Programm Dokumentation/Berechnung/Photovoltaik
Weitere Optionen
Was berechnet wird
Der Photovoltaik-Zweig rechnet für jede PV-Anlage des Projekts den Wechselstromertrag Stunde für Stunde über ein volles Jahr und verrechnet ihn anschließend mit dem Strombedarf. Ergebnisgrößen sind die Erzeugung [kWh], der Direktverbrauch (der Teil der Erzeugung, der in derselben Stunde im Haus verbraucht wird), der Überschuss (die Einspeisung ins Netz) und der Reststrom (der verbleibende Netzbezug). Der Stromspeicher wird hier nicht gerechnet — er sieht Überschuss und Reststrom als Eingang und wird getrennt bilanziert.
Es gibt zwei Rechenmodelle, die je Anlage gewählt werden: einfach (isotrope Einstrahlung, linearer Temperaturgang, pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad) und erweitert (anisotrope Einstrahlung nach Hay-Davies, Schwachlichtmodell nach Huld, Wechselrichterkennlinie mit Clipping).
Eingangsgrößen
| Größe | Einheit | Herkunft im Programm |
|---|---|---|
| Globalstrahlung, Direktstrahlung, Diffusstrahlung, Außentemperatur | W/m², °C | Klimadatenreihe der Klimaregion des Projekts, 8 760 Stundenwerte |
| Längengrad, Breitengrad | ° | Klimaregion des Projekts (Sonnenstand) |
| Neigung | ° | Dialog „Verwaltung Photovoltaik Module", Abschnitt „PV Anlage Eigenschaften", Feld „Neigung" |
| Azimut | ° | derselbe Abschnitt, Feld „Azimut" |
| Anzahl Module | Stück | derselbe Abschnitt, Feld „Anzahl Module" |
| Rechenmodell (einfach / erweitert) | — | derselbe Abschnitt, Klappliste „Rechenmodell" |
| Wechselrichter-Wirkungsgrad | — (0…1) | derselbe Abschnitt; wirkt nur im einfachen Modell. Leer = 0,95 |
| Systemverluste | % | derselbe Abschnitt; wirkt in beiden Modellen. Leer = 0 % |
| AC-Nennleistung des Wechselrichters | kW | Knopf „Wechselrichter…"; nur im erweiterten Modell. Leer = kein Clipping |
| Kennlinienpunkte η bei 10 / 50 / 100 % Auslastung | — (0…1) | Knopf „Wechselrichter…"; leer = 0,94 / 0,975 / 0,97 |
| Modul-Nennleistung | W | Modulkatalog, Feld „Leistung" |
| Modulwirkungsgrad | % | Modulkatalog, Feld „Wirkungsgrad" (nur im Rückfall, siehe Schritt 1) |
| Modullänge, Modulbreite | m | Modulkatalog (nur im Rückfall, siehe Schritt 1) |
| Temperaturkoeffizient γPMP | %/K | Modulkatalog |
| Zelltemperatur-Kennzahl NOCT | °C | Modulkatalog |
| Zelltechnologie | — | Modulkatalog; nur im erweiterten Modell (Schwachlichtmodell) |
| Wechselrichterweg (vereinfacht / mit Wechselrichter) | — | Dialog „Verwaltung Photovoltaik Module", Abschnitt „Wechselrichter und Stränge". Leer = vereinfacht |
| Strangzuordnung (Gerät, Gerätenummer, MPP-Eingang, Module in Reihe, parallele Stränge, Neigung, Azimut) | — | derselbe Abschnitt, Strangtabelle. Neigung und Azimut leer = Anlagenwert |
| Gerätedaten (AC-Nennleistung, sechs Kennlinienpunkte, Einschaltschwelle, Nachtverbrauch, Kosten) | kW, —, W, W, € | Wechselrichterkatalog über die Projektkopie; nur im Weg „mit Wechselrichter" |
| Strombedarf des Projekts | kWh je Viertelstunde | Strombedarf des Projekts, nach Abzug der vorgelagerten Erzeuger |
Formelzeichen und Parameter
Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: ist die Stunde des Jahres (1…8 760), eine Leistung, eine Bestrahlungsstärke, eine Temperatur in Grad Celsius, ein Wirkungsgrad. Der Index sagt, worauf sich die Größe bezieht — vor dem Wechselrichter, dahinter. Umlaute stehen in den Formeln in ASCII-Umschrift: der Überschuss heißt , das Gerät . Ein Strich am Symbol () bezeichnet eine bezogene Größe.
Parameter
Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Neigung der Modulebene gegen die Waagerechte | ° | Dialog „Verwaltung Photovoltaik Module", Abschnitt „PV Anlage Eigenschaften", Feld „Neigung"; im Strangweg wahlweise je Strang | |
| Azimut der Modulebene | ° | derselbe Abschnitt, Feld „Azimut"; im Strangweg wahlweise je Strang | |
| Anzahl Module der Anlage | Stück | derselbe Abschnitt, Feld „Anzahl Module" (Anlagenzeile PV_Leistung)
| |
| Nennleistung eines Moduls unter Standardbedingungen | W | Modulkatalog, Feld „Leistung" | |
| Modulwirkungsgrad | % | Modulkatalog, Feld „Wirkungsgrad" — nur im Rückfall der Flächenformel | |
| , | Modullänge, Modulbreite | m | Modulkatalog — nur im Rückfall der Flächenformel |
| Temperaturkoeffizient der MPP-Leistung | %/K | Modulkatalog, Feld „Temperaturkoeffizient" | |
| Zelltemperatur bei Normalbetrieb | °C | Modulkatalog; außerhalb 20…60 °C gilt der Rückfall 45 °C | |
| Koeffizienten des Schwachlichtmodells | — | fest je Zelltechnologie, Tabelle in Schritt 4 | |
| pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad | — | Anlagenzeile PV_WrWirkungsgrad; Vorgabe: 0,95. Nur im einfachen Modell
| |
| Systemverluste (Verschmutzung, Leitung, Mismatch) | % | Anlagenzeile PV_Systemverluste; Vorgabe: 0 %
| |
| AC-Nennleistung des Wechselrichters | kW | Anlagenzeile PV_WrNennleistungKw bzw. Wechselrichterkatalog; leer = kein Clipping
| |
| , , | Stützstellen der Anlagenkennlinie bei 10 / 50 / 100 % Auslastung | — | Anlagenzeile PV_WrEta10/50/100; Vorgaben: 0,94 / 0,975 / 0,97
|
| sechs Stützstellen der Gerätekennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100 %) | — | Wechselrichterkatalog; fehlende Punkte werden übersprungen | |
| Einschaltschwelle des Geräts | W | Wechselrichterkatalog; leer = 0 | |
| Nachtverbrauch des Geräts | W | Wechselrichterkatalog; leer = 0 | |
| , | Module in Reihe, parallele Stränge eines Strangs | Stück | Strangtabelle des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge" |
| Boden-Albedo | — | Konstante: 0,2 — in beiden Transpositionsmodellen, nicht einstellbar | |
| Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen | W/m² | Konstante: 1 000 | |
| Zelltemperatur der Standardbedingungen | °C | Konstante: 25 | |
| Solarkonstante | W/m² | Konstante: 1 367 | |
| Bezugsbestrahlungsstärke des NOCT-Modells | W/m² | Konstante: 800 | |
| Bezugslufttemperatur des NOCT-Modells | °C | Konstante: 20 | |
| untere Klemme des Schwachlichtmodells | — | Konstante: 0,001 (entspricht 1 W/m²) | |
| zulässige Abweichung der Katalogwerte voneinander | — | Konstante: 0,03 (3 %) |
Variablen
Größen, die der Lauf je Stunde oder je Anlage bildet.
| Symbol | Bedeutung | Einheit | berechnet in |
|---|---|---|---|
| Stunde des Jahres, 1…8 760 | — | Laufindex der Stundenschleife | |
| Tag des Jahres, 1…365 | — | Zeitmarke der Klimadatenzeile | |
| , , | Global-, Direkt- und Diffusstrahlung | W/m² | Klimadatenreihe (Eingang) |
| Außentemperatur | °C | Klimadatenreihe (Eingang) | |
| Einfallswinkel der Direktstrahlung auf die Modulebene | ° | Sonnenstand aus Längen- und Breitengrad, und (Schritt 2) | |
| Zenitwinkel der Sonne | ° | Sonnenstand (Schritt 2) | |
| Nennleistung des Modulfeldes | kWp | (1) | |
| Modulfläche des Feldes | m² | (2), nur im Rückfall | |
| Bestrahlungsstärke in der Modulebene | W/m² | (4) einfach, (8) erweitert | |
| Geometriefaktor der Direktstrahlung | — | (5) | |
| extraterrestrische Normalstrahlung | W/m² | (6) | |
| Anisotropieindex nach Hay-Davies | — | (7) | |
| Zelltemperatur | °C | (9) | |
| Temperaturfaktor des linearen Modells | — | (10) | |
| Bestrahlungsstärke, auf 1 000 W/m² bezogen | — | (13) | |
| Abstand der Zelltemperatur von 25 °C | K | (14) | |
| relativer Modulwirkungsgrad des Schwachlichtmodells | — | (15) | |
| Gleichstromleistung der Anlage | kW | (11), (12) bzw. (16) | |
| Gleichstromleistung nach Systemverlusten | kW | (18) | |
| Auslastung des Wechselrichters | — | (19) bzw. (32) | |
| Wirkungsgrad des Wechselrichters bei der Auslastung | — | (20) | |
| Wechselstromleistung vor dem Clipping | kW | (21) | |
| Wechselstromleistung der Anlage bzw. des Geräts | kW | (17), (22) bzw. (33), (34) | |
| Erzeugung aller PV-Anlagen des Projekts | kW | (23) | |
| zu deckender Strombedarf der Stunde | kW | (24) | |
| Direktverbrauch | kW | (25) | |
| Überschuss, Einspeisung ins Netz | kW | (26) | |
| Reststrom, Netzbezug | kW | (27) | |
| Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern | kW | Eingang aus der Strombilanz | |
| europäischer Wirkungsgrad des Geräts | — | (28) | |
| Module eines Strangs | Stück | (29) | |
| Nennleistung eines Strangs | kWp | (30) | |
| Gleichstromleistung eines Strangs | kW | Modulformel des Modells mit | |
| Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten | kW | (31) |
Rechenweg
Gerechnet wird im festen Jahresraster von 8 760 Stunden; ist in allen Gleichungen dieser Seite die laufende Stunde des Jahres und wird deshalb in den Legenden nicht wiederholt. Der Strombedarf kommt viertelstündlich herein und wird zuerst zum Stundenmittel zusammengefasst; die Ergebnisreihen gehen am Schluss als Treppenfunktion wieder auf Viertelstunden zurück.
Die Klimadatenreihe wird in Ortszeit gelesen: Die gespeicherte Reihe steht in UTC, gelesen wird sie um eine Stunde (Normalzeit) beziehungsweise zwei Stunden (Sommerzeit) versetzt. Die Umstellung liegt auf dem letzten Sonntag im März und im Oktober. Sonnenstand und Einfallswinkel rechnen weiter auf der UTC-Zeitmarke, die jede Zeile mitführt.
Schritt 1 — Nennleistung des Modulfeldes
- (1)
- – Nennleistung des Modulfeldes [kWp]
- – Nennleistung eines Moduls unter Standardbedingungen [W]
- – Anzahl Module der Anlage [Stück]
- – Umrechnung von W in kW [W/kW]
Führt der Katalog keine Nennleistung (), gilt ersatzweise die Flächenformel über Länge, Breite und Wirkungsgrad; sie tritt an die Stelle der Modulformel (12), nicht an die Stelle dieser Gleichung:
- (2)
- – Modulfläche des Feldes [m²]
- , – Länge und Breite eines Moduls [m]
- – Anzahl Module der Anlage [Stück]
Der Lauf schreibt dazu einen Hinweis ins Simulationsprotokoll. Weichen Nennleistung und Flächenformel um mehr als % voneinander ab, meldet der Lauf das ebenfalls:
- (3)
- – Nennleistung eines Moduls aus dem Katalog [W]
- , – Länge und Breite eines Moduls [m]
- – Modulwirkungsgrad des Katalogs [%]
- – Umrechnung von kW in W [W/kW]
- – zulässige Abweichung der Katalogwerte [–], Konstante 0,03
Gerechnet wird dann mit der Nennleistung, weil die Vergütungsrechnung ihre kWp aus derselben Größe bildet.
Schritt 2 — Einstrahlung auf die Modulebene
Im einfachen Modell isotrop:
- (4)
- – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
- – Direktstrahlung (senkrecht zur Sonne) [W/m²]
- – Einfallswinkel der Direktstrahlung auf die Modulebene [°]
- – Diffusstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
- – Neigung der Modulebene [°]
- – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
- – Boden-Albedo [–], Konstante 0,2
Im erweiterten Modell anisotrop nach Hay-Davies — nur der Diffusanteil ändert sich:
- (5)
- – Geometriefaktor der Direktstrahlung [–]
- – Einfallswinkel auf die Modulebene [°]
- – Zenitwinkel der Sonne [°]
- – Klemme am Horizont; sie hält den Nenner endlich [–]
- (6)
- – extraterrestrische Normalstrahlung [W/m²]
- – Solarkonstante [W/m²], Konstante 1 367
- – Schwankung durch die Bahnexzentrizität der Erde [–]
- – Tag des Jahres, 1…365 [–]
- (7)
- – Anisotropieindex nach Hay-Davies; auf 0…1 begrenzt [–]
- – Direktstrahlung [W/m²]
- – extraterrestrische Normalstrahlung aus (6) [W/m²]
- (8)
- – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
- – Direktstrahlung [W/m²]
- – Einfallswinkel auf die Modulebene [°]
- – Diffusstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
- – Anisotropieindex aus (7) [–]
- – Geometriefaktor aus (5) [–]
- – Neigung der Modulebene [°]
- – Globalstrahlung auf die Horizontale [W/m²]
- – Boden-Albedo [–], Konstante 0,2
Die Klemme auf in (5) hält den Geometriefaktor am Horizont endlich. Bei Nacht — Sonne unter dem Horizont — ist .
Schritt 3 — Zelltemperatur
- (9)
- – Zelltemperatur [°C]
- – Außentemperatur der Stunde [°C]
- – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
- – Bezugsbestrahlungsstärke des NOCT-Modells [W/m²], Konstante 800
- – Zelltemperatur bei Normalbetrieb aus dem Katalog [°C]
- – Bezugslufttemperatur des NOCT-Modells [°C], Konstante 20
Liegt der NOCT des Katalogs außerhalb des Fensters 20…60 °C, gilt der Rückfallwert 45 °C und der Lauf meldet es. Das Fenster ist eng gewählt, weil im Altbestand des Katalogs an dieser Stelle vielfach der Kurzschlussstrom des Moduls steht.
Schritt 4 — Gleichstromleistung
Einfaches Modell (linearer Temperaturgang):
- (10)
- – Temperaturfaktor des linearen Modells [–]
- – Temperaturkoeffizient der MPP-Leistung [%/K]
- – Zelltemperatur aus (9) [°C]
- – Zelltemperatur der Standardbedingungen [°C], Konstante 25
- (11)
- – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
- – Nennleistung des Modulfeldes aus (1) [kWp]
- – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
- – Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen [W/m²], Konstante 1 000
- – Temperaturfaktor aus (10) [–]
Ohne gepflegte Nennleistung tritt die Flächenformel an ihre Stelle:
- (12)
- – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
- – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
- – Modulfläche des Feldes aus (2) [m²]
- – Modulwirkungsgrad des Katalogs [%]
- – Temperaturfaktor aus (10) [–]
- – Umrechnung von W in kW [W/kW]
geht so in die Rechnung, wie er im Katalog steht. Ein Wert 0 („kein Temperaturgang hinterlegt"), ein positiver Wert oder ein Wert unter −1 %/K werden gemeldet, aber nicht korrigiert.
Erweitertes Modell (Schwachlichtmodell nach Huld):
- (13)
- – Bestrahlungsstärke, auf 1 000 W/m² bezogen [–]
- – Bestrahlungsstärke in der Modulebene [W/m²]
- – Bestrahlungsstärke der Standardbedingungen [W/m²], Konstante 1 000
- (14)
- – Abstand der Zelltemperatur von 25 °C [K]
- – Zelltemperatur aus (9) [°C]
- – Zelltemperatur der Standardbedingungen [°C], Konstante 25
- (15)
- – relativer Modulwirkungsgrad des Schwachlichtmodells [–]
- – Koeffizienten der Zelltechnologie [–], Tabelle unten
- – bezogene Bestrahlungsstärke aus (13) [–]
- – Abstand der Zelltemperatur von 25 °C aus (14) [K]
- (16)
- – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
- – Nennleistung des Modulfeldes aus (1) [kWp]
- – bezogene Bestrahlungsstärke aus (13) [–]
- – relativer Modulwirkungsgrad aus (15) [–]
Unterhalb (also 1 W/m²) ist ; ein rechnerisch negatives Ergebnis wird auf 0 gesetzt. Die sechs Koeffizienten hängen an der Zelltechnologie:
| Zelltechnologie | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| kristallines Silizium (C_SI) | −0,017237 | −0,040465 | −0,004702 | 0,000149 | 0,000170 | 0,000005 |
| CIS/CIGS | −0,005554 | −0,038724 | −0,003723 | −0,000905 | −0,001256 | 0,000001 |
| CdTe | −0,046689 | −0,072844 | −0,002262 | 0,000276 | 0,000159 | −0,000006 |
Für amorphes Silizium und für „Sonstige" gibt es keinen veröffentlichten Satz. Fehlt die Technologie, fehlt der Satz oder fehlt die Nennleistung, rechnet das erweiterte Modell die Modulformel des einfachen Modells — also (10) und (11) —, aber mit der Hay-Davies-Einstrahlung (8). Jeder dieser drei Rückfälle wird einzeln im Protokoll benannt.
Schritt 5 — Systemverluste und Wechselrichter
Einfaches Modell — ein fester Faktor je Stunde:
- (17)
- – Wechselstromleistung der Anlage [kW]
- – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
- – pauschaler Wechselrichter-Wirkungsgrad [–], Vorgabe 0,95
- – Systemverluste [%], Vorgabe 0
mit der Vorgabe und %. Es gibt in diesem Modell kein Clipping.
Erweitertes Modell — Teillastkennlinie und Clipping:
- (18)
- – Gleichstromleistung nach Systemverlusten [kW]
- – Gleichstromleistung der Anlage [kW]
- – Systemverluste [%]
- (19)
- – Auslastung des Wechselrichters [–]
- – Gleichstromleistung nach Systemverlusten aus (18) [kW]
- – AC-Nennleistung des Wechselrichters [kW]
- (20)
- – Wirkungsgrad des Wechselrichters bei der Auslastung [–]
- , – Wirkungsgrad an der unteren und der oberen Stützstelle [–]
- – Auslastung des Wechselrichters [–]
- , – Auslastung der unteren und der oberen Stützstelle [–]
- (21)
- – Wechselstromleistung vor dem Clipping [kW]
- – Gleichstromleistung nach Systemverlusten [kW]
- – Wirkungsgrad bei der Auslastung der Stunde aus (20) [–]
- (22)
- – Wechselstromleistung der Anlage [kW]
- – Wechselstromleistung vor dem Clipping aus (21) [kW]
- – AC-Nennleistung des Wechselrichters [kW]
Die Kennlinie (20) ist stückweise linear; die zwei Stützstellen, zwischen denen liegt, sind und :
| Auslastung | untere Stützstelle | obere Stützstelle |
|---|---|---|
| konstant — dahinter greift das Clipping (22) | ||
Vorgaben der Kennlinie, wenn die Anlage keine führt: , , (typischer Strang-Wechselrichter). Ohne gepflegte AC-Nennleistung entfällt das Clipping, und die Auslastung (19) bezieht sich ersatzweise auf ; beides steht im Protokoll.
Weg „mit Wechselrichter" — an die Stelle der Schritte 1 bis 5 tritt der Strangweg des Abschnitts „Wechselrichter", Option 2. Er gilt in beiden Rechenmodellen; die Modellwahl entscheidet weiterhin über Einstrahlung und Modulformel, nicht über den Wechselrichter.
Schritt 6 — Summe über alle Anlagen und Verbrauchsbilanz
Die stündlichen Wechselstromleistungen aller PV-Anlagen des Projekts werden aufsummiert:
- (23)
- – Erzeugung aller PV-Anlagen des Projekts [kW]
- – Wechselstromleistung einer Anlage [kW]
Danach gilt je Stunde:
- (24)
- – zu deckender Strombedarf der Stunde [kW]
- – Reststrombedarf nach den vorgelagerten Erzeugern; negativ = BHKW-Überschuss [kW]
- (25)
- – Direktverbrauch der Stunde [kW]
- – Erzeugung aller PV-Anlagen aus (23) [kW]
- – zu deckender Strombedarf aus (24) [kW]
- (26)
- – Überschuss, Einspeisung ins Netz [kW]
- – Erzeugung aller PV-Anlagen [kW]
- – Direktverbrauch aus (25) [kW]
- (27)
- – Reststrom, Netzbezug [kW]
- – zu deckender Strombedarf aus (24) [kW]
- – Direktverbrauch aus (25) [kW]
ist die Einspeisung, der Netzbezug. Ein negativer Reststrombedarf ist BHKW-Überschuss aus einer vorgelagerten Kaskadenstufe. Er ist keine PV-Erzeugung, wird deshalb in (24) auf 0 geklemmt und getrennt ausgewiesen — sonst würde er als PV-Einspeisung vergütet.
Wechselrichter
Für den Wechselrichter gibt es zwei Wege.
Option 1 — vereinfacht, ohne Wechselrichter, mit Pauschalen
Das ist der heutige Weg und die Vorbelegung. Der Wechselrichter ist kein eigenes Gerät, sondern ein Wirkungsgrad:
- im einfachen Modell ein konstanter Faktor (Vorgabe 0,95) nach (17), dazu pauschale Systemverluste;
- im erweiterten Modell die Dreipunkt-Kennlinie (20) mit einer frei eingebbaren AC-Nennleistung, an der (22) klippt.
Beides hängt an der Anlage, nicht an einem Gerät aus einem Katalog. Es gibt keine Stränge, keine MPP-Tracker, keine Auslegungsprüfung und keine Nachtverbrauchsrechnung. Für eine Anlage mit einer Ausrichtung und einem Wechselrichtertyp ist das eine tragfähige Näherung.
Option 2 — mit Wechselrichter
Der Wechselrichter ist ein Katalogobjekt mit Projektkopie — wie Kessel, BHKW oder Modul —, und die Anlage bekommt eine Strangzuordnung: je Strang die Zahl der Module in Reihe, die Zahl paralleler Stränge, das Gerät, die Gerätenummer, der MPP-Eingang, wahlweise eine eigene Neigung und ein eigener Azimut und wahlweise ein eigener Modultyp. Damit werden das Ost/West-Feld und die um einen zweiten Modultyp erweiterte Anlage rechenbar.
Der Katalog führt AC-Nennwirkleistung, maximale AC-Scheinleistung, maximale DC-Eingangsleistung, MPP-Spannungsfenster, maximale DC-Spannung, maximalen DC-Strom je MPP-Tracker, Zahl der MPP-Tracker, sechs Stützstellen der Wirkungsgradkennlinie (5, 10, 20, 30, 50, 100 %), den europäischen Wirkungsgrad, die Einschaltschwelle, den Nachtverbrauch und den Gerätepreis. Der europäische Wirkungsgrad ist dabei die bekannte Wichtung
- (28)
- – europäischer Wirkungsgrad des Geräts [–]
- – die sechs Stützstellen der Gerätekennlinie bei 5, 10, 20, 30, 50 und 100 % Auslastung [–]
- – die Wichtungen der Norm; sie summieren sich zu 1 [–]
Wann dieser Weg rechnet — zwei Bedingungen müssen zusammenkommen: Die Anlage steht auf „mit Wechselrichter", und sie führt mindestens einen Strang mit einem Gerät. Fehlt eines von beidem, rechnet die Anlage Zeichen für Zeichen den Weg der Option 1, und der Lauf sagt es im Protokoll.
Der Stundenweg
Der Stundenweg wird um zwei Ebenen tiefer. Je Stunde:
Schritt A — je Strang die Gleichstromleistung. Neigung und Azimut sind die des Strangs, ersatzweise die der Anlage. Die Einstrahlung wird je Ausrichtungspaar (, ) genau einmal gerechnet — ein Ost/West-Feld mit acht Strängen rechnet die Sonnengeometrie zweimal, nicht achtmal.
- (29)
- – Module eines Strangs [Stück]
- – Module in Reihe [Stück]
- – parallele Stränge [Stück]
- (30)
- – Nennleistung eines Strangs [kWp]
- – Nennleistung eines Moduls [W]
- – Module des Strangs aus (29) [Stück]
- – Umrechnung von W in kW [W/kW]
ist dann die Modulformel des gewählten Rechenmodells — (11) beziehungsweise (16) — mit an der Stelle von .
Jeder Strang rechnet mit SEINEM Modul. Führt die Strangzeile einen eigenen Modultyp, so kommen in (30) und alle übrigen Modulgrößen der Stundenrechnung — Zelltemperatur über in (7), Temperaturgang in (11), Fläche und Wirkungsgrad der Rückfallformel (12) sowie der Schwachlichtsatz nach Zelltechnologie in (16) — aus DIESEM Modul; sonst aus dem Modul der Anlage. Ein Strang mit einem Modul, das das Projekt nicht (mehr) führt, rechnet wie einer ohne Angabe, und der Lauf sagt es im Protokoll. Ohne eigenen Modultyp ändert sich nichts — genau das ist der Regelfall, eine Anlage mit einem Modultyp.
Die Nennleistung eines Geräts ist damit die Summe seiner Stränge, jeder mit seiner eigenen Modulleistung; die kWp der Anlagenzeile bleibt daneben stehen und wird nur noch verglichen. Weichen beide voneinander ab, meldet der Lauf es und rechnet mit der Strangsumme.
Schritt B — Summe je MPP-Eingang und je Gerät. Der MPP-Eingang ist eine reine Prüfgröße (Prüfungen P4 und P5); eine eigene Leistungsgrenze je Tracker gibt es nicht. Die Summe über die MPP-Eingänge eines Geräts ist damit die Summe über seine Stränge. Ein Gerät ist das Paar aus Wechselrichtertyp und Gerätenummer — Gerät 1 der Anlage „Dach Süd" und Gerät 1 der Anlage „Halle" sind zwei Geräte.
- (31)
- – Gleichstromleistung eines Geräts nach Systemverlusten [kW]
- – Gleichstromleistung eines Strangs des Geräts [kW]
- – Systemverluste der Anlage [%]
Die Systemverluste bleiben ein Anlagenwert: Verschmutzung, Leitungsverluste und Mismatch gelten für das Feld, nicht für den Strang.
Schritt C — Kennlinie, Clipping, Nachtverbrauch je Gerät.
- (32)
- – Auslastung des Geräts [–]
- – Gleichstromleistung des Geräts aus (31) [kW]
- – AC-Nennleistung des Geräts [kW]
- (33)
- – Wechselstromleistung des Geräts [kW]
- – Gleichstromleistung des Geräts aus (31) [kW]
- – Wirkungsgrad bei der Auslastung der Stunde, Kennlinie (20) über sechs Stützstellen [–]
- – AC-Nennleistung des Geräts; hier klippt es [kW]
- (34)
- – Wechselstromleistung des Geräts; unter der Schwelle negativ [kW]
- – Gleichstromleistung des Geräts aus (31) [kW]
- – Einschaltschwelle des Geräts [W]
- – Nachtverbrauch des Geräts [W]
- – Umrechnung von W in kW [W/kW]
Die Kennlinie ist dieselbe stückweise Interpolation (20), nur über die sechs Stützstellen des Katalogs statt über drei; unter der kleinsten läuft sie linear von , über bleibt sie konstant — dahinter greift das Clipping. Eine fehlende Stützstelle wird übersprungen; interpoliert wird dann zwischen den beiden nächsten vorhandenen Punkten. Führt der Katalog keine einzige, gilt die Dreipunkt-Vorgabe 0,94 / 0,975 / 0,97, und der Lauf meldet es. Die drei Stützstellen 10 / 50 / 100 % des vereinfachten Wegs sind in den sechs enthalten — an den gemeinsamen Punkten ändert sich nichts, dazwischen wird die Kennlinie genauer.
Der Nachtverbrauch (34) ist eine negative Erzeugung: Unterhalb der Einschaltschwelle speist das Gerät nicht ein, sondern verbraucht. Beide Gerätewerte stehen im Katalog in Watt und gehen als Kilowatt in die Rechnung. Führt der Katalog keinen Nachtverbrauch, ist das Ergebnis 0. Ohne gepflegte Einschaltschwelle ist — dann sind es genau die Stunden ohne Einstrahlung.
Schritt D — Summe je Anlage. Die Wechselstromleistungen aller Geräte der Anlage werden addiert; ab da läuft Schritt 6 unverändert weiter.
Kennzahlen
Je Gerät und je Anlage schreibt der Lauf ins Simulationsprotokoll und in den Ergebnisreiter „Photovoltaik":
| Kennzahl | Formel | Einheit |
|---|---|---|
| DC/AC-Verhältnis | — | |
| Clipping-Verlust | kWh/a | |
| Clipping-Anteil | % | |
| Volllaststunden AC | h/a | |
| Jahresnutzungsgrad | — | |
| Nachtverbrauch | über die Stunden unter der Einschaltschwelle | kWh/a |
Der Jahresnutzungsgrad ist die Zahl, mit der sich der europäische Wirkungsgrad des Datenblatts gegen das tatsächliche Betriebsverhalten dieser Anlage vergleichen lässt.
Kosten
Der Gerätepreis des Katalogs geht als eigener Posten in die Investition der Photovoltaik ein: Preis je Gerät × Zahl der Geräte dieses Typs. Gezählt werden nur Geräte an Anlagen, die auf dem Weg „mit Wechselrichter" rechnen — eine Anlage, die vereinfacht rechnet, trägt auch keine Gerätekosten.
Dazu kommen acht Auslegungsprüfungen als Ampel im Dialog — ausführlich mit Formeln, Zahlenbeispiel und Auslegungshilfe im Abschnitt Modul, Strang und Wechselrichter —, gerechnet für −10 °C (kalter Fall, höchste Spannung) und 70 °C Zelltemperatur (heißer Fall, niedrigste Spannung, höchster Strom):
| Nr. | Prüfung | Bewertung bei Verletzung |
|---|---|---|
| P1 | Leerlaufspannung des Strangs im kalten Fall gegen die maximale DC-Spannung | rot |
| P2 | MPP-Spannung im heißen Fall gegen die untere Grenze des MPP-Fensters | rot |
| P3 | MPP-Spannung im kalten Fall gegen die obere Grenze des MPP-Fensters | gelb |
| P4 | Eingangsstrom je MPP-Tracker im heißen Fall gegen den zulässigen DC-Strom | rot |
| P5 | Zahl paralleler Stränge je MPP-Tracker gegen den zulässigen Wert | gelb |
| P6 | DC/AC-Verhältnis außerhalb 1,0…1,5 | gelb |
| P7 | DC-Nennleistung des Geräts gegen die maximale DC-Eingangsleistung | gelb |
| P8 | Summe der Module aller Stränge gegen die Modulanzahl der Anlage | gelb |
Fehlt ein Modulwert, entfällt die zugehörige Prüfung und wird als „nicht prüfbar" gemeldet — sie schlägt nicht fehl. Für die MPP-Spannung setzen P2 und P3 den Temperaturkoeffizienten der Leerlaufspannung ein; einen eigenen Koeffizienten für die MPP-Spannung führt der Modulkatalog nicht.
Ergebnisneutral für Bestandsprojekte: Solange eine Anlage nicht auf „mit Wechselrichter" steht und eine Strangzeile mit Gerät führt, rechnet sie Zeichen für Zeichen wie zuvor. Erst beide Bedingungen zusammen schalten den Strangweg ein.
Modul, Strang und Wechselrichter — Prüfung und Auslegung
Sobald eine Anlage auf dem Weg „mit Wechselrichter" rechnet, prüft das Programm beim Bearbeiten der Strangtabelle, ob Modul und Gerät elektrisch zusammenpassen: acht Regeln P1 bis P8, dargestellt als Ampel unter der Strangzeile und als Chip im Kopf des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge". Die Prüfung entscheidet nichts — sie rechnet nicht mit, verhindert kein Speichern und verändert kein Ergebnis. Sie sagt etwas, und hinter jedem roten oder gelben Befund sagt sie zusätzlich, was passen würde.
Was geprüft wird — und was nicht
Geprüft werden Datenblattgrenzen des gewählten Geräts: maximale DC-Spannung, MPP-Spannungsfenster, maximaler DC-Strom je MPP-Tracker, maximale DC-Eingangsleistung, AC-Nennleistung. Nicht geprüft werden Anlagen- und Personenschutz, Leitungsquerschnitte, Überspannungsschutz, Netzanschluss und Anmeldung; dafür ist die einschlägige Normenreihe maßgeblich und eine Elektrofachkraft zuständig. Auch eine absolute Systemspannungsgrenze (1 000 V beziehungsweise 1 500 V DC) prüft das Programm nicht — P1 misst allein gegen die maximale Eingangsspannung des gewählten Geräts.
Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Modul | Ein Katalogeintrag mit , , , , und der Nennleistung |
| Strang | Module in Reihe — die Spannungen addieren sich, der Strom bleibt der eines Moduls |
| parallele Stränge | gleich aufgebaute Stränge an demselben MPP-Tracker — die Ströme addieren sich, die Spannung bleibt |
| MPP-Tracker | Ein Regeleingang des Geräts mit eigenem Spannungsfenster und eigener Stromgrenze |
| Gerät | Ein physischer Wechselrichter. Stränge mit derselben Gerätenummer hängen an demselben Gerät; ein zweites Gerät desselben Typs bekommt die Nummer 2. Leer heißt 1. |
| DC/AC-Verhältnis | Summe der Modulnennleistungen an einem Gerät geteilt durch dessen AC-Nennleistung |
Kennwerte und ihre Einheiten
| Größe | Bedeutung | Einheit | Vorzeichen | typisch |
|---|---|---|---|---|
| Leerlaufspannung bei STC | V | + | 30…50 | |
| Spannung im Arbeitspunkt bei STC | V | + | 25…42 | |
| Kurzschlussstrom bei STC | A | + | 9…14 | |
| Temperaturkoeffizient der Leerlaufspannung | V/K | negativ | −0,10…−0,15 | |
| Temperaturkoeffizient des Kurzschlussstroms | A/K | positiv | +0,002…+0,006 | |
| Nennleistung des Moduls | W | + | 260…600 |
Achtung bei den Koeffizienten: Datenblätter geben sie häufig relativ in %/K an (typisch −0,25…−0,35 %/K für die Spannung, +0,04…+0,06 %/K für den Strom) oder in mV/K beziehungsweise mA/K. Der Modulkatalog von EPOS-Plan führt sie absolut in V/K und A/K. Ein ungerechnet übernommener Prozentwert verschiebt die Prüfungen P1 bis P4 um Größenordnungen. Die Umrechnung lautet
Der Import aus PVsyst-Dateien (.PAN) rechnet selbsttätig um; ein von Hand gepflegter Wert wird beim Speichern auf Plausibilität geprüft. Der Leistungskoeffizient steht als einziger relativ in %/K — er geht nicht in die Auslegungsprüfung ein, sondern in die Ertragsrechnung (Schritt 4).
Die beiden Auslegungsfälle
Alle Katalogwerte gelten unter Standard-Testbedingungen (STC: 1 000 W/m², 25 °C Zelltemperatur, AM 1,5). Diese treten im Betrieb praktisch nie auf. Für die Auslegung zählt deshalb die Hüllkurve zweier fester Fälle:
- kalter Fall, −10 °C Zelltemperatur — Kälte hebt die Spannung. Der ungünstigste Zustand ist der klare Wintermorgen, bevor der Wechselrichter zuschaltet. Hier entscheidet sich, ob das Gerät Schaden nimmt (P1) und ob das MPP-Fenster nach oben verlassen wird (P3).
- heißer Fall, +70 °C Zelltemperatur — Wärme senkt die Spannung deutlich und hebt den Strom leicht. Hier entscheidet sich, ob der Strang aus dem MPP-Fenster fällt (P2) und ob der Trackerstrom überschritten wird (P4).
−10 °C und +70 °C sind die Vorgaben; seit dem 09.09.2026 sind und Projektparameter und lassen sich in der Zeile Auslegungstemperaturen des Abschnitts „Wechselrichter und Stränge" ändern (Bedienung) — eine Datenbank ohne gepflegte Werte rechnet unverändert wie zuvor. Der Knopf Vorschlag aus Klimadaten übernehmen schlägt kalt als Jahresminimum der Außentemperatur der Klimareihe des Projekts vor und heiß über dieselbe Zelltemperaturformel wie in Schritt 3 (9) bei Volleinstrahlung W/m² aus deren Jahresmaximum und der Nennbetriebstemperatur des Anlagenmoduls (Rückfall 45 °C außerhalb 20…60 °C, wie in Schritt 3). Übernommen wird erst auf Knopfdruck; welche Zahl richtig ist, bleibt eine Entscheidung des Planers. Gerechnet wird linear um den STC-Punkt:
- (35)
- – Spannung des Strangs bei der Zelltemperatur [V]
- – Zahl der Module in Reihe [–]
- – für P1, für P2 und P3 [V]
- – Temperaturkoeffizient der Leerlaufspannung [V/K], negativ
- – Zelltemperatur des betrachteten Falls: (Vorgabe −10 °C) oder (Vorgabe +70 °C), seit dem 09.09.2026 Projektparameter [°C]
- (36)
- – Strom eines Strangs bei der Zelltemperatur [A]
- – Temperaturkoeffizient des Kurzschlussstroms [A/K], positiv
Der Strom eines Strangs ist von der Zahl der Module in Reihe unabhängig; parallele Stränge addieren ihn. Für die MPP-Spannung führt der Modulkatalog keinen eigenen Koeffizienten — (35) setzt dafür ein, wie es die Auslegungspraxis ebenfalls tut. Der Fehler liegt bei wenigen Prozent. Zu beachten ist die Richtung: Der relative Koeffizient der MPP-Spannung ist betragsmäßig größer als der der Leerlaufspannung, weshalb P2 im heißen Fall eher etwas zu günstig ausfällt und P3 im kalten Fall konservativ.
Die acht Regeln
| Nr. | Prüfung | Bedingung | Ebene | Verletzung |
|---|---|---|---|---|
| P1 | Leerlaufspannung im kalten Fall | — ohne : | je Strang | rot — das Gerät kann bei Frost und Sonne Schaden nehmen |
| P2 | MPP-Fenster im heißen Fall | je Strang | rot — der Strang regelt im Sommer ab | |
| P3 | MPP-Fenster im kalten Fall | je Strang | gelb — das Gerät regelt an der Grenze | |
| P4 | Eingangsstrom je MPP-Tracker | und | je Tracker | rot über ; gelb nur über — ohne : rot über |
| P5 | Zahl paralleler Stränge je Tracker | je Tracker | gelb — mehr Stränge als Anschlussklemmen | |
| P6 | DC/AC-Verhältnis | je Gerät | gelb in beide Richtungen | |
| P7 | DC-Eingangsleistung | je Gerät | gelb — über der Anschlussgrenze des Herstellers | |
| P8 | Modulsumme | je Anlage | gelb — Strangtabelle und Anlagenwert laufen auseinander |
- , – Auslegungstemperaturen, Projektparameter mit Vorgabe −10 °C / +70 °C [°C]
- – maximale DC-Eingangsspannung des Geräts [V]
- , – Grenzen des MPP-Spannungsfensters [V]
- – maximaler Kurzschlussstrom je MPP-Tracker, optionales Katalogfeld [A]
- – maximaler DC-Strom (Betriebsstrom) je MPP-Tracker [A]
- – parallele Stränge der Zeile , – zulässige Stränge je Tracker [–]
- – AC-Nennwirkleistung [kW], – maximale DC-Eingangsleistung [kW]
- – „Anzahl Module" der Anlagenzeile [–]
Die Farbe eines Abschnitts ist die schlechteste seiner Zeilen. Rot bedeutet: so nicht zulässig — verhindert aber nicht das Speichern, weil ein Planer einen Zwischenstand ablegen können muss. Gelb bedeutet: möglich, aber nicht empfohlen.
Ein fehlender Wert macht gelb, nicht grün und nicht rot — mit einer Ausnahme: Fehlt bei P1 nur (nicht aber ), rechnet sie über den Rückfall weiter, statt zu entfallen (siehe „Grenzen dieser Prüfung" unten). Sonst gilt: Fehlt eine Angabe (0 oder leer), entfällt die betroffene Prüfung, die Zeile wird gelb, und die Meldung nennt jede fehlende Angabe einzeln — dazu bei Modulwerten den Pflegeweg. Eine Prüfung, die auf fehlenden Daten grün leuchtet, würde etwas behaupten. Fehlt die Zahl der MPP-Tracker, wird auf einem gerechnet: der konservative Fall, und die Meldung sagt es.
Seit dem 09.09.2026 vergleicht P8 gegen den gespeicherten Anlagenwert „Anzahl Module". Zuvor erhielt sie stets die aus der Strangtabelle abgeleitete Summe und konnte deshalb nie anschlagen; ein Altbestand, dessen zwei Zahlen von Hand auseinandergelaufen sind, wird jetzt erkannt.
Auslegungshilfe
Hinter jedem roten oder gelben Befund steht, was passen würde — dieselben Regeln, rückwärts gerechnet und auf ganze Module gerundet, Untergrenzen auf, Obergrenzen ab:
- (37)
- (38)
- (39)
- (40)
- , – Modulzahl in Reihe aus P2 beziehungsweise aus P1 und P3 [–]
- – Stränge je MPP-Tracker aus P4 und P5 [–]
- , – Module je Gerät aus dem DC/AC-Band (P6) und der DC-Grenze (P7) [–]
- Leistungen in (40) in derselben Einheit einzusetzen
Die Hilfe rechnet auf derselben Grundlage wie die Ampel: Die Zahlen 45 und −35 sind die Vorgabewerte und der jetzt projektweise einstellbaren Auslegungstemperaturen. Fehlt in (38) der Koeffizient , tritt an die Stelle von derselbe Rückfall wie bei P1: . In (39) tritt an die Stelle von der Kurzschlussstrom des MPP-Trackers, sobald der Katalog ihn führt — ist er nicht gepflegt, gilt weiterhin .
Für das Rechenbeispiel oben ergibt das Module in Reihe, einen Strang je Tracker und 10…13 Module je Gerät. Genau das steht dann in der Ampel: „passend wären 4…14 Module in Reihe" beziehungsweise „passend wären 10…13 Module je Gerät". Liegt die Untergrenze über der Obergrenze, gibt es zu diesem Gerät keine passende Reihe, und die Meldung rät zu einem anderen Gerät. Fehlen alle beteiligten Werte, rät die Hilfe nicht.
Der Knopf „Auslegung vorschlagen". Aus Modul, gewähltem Katalogsatz und Modulzahl wird eine ganze Aufteilung gerechnet und die Strangtabelle damit ersetzt: gleich lange Stränge, gleich belegte Geräte, die Stränge so gleichmäßig auf die MPP-Tracker verteilt, wie die Zahl es zulässt. Die Rangfolge ist dreistufig — möglichst wenige Geräte, darunter DC/AC möglichst nahe 1,25 (der Mitte des Bandes), darunter die längste Reihe (höhere Spannung, kleinerer Strom). Nach denselben Kriterien ist auch die Klappliste „Wechselrichter aus dem Katalog" sortiert; passende Geräte tragen ihr DC/AC-Verhältnis und ihre Gerätezahl im Text, unpassende den Zusatz „passt nicht". Gibt es keine Aufteilung, bleibt die Tabelle stehen, und der Grund wird genannt.
Grenzen dieser Prüfung
- Kein Sicherheitsfaktor auf den Strom. P4 rechnet allein die thermische Korrektur nach (36) — bei einem üblichen Modul rund +2 %. Der in der Auslegungspraxis gebräuchliche Faktor 1,25 auf den Kurzschlussstrom (Wolkenrand- und Albedoeffekte) ist nicht enthalten.
- kommt aus keinem Import. Weder die CEC-Wechselrichterliste noch das OND-Format (PVsyst) führen einen Kurzschlussstrom je Eingang. Das Feld bleibt nach jedem Import leer und wird im Katalogdialog von Hand gepflegt; solange es leer ist, prüft P4 wie ohne die Zweistufigkeit — rot allein über .
- Die Auslegungstemperaturen sind eine Annahme, kein Messwert. Sie sind seit dem 09.09.2026 je Projekt einstellbar (Abschnitt „Die beiden Auslegungsfälle"), mit −10 °C/+70 °C als Vorgabe. Der Klimadatenvorschlag nennt das Jahresminimum eines Testreferenzjahres — das ist nicht dieselbe Größe wie die am Standort niedrigste zu erwartende Temperatur; welche Zahl richtig ist, entscheidet der Planer.
- Der Rückfall ohne Koeffizienten ist eine Ersatzannahme. Fehlt , rechnet P1 seit dem 09.09.2026 mit weiter, statt zu entfallen; fehlt auch , bleibt es bei „nicht prüfbar". Der Faktor 1,15 gilt für kristallines Silizium und ist an sehr kalten Standorten knapp; er ist bewusst nicht einstellbar — Ersatz für einen fehlenden Katalogwert, nicht ein zweiter Auslegungsparameter. Der richtige Weg bleibt, den Koeffizienten zu pflegen.
- Die Einschaltspannung wird nicht geprüft. Sie steht im Gerätekatalog, geht aber in keine der acht Regeln ein.
- Keine Verschattung, keine Leitungsverluste. Ein Strang an der unteren Grenze von P2 kann in der Wirklichkeit früher abregeln, als die Prüfung erwarten lässt.
- Keine Mischung auf einem Tracker. P4 summiert die Ströme eines Trackers vollständig; ein Ost/West-Paar an einem Eingang wird dadurch strenger bewertet, als es der Wirklichkeit entspricht. Ein Modultyp gilt je Strang, nicht innerhalb eines Strangs.
- Die Prüfung läuft im Dialog und beim Simulationsstart (seit dem 09.09.2026). Für jede Anlage im Weg „mit Wechselrichter" schreibt der Lauf denselben Ampelsatz in die Hinweise zum Lauf, mit dem Vorspann PV-Anlage „…": davor: rote Befunde als Warnung, gelbe als Hinweis; grüne bleiben stumm. Das blockiert die Berechnung nicht — ein Projekt mit roter Auslegung rechnet weiter.
Grenzen und Annahmen
- Keine Verschattung. Weder Horizont noch Eigenverschattung der Modulreihen gehen ein.
- Eine Ausrichtung je Anlage — außer im Weg „mit Wechselrichter". und hängen an der Anlagenzeile; im Strangweg trägt jeder Strang wahlweise eigene, und damit ist das Ost/West-Feld eine Anlage (siehe Abschnitt „Wechselrichter", Option 2).
- Kein Ein-Dioden-Modell. Spannungen und Ströme des Strangs werden nicht gerechnet. Die sechs elektrischen Kenngrößen des Modulkatalogs (, , , ,
, ) gehen in die Auslegungsprüfungen P1 bis P5 ein, aber in keine Stundenrechnung.
- Keine Leistungsgrenze je MPP-Eingang. Der MPP-Eingang ist eine Prüfgröße; geklemmt wird am Gerät.
- Ein Modultyp je STRANG. Ein Strang rechnet mit genau einem Modultyp; verschiedene Stränge derselben Anlage dürfen verschiedene tragen. Ohne eigene Angabe gilt das Modul der Anlage. Was es nicht gibt: zwei Modultypen INNERHALB eines Strangs — dafür wären zwei Stränge anzulegen.
- Keine Kennzahlen je Strang. Ertrag und Volllaststunden werden je Gerät ausgewiesen, nicht je Strang.
- Keine Alterung im Stundenlauf. Die Degradation ist eine Größe der Wirtschaftlichkeit (Jahresreihe), nicht der Stundensimulation.
- Kein Clipping im einfachen Modell auf dem vereinfachten Weg, auch dann nicht, wenn eine AC-Nennleistung gepflegt ist — sie wirkt dort nur im erweiterten Modell (22). Im Weg „mit Wechselrichter" klemmt das Gerät dagegen in beiden Modellen (33): Ein Wechselrichter ist ein Gerät, keine Modellverfeinerung.
- Keine Netzeinspeisebegrenzung (etwa eine feste Kappung der Einspeiseleistung) im Stundenlauf.
- Der Boden-Albedo ist fest 0,2 und nicht einstellbar.
- Zwei Stunden im Jahr sind durch die Ortszeitumstellung doppelt beziehungsweise gar nicht belegt.
- Beide liegen nachts; Einstrahlung und Sonnenwinkel sind dort null, die Jahressumme der Globalstrahlung bleibt unverändert.
- Der Stromspeicher gehört nicht hierher: Er wird getrennt gerechnet und verändert den hier ausgewiesenen PV-Ertrag nicht.
Ergebnisse und wo sie stehen
- Simulationsergebnis, Reiter „Photovoltaik" — je Modulfeld Name, Gesamtfläche, Anzahl und Jahresertrag; im erweiterten Modell zusätzlich das DC/AC-Verhältnis, der Clipping-Verlust und der Wechselrichterverlust. Rechnet eine Anlage auf der Strangebene, steht darüber eine zweite Tabelle mit einer Zeile je Gerät (DC/AC, Ertrag, Clipping in kWh und %, Volllaststunden AC, Jahresnutzungsgrad, Nachtverbrauch).
- Karte „Photovoltaik" der Simulationskonfiguration — Zahl der Geräte und Stränge sowie das DC/AC-Verhältnis, sobald eine Strangzuordnung rechnet.
- Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis" — Eigenverbrauch, Einspeisung, Netzbezug und Autarkie.
- Simulationsergebnis, Reiter „Stromgang" — die Ganglinien von Erzeugung, Direktverbrauch, Überschuss und Reststrom, also , , und .
- Simulationsprotokoll — jeder Rückfallwert und jede Katalogunstimmigkeit im Klartext, dazu im erweiterten Modell die Kennzahlen je Anlage (DC/AC, Jahresertrag, Volllaststunden, Wechselrichter- und Clipping-Verlust) und im Weg „mit Wechselrichter" eine Zeile je Gerät und eine je Anlage.
- Bericht und Wirtschaftlichkeit — Jahreserträge, Eigenverbrauchsquote und die Vergütungsrechnung bauen auf denselben Zahlen auf.
Bezüge
- Photovoltaik — Bedienung des Dialogs, Modulkatalog, Import
- Berechnung: Simulationsablauf — Reihenfolge der Erzeuger, Kaskade und Stundenschleife
- Berechnung: Stromspeicher — was mit Überschuss und Reststrom danach geschieht
- Berechnung: Solarthermie — dieselbe Sonnengeometrie, anderes Kollektormodell
- Berechnung: BHKW — Herkunft des BHKW-Stromüberschusses
- Klimadaten — Herkunft und Pflege der Strahlungsreihen
- Wirtschaftlichkeit — Vergütung, Degradation und Marktwert