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Programm Dokumentation/Berechnung/Wärmequelle Erdreich: Unterschied zwischen den Versionen

Aus wiki.epos-plan.de
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
 
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
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<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Wärmequelle Erdreich | Stand: 2026-09-06 | Rechenkern:
<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Wärmequelle Erdreich | Stand: 2026-09-06 (Fassung 2: Formelzeichen und Notation) | Rechenkern:
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/ErdreichTemperatur.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/VDI4640Pruefung.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/ErdreichTemperatur.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/VDI4640Pruefung.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/ErdreichAuswertung.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/WaermequelleClass.cs -->
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/ErdreichAuswertung.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/WaermequelleClass.cs -->
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|-
|-
| Waermeproduktion und Strombedarf der Waermepumpe || kW je Stunde || Ergebnis des Simulationslaufs
| Waermeproduktion und Strombedarf der Waermepumpe || kW je Stunde || Ergebnis des Simulationslaufs
|}
== Formelzeichen und Parameter ==
=== Parameter ===
Was in die Rechnung hereinkommt:
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! Herkunft
|-
| t || Stunde des Jahres, t = 1 … 8 760 || — || Zeitraster (Konstante: 8 760 Stunden je Jahr)
|-
| ω || Kreisfrequenz des Jahresgangs || 1/h || Konstante: 2π / 8 760 = 7,1725 · 10<sup>−4</sup>
|-
| ϑ<sub>a</sub>(t) || Aussentemperatur der Klimaregion || °C || Klimaregion des Projekts, 8 760 Stundenwerte in Ortszeit
|-
| z || Verlegetiefe des Kollektors || m || Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Verlegetiefe"; Vorgabe: 1,5 m
|-
| ℓ<sub>S</sub> || Laenge je Sonde || m || Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Länge je Sonde"
|-
| n<sub>S</sub> || Anzahl Sonden || — || Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Anzahl Sonden"
|-
| A<sub>K</sub> || Kollektorflaeche || m² || Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Fläche"
|-
| λ || Waermeleitfaehigkeit des Untergrunds || W/(m·K) || Bodentypkatalog nach VDI 4640 Blatt 1, Tabelle 1; Vorgabe: Sand feucht, λ = 1,4
|-
| ρ·c<sub>p</sub> || volumenbezogene Waermekapazitaet des Untergrunds || MJ/(m³·K) || derselbe Katalog; Vorgabe: Sand feucht, 1,90
|-
| Δϑ || nutzbare Spreizung der Quelle || K || Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Nutzbare Spreizung"; Vorgabe: 5 K
|-
| P<sub>th,WP</sub>(t), P<sub>el,WP</sub>(t) || Waermeproduktion und Stromaufnahme der Waermepumpe || kW || Ergebnis des Simulationslaufs
|-
| n<sub>Betrieb</sub> || Betriebsstunden der Waermepumpe im Lauf || h/a || Ergebnis des Simulationslaufs
|-
| q<sub>A,zul</sub>, e<sub>A,zul</sub> || zulaessige Entzugsleistung und Entzugsenergie des Kollektors || W/m², kWh/(m²·a) || VDI 4640 Blatt 2, Tabelle A2 (15 Klimazonen × 4 Bodenarten, vollstaendig hinterlegt)
|-
| q<sub>B,zul</sub> || zulaessige spezifische Entzugsleistung der Sonde || W/m || VDI 4640 Blatt 2, Tabelle B2 (Auszug, siehe Schritt 8)
|-
| 1,5 || Oberflaechenoffset der Sondentemperatur || K || Konstante, VDI 4640 Blatt 1
|-
| 0,03 || geothermischer Gradient || K/m || Konstante, VDI 4640 Blatt 1
|-
| 20 || Untergrenze der neutralen Zone || m || Konstante, VDI 4640 Blatt 1
|-
| 0,05 || Frostschwelle als Anteil der Betriebsstunden || — || Konstante des Rechenkerns (5 %)
|}
=== Variablen ===
Was die Rechnung selbst bildet:
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! berechnet in
|-
| ϑ<sub>m</sub> || Jahresmittel der Aussenluft; Ersatzwert 9,5 °C || °C || (1)
|-
| a<sub>1</sub>, b<sub>1</sub> || Koeffizienten der Ausgleichsrechnung gegen Kosinus und Sinus || K || Ausgleichsrechnung in Schritt 1
|-
| A || Amplitude des Jahresgangs; Ersatzwert 8,5 K || K || (2)
|-
| t<sub>min</sub> || Stunde des Jahresminimums; Ersatzwert 480 h || h || (3)
|-
| a || Temperaturleitfaehigkeit des Untergrunds || m²/s || (4)
|-
| d || Daempfungstiefe || m || (5)
|-
| ϑ<sub>K</sub>(z, t) || Quelltemperatur des Erdkollektors || °C || (6)
|-
| ϑ<sub>S</sub> || Quelltemperatur der Erdsonde, ueber das Jahr konstant || °C || (7)
|-
| ϑ<sub>Q</sub>(t) || Quelltemperatur der Anlage — ϑ<sub>K</sub>(z, t) oder ϑ<sub>S</sub> || °C || (6) bzw. (7)
|-
| P<sub>Q</sub>(t) || Entzugsleistung der Stunde t || kW || (8)
|-
| Q<sub>Q,a</sub> || Jahresentzugsarbeit || kWh/a || (9)
|-
| P<sub>Q,max</sub> || maximale Entzugsleistung || W || (10)
|-
| t<sub>V</sub> || Jahresvolllaststunden des Entzugs || h/a || (11)
|-
| q<sub>A</sub> || Entzugsleistung je Kollektorflaeche || W/m² || (12)
|-
| e<sub>A</sub> || Entzugsenergie je Kollektorflaeche || kWh/(m²·a) || (13)
|-
| A<sub>K,erf</sub> || erforderliche Kollektorflaeche || m² || (14)
|-
| ℓ<sub>ges</sub> || gesamte Sondenmeterzahl || m || (15)
|-
| q<sub>B</sub> || spezifische Entzugsleistung der Sonde || W/m || (16)
|-
| ℓ<sub>erf</sub> || erforderliche Sondenmeterzahl || m || (17)
|-
| n<sub>Frost</sub> || Zahl der Betriebsstunden mit Frost an der Quelle || h/a || (18)
|}
|}


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Das Erdreichmodell braucht drei Zahlen aus dem Aussentemperaturvektor: das '''Jahresmittel'''
Das Erdreichmodell braucht drei Zahlen aus dem Aussentemperaturvektor: das '''Jahresmittel'''
T_m, die '''Amplitude''' A und die '''Stunde des Minimums''' t_min.
ϑ<sub>m</sub>, die '''Amplitude''' A und die '''Stunde des Minimums''' t<sub>min</sub>.


Sie kommen '''nicht''' aus den Extrema der Stundenwerte — die ueberschaetzen die Amplitude
: <big>ϑ<sub>m</sub> = ( Σ<sub>t=1…8 760</sub> ϑ<sub>a</sub>(t) ) / 8 760</big> &nbsp;&nbsp;(1)
erheblich —, sondern aus einer '''Ausgleichsrechnung ueber die zwoelf Monatsmittel''' gegen
Amplitude und Minimum kommen '''nicht''' aus den Extrema der Stundenwerte — die
Kosinus und Sinus des Jahresgangs (2×2-Normalgleichung mit den exakten Monatsmitteln der
ueberschaetzen die Amplitude erheblich —, sondern aus einer '''Ausgleichsrechnung ueber die
Regressoren). Aus den beiden Koeffizienten folgt
zwoelf Monatsmittel''' gegen Kosinus und Sinus des Jahresgangs (2×2-Normalgleichung mit den
exakten Monatsmitteln der Regressoren, angesetzt auf die Abweichung der Monatsmittel von
ϑ<sub>m</sub>). Aus den beiden Koeffizienten folgt


A     = Wurzel( a1² + b1² )
: <big>A = ( a<sub>1</sub>² + b<sub>1</sub>² )</big> &nbsp;&nbsp;(2)
t_min = atan2(-b1, -a1) / omega        mit omega = 2*pi / 8760 [1/h]
: <big>t<sub>min</sub> = arctan2( −b<sub>1</sub> , −a<sub>1</sub> ) / ω</big> &nbsp;&nbsp;(3)
Ein negativer Winkel in (3) wird vorher um 2π angehoben, damit t<sub>min</sub> im Jahr
liegt.


'''Wann Ersatzwerte gelten.''' Ein 8 760er-Feld kann formal vollstaendig sein und trotzdem
'''Wann Ersatzwerte gelten.''' Ein 8 760er-Feld kann formal vollstaendig sein und trotzdem
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das Deutschland-Mittel nach VDI 4640 Blatt 1 zurueck:
das Deutschland-Mittel nach VDI 4640 Blatt 1 zurueck:


zu kurz oder nicht vorhanden
{| class="wikitable"
mehr als 5 % exakte Nullen                     -> Feld nur teilweise befuellt
! Befund !! was er bedeutet
Jahresmittel ausserhalb -10 … +25 °C           -> kein bewohnter Standort
|-
Amplitude < 1 K und Mittel ausserhalb 0 … 20 °C -> kein Konstantvektor, sondern Datenrest
| zu kurz oder nicht vorhanden || kein Vektor
 
|-
Ersatzwerte: T_m = 9,5 °C, A = 8,5 K, t_min = Stunde 480 (zweite Januarhaelfte)
| mehr als 5 % exakte Nullen || Feld nur teilweise befuellt
|-
| ϑ<sub>m</sub> ausserhalb −10 … +25 °C || kein bewohnter Standort
|-
| A < 1 K und ϑ<sub>m</sub> ausserhalb 0 … 20 °C || kein Konstantvektor, sondern Datenrest
|}


Dass mit Ersatzwerten gerechnet wurde, sagt der Dialog an.
Die Ersatzwerte lauten ϑ<sub>m</sub> = 9,5 °C, A = 8,5 K und t<sub>min</sub> = 480 h (zweite
Januarhaelfte). Dass mit ihnen gerechnet wurde, sagt der Dialog an.


=== 2. Erdkollektor — Jahresgang nach Kusuda ===
=== 2. Erdkollektor — Jahresgang nach Kusuda ===


T(z,t) = T_m - A * exp(-z/d) * cos( omega * (t - t_min) - z/d )
Aus den Bodenkennwerten folgen zuerst Temperaturleitfaehigkeit und Daempfungstiefe:


mit der '''Daempfungstiefe'''
: <big>a = λ / ( ρ·c<sub>p</sub> · 10<sup>6</sup> )</big> &nbsp;&nbsp;(4)
: <big>d = √( 2 · a · 3 600 / ω )</big> &nbsp;&nbsp;(5)
Der Faktor 10<sup>6</sup> in (4) rechnet ρ·c<sub>p</sub> von MJ/(m³·K) in J/(m³·K); der
Faktor 3 600 in (5) rechnet ''a'' von m²/s in m²/h, damit ω in 1/h eingesetzt werden kann
und ''d'' in Metern herauskommt.


d = Wurzel( 2*a / omega )      a = lambda / (rho*c_p),  a in m²/h umgerechnet
Damit die Quelltemperatur in der Tiefe z:


Die Verlegetiefe ''z'' daempft die Amplitude mit ''exp(−z/d)'' und verschiebt zugleich die
: <big>ϑ<sub>K</sub>(z, t) = ϑ<sub>m</sub> − A · exp(−z/d) · cos( ω · (t − t<sub>min</sub>) − z/d )</big> &nbsp;&nbsp;(6)
Phase um ''z/d'' Radiant — in 1,5 m Tiefe in feuchtem Sand bleiben rund 58 % der Amplitude,
Die Verlegetiefe z daempft die Amplitude mit exp(−z/d) und verschiebt zugleich die Phase um
und das Minimum kommt rund einen Monat spaeter als an der Oberflaeche (0,55 rad entsprechen 769 Stunden). Ohne Angabe gilt die
z/d Radiant — in 1,5 m Tiefe in feuchtem Sand (d = 2,72 m) bleiben rund 58 % der Amplitude,
'''Vorgabetiefe 1,5 m'''.
und das Minimum kommt rund einen Monat spaeter als an der Oberflaeche (0,55 rad entsprechen
769 Stunden). Ohne Angabe gilt die '''Vorgabetiefe 1,5 m'''.


=== 3. Der Bodentypkatalog ===
=== 3. Der Bodentypkatalog ===


13 Untergrundtypen nach VDI 4640 Blatt 1, Tabelle 1. Angegeben sind der empfohlene
13 Untergrundtypen nach VDI 4640 Blatt 1, Tabelle 1. Angegeben sind der empfohlene
Rechenwert der Waermeleitfaehigkeit ''lambda'' [W/(m·K)] und die volumenbezogene
Rechenwert der Waermeleitfaehigkeit λ [W/(m·K)] und die volumenbezogene Waermekapazitaet
Waermekapazitaet ''rho·c_p'' [MJ/(m³·K)]; die Temperaturleitfaehigkeit und die
ρ·c<sub>p</sub> [MJ/(m³·K)]; die Temperaturleitfaehigkeit ''a'' und die Daempfungstiefe ''d''
Daempfungstiefe folgen daraus.
folgen daraus nach (4) und (5).


{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
! Untergrund !! lambda !! rho*c_p !! a [mm²/s] !! d [m]
! Untergrund !! λ !! ρ·c<sub>p</sub> !! a [mm²/s] !! d [m]
|-
|-
| Ton/Schluff, trocken || 0,5 || 1,55 || 0,32 || 1,80
| Ton/Schluff, trocken || 0,5 || 1,55 || 0,32 || 1,80
Zeile 123: Zeile 232:
deshalb eine '''ueber das Jahr konstante''' Quelltemperatur:
deshalb eine '''ueber das Jahr konstante''' Quelltemperatur:


T = T_m + 1,5 K + 0,03 K/m * max( 0 ; Sondenlaenge/2 - 20 m )
: <big>ϑ<sub>S</sub> = ϑ<sub>m</sub> + 1,5 + 0,03 · max( 0 ; ℓ<sub>S</sub> / 2 20 )</big> &nbsp;&nbsp;(7)
 
'''1,5''' K ist der Oberflaechenoffset, '''0,03''' K/m der geothermische Gradient, und
'''1,5 K''' ist der Oberflaechenoffset, '''0,03 K/m''' der geothermische Gradient, und
'''20''' m die Untergrenze der neutralen Zone — bis dorthin stammt die Energie nach
'''20 m''' die Untergrenze der neutralen Zone — bis dorthin stammt die Energie nach
VDI 4640 Blatt 1 „fast ausschliesslich aus Sonneneinstrahlung und Sickerwasser". Massgeblich
VDI 4640 Blatt 1 „fast ausschliesslich aus Sonneneinstrahlung und Sickerwasser". Massgeblich
ist die '''mittlere''' Tiefe, also die halbe Sondenlaenge.
ist die '''mittlere''' Tiefe, also die halbe Sondenlaenge ℓ<sub>S</sub>/2.


Beispiele bei T_m = 9,5 °C: 50 m Sonde ergibt 11,15 °C, 100 m Sonde 11,9 °C.
Beispiele bei ϑ<sub>m</sub> = 9,5 °C: 50 m Sonde ergibt 11,15 °C, 100 m Sonde 11,9 °C.


=== 5. Die Weiche zwischen beiden — und ihr Sicherheitsnetz ===
=== 5. Die Weiche zwischen beiden — und ihr Sicherheitsnetz ===
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eingetragene Tiefe '''ueber 10 m''' liegt: Reale Verlegetiefen eines Kollektors liegen bei
eingetragene Tiefe '''ueber 10 m''' liegt: Reale Verlegetiefen eines Kollektors liegen bei
1 bis 2 m, der Dialog begrenzt sie auf 10 m — alles darueber kann nur eine Sondenlaenge
1 bis 2 m, der Dialog begrenzt sie auf 10 m — alles darueber kann nur eine Sondenlaenge
sein. Ohne diesen Riegel liesse die Kusuda-Daempfung (bei 90 m rund exp(−33) ≈ 0) die Quelle
sein. Ohne diesen Riegel liesse die Daempfung exp(−z/d) aus (6) (bei z = 90 m rund
stillschweigend auf die Konstante T_m zusammenfallen. Der Fall kommt vor, weil die fuenf
exp(−33) ≈ 0) die Quelle stillschweigend auf die Konstante ϑ<sub>m</sub> zusammenfallen. Der
Felder des Dialogs einzeln geschrieben werden; er steht als Warnung im Laufprotokoll.
Fall kommt vor, weil die fuenf Felder des Dialogs einzeln geschrieben werden; er steht als
Warnung im Laufprotokoll.


Fuer eine Waermepumpe vom Typ '''Luft-Wasser''' bleibt das Erdreich wirkungslos: Ihre Quelle
Fuer eine Waermepumpe vom Typ '''Luft-Wasser''' bleibt das Erdreich wirkungslos: Ihre Quelle
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=== 6. Nach dem Lauf: die Entzugsgroessen ===
=== 6. Nach dem Lauf: die Entzugsgroessen ===


Entzugsganglinie [kW] = Waermeproduktion der WP - Stromaufnahme der WP     (je Stunde)
: <big>P<sub>Q</sub>(t) = P<sub>th,WP</sub>(t) − P<sub>el,WP</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(8)
Jahresentzugsarbeit [kWh/a] = Summe der Entzugsganglinie
: <big>Q<sub>Q,a</sub> = Σ<sub>t=1…8 760</sub> max( 0 ; P<sub>Q</sub>(t) )</big> &nbsp;&nbsp;(9)
max. Entzugsleistung [W]    = Maximum der Entzugsganglinie * 1000
: <big>P<sub>Q,max</sub> = 1 000 · max( 0 ; max<sub>t=1…8 760</sub> P<sub>Q</sub>(t) )</big> &nbsp;&nbsp;(10)
Volllaststunden [h/a]      = Jahresentzugsarbeit / Spitzenentzugsleistung
: <big>t<sub>V</sub> = Q<sub>Q,a</sub> · 1 000 / P<sub>Q,max</sub></big> &nbsp;&nbsp;(11)
Stunden mit P<sub>Q</sub>(t) ≤ 0 zaehlen weder in (9) noch in (10) — die Waermepumpe entzieht
in ihnen nichts. Der Faktor 1 000 in (10) rechnet kW in W (so verlangt es die Norm), und
(11) nimmt ihn wieder heraus, damit Stunden herauskommen.


Alle drei Groessen kommen aus '''derselben''' Basis — der Stundenganglinie. Das ist wichtig:
Alle drei Groessen kommen aus '''derselben''' Basis — der Stundenganglinie P<sub>Q</sub>(t).
Frueher stammten Arbeit und Volllaststunden aus den Modul-Jahressummen, die Spitze aber aus
Das ist wichtig: Frueher stammten Arbeit und Volllaststunden aus den Modul-Jahressummen, die
der Ganglinie. Die Waerme, die die Waermepumpe zum '''Laden''' eines Senkenspeichers erzeugt,
Spitze aber aus der Ganglinie. Die Waerme, die die Waermepumpe zum '''Laden''' eines
steckt nur in der Ganglinie — die Pruefung setzte damit einen zu kleinen Jahresentzug gegen
Senkenspeichers erzeugt, steckt nur in der Ganglinie — die Pruefung setzte damit einen zu
eine zu grosse Spitze und fiel stillschweigend zu milde aus.
kleinen Jahresentzug gegen eine zu grosse Spitze und fiel stillschweigend zu milde aus.


'''Mehrere Waermepumpen.''' Die Ganglinie liegt nur global vor, also fuer alle
'''Mehrere Waermepumpen.''' Die Ganglinie liegt nur global vor, also fuer alle
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* '''genau ein Modul''' → exakt, die globale Ganglinie IST die des Moduls;
* '''genau ein Modul''' → exakt, die globale Ganglinie IST die des Moduls;
* '''mehrere Module, alle mit Erdreich''' → der Modulanteil wird proportional zur Modul-Jahresentzugsarbeit verteilt und als Naeherung gekennzeichnet;
* '''mehrere Module, alle mit Erdreich''' → Q<sub>Q,a</sub> und P<sub>Q,max</sub> werden proportional zur Modul-Jahresentzugsarbeit verteilt und als Naeherung gekennzeichnet; in (11) kuerzt sich der Anteil heraus, t<sub>V</sub> ist also modulunabhaengig;
* '''gemischte Quellen''' → nicht je Modul trennbar, die Pruefung bleibt aus und der Hinweis sagt warum.
* '''gemischte Quellen''' → nicht je Modul trennbar, die Pruefung bleibt aus und der Hinweis sagt warum.


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Geprueft werden '''zwei''' Groessen, und '''beide''' muessen eingehalten sein:
Geprueft werden '''zwei''' Groessen, und '''beide''' muessen eingehalten sein:


Entzugsleistung [W/m²]      = max. Entzugsleistung / Kollektorflaeche
: <big>q<sub>A</sub> = P<sub>Q,max</sub> / A<sub>K</sub> ≤ q<sub>A,zul</sub></big> &nbsp;&nbsp;(12)
Entzugsenergie  [kWh/(m²*a)] = Jahresentzugsarbeit / Kollektorflaeche
: <big>e<sub>A</sub> = Q<sub>Q,a</sub> / A<sub>K</sub> ≤ e<sub>A,zul</sub></big> &nbsp;&nbsp;(13)
 
Die Grenzwerte stehen in Tabelle A2 — 15 Klimazonen nach DIN 4710 mal vier Bodenarten
Die Grenzwerte stehen in Tabelle A2 — 15 Klimazonen nach DIN 4710 mal vier Bodenarten
(Sand, Lehm, Schluff, sandiger Ton). Diese Tabelle ist '''vollstaendig''' hinterlegt. Die
(Sand, Lehm, Schluff, sandiger Ton). Diese Tabelle ist '''vollstaendig''' hinterlegt. Die
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Die 13 Untergrundtypen aus Blatt 1 werden auf die vier Bodenarten aus Blatt 2 abgebildet —
Die 13 Untergrundtypen aus Blatt 1 werden auf die vier Bodenarten aus Blatt 2 abgebildet —
'''Textur zuerst, lambda als Feinabgleich''', und im Zweifel konservativ:
'''Textur zuerst, λ als Feinabgleich''', und im Zweifel konservativ:


* Sand und Kies (alle Feuchtezustaende) → '''Sand'''. Blatt 2 kennt keinen Kies; „Sand" ist die naechstgelegene Kornklasse und fuehrt zugleich die niedrigsten Grenzwerte.
* Sand und Kies (alle Feuchtezustaende) → '''Sand'''. Blatt 2 kennt keinen Kies; „Sand" ist die naechstgelegene Kornklasse und fuehrt zugleich die niedrigsten Grenzwerte.
* Ton/Schluff '''trocken''' → '''Sand'''. Hier schlaegt lambda die Textur: 0,5 W/(m·K) liegt deutlich unter dem kleinsten Rechenwert der Tabelle (Sand, 1,2).
* Ton/Schluff '''trocken''' → '''Sand'''. Hier schlaegt λ die Textur: 0,5 W/(m·K) liegt deutlich unter dem kleinsten Rechenwert der Tabelle (Sand, 1,2).
* Ton/Schluff '''wassergesaettigt''' → '''sandiger Ton''' (bindig, lambda = 1,8 = genau der Tabellenwert).
* Ton/Schluff '''wassergesaettigt''' → '''sandiger Ton''' (bindig, λ = 1,8 = genau der Tabellenwert).
* Geschiebemergel/-lehm → '''Lehm'''.
* Geschiebemergel/-lehm → '''Lehm'''.
* Festgesteine (Tonstein, Sandstein, Kalkstein, Granit, Gneis) → '''sandiger Ton''', die hoechste Klasse. Tabelle A2 gilt fuer Lockergestein; ein Flachkollektor im Fels ist ohnehin untypisch. Solche Ergebnisse werden als Naeherung gekennzeichnet.
* Festgesteine (Tonstein, Sandstein, Kalkstein, Granit, Gneis) → '''sandiger Ton''', die hoechste Klasse. Tabelle A2 gilt fuer Lockergestein; ein Flachkollektor im Fels ist ohnehin untypisch. Solche Ergebnisse werden als Naeherung gekennzeichnet.


Wird ein Grenzwert ueberschritten, nennt der Hinweis die '''erforderliche Flaeche''' —
Wird ein Grenzwert ueberschritten, nennt der Hinweis die '''erforderliche Flaeche''' — die
Beispiel: 250 m² in Zone 6 auf feuchtem Sand bei 6 480 W und 8 900 kWh/a ergeben 25,9 W/m²
groessere der beiden Forderungen:
gegen 16 W/m² und 35,6 gegen 31 kWh/(m²·a); noetig waeren 405 m².
 
: <big>A<sub>K,erf</sub> = max( P<sub>Q,max</sub> / q<sub>A,zul</sub> ; Q<sub>Q,a</sub> / e<sub>A,zul</sub> )</big> &nbsp;&nbsp;(14)
Beispiel: 250 m² in Zone 6 auf feuchtem Sand bei P<sub>Q,max</sub> = 6 480 W und
Q<sub>Q,a</sub> = 8 900 kWh/a ergeben 25,9 W/m² gegen 16 W/m² und 35,6 gegen
31 kWh/(m²·a); nach (14) waeren 405 m² noetig.


=== 8. Auslegungspruefung Erdsonde (Anhang B) ===
=== 8. Auslegungspruefung Erdsonde (Anhang B) ===


Entzugsleistung [W/m] = max. Entzugsleistung / (Anzahl Sonden * Laenge je Sonde)
: <big>ℓ<sub>ges</sub> = ℓ<sub>S</sub> · max( 1 ; n<sub>S</sub> )</big> &nbsp;&nbsp;(15)
: <big>q<sub>B</sub> = P<sub>Q,max</sub> / ℓ<sub>ges</sub> ≤ q<sub>B,zul</sub></big> &nbsp;&nbsp;(16)
Das max(1; n<sub>S</sub>) in (15) ist nicht Kosmetik: Eine leere oder auf 0 stehende
Sondenzahl ergaebe 0 Sondenmeter, und (16) meldete eine Entzugsleistung von unendlich vielen
W/m. Eine Sonde ist das Mindeste, was vorhanden sein kann.


Der Grenzwert kommt aus Tabelle B2 („nur Heizen", Soleaustritt −5 °C bei Spitzenlast) und
Der Grenzwert q<sub>B,zul</sub> kommt aus Tabelle B2 („nur Heizen", Soleaustritt −5 °C bei
haengt an drei Groessen: der Waermeleitfaehigkeit des Untergrunds, der Sondenzahl (Reihe,
Spitzenlast) und haengt an drei Groessen: der Waermeleitfaehigkeit λ des Untergrunds, der
Abstand 6 m) und den Jahresvolllaststunden. Zwischenwerte entstehen durch '''lineare
Sondenzahl n<sub>S</sub> (Reihe, Abstand 6 m) und den Jahresvolllaststunden t<sub>V</sub>.
Interpolation''' zwischen den Stuetzstellen.
Zwischenwerte entstehen durch '''lineare Interpolation''' zwischen den Stuetzstellen. Liegt
noch kein Lauf vor, tritt an die Stelle von t<sub>V</sub> der Zonenwert nach DIN 4710.


'''Tabelle B2 ist nur als Auszug hinterlegt''' (in Umsetzung, Stand 06.09.2026):
'''Tabelle B2 ist nur als Auszug hinterlegt''' (in Umsetzung, Stand 06.09.2026):
Stuetzstellen sind lambda = 1, 2, 3, 4 W/(m·K), 1 200 / 1 800 / 2 400 Volllaststunden und
Stuetzstellen sind λ = 1, 2, 3, 4 W/(m·K), t<sub>V</sub> = 1 200 / 1 800 / 2 400 h/a und
1 bzw. 5 Sonden (bei 2 400 h: 1 bzw. 4). Ausserhalb wird auf den Randwert geklemmt — auf der
n<sub>S</sub> = 1 bzw. 5 (bei 2 400 h: 1 bzw. 4). Ausserhalb wird auf den Randwert geklemmt —
Sondenzahl-Achse ist das '''nicht konservativ''', weil die zulaessige Entzugsleistung mit der
auf der Sondenzahl-Achse ist das '''nicht konservativ''', weil q<sub>B,zul</sub> mit der
Sondenzahl sinkt. Ein solches Ergebnis traegt deshalb einen ausdruecklichen Vorbehalt.
Sondenzahl sinkt. Ein solches Ergebnis traegt deshalb einen ausdruecklichen Vorbehalt.


Ueberschreitet der Istwert den Grenzwert, nennt der Hinweis die erforderliche Sondenmeterzahl.
Ueberschreitet der Istwert den Grenzwert, nennt der Hinweis die erforderliche
Sondenmeterzahl:


: <big>ℓ<sub>erf</sub> = P<sub>Q,max</sub> / q<sub>B,zul</sub></big> &nbsp;&nbsp;(17)
=== 9. Die zweite Warnbedingung: Frost ===
=== 9. Die zweite Warnbedingung: Frost ===


Geprueft wird ausserdem, ob '''Quelltemperatur minus Spreizung''' dauerhaft unter 0 °C
Geprueft wird ausserdem, ob '''Quelltemperatur minus Spreizung''' dauerhaft unter 0 °C
liegt. Gezaehlt werden ausschliesslich die '''Betriebsstunden''' — in Stillstandsstunden
liegt. Gezaehlt werden ausschliesslich die '''Betriebsstunden''' — in Stillstandsstunden
entzieht niemand Waerme, eine Frostmeldung daraus waere gegenstandslos. Gewarnt wird ab
entzieht niemand Waerme, eine Frostmeldung daraus waere gegenstandslos:
'''5 % der Betriebsstunden'''. Ohne gepflegte Spreizung gelten '''5 K'''.
 
: <big>n<sub>Frost</sub> = Zahl der Betriebsstunden mit ϑ<sub>Q</sub>(t) − Δϑ < 0 °C</big> &nbsp;&nbsp;(18)
: <big>Warnung, wenn n<sub>Frost</sub> > 0,05 · n<sub>Betrieb</sub></big> &nbsp;&nbsp;(19)
Ohne gepflegte Spreizung gelten Δϑ = 5 K.


Der Bezug auf die Betriebsstunden ist Absicht: Eine Waermepumpe mit 2 000 Betriebsstunden
Der Bezug auf n<sub>Betrieb</sub> in (19) ist Absicht: Eine Waermepumpe mit 2 000
haette bei Bezug auf 8 760 h erst ab 438 h gewarnt — also erst, wenn schon ein Fuenftel ihrer
Betriebsstunden haette bei Bezug auf 8 760 h erst ab 438 h gewarnt — also erst, wenn schon
Laufzeit im Frost liegt.
ein Fuenftel ihrer Laufzeit im Frost liegt.


'''Kein Widerspruch zur Auslegungspruefung.''' VDI 4640 Blatt 2 bemisst gegen eine minimale
'''Kein Widerspruch zur Auslegungspruefung.''' VDI 4640 Blatt 2 bemisst gegen eine minimale
Soleaustrittstemperatur von '''−5 °C'''; eine rechnerisch unter 0 °C liegende Soletemperatur
Soleaustrittstemperatur von '''−5 °C'''; eine rechnerisch unter 0 °C liegende Soletemperatur
verletzt den Grenzwert also nicht. Die Frostbedingung ist eine ZUSAETZLICHE, strengere
verletzt die Grenzwerte aus (12), (13) und (16) also nicht. Die Frostbedingung (18)/(19) ist
Anzeige.
eine ZUSAETZLICHE, strengere Anzeige.


== Grenzen und Annahmen ==
== Grenzen und Annahmen ==


* '''Keine Rueckwirkung des Entzugs auf die Temperatur.''' Das Modell liefert den ungestoerten Jahresgang des Erdreichs; dass die Waermepumpe den Boden abkuehlt, ist '''nicht''' abgebildet. Auch die Regeneration (durch Solarthermie, Abwaerme oder den Sommer) wird nicht gerechnet. Genau dafuer gibt es die Auslegungspruefung: Sie haelt den Entzug gegen die Grenzwerte, unter denen die Norm eine dauerhaft tragfaehige Quelle erwartet.
* '''Keine Rueckwirkung des Entzugs auf die Temperatur.''' In (6) und (7) kommt P<sub>Q</sub>(t) nicht vor: Das Modell liefert den ungestoerten Jahresgang des Erdreichs; dass die Waermepumpe den Boden abkuehlt, ist '''nicht''' abgebildet. Auch die Regeneration (durch Solarthermie, Abwaerme oder den Sommer) wird nicht gerechnet. Genau dafuer gibt es die Auslegungspruefung: Sie haelt den Entzug gegen die Grenzwerte, unter denen die Norm eine dauerhaft tragfaehige Quelle erwartet.
* '''Keine Langzeitbetrachtung.''' Ein Jahr, kein Absinken ueber 20 oder 50 Betriebsjahre.
* '''Keine Langzeitbetrachtung.''' Ein Jahr, kein Absinken ueber 20 oder 50 Betriebsjahre.
* '''Kein Sondenmodell.''' Bohrlochwiderstand, Sondenabstand, Verfuellung und Grundwasserstroemung kommen im Temperaturmodell nicht vor; die Sonde ist eine Konstante.
* '''Kein Sondenmodell.''' Bohrlochwiderstand, Sondenabstand, Verfuellung und Grundwasserstroemung kommen in (7) nicht vor; die Sonde ist eine Konstante.
* '''Ein Bodentyp je Anlage.''' Geschichteter Untergrund wird nicht abgebildet.
* '''Ein Bodentyp je Anlage.''' Geschichteter Untergrund wird nicht abgebildet — λ und ρ·c<sub>p</sub> sind je Anlage EIN Wertepaar.
* '''Die Randbedingungen der Normtabellen werden nicht geprueft.''' Tabelle A2 gilt fuer PE-Rohr 32 × 3,0 mm bei turbulenter Stroemung und Heizgrenztemperatur 12 °C, Tabelle B2 fuer eine Doppel-U-Sonde 32 × 3,0 mit Verfuellung lambda = 0,8 W/(m·K), Bohrloch 150 mm und turbulenter Stroemung. Bei laminarer Stroemung sinkt die zulaessige Entzugsleistung um rund 10 % (A2) bzw. auf Faktor 0,79 bis 0,85 (B1) — das ist vom Anwender zu beruecksichtigen.
* '''Die Randbedingungen der Normtabellen werden nicht geprueft.''' Tabelle A2 gilt fuer PE-Rohr 32 × 3,0 mm bei turbulenter Stroemung und Heizgrenztemperatur 12 °C, Tabelle B2 fuer eine Doppel-U-Sonde 32 × 3,0 mit Verfuellung λ = 0,8 W/(m·K), Bohrloch 150 mm und turbulenter Stroemung. Bei laminarer Stroemung sinkt die zulaessige Entzugsleistung um rund 10 % (A2) bzw. auf Faktor 0,79 bis 0,85 (B1) — das ist vom Anwender zu beruecksichtigen.
* '''Nur der Standardfall „Heizen ohne Trinkwarmwasser".''' Die uebrigen Betriebsfaelle (Tabellen B3 bis B7) und die Kapillarrohrmatten (Tabelle A3) sind nicht hinterlegt — in Umsetzung, Stand 06.09.2026.
* '''Nur der Standardfall „Heizen ohne Trinkwarmwasser".''' Die uebrigen Betriebsfaelle (Tabellen B3 bis B7) und die Kapillarrohrmatten (Tabelle A3) sind nicht hinterlegt — in Umsetzung, Stand 06.09.2026.
* '''Tabelle B2 nur als Auszug''' (siehe Schritt 8) — in Umsetzung, Stand 06.09.2026.
* '''Tabelle B2 nur als Auszug''' (siehe Schritt 8) — in Umsetzung, Stand 06.09.2026.
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== Ergebnisse und wo sie stehen ==
== Ergebnisse und wo sie stehen ==


* '''Dialog „Wärmequelle Erdreich"''', Abschnitt „Jahresgang der Quelltemperatur" — das Bild des Jahresgangs, darunter Minimum, Maximum und Mittel samt Monat; ein Hinweis sagt an, wenn mit Ersatzwerten gerechnet wurde.
* '''Dialog „Wärmequelle Erdreich"''', Abschnitt „Jahresgang der Quelltemperatur" — das Bild von ϑ<sub>Q</sub>(t) nach (6) bzw. (7), darunter Minimum, Maximum und Mittel samt Monat; ein Hinweis sagt an, wenn mit den Ersatzwerten aus Schritt 1 gerechnet wurde.
* '''Dialog „Wärmequelle Erdreich"''', Abschnitt „Auslegungsprüfung nach VDI 4640 Blatt 2" — Istwert gegen Grenzwert je Pruefzeile, die Grundlage (Klimazone und Bodenart bzw. lambda, Sondenzahl, Volllaststunden), der Hinweis mit der erforderlichen Flaeche bzw. Sondenlaenge, dazu Vorbehalt und Frostmeldung.
* '''Dialog „Wärmequelle Erdreich"''', Abschnitt „Auslegungsprüfung nach VDI 4640 Blatt 2" — Istwert gegen Grenzwert je Pruefzeile (12), (13) bzw. (16), die Grundlage (Klimazone und Bodenart bzw. λ, Sondenzahl, Volllaststunden), der Hinweis mit der erforderlichen Flaeche nach (14) bzw. Sondenlaenge nach (17), dazu Vorbehalt und Frostmeldung nach (19).
* '''Simulationsergebnis''', Reiter „Wärmepumpe" — Waermeproduktion und Strombedarf, aus denen der Entzug gebildet wird.
* '''Simulationsergebnis''', Reiter „Wärmepumpe" — P<sub>th,WP</sub>(t) und P<sub>el,WP</sub>(t), aus denen (8) den Entzug bildet.
* '''Laufprotokoll''' — die Warnung bei unstimmiger Tiefe und die Meldung, wenn eine Quelle nicht geprueft werden kann.
* '''Laufprotokoll''' — die Warnung bei unstimmiger Tiefe (Schritt 5) und die Meldung, wenn eine Quelle nicht geprueft werden kann.


== Bezüge ==
== Bezüge ==

Version vom 6. September 2026, 21:29 Uhr


Was berechnet wird

Zwei Dinge, die zusammengehoeren, aber getrennt laufen:

  1. Die Quelltemperatur einer erdgekoppelten Waermepumpe ueber das Jahr — 8 760 Stundenwerte in °C. Sie geht in die Kennlinie ein und bestimmt damit Leistungszahl und Leistung der Waermepumpe.
  2. Die Auslegungspruefung nach VDI 4640 Blatt 2 — nach einem Simulationslauf wird der tatsaechliche Entzug gegen die zulaessigen Grenzwerte gehalten.

Grundlage der Temperaturrechnung ist VDI 4640 Blatt 1, Entwurf 2021-12 (Gruendruck); die Auslegungspruefung folgt VDI 4640 Blatt 2:2019-06 (Weissdruck), Anhaenge A und B. Der Entwurfsstand von Blatt 1 ist bewusst gewaehlt und wird hier ausdruecklich genannt.

Eingangsgrößen

Groesse Einheit Herkunft im Programm
Quellsystem: Erdkollektor oder Erdsonde Dialog „Wärmequelle Erdreich", Abschnitt „Quellsystem"
Verlegetiefe (Kollektor) bzw. Laenge je Sonde m Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Verlegetiefe" bzw. „Länge je Sonde"
Kollektorflaeche Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Fläche"
Anzahl Sonden Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Anzahl Sonden"
Bodentyp Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Bodentyp" (13 Untergrundtypen)
Klimazone nach DIN 4710 1…15 Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Klimazone"; die Karte hilft bei der Wahl
Nutzbare Spreizung der Quelle K Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Nutzbare Spreizung"; nicht gepflegt = 5 K
Aussentemperatur der Klimaregion °C Klimaregion des Projekts, 8 760 Stundenwerte in Ortszeit
Waermeproduktion und Strombedarf der Waermepumpe kW je Stunde Ergebnis des Simulationslaufs

Formelzeichen und Parameter

Parameter

Was in die Rechnung hereinkommt:

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
t Stunde des Jahres, t = 1 … 8 760 Zeitraster (Konstante: 8 760 Stunden je Jahr)
ω Kreisfrequenz des Jahresgangs 1/h Konstante: 2π / 8 760 = 7,1725 · 10−4
ϑa(t) Aussentemperatur der Klimaregion °C Klimaregion des Projekts, 8 760 Stundenwerte in Ortszeit
z Verlegetiefe des Kollektors m Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Verlegetiefe"; Vorgabe: 1,5 m
S Laenge je Sonde m Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Länge je Sonde"
nS Anzahl Sonden Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Anzahl Sonden"
AK Kollektorflaeche Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Fläche"
λ Waermeleitfaehigkeit des Untergrunds W/(m·K) Bodentypkatalog nach VDI 4640 Blatt 1, Tabelle 1; Vorgabe: Sand feucht, λ = 1,4
ρ·cp volumenbezogene Waermekapazitaet des Untergrunds MJ/(m³·K) derselbe Katalog; Vorgabe: Sand feucht, 1,90
Δϑ nutzbare Spreizung der Quelle K Dialog „Wärmequelle Erdreich", Feld „Nutzbare Spreizung"; Vorgabe: 5 K
Pth,WP(t), Pel,WP(t) Waermeproduktion und Stromaufnahme der Waermepumpe kW Ergebnis des Simulationslaufs
nBetrieb Betriebsstunden der Waermepumpe im Lauf h/a Ergebnis des Simulationslaufs
qA,zul, eA,zul zulaessige Entzugsleistung und Entzugsenergie des Kollektors W/m², kWh/(m²·a) VDI 4640 Blatt 2, Tabelle A2 (15 Klimazonen × 4 Bodenarten, vollstaendig hinterlegt)
qB,zul zulaessige spezifische Entzugsleistung der Sonde W/m VDI 4640 Blatt 2, Tabelle B2 (Auszug, siehe Schritt 8)
1,5 Oberflaechenoffset der Sondentemperatur K Konstante, VDI 4640 Blatt 1
0,03 geothermischer Gradient K/m Konstante, VDI 4640 Blatt 1
20 Untergrenze der neutralen Zone m Konstante, VDI 4640 Blatt 1
0,05 Frostschwelle als Anteil der Betriebsstunden Konstante des Rechenkerns (5 %)

Variablen

Was die Rechnung selbst bildet:

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
ϑm Jahresmittel der Aussenluft; Ersatzwert 9,5 °C °C (1)
a1, b1 Koeffizienten der Ausgleichsrechnung gegen Kosinus und Sinus K Ausgleichsrechnung in Schritt 1
A Amplitude des Jahresgangs; Ersatzwert 8,5 K K (2)
tmin Stunde des Jahresminimums; Ersatzwert 480 h h (3)
a Temperaturleitfaehigkeit des Untergrunds m²/s (4)
d Daempfungstiefe m (5)
ϑK(z, t) Quelltemperatur des Erdkollektors °C (6)
ϑS Quelltemperatur der Erdsonde, ueber das Jahr konstant °C (7)
ϑQ(t) Quelltemperatur der Anlage — ϑK(z, t) oder ϑS °C (6) bzw. (7)
PQ(t) Entzugsleistung der Stunde t kW (8)
QQ,a Jahresentzugsarbeit kWh/a (9)
PQ,max maximale Entzugsleistung W (10)
tV Jahresvolllaststunden des Entzugs h/a (11)
qA Entzugsleistung je Kollektorflaeche W/m² (12)
eA Entzugsenergie je Kollektorflaeche kWh/(m²·a) (13)
AK,erf erforderliche Kollektorflaeche (14)
ges gesamte Sondenmeterzahl m (15)
qB spezifische Entzugsleistung der Sonde W/m (16)
erf erforderliche Sondenmeterzahl m (17)
nFrost Zahl der Betriebsstunden mit Frost an der Quelle h/a (18)

Rechenweg

1. Den Jahresgang der Aussenluft bestimmen

Das Erdreichmodell braucht drei Zahlen aus dem Aussentemperaturvektor: das Jahresmittel ϑm, die Amplitude A und die Stunde des Minimums tmin.

ϑm = ( Σt=1…8 760 ϑa(t) ) / 8 760   (1)

Amplitude und Minimum kommen nicht aus den Extrema der Stundenwerte — die ueberschaetzen die Amplitude erheblich —, sondern aus einer Ausgleichsrechnung ueber die zwoelf Monatsmittel gegen Kosinus und Sinus des Jahresgangs (2×2-Normalgleichung mit den exakten Monatsmitteln der Regressoren, angesetzt auf die Abweichung der Monatsmittel von ϑm). Aus den beiden Koeffizienten folgt

A = √( a1² + b1² )   (2)
tmin = arctan2( −b1 , −a1 ) / ω   (3)

Ein negativer Winkel in (3) wird vorher um 2π angehoben, damit tmin im Jahr liegt.

Wann Ersatzwerte gelten. Ein 8 760er-Feld kann formal vollstaendig sein und trotzdem keine Klimadaten enthalten. Der Rechenkern prueft deshalb vier Dinge und faellt sonst auf das Deutschland-Mittel nach VDI 4640 Blatt 1 zurueck:

Befund was er bedeutet
zu kurz oder nicht vorhanden kein Vektor
mehr als 5 % exakte Nullen Feld nur teilweise befuellt
ϑm ausserhalb −10 … +25 °C kein bewohnter Standort
A < 1 K und ϑm ausserhalb 0 … 20 °C kein Konstantvektor, sondern Datenrest

Die Ersatzwerte lauten ϑm = 9,5 °C, A = 8,5 K und tmin = 480 h (zweite Januarhaelfte). Dass mit ihnen gerechnet wurde, sagt der Dialog an.

2. Erdkollektor — Jahresgang nach Kusuda

Aus den Bodenkennwerten folgen zuerst Temperaturleitfaehigkeit und Daempfungstiefe:

a = λ / ( ρ·cp · 106 )   (4)
d = √( 2 · a · 3 600 / ω )   (5)

Der Faktor 106 in (4) rechnet ρ·cp von MJ/(m³·K) in J/(m³·K); der Faktor 3 600 in (5) rechnet a von m²/s in m²/h, damit ω in 1/h eingesetzt werden kann und d in Metern herauskommt.

Damit die Quelltemperatur in der Tiefe z:

ϑK(z, t) = ϑm − A · exp(−z/d) · cos( ω · (t − tmin) − z/d )   (6)

Die Verlegetiefe z daempft die Amplitude mit exp(−z/d) und verschiebt zugleich die Phase um z/d Radiant — in 1,5 m Tiefe in feuchtem Sand (d = 2,72 m) bleiben rund 58 % der Amplitude, und das Minimum kommt rund einen Monat spaeter als an der Oberflaeche (0,55 rad entsprechen 769 Stunden). Ohne Angabe gilt die Vorgabetiefe 1,5 m.

3. Der Bodentypkatalog

13 Untergrundtypen nach VDI 4640 Blatt 1, Tabelle 1. Angegeben sind der empfohlene Rechenwert der Waermeleitfaehigkeit λ [W/(m·K)] und die volumenbezogene Waermekapazitaet ρ·cp [MJ/(m³·K)]; die Temperaturleitfaehigkeit a und die Daempfungstiefe d folgen daraus nach (4) und (5).

Untergrund λ ρ·cp a [mm²/s] d [m]
Ton/Schluff, trocken 0,5 1,55 0,32 1,80
Ton/Schluff, wassergesaettigt 1,8 2,40 0,75 2,74
Sand, trocken 0,4 1,45 0,28 1,66
Sand, feucht (Vorgabe) 1,4 1,90 0,74 2,72
Sand, wassergesaettigt 2,4 2,50 0,96 3,10
Kies, trocken 0,4 1,45 0,28 1,66
Kies, wassergesaettigt 1,8 2,40 0,75 2,74
Geschiebemergel/-lehm 2,4 2,00 1,20 3,47
Tonstein 2,2 2,25 0,98 3,13
Sandstein 2,8 2,20 1,27 3,57
Kalkstein 2,7 2,25 1,20 3,47
Granit 3,2 2,55 1,25 3,55
Gneis 2,9 2,10 1,38 3,72

Ein unbekannter oder leerer Bodentyp ergibt Sand, feucht.

4. Erdsonde — konstante Quelltemperatur

Ab der neutralen Zone (10 bis 20 m) ist der Jahresgang abgeklungen; die Sonde bekommt deshalb eine ueber das Jahr konstante Quelltemperatur:

ϑS = ϑm + 1,5 + 0,03 · max( 0 ; ℓS / 2 − 20 )   (7)

1,5 K ist der Oberflaechenoffset, 0,03 K/m der geothermische Gradient, und 20 m die Untergrenze der neutralen Zone — bis dorthin stammt die Energie nach VDI 4640 Blatt 1 „fast ausschliesslich aus Sonneneinstrahlung und Sickerwasser". Massgeblich ist die mittlere Tiefe, also die halbe Sondenlaenge ℓS/2.

Beispiele bei ϑm = 9,5 °C: 50 m Sonde ergibt 11,15 °C, 100 m Sonde 11,9 °C.

5. Die Weiche zwischen beiden — und ihr Sicherheitsnetz

Gerechnet wird als Sonde, wenn das Quellsystem „Erdsonde" sagt. Oder wenn die eingetragene Tiefe ueber 10 m liegt: Reale Verlegetiefen eines Kollektors liegen bei 1 bis 2 m, der Dialog begrenzt sie auf 10 m — alles darueber kann nur eine Sondenlaenge sein. Ohne diesen Riegel liesse die Daempfung exp(−z/d) aus (6) (bei z = 90 m rund exp(−33) ≈ 0) die Quelle stillschweigend auf die Konstante ϑm zusammenfallen. Der Fall kommt vor, weil die fuenf Felder des Dialogs einzeln geschrieben werden; er steht als Warnung im Laufprotokoll.

Fuer eine Waermepumpe vom Typ Luft-Wasser bleibt das Erdreich wirkungslos: Ihre Quelle ist immer die Aussenluft, egal was hier konfiguriert ist. Solche Anlagen werden auch nicht geprueft — sonst stuende eine VDI-4640-Aussage ueber ein Erdreich im Ergebnis, das die Simulation nie angefasst hat.

6. Nach dem Lauf: die Entzugsgroessen

PQ(t) = Pth,WP(t) − Pel,WP(t)   (8)
QQ,a = Σt=1…8 760 max( 0 ; PQ(t) )   (9)
PQ,max = 1 000 · max( 0 ; maxt=1…8 760 PQ(t) )   (10)
tV = QQ,a · 1 000 / PQ,max   (11)

Stunden mit PQ(t) ≤ 0 zaehlen weder in (9) noch in (10) — die Waermepumpe entzieht in ihnen nichts. Der Faktor 1 000 in (10) rechnet kW in W (so verlangt es die Norm), und (11) nimmt ihn wieder heraus, damit Stunden herauskommen.

Alle drei Groessen kommen aus derselben Basis — der Stundenganglinie PQ(t). Das ist wichtig: Frueher stammten Arbeit und Volllaststunden aus den Modul-Jahressummen, die Spitze aber aus der Ganglinie. Die Waerme, die die Waermepumpe zum Laden eines Senkenspeichers erzeugt, steckt nur in der Ganglinie — die Pruefung setzte damit einen zu kleinen Jahresentzug gegen eine zu grosse Spitze und fiel stillschweigend zu milde aus.

Mehrere Waermepumpen. Die Ganglinie liegt nur global vor, also fuer alle Waermepumpen-Module zusammen. Daraus die Stufung:

  • genau ein Modul → exakt, die globale Ganglinie IST die des Moduls;
  • mehrere Module, alle mit Erdreich → QQ,a und PQ,max werden proportional zur Modul-Jahresentzugsarbeit verteilt und als Naeherung gekennzeichnet; in (11) kuerzt sich der Anteil heraus, tV ist also modulunabhaengig;
  • gemischte Quellen → nicht je Modul trennbar, die Pruefung bleibt aus und der Hinweis sagt warum.

7. Auslegungspruefung Erdkollektor (Anhang A)

Geprueft werden zwei Groessen, und beide muessen eingehalten sein:

qA = PQ,max / AK ≤ qA,zul   (12)
eA = QQ,a / AK ≤ eA,zul   (13)

Die Grenzwerte stehen in Tabelle A2 — 15 Klimazonen nach DIN 4710 mal vier Bodenarten (Sand, Lehm, Schluff, sandiger Ton). Diese Tabelle ist vollstaendig hinterlegt. Die Spannen: von 5 W/m² und 12 kWh/(m²·a) (Zone 11, Sand) bis 42 W/m² und 69 kWh/(m²·a) (Zone 12 bzw. 5, sandiger Ton).

Die 13 Untergrundtypen aus Blatt 1 werden auf die vier Bodenarten aus Blatt 2 abgebildet — Textur zuerst, λ als Feinabgleich, und im Zweifel konservativ:

  • Sand und Kies (alle Feuchtezustaende) → Sand. Blatt 2 kennt keinen Kies; „Sand" ist die naechstgelegene Kornklasse und fuehrt zugleich die niedrigsten Grenzwerte.
  • Ton/Schluff trockenSand. Hier schlaegt λ die Textur: 0,5 W/(m·K) liegt deutlich unter dem kleinsten Rechenwert der Tabelle (Sand, 1,2).
  • Ton/Schluff wassergesaettigtsandiger Ton (bindig, λ = 1,8 = genau der Tabellenwert).
  • Geschiebemergel/-lehm → Lehm.
  • Festgesteine (Tonstein, Sandstein, Kalkstein, Granit, Gneis) → sandiger Ton, die hoechste Klasse. Tabelle A2 gilt fuer Lockergestein; ein Flachkollektor im Fels ist ohnehin untypisch. Solche Ergebnisse werden als Naeherung gekennzeichnet.

Wird ein Grenzwert ueberschritten, nennt der Hinweis die erforderliche Flaeche — die groessere der beiden Forderungen:

AK,erf = max( PQ,max / qA,zul ; QQ,a / eA,zul )   (14)

Beispiel: 250 m² in Zone 6 auf feuchtem Sand bei PQ,max = 6 480 W und QQ,a = 8 900 kWh/a ergeben 25,9 W/m² gegen 16 W/m² und 35,6 gegen 31 kWh/(m²·a); nach (14) waeren 405 m² noetig.

8. Auslegungspruefung Erdsonde (Anhang B)

ges = ℓS · max( 1 ; nS )   (15)
qB = PQ,max / ℓges ≤ qB,zul   (16)

Das max(1; nS) in (15) ist nicht Kosmetik: Eine leere oder auf 0 stehende Sondenzahl ergaebe 0 Sondenmeter, und (16) meldete eine Entzugsleistung von unendlich vielen W/m. Eine Sonde ist das Mindeste, was vorhanden sein kann.

Der Grenzwert qB,zul kommt aus Tabelle B2 („nur Heizen", Soleaustritt −5 °C bei Spitzenlast) und haengt an drei Groessen: der Waermeleitfaehigkeit λ des Untergrunds, der Sondenzahl nS (Reihe, Abstand 6 m) und den Jahresvolllaststunden tV. Zwischenwerte entstehen durch lineare Interpolation zwischen den Stuetzstellen. Liegt noch kein Lauf vor, tritt an die Stelle von tV der Zonenwert nach DIN 4710.

Tabelle B2 ist nur als Auszug hinterlegt (in Umsetzung, Stand 06.09.2026): Stuetzstellen sind λ = 1, 2, 3, 4 W/(m·K), tV = 1 200 / 1 800 / 2 400 h/a und nS = 1 bzw. 5 (bei 2 400 h: 1 bzw. 4). Ausserhalb wird auf den Randwert geklemmt — auf der Sondenzahl-Achse ist das nicht konservativ, weil qB,zul mit der Sondenzahl sinkt. Ein solches Ergebnis traegt deshalb einen ausdruecklichen Vorbehalt.

Ueberschreitet der Istwert den Grenzwert, nennt der Hinweis die erforderliche Sondenmeterzahl:

erf = PQ,max / qB,zul   (17)

9. Die zweite Warnbedingung: Frost

Geprueft wird ausserdem, ob Quelltemperatur minus Spreizung dauerhaft unter 0 °C liegt. Gezaehlt werden ausschliesslich die Betriebsstunden — in Stillstandsstunden entzieht niemand Waerme, eine Frostmeldung daraus waere gegenstandslos:

nFrost = Zahl der Betriebsstunden mit ϑQ(t) − Δϑ < 0 °C   (18)
Warnung, wenn nFrost > 0,05 · nBetrieb   (19)

Ohne gepflegte Spreizung gelten Δϑ = 5 K.

Der Bezug auf nBetrieb in (19) ist Absicht: Eine Waermepumpe mit 2 000 Betriebsstunden haette bei Bezug auf 8 760 h erst ab 438 h gewarnt — also erst, wenn schon ein Fuenftel ihrer Laufzeit im Frost liegt.

Kein Widerspruch zur Auslegungspruefung. VDI 4640 Blatt 2 bemisst gegen eine minimale Soleaustrittstemperatur von −5 °C; eine rechnerisch unter 0 °C liegende Soletemperatur verletzt die Grenzwerte aus (12), (13) und (16) also nicht. Die Frostbedingung (18)/(19) ist eine ZUSAETZLICHE, strengere Anzeige.

Grenzen und Annahmen

  • Keine Rueckwirkung des Entzugs auf die Temperatur. In (6) und (7) kommt PQ(t) nicht vor: Das Modell liefert den ungestoerten Jahresgang des Erdreichs; dass die Waermepumpe den Boden abkuehlt, ist nicht abgebildet. Auch die Regeneration (durch Solarthermie, Abwaerme oder den Sommer) wird nicht gerechnet. Genau dafuer gibt es die Auslegungspruefung: Sie haelt den Entzug gegen die Grenzwerte, unter denen die Norm eine dauerhaft tragfaehige Quelle erwartet.
  • Keine Langzeitbetrachtung. Ein Jahr, kein Absinken ueber 20 oder 50 Betriebsjahre.
  • Kein Sondenmodell. Bohrlochwiderstand, Sondenabstand, Verfuellung und Grundwasserstroemung kommen in (7) nicht vor; die Sonde ist eine Konstante.
  • Ein Bodentyp je Anlage. Geschichteter Untergrund wird nicht abgebildet — λ und ρ·cp sind je Anlage EIN Wertepaar.
  • Die Randbedingungen der Normtabellen werden nicht geprueft. Tabelle A2 gilt fuer PE-Rohr 32 × 3,0 mm bei turbulenter Stroemung und Heizgrenztemperatur 12 °C, Tabelle B2 fuer eine Doppel-U-Sonde 32 × 3,0 mit Verfuellung λ = 0,8 W/(m·K), Bohrloch 150 mm und turbulenter Stroemung. Bei laminarer Stroemung sinkt die zulaessige Entzugsleistung um rund 10 % (A2) bzw. auf Faktor 0,79 bis 0,85 (B1) — das ist vom Anwender zu beruecksichtigen.
  • Nur der Standardfall „Heizen ohne Trinkwarmwasser". Die uebrigen Betriebsfaelle (Tabellen B3 bis B7) und die Kapillarrohrmatten (Tabelle A3) sind nicht hinterlegt — in Umsetzung, Stand 06.09.2026.
  • Tabelle B2 nur als Auszug (siehe Schritt 8) — in Umsetzung, Stand 06.09.2026.
  • Normstand Blatt 1 ist ein Entwurf (2021-12, Gruendruck). Ergebnisse sind als solche auszuweisen.
  • Die Ergebnisse der Pruefung werden nicht gespeichert. Sie gelten fuer den Lauf der laufenden Sitzung; nach einem Programmstart steht im Dialog wieder „noch kein Simulationslauf".

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Dialog „Wärmequelle Erdreich", Abschnitt „Jahresgang der Quelltemperatur" — das Bild von ϑQ(t) nach (6) bzw. (7), darunter Minimum, Maximum und Mittel samt Monat; ein Hinweis sagt an, wenn mit den Ersatzwerten aus Schritt 1 gerechnet wurde.
  • Dialog „Wärmequelle Erdreich", Abschnitt „Auslegungsprüfung nach VDI 4640 Blatt 2" — Istwert gegen Grenzwert je Pruefzeile (12), (13) bzw. (16), die Grundlage (Klimazone und Bodenart bzw. λ, Sondenzahl, Volllaststunden), der Hinweis mit der erforderlichen Flaeche nach (14) bzw. Sondenlaenge nach (17), dazu Vorbehalt und Frostmeldung nach (19).
  • Simulationsergebnis, Reiter „Wärmepumpe" — Pth,WP(t) und Pel,WP(t), aus denen (8) den Entzug bildet.
  • Laufprotokoll — die Warnung bei unstimmiger Tiefe (Schritt 5) und die Meldung, wenn eine Quelle nicht geprueft werden kann.

Bezüge