, 0…23 || — || aus t
|-
| ϑ<sub>Luft</sub>(t) || Außentemperatur || °C || Klimadatenreihe (Eingang)
|-
| ϑ<sub>Q</sub>(t) || Quelltemperatur der Stunde || °C || Schritt 1, Quellentabelle; Rückfall (1)
|-
| COP(t) || Leistungszahl der Stunde || — || (2)
|-
| P<sub>th</sub>(t) || thermische Leistung der Stunde || kW || (3), gekürzt durch (5) und (7)
|-
| P<sub>el</sub>(t) || elektrische Leistung der Wärmepumpe || kW || (4), gekürzt durch (5) und (7)
|-
| Q<sub>Q</sub>(t) || Verdampferwärme, die die Quelle liefern muss || kWh || (6)
|-
| Q<sub>Sp</sub>(t) || Inhalt des Quellpuffers || kWh || Pufferspeicher (Eingang)
|-
| k(t) || Kürzungsfaktor bei erschöpfter Quelle || — || (7)
|-
| Q<sub>verf</sub>(t) || offener Bedarf der eigenen Senkenkette || kWh || Eingang aus der Kaskade
|-
| Q<sub>deck</sub>(t) || in dieser Stunde gedeckte Wärme || kWh || (8) bzw. (9)
|-
| E(t) || Strombedarf der Wärmepumpe in dieser Stunde || kWh || (8) bzw. (9)
|-
| Δh(t) || Zuwachs der Laufzeit — eine '''Vollbenutzungs'''stunde || h || (8) bzw. (9)
|-
| E<sub>PV</sub>(t) || noch freier PV-Überschuss der Stunde || kWh || Photovoltaikzweig (Eingang)
|-
| Q<sub>lad</sub>(t) || Ladepotenzial der Stunde || kWh || Schritt 5, Modustabelle; PV-Fall (10)
|-
| Q<sub>Rest</sub>(t) || nach Deckung, Ladung und Nachentladung offener Rest || kWh || Stundenschleife, vor dem Heizstab
|-
| Q<sub>HS</sub>(t) || Wärme des Heizstabs || kWh || (11)
|-
| E<sub>HS</sub>(t) || Strom des Heizstabs || kWh || (12)
|-
| Q<sub>a</sub> || Wärmeproduktion des Moduls im Jahr || kWh || Jahressumme
|-
| E<sub>a</sub> || Strombedarf der Wärmepumpe im Jahr || kWh || Jahressumme
|-
| E<sub>HS,a</sub> || Strombedarf des Heizstabs im Jahr || kWh || Jahressumme
|-
| ϑ<sub>biv,erg</sub> || ermittelter Bivalenzpunkt || °C || (13)
|-
| JAZ || Jahresarbeitszahl || — || (14)
|}
|}


== Rechenweg ==
== Rechenweg ==


Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''. Höchstens '''zehn''' Module je
Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''. Höchstens N<sub>max</sub> =
Projekt gehen in die Rechnung ein; sie arbeiten in jeder Stunde in Anlagenpriorität nacheinander.
'''zehn''' Module je Projekt gehen in die Rechnung ein; sie arbeiten in jeder Stunde in
Anlagenpriorität nacheinander.


=== Schritt 1 — Quelltemperatur je Stunde ===
=== Schritt 1 — Quelltemperatur je Stunde ===
Zeile 64: Zeile 160:


{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
! Wärmequelle !! Quelltemperatur der Stunde
! Wärmequelle !! Quelltemperatur ϑ<sub>Q</sub>(t)
|-
|-
| Außenluft || die Außentemperatur der Klimareihe
| Außenluft || ϑ<sub>Luft</sub>(t) aus der Klimareihe
|-
|-
| Konstante Temperatur || der eingegebene Wert, für alle 8&nbsp;760 Stunden
| Konstante Temperatur || der eingegebene Wert, für alle 8&nbsp;760 Stunden
Zeile 72: Zeile 168:
| Erdreich, Erdsonde || konstant über das Jahr, aus dem Jahresmittel der Außentemperatur plus dem geothermischen Anteil über die Sondenlänge (VDI 4640 Blatt 1)
| Erdreich, Erdsonde || konstant über das Jahr, aus dem Jahresmittel der Außentemperatur plus dem geothermischen Anteil über die Sondenlänge (VDI 4640 Blatt 1)
|-
|-
| Erdreich, Kollektor || Jahreswelle nach Kusuda über Verlegetiefe und Bodenart; ohne Werte gelten 1,5&nbsp;m und „Sand feucht"
| Erdreich, Kollektor || Jahreswelle nach Kusuda über die Verlegetiefe z und die Bodenart; ohne Werte gelten 1,5&nbsp;m und „Sand feucht"
|-
|-
| Quellprofil || 12 Monats-, 365 Tages- oder 8&nbsp;760 Stundenwerte, auf das Jahresraster gekachelt (die Tagesvariante kalenderunabhängig)
| Quellprofil || 12 Monats-, 365 Tages- oder 8&nbsp;760 Stundenwerte, auf das Jahresraster gekachelt (die Tagesvariante kalenderunabhängig)
Zeile 78: Zeile 174:
| CSV-Reihe || die eingelesene Reihe
| CSV-Reihe || die eingelesene Reihe
|-
|-
| Pufferspeicher || die gepflegte Quelltemperatur; sonst der Mittelwert (Vorlauf + Rücklauf)/2 des gewählten Puffers. Ist der Puffer zugleich Senke eines anderen Erzeugers, folgt die Temperatur '''stündlich''' dem Speicherzustand an der Entnahmehöhe
| Pufferspeicher || die gepflegte Quelltemperatur; sonst der Mittelwert (1). Ist der Puffer zugleich Senke eines anderen Erzeugers, folgt ϑ<sub>Q</sub>(t) '''stündlich''' dem Speicherzustand an der Entnahmehöhe
|}
|}
: <big>ϑ<sub>Q</sub>(t) = ( ϑ<sub>VL,Sp</sub> + ϑ<sub>RL,Sp</sub> ) / 2</big> &nbsp;&nbsp;(1)


Lässt sich eine Quelle nicht auflösen — kein Profil, keine lesbare Datei, kein gewählter Puffer —,
Lässt sich eine Quelle nicht auflösen — kein Profil, keine lesbare Datei, kein gewählter Puffer —,
Zeile 88: Zeile 186:


Das Kennfeld führt je Vorlauftemperatur Stützstellen aus Quelltemperatur, COP und thermischer
Das Kennfeld führt je Vorlauftemperatur Stützstellen aus Quelltemperatur, COP und thermischer
Leistung, nach Quelltemperatur absteigend. Zu einer Quelltemperatur ''T'':
Leistung, nach Quelltemperatur absteigend. Liegt ϑ<sub>Q</sub>(t) '''innerhalb''' des Feldes, wird
zwischen den zwei umgebenden Stützstellen linear interpoliert — getrennt für COP und für die
Leistung:
 
: <big>COP(t) = COP<sub>u</sub> + ( COP<sub>o</sub> − COP<sub>u</sub> ) · ( ϑ<sub>Q</sub>(t) − ϑ<sub>u</sub> ) / ( ϑ<sub>o</sub> − ϑ<sub>u</sub> )</big> &nbsp;&nbsp;(2)


T ≥ oberste Stützstelle  →  KAPPUNG auf deren COP und Leistung (keine Extrapolation nach oben)
: <big>P<sub>th</sub>(t) = P<sub>th,u</sub> + ( P<sub>th,o</sub> − P<sub>th,u</sub> ) · ( ϑ<sub>Q</sub>(t) − ϑ<sub>u</sub> ) / ( ϑ<sub>o</sub> − ϑ<sub>u</sub> )</big> &nbsp;&nbsp;(3)
T innerhalb des Feldes    →  lineare Interpolation zwischen den zwei umgebenden Stützstellen
                              — getrennt für COP und für die Leistung
T < unterste Stützstelle  →  siehe unten
nur EINE Stützstelle      →  deren Werte gelten konstant


P_el = P_therm / COP
: <big>P<sub>el</sub>(t) = P<sub>th</sub>(t) / COP(t)</big> &nbsp;&nbsp;(4)
 
Außerhalb des Feldes gilt:
 
{| class="wikitable"
! Lage von ϑ<sub>Q</sub>(t) !! was gilt
|-
| ϑ<sub>Q</sub>(t) ≥ oberste Stützstelle || '''Kappung''' auf deren COP und Leistung — keine Extrapolation nach oben
|-
| ϑ<sub>Q</sub>(t) < unterste Stützstelle || zwei Wege, siehe unten
|-
| nur EINE Stützstelle vorhanden || deren Werte gelten konstant
|}


'''Unterhalb der untersten Stützstelle''' gibt es zwei Wege:
'''Unterhalb der untersten Stützstelle''' gibt es zwei Wege:
Zeile 105: Zeile 215:
   Rücklaufniveau".
   Rücklaufniveau".
* Bei jeder anderen Quelle entscheidet die Projekteinstellung: '''erlaubt''' (Vorbelegung) heißt
* Bei jeder anderen Quelle entscheidet die Projekteinstellung: '''erlaubt''' (Vorbelegung) heißt
   lineare Extrapolation über die zwei untersten Stützstellen, einmal im Protokoll vermerkt;
   lineare Extrapolation nach (2) und (3) über die zwei untersten Stützstellen, einmal im Protokoll
  '''verboten''' bricht den Lauf mit einer Meldung ab, die Gerät und Untergrenze nennt.
  vermerkt; '''verboten''' bricht den Lauf mit einer Meldung ab, die Gerät und Untergrenze nennt.


Beide Kappungen werden je Modul gezählt und einmal am Laufende gemeldet — mit der Zahl der
Beide Kappungen werden je Modul gezählt und einmal am Laufende gemeldet — mit der Zahl der
Zeile 114: Zeile 224:
=== Schritt 3 — Betriebsarten und Sperrzeiten ===
=== Schritt 3 — Betriebsarten und Sperrzeiten ===


Auf das Kennfeldergebnis wirken drei Regeln, in dieser Reihenfolge:
Auf das Kennfeldergebnis wirken drei Regeln, in dieser Reihenfolge.


'''Bivalenter Betrieb''' — maßgeblich ist die '''Außentemperatur''', nicht der Bedarf:
'''Bivalenter Betrieb''' — maßgeblich ist die '''Außentemperatur''', nicht der Bedarf:


teilparallel →  T_außen ≤ Bivalenztemperatur : die Wärmepumpe ist aus
{| class="wikitable"
parallel     →  die Wärmepumpe läuft weiter, der zweite Erzeuger unterstützt
! Betriebsart !! Bedingung !! Wirkung
alternativ   →  T_außen < Bivalenztemperatur : die Wärmepumpe ist aus
|-
| teilparallel || ϑ<sub>Luft</sub>(t) ≤ ϑ<sub>biv</sub> || P<sub>th</sub>(t) = 0 und P<sub>el</sub>(t) = 0 — die Wärmepumpe ist aus
|-
| parallel || — || die Wärmepumpe läuft weiter, der zweite Erzeuger unterstützt
|-
| alternativ || ϑ<sub>Luft</sub>(t) < ϑ<sub>biv</sub> || P<sub>th</sub>(t) = 0 und P<sub>el</sub>(t) = 0
|}


Der Unterschied zwischen ≤ und < betrifft nur die Stunden mit exakter Gleichheit. Der
Der Unterschied zwischen ≤ und < betrifft nur die Stunden mit exakter Gleichheit. Der
Vorbelegungswert der Bivalenztemperatur ist 0&nbsp;°C; er gilt '''wörtlich''' — eine
Vorbelegungswert ϑ<sub>biv</sub> = 0&nbsp;°C gilt '''wörtlich''' — eine Ersatzregel für 0 würde die
Ersatzregel für 0 würde die Anlagen falsch rechnen, die diesen Wert bewusst führen. Steht eine
Anlagen falsch rechnen, die diesen Wert bewusst führen. Steht eine alternativ betriebene Anlage auf
alternativ betriebene Anlage auf 0&nbsp;°C, weist der Lauf einmalig darauf hin.
0&nbsp;°C, weist der Lauf einmalig darauf hin.
 
'''Sperrzeit''' — ist sie eingeschaltet und liegt die Tagesstunde im Fenster:


'''Sperrzeit''' — ist sie eingeschaltet und liegt die Tagesstunde im Fenster von…bis, sind
: <big>h<sub>von</sub> ≤ h<sub>T</sub>(t) < h<sub>bis</sub> &nbsp;→&nbsp; P<sub>th</sub>(t) = 0 , &nbsp;P<sub>el</sub>(t) = 0</big> &nbsp;&nbsp;(5)
thermische und elektrische Leistung 0.


'''Wärmequelle Pufferspeicher''' — die Verdampferwärme muss aus dem Speicher kommen:
'''Wärmequelle Pufferspeicher''' — die Verdampferwärme muss aus dem Speicher kommen:


Q_Quelle = P_therm − P_el
: <big>Q<sub>Q</sub>(t) = P<sub>th</sub>(t) − P<sub>el</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(6)
reicht der Speicherinhalt nicht: Faktor = SOC / Q_Quelle
 
                                  P_therm und P_el werden mit dem Faktor gekürzt
: <big>Q<sub>Sp</sub>(t) < Q<sub>Q</sub>(t) &nbsp;→&nbsp; k(t) = Q<sub>Sp</sub>(t) / Q<sub>Q</sub>(t) , &nbsp;P<sub>th</sub>(t) ← P<sub>th</sub>(t) · k(t) , &nbsp;P<sub>el</sub>(t) ← P<sub>el</sub>(t) · k(t)</big> &nbsp;&nbsp;(7)


Die tatsächlich entnommene Quellwärme wird dem Speicher abgezogen. Ist der Quellpuffer zugleich
Die tatsächlich entnommene Quellwärme wird dem Speicher abgezogen. Ist der Quellpuffer zugleich
Zeile 143: Zeile 260:
=== Schritt 4 — Bedarfsdeckung ===
=== Schritt 4 — Bedarfsdeckung ===


Gedeckt wird '''nur über Direktsenken'''; eine Anlage ohne Direktsenke lädt ausschließlich.
Gedeckt wird '''nur über Direktsenken'''; eine Anlage ohne Direktsenke lädt ausschließlich. Bei
einer reinen Ladeanlage tritt an die Stelle von Q<sub>verf</sub>(t) der Bilanzraum des Puffers.


verfügbar = offener Bedarf der eigenen Senkenkette (bei reiner Ladeanlage: Bilanzraum des Puffers)
: <big>P<sub>th</sub>(t) < Q<sub>verf</sub>(t) &nbsp;→&nbsp; Q<sub>deck</sub>(t) = P<sub>th</sub>(t) , &nbsp;E(t) = P<sub>el</sub>(t) , &nbsp;Δh(t) = 1</big> &nbsp;&nbsp;(8)


P_therm < verfügbar?
: <big>P<sub>th</sub>(t) ≥ Q<sub>verf</sub>(t) &nbsp;→&nbsp; Q<sub>deck</sub>(t) = Q<sub>verf</sub>(t) , &nbsp;E(t) = Q<sub>verf</sub>(t) / COP(t) , &nbsp;Δh(t) = Q<sub>verf</sub>(t) / P<sub>th</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(9)
  ja  → es wird P_therm gedeckt, Strom = P_el, Laufzeit + 1
  nein →  es wird "verfügbar" gedeckt, Strom = verfügbar / COP,
          Laufzeit + verfügbar / P_therm


Die Laufzeit wird also als '''Vollbenutzungsstunde''' geführt, nicht als Betriebsstunde.
Die Laufzeit wird also als '''Vollbenutzungsstunde''' geführt, nicht als Betriebsstunde. Ist
P<sub>th</sub>(t) durch (5) oder (7) auf 0 gefallen, wächst sie nicht.


=== Schritt 5 — Ladepotenzial und Leistungssteuerung ===
=== Schritt 5 — Ladepotenzial und Leistungssteuerung ===
Zeile 159: Zeile 275:


{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
! Modus !! Ladepotenzial der Stunde
! Modus !! Ladepotenzial Q<sub>lad</sub>(t)
|-
|-
| laufzeitoptimiert (Vorgabe, auch bei unbekanntem Wert) || die volle thermische Leistung — lange Laufzeiten, wenig Takten
| laufzeitoptimiert (Vorgabe, auch bei unbekanntem Wert) || die volle thermische Leistung P<sub>th</sub>(t) — lange Laufzeiten, wenig Takten
|-
|-
| leistungsoptimiert || '''keines''' — die Wärmepumpe moduliert auf den Bedarf. '''Ausnahme:''' eine reine Ladeanlage ohne Direktsenke lädt wie im laufzeitoptimierten Fall, sonst stünde sie still
| leistungsoptimiert || '''0''' — die Wärmepumpe moduliert auf den Bedarf. '''Ausnahme:''' eine reine Ladeanlage ohne Direktsenke lädt wie im laufzeitoptimierten Fall, sonst stünde sie still
|-
|-
| PV-optimiert || begrenzt auf den PV-Überschuss der Stunde: <code>min(P_therm ; PV-Rest · COP)</code>; sonst wie leistungsoptimiert
| PV-optimiert || begrenzt auf den PV-Überschuss der Stunde nach (10); sonst wie leistungsoptimiert
|}
|}
: <big>Q<sub>lad</sub>(t) ≤ min( P<sub>th</sub>(t) ; E<sub>PV</sub>(t) · COP(t) )</big> &nbsp;&nbsp;(10)


Das PV-Budget wird '''hier nicht verbraucht''' — es geht nur als Obergrenze ein. Abgebucht wird
Das PV-Budget wird '''hier nicht verbraucht''' — es geht nur als Obergrenze ein. Abgebucht wird
Zeile 172: Zeile 290:
zweite Modul verbraucht, ohne dass eine kWh PV-Strom geflossen wäre.
zweite Modul verbraucht, ohne dass eine kWh PV-Strom geflossen wäre.


Mit dem Vorgaberang '''20''' lädt die Wärmepumpe nach der Solarthermie (10), aber vor BHKW (30) und
Mit dem Vorgaberang r = '''20''' lädt die Wärmepumpe nach der Solarthermie (10), aber vor BHKW (30)
Heizkessel (40) — sie profitiert vom leeren Speicher.
und Heizkessel (40) — sie profitiert vom leeren Speicher.


=== Schritt 6 — Heizstab ===
=== Schritt 6 — Heizstab ===
Zeile 182: Zeile 300:
seine Heizstableistung begrenzt:
seine Heizstableistung begrenzt:


Menge = min( offener Rest ; Heizstableistung des Moduls )
: <big>Q<sub>HS</sub>(t) = min( Q<sub>Rest</sub>(t) ; P<sub>HS</sub> )</big> &nbsp;&nbsp;(11)
 
: <big>E<sub>HS</sub>(t) = Q<sub>HS</sub>(t) / COP<sub>HS</sub> = Q<sub>HS</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(12)


Seine Wärme kostet Strom im Verhältnis '''1:1''' — der Heizstab hat keine Leistungszahl. Der
Seine Wärme kostet Strom im Verhältnis '''1:1''' — der Heizstab hat keine Leistungszahl. Der
Zeile 192: Zeile 312:
Außentemperatur, bei der nach Deckung, Ladung und Nachentladung noch Wärmebedarf offen blieb —
Außentemperatur, bei der nach Deckung, Ladung und Nachentladung noch Wärmebedarf offen blieb —
gemessen vor dem Heizstab.
gemessen vor dem Heizstab.
: <big>ϑ<sub>biv,erg</sub> = max { ϑ<sub>Luft</sub>(t) &nbsp;|&nbsp; Q<sub>Rest</sub>(t) > 0 }</big> &nbsp;&nbsp;(13)


Die '''Jahresarbeitszahl''' wird aus den Jahressummen gebildet und schließt den Heizstab ein:
Die '''Jahresarbeitszahl''' wird aus den Jahressummen gebildet und schließt den Heizstab ein:


JAZ = Wärmeproduktion / (Strom der Wärmepumpe + Strom des Heizstabs)
: <big>JAZ = Q<sub>a</sub> / ( E<sub>a</sub> + E<sub>HS,a</sub> )</big> &nbsp;&nbsp;(14)


== Grenzen und Annahmen ==
== Grenzen und Annahmen ==
Zeile 206: Zeile 328:
   ausweist, gilt.
   ausweist, gilt.
* '''Keine Vorlauftemperatur-Regelung im Lauf.''' Das Kennfeld wird zu der Vorlauftemperatur
* '''Keine Vorlauftemperatur-Regelung im Lauf.''' Das Kennfeld wird zu der Vorlauftemperatur
   ausgewertet, die an der Anlage steht; eine witterungsgeführte Heizkurve gibt es nicht.
   ϑ<sub>VL</sub> ausgewertet, die an der Anlage steht; eine witterungsgeführte Heizkurve gibt es
  nicht.
* '''Kein Kühlbetrieb''' in der Jahressimulation. Ein Kühlkennfeld lässt sich pflegen, es geht in
* '''Kein Kühlbetrieb''' in der Jahressimulation. Ein Kühlkennfeld lässt sich pflegen, es geht in
   die Wärmebilanz nicht ein.
   die Wärmebilanz nicht ein.
* '''Der Heizstab hat keinen eigenen Wirkungsgrad''' — eine kWh Wärme kostet eine kWh Strom.
* '''Der Heizstab hat keinen eigenen Wirkungsgrad''' — COP<sub>HS</sub> = 1 nach (12).
* '''Fünf Katalogspalten hat kein Leser''' (Befund W14a‑E‑8‑B2): Länge, Breite, Höhe, Gewicht und
* '''Fünf Katalogspalten hat kein Leser''' (Befund W14a‑E‑8‑B2): Länge, Breite, Höhe, Gewicht und
   Raumbedarf kommen aus dem VDI‑3805-Import, werden ins Projekt kopiert und im ganzen Bestand
   Raumbedarf kommen aus dem VDI‑3805-Import, werden ins Projekt kopiert und im ganzen Bestand
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* '''Höchstens zehn Module''' je Projekt.
* '''Höchstens zehn Module''' je Projekt.
* '''Strompreis, Wärmepumpentarif und Kapitaldienst''' gehören zur Wirtschaftlichkeit; der Lauf
* '''Strompreis, Wärmepumpentarif und Kapitaldienst''' gehören zur Wirtschaftlichkeit; der Lauf
   liefert ihr die Strommengen.
   liefert ihr die Strommengen E<sub>a</sub> und E<sub>HS,a</sub>.


== Ergebnisse und wo sie stehen ==
== Ergebnisse und wo sie stehen ==
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* '''Simulationsergebnis, Reiter „Wärmepumpe"''' — je Modul Wärmeproduktion, Strombedarf,
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Wärmepumpe"''' — je Modul Wärmeproduktion, Strombedarf,
   Laufzeit und Heizstabanteil; dazu die Ganglinien von Produktion, Strombedarf und
   Laufzeit und Heizstabanteil; dazu die Ganglinien von Produktion, Strombedarf und
   Quelltemperatur.
   Quelltemperatur ϑ<sub>Q</sub>.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — Deckungsanteil, Jahresarbeitszahl,
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — Deckungsanteil, Jahresarbeitszahl JAZ,
   Vollbenutzungsstunden und der Stromverbrauch des Heizstabs.
   Vollbenutzungsstunden und der Stromverbrauch des Heizstabs.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis"''' — der Anteil der Wärmepumpe am Strombedarf.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis"''' — der Anteil der Wärmepumpe am Strombedarf.

Version vom 6. September 2026, 20:29 Uhr


Was berechnet wird

Die Wärmepumpe hebt Umweltwärme auf Nutztemperatur. Der Lauf ermittelt für jede Stunde aus der Quelltemperatur und dem Kennfeld des Geräts die Leistungszahl (COP) und die thermische Leistung, deckt damit den offenen Bedarf, lädt Pufferspeicher und schreibt den zugehörigen Strombedarf fort. Dazu kommen der Heizstab als letzte Deckungsstufe, die Bivalenzregelung gegen einen zweiten Erzeuger und die Sperrzeiten des Energieversorgers.

Ergebnisgrößen sind die Wärmeproduktion, der Strombedarf der Wärmepumpe, der Strombedarf des Heizstabs, die Laufzeit, der ermittelte Bivalenzpunkt und die daraus gebildete Jahresarbeitszahl.

Eingangsgrößen

Größe Einheit Herkunft im Programm
Offener Wärmebedarf je Kanal kWh je Stunde Ergebnis der vorgelagerten Kaskadenstufen
Außentemperatur °C Klimadatenreihe der Klimaregion, 8 760 Stundenwerte
Kennfeld: Quelltemperatur, COP, thermische Leistung je Vorlauftemperatur °C, —, kW Kennlinien-Editor der Wärmepumpe (Projektkopie des Katalogkennfelds)
Bauart (Luft/Wasser, Sole/Wasser, …) — Wärmepumpenkatalog, Feld „Typ"
Nennleistung kW Wärmepumpenkatalog
Heizstableistung kW Dialog „Wärmepumpe", Abschnitt „Kenndaten", Feld „P Heizstab"
Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur °C Dialog „Wärmepumpe", Abschnitt „Auslegung"
Heizstab ein/aus — Abschnitt „Spitzenlast und Betrieb", Schalter „Heizstab"
Sperrzeit ein/aus, von, bis —, h derselbe Abschnitt
Bivalenter Betrieb, Betriebsart, Bivalenztemperatur —, °C derselbe Abschnitt; die Bivalenztemperatur erscheint nur, wenn sie rechenwirksam ist
Wärmequelle (Außenluft, konstant, Erdreich, Quellprofil, CSV-Reihe, Pufferspeicher) — Simulationskonfiguration, Karte der Anlage, Chip „Wärmequelle"
Leistungssteuerung (laufzeit-, leistungs- oder PV-optimiert) — Simulationskonfiguration, Chip „Betriebsmodus"
Wärmesenken und Ladeaufträge — Simulationskonfiguration, Chips „Wärmesenke" und „Pufferspeicher"
Anlagenpriorität, Ladepriorität 1…99 Simulationskonfiguration; Vorgabe 20 für die Wärmepumpe
Extrapolation erlaubt — Projekteinstellung; Vorbelegung „erlaubt"

Formelzeichen und Parameter

Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: t ist die Stunde des Jahres (1…8 760), P eine Leistung, Q eine Wärmemenge, E eine Strommenge, ϑ eine Temperatur in Grad Celsius. Weil eine Stunde lang ist, sind Leistung und Energie zahlengleich. Die Leistungszahl heißt in der Stunde COP, über das Jahr JAZ.

Parameter

Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
ϑu, ϑo Quelltemperatur der zwei Kennfeld-Stützstellen, zwischen denen ϑQ(t) liegt °C Kennlinien-Editor (Projektkopie des Katalogkennfelds)
COPu, COPo Leistungszahl an diesen zwei Stützstellen — derselbe Kennfeldsatz
Pth,u, Pth,o thermische Leistung an diesen zwei Stützstellen kW derselbe Kennfeldsatz
PHS Heizstableistung des Moduls kW Dialog „Wärmepumpe", Abschnitt „Kenndaten", Feld „P Heizstab"
ϑbiv Bivalenztemperatur °C Abschnitt „Spitzenlast und Betrieb"; Vorbelegung: 0 °C — sie gilt wörtlich
hvon, hbis Sperrzeitfenster des Energieversorgers h derselbe Abschnitt, Felder „von" und „bis"
ϑVL, ϑRL Vorlauf- und Rücklauftemperatur der Anlage °C Dialog „Wärmepumpe", Abschnitt „Auslegung"
ϑVL,Sp, ϑRL,Sp Vorlauf und Rücklauf des Quellpuffers °C Pufferspeicher (Projekt), Abschnitt „Eigenschaften"
COPHS Leistungszahl des Heizstabs — Konstante: 1 — eine kWh Wärme kostet eine kWh Strom
z Verlegetiefe des Erdkollektors m Wärmequelle „Erdreich, Kollektor"; Vorgabe: 1,5 m bei „Sand feucht"
r Ladepriorität des Moduls in der Ladeordnung — Simulationskonfiguration; Vorgabe: 20 (Solarthermie 10, BHKW 30, Heizkessel 40)
Nmax größte Zahl Module je Projekt Stück Konstante: 10

Variablen

Größen, die der Lauf je Stunde oder je Modul bildet.

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
t Stunde des Jahres, 1…8 760 — Laufindex der Stundenschleife
hT(t) Tagesstunde, 0…23 — aus t
ϑLuft(t) Außentemperatur °C Klimadatenreihe (Eingang)
ϑQ(t) Quelltemperatur der Stunde °C Schritt 1, Quellentabelle; Rückfall (1)
COP(t) Leistungszahl der Stunde — (2)
Pth(t) thermische Leistung der Stunde kW (3), gekürzt durch (5) und (7)
Pel(t) elektrische Leistung der Wärmepumpe kW (4), gekürzt durch (5) und (7)
QQ(t) Verdampferwärme, die die Quelle liefern muss kWh (6)
QSp(t) Inhalt des Quellpuffers kWh Pufferspeicher (Eingang)
k(t) Kürzungsfaktor bei erschöpfter Quelle — (7)
Qverf(t) offener Bedarf der eigenen Senkenkette kWh Eingang aus der Kaskade
Qdeck(t) in dieser Stunde gedeckte Wärme kWh (8) bzw. (9)
E(t) Strombedarf der Wärmepumpe in dieser Stunde kWh (8) bzw. (9)
Δh(t) Zuwachs der Laufzeit — eine Vollbenutzungsstunde h (8) bzw. (9)
EPV(t) noch freier PV-Überschuss der Stunde kWh Photovoltaikzweig (Eingang)
Qlad(t) Ladepotenzial der Stunde kWh Schritt 5, Modustabelle; PV-Fall (10)
QRest(t) nach Deckung, Ladung und Nachentladung offener Rest kWh Stundenschleife, vor dem Heizstab
QHS(t) Wärme des Heizstabs kWh (11)
EHS(t) Strom des Heizstabs kWh (12)
Qa Wärmeproduktion des Moduls im Jahr kWh Jahressumme
Ea Strombedarf der Wärmepumpe im Jahr kWh Jahressumme
EHS,a Strombedarf des Heizstabs im Jahr kWh Jahressumme
ϑbiv,erg ermittelter Bivalenzpunkt °C (13)
JAZ Jahresarbeitszahl — (14)

Rechenweg

Gerechnet wird im festen Jahresraster von 8 760 Stunden. Höchstens Nmax = zehn Module je Projekt gehen in die Rechnung ein; sie arbeiten in jeder Stunde in Anlagenpriorität nacheinander.

Schritt 1 — Quelltemperatur je Stunde

Sie entscheidet über alles Weitere. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe nimmt immer die Außentemperatur; sonst gilt die eingestellte Wärmequelle:

Wärmequelle Quelltemperatur ϑQ(t)
Außenluft ϑLuft(t) aus der Klimareihe
Konstante Temperatur der eingegebene Wert, für alle 8 760 Stunden
Erdreich, Erdsonde konstant über das Jahr, aus dem Jahresmittel der Außentemperatur plus dem geothermischen Anteil über die Sondenlänge (VDI 4640 Blatt 1)
Erdreich, Kollektor Jahreswelle nach Kusuda über die Verlegetiefe z und die Bodenart; ohne Werte gelten 1,5 m und „Sand feucht"
Quellprofil 12 Monats-, 365 Tages- oder 8 760 Stundenwerte, auf das Jahresraster gekachelt (die Tagesvariante kalenderunabhängig)
CSV-Reihe die eingelesene Reihe
Pufferspeicher die gepflegte Quelltemperatur; sonst der Mittelwert (1). Ist der Puffer zugleich Senke eines anderen Erzeugers, folgt ϑQ(t) stündlich dem Speicherzustand an der Entnahmehöhe
ϑQ(t) = ( ϑVL,Sp + ϑRL,Sp ) / 2   (1)

Lässt sich eine Quelle nicht auflösen — kein Profil, keine lesbare Datei, kein gewählter Puffer —, gilt ersatzweise die Außentemperatur, und der Lauf sagt es im Protokoll. Das ist eine Ersatzannahme mit voller Wirkung auf die Jahresarbeitszahl.

Schritt 2 — Kennfeldauswertung

Das Kennfeld führt je Vorlauftemperatur Stützstellen aus Quelltemperatur, COP und thermischer Leistung, nach Quelltemperatur absteigend. Liegt ϑQ(t) innerhalb des Feldes, wird zwischen den zwei umgebenden Stützstellen linear interpoliert — getrennt für COP und für die Leistung:

COP(t) = COPu + ( COPo − COPu ) · ( ϑQ(t) − ϑu ) / ( ϑo − ϑu )   (2)
Pth(t) = Pth,u + ( Pth,o − Pth,u ) · ( ϑQ(t) − ϑu ) / ( ϑo − ϑu )   (3)
Pel(t) = Pth(t) / COP(t)   (4)

Außerhalb des Feldes gilt:

Lage von ϑQ(t) was gilt
ϑQ(t) ≥ oberste Stützstelle Kappung auf deren COP und Leistung — keine Extrapolation nach oben
ϑQ(t) < unterste Stützstelle zwei Wege, siehe unten
nur EINE Stützstelle vorhanden deren Werte gelten konstant

Unterhalb der untersten Stützstelle gibt es zwei Wege:

  • Bei einer temperaturgekoppelten Puffer-Quelle (Booster) wird auf die unterste Stützstelle
 gekappt. Eine lineare Verlängerung der Herstellerkennlinie wäre dort eine erfundene
 Betriebskennzahl — der Fall heißt nicht „Extremkälte", sondern „der Quellpuffer steht gerade auf
 Rücklaufniveau".
  • Bei jeder anderen Quelle entscheidet die Projekteinstellung: erlaubt (Vorbelegung) heißt
 lineare Extrapolation nach (2) und (3) über die zwei untersten Stützstellen, einmal im Protokoll
 vermerkt; verboten bricht den Lauf mit einer Meldung ab, die Gerät und Untergrenze nennt.

Beide Kappungen werden je Modul gezählt und einmal am Laufende gemeldet — mit der Zahl der betroffenen Stunden und dem Temperaturbereich. Bei einem Booster (Quelle 30…50 °C, Herstellerkennlinien meist bis rund 20 °C) ist die Kappung nach oben der Normalfall.

Schritt 3 — Betriebsarten und Sperrzeiten

Auf das Kennfeldergebnis wirken drei Regeln, in dieser Reihenfolge.

Bivalenter Betrieb — maßgeblich ist die Außentemperatur, nicht der Bedarf:

Betriebsart Bedingung Wirkung
teilparallel ϑLuft(t) ≤ ϑbiv Pth(t) = 0 und Pel(t) = 0 — die Wärmepumpe ist aus
parallel — die Wärmepumpe läuft weiter, der zweite Erzeuger unterstützt
alternativ ϑLuft(t) < ϑbiv Pth(t) = 0 und Pel(t) = 0

Der Unterschied zwischen ≤ und < betrifft nur die Stunden mit exakter Gleichheit. Der Vorbelegungswert ϑbiv = 0 °C gilt wörtlich — eine Ersatzregel für 0 würde die Anlagen falsch rechnen, die diesen Wert bewusst führen. Steht eine alternativ betriebene Anlage auf 0 °C, weist der Lauf einmalig darauf hin.

Sperrzeit — ist sie eingeschaltet und liegt die Tagesstunde im Fenster:

hvon ≤ hT(t) < hbis  →  Pth(t) = 0 ,  Pel(t) = 0   (5)

Wärmequelle Pufferspeicher — die Verdampferwärme muss aus dem Speicher kommen:

QQ(t) = Pth(t) − Pel(t)   (6)
QSp(t) < QQ(t)  →  k(t) = QSp(t) / QQ(t) ,  Pth(t) ← Pth(t) · k(t) ,  Pel(t) ← Pel(t) · k(t)   (7)

Die tatsächlich entnommene Quellwärme wird dem Speicher abgezogen. Ist der Quellpuffer zugleich Senke eines anderen Erzeugers, wird die Entnahme diesem gutgeschrieben und der Wärmepumpe entsprechend von ihrer Direktdeckung abgezogen — sonst wäre dieselbe kWh zweimal als Deckung ausgewiesen.

Schritt 4 — Bedarfsdeckung

Gedeckt wird nur über Direktsenken; eine Anlage ohne Direktsenke lädt ausschließlich. Bei einer reinen Ladeanlage tritt an die Stelle von Qverf(t) der Bilanzraum des Puffers.

Pth(t) < Qverf(t)  →  Qdeck(t) = Pth(t) ,  E(t) = Pel(t) ,  Δh(t) = 1   (8)
Pth(t) ≥ Qverf(t)  →  Qdeck(t) = Qverf(t) ,  E(t) = Qverf(t) / COP(t) ,  Δh(t) = Qverf(t) / Pth(t)   (9)

Die Laufzeit wird also als Vollbenutzungsstunde geführt, nicht als Betriebsstunde. Ist Pth(t) durch (5) oder (7) auf 0 gefallen, wächst sie nicht.

Schritt 5 — Ladepotenzial und Leistungssteuerung

Was über den Momentanbedarf hinaus erzeugt werden darf, entscheidet der Betriebsmodus:

Modus Ladepotenzial Qlad(t)
laufzeitoptimiert (Vorgabe, auch bei unbekanntem Wert) die volle thermische Leistung Pth(t) — lange Laufzeiten, wenig Takten
leistungsoptimiert 0 — die Wärmepumpe moduliert auf den Bedarf. Ausnahme: eine reine Ladeanlage ohne Direktsenke lädt wie im laufzeitoptimierten Fall, sonst stünde sie still
PV-optimiert begrenzt auf den PV-Überschuss der Stunde nach (10); sonst wie leistungsoptimiert
Qlad(t) ≤ min( Pth(t) ; EPV(t) · COP(t) )   (10)

Das PV-Budget wird hier nicht verbraucht — es geht nur als Obergrenze ein. Abgebucht wird erst in der Ladephase, und zwar um die tatsächlich geladene Menge: Sonst wäre das Budget für das zweite Modul verbraucht, ohne dass eine kWh PV-Strom geflossen wäre.

Mit dem Vorgaberang r = 20 lädt die Wärmepumpe nach der Solarthermie (10), aber vor BHKW (30) und Heizkessel (40) — sie profitiert vom leeren Speicher.

Schritt 6 — Heizstab

Der Heizstab ist die letzte Stufe der Stunde: nach Bedarfsdeckung, Ladephase und Nachentladung, vor dem Stundenabschluss. Er läuft nur, wenn er eingeschaltet ist, sieht den aggregierten offenen Rest (Heizung und Warmwasser, mit Warmwasservorrang) und ist je Modul auf seine Heizstableistung begrenzt:

QHS(t) = min( QRest(t) ; PHS )   (11)
EHS(t) = QHS(t) / COPHS = QHS(t)   (12)

Seine Wärme kostet Strom im Verhältnis 1:1 — der Heizstab hat keine Leistungszahl. Der Strombedarf der Wärmepumpe und der des Heizstabs gehen beide in den Strombedarf des Projekts ein.

Schritt 7 — Bivalenzpunkt und Jahresarbeitszahl

Der ausgewiesene Bivalenzpunkt ist ein Ergebnis, keine Eingabe: die höchste Außentemperatur, bei der nach Deckung, Ladung und Nachentladung noch Wärmebedarf offen blieb — gemessen vor dem Heizstab.

ϑbiv,erg = max { ϑLuft(t)  |  QRest(t) > 0 }   (13)

Die Jahresarbeitszahl wird aus den Jahressummen gebildet und schließt den Heizstab ein:

JAZ = Qa / ( Ea + EHS,a )   (14)

Grenzen und Annahmen

  • Keine Taktung, kein An/Aus innerhalb der Stunde. Eine Stunde ist voll, moduliert oder aus;
 Mindestlaufzeiten, Mindestpausen und Anlaufverluste bildet das Modell nicht ab.
  • Keine Extrapolation nach oben. Oberhalb der obersten Stützstelle gilt deren COP —
 konservativ, aber es gibt dort keine Herstellerdaten.
  • Keine Abtauverluste und keine Feuchtekorrektur bei Luft/Wasser-Geräten. Was das Kennfeld
 ausweist, gilt.
  • Keine Vorlauftemperatur-Regelung im Lauf. Das Kennfeld wird zu der Vorlauftemperatur
 ϑVL ausgewertet, die an der Anlage steht; eine witterungsgeführte Heizkurve gibt es
 nicht.
  • Kein Kühlbetrieb in der Jahressimulation. Ein Kühlkennfeld lässt sich pflegen, es geht in
 die Wärmebilanz nicht ein.
  • Der Heizstab hat keinen eigenen Wirkungsgrad — COPHS = 1 nach (12).
  • Fünf Katalogspalten hat kein Leser (Befund W14a‑E‑8‑B2): Länge, Breite, Höhe, Gewicht und
 Raumbedarf kommen aus dem VDI‑3805-Import, werden ins Projekt kopiert und im ganzen Bestand
 nirgends gelesen. Sie sind die einzigen Spalten aller sieben Gerätekataloge ohne jede Verwendung.
  • Höchstens zehn Module je Projekt.
  • Strompreis, Wärmepumpentarif und Kapitaldienst gehören zur Wirtschaftlichkeit; der Lauf
 liefert ihr die Strommengen Ea und EHS,a.

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Simulationsergebnis, Reiter „Wärmepumpe" — je Modul Wärmeproduktion, Strombedarf,
 Laufzeit und Heizstabanteil; dazu die Ganglinien von Produktion, Strombedarf und
 Quelltemperatur ϑQ.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht" — Deckungsanteil, Jahresarbeitszahl JAZ,
 Vollbenutzungsstunden und der Stromverbrauch des Heizstabs.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis" — der Anteil der Wärmepumpe am Strombedarf.
  • Simulationsprotokoll — Kappungen nach oben und unten mit Stundenzahl und Temperaturbereich,
 Extrapolationshinweis, nicht auflösbare Quellen, Bivalenztemperatur auf dem Vorbelegungswert.
  • Bericht und Wirtschaftlichkeit — Strommengen, JAZ und Vollbenutzungsstunden.

Bezüge