Programm Dokumentation/Berechnung/Pufferspeicher
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Was berechnet wird
Ein thermischer Pufferspeicher entkoppelt Erzeugung und Bedarf. Der Lauf führt für jede Stunde seinen Füllstand, die Ladung, die Entladung, die Bereitschaftsverluste und — wenn mehr als eine Schicht gepflegt ist — die Temperaturen seiner Zonen. Ergebnisgrößen sind die Jahressummen dieser vier Energieströme, die Vollzyklen und die Ganglinien von Füllstand und Temperaturen.
Der Speicher rechnet nicht für sich: Er ist die Senke der Erzeuger und die Quelle der Bedarfsdeckung. Wer wann in ihn lädt, entscheidet die Ladeordnung; wer wann aus ihm entnimmt, die Entladereihenfolge seines Kanals.
Eingangsgrößen
| Größe | Einheit | Herkunft im Programm |
|---|---|---|
| Gesamtvolumen | l | Pufferspeicherkatalog, Feld „Gesamtvolumen" |
| Bereitschaftsverluste | kWh/24 h | Pufferspeicherkatalog, Feld „Bereitschaftsverluste" |
| Vorlauf, Rücklauf | °C | Dialog „Pufferspeicher (Projekt)", Abschnitt „Eigenschaften" |
| Nutzung (Heizung / Brauchwasser / Prozess, einzeln oder kombiniert) | — | derselbe Abschnitt, Klassen-Set |
| Einschaltschwelle, Abschaltschwelle | Anteil 0…1 | derselbe Abschnitt, Abschnitt „Schwellen" |
| Abschaltschwelle für nachrangige Anlagen | Anteil 0…1 | derselbe Abschnitt — die Solar-Reservezone |
| Mindestfüllstand | Anteil 0…1 | derselbe Abschnitt |
| Schichtenzahl (1…10), Behälterhöhe, effektive Wärmeleitfähigkeit | —, m, W/(m·K) | Abschnitt „Schichtung" |
| Entnahmehöhe je Kanal | Anteil 0…1 (1 = ganz oben) | Abschnitt „Schichtung" |
| Mindest-Nutztemperatur Brauchwasser | °C | Abschnitt „Schichtung" |
| Ladeleistungsgrenze, Entladeleistungsgrenze | kWh je Stunde, 0 = unbegrenzt | Abschnitt „Eigenschaften" |
| Entladepriorität | 1…99 oder Automatik | Abschnitt „Ladereihenfolge" |
| Ladepriorität je ladender Anlage | 1…99 | Simulationskonfiguration, Karte des Erzeugers |
Formelzeichen und Parameter
Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: t ist die Stunde des Jahres (1…8 760), Q eine Wärmemenge, ϑ eine Temperatur in Grad Celsius, λ eine Wärmeleitfähigkeit. Der Füllstand heißt hier SOC(t) — dasselbe Zeichen wie beim Stromspeicher, nur in kWh statt in Prozent. Der Schichtindex i läuft von 0 (oben) bis N − 1 (unten).
Parameter
Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Herkunft |
|---|---|---|---|
| V | Gesamtvolumen des Behälters | l | Pufferspeicherkatalog, Feld „Gesamtvolumen" |
| qV,24 | Bereitschaftsverluste eines Tages | kWh/24 h | Pufferspeicherkatalog, Feld „Bereitschaftsverluste" |
| ϑVL, ϑRL | Vorlauf- und Rücklauftemperatur | °C | Dialog „Pufferspeicher (Projekt)", Abschnitt „Eigenschaften" |
| cW | Wärmekapazität des Wassers je Liter und Kelvin | Wh/(l·K) | Konstante: 1,16 |
| ΔT0 | Spreizung, wenn kein vollständiges Temperaturpaar gepflegt ist | K | Vorgabe: 10 — beim BHKW-Pendelspeicher 20 |
| sein | Einschaltschwelle der Speicherregelung | — (0…1) | Abschnitt „Schwellen" |
| saus | Abschaltschwelle | — (0…1) | derselbe Abschnitt |
| snach | Abschaltschwelle für nachrangige Anlagen — die Solar-Reservezone | — (0…1) | derselbe Abschnitt |
| smin | Mindestfüllstand (Notreserve) | — (0…1) | derselbe Abschnitt |
| N | Schichtenzahl | — (1…10) | Abschnitt „Schichtung"; Vorbelegung: 1 — dann ist die Schichtebene wirkungslos |
| H | Behälterhöhe | m | Abschnitt „Schichtung"; ohne Wert aus (14) |
| λeff | effektive Wärmeleitfähigkeit zwischen den Zonen | W/(m·K) | Abschnitt „Schichtung"; Vorgabe: 1,5 — sie enthält die Wandleitung |
| HD | Höhen-Durchmesser-Verhältnis des Ersatzbehälters | — | Konstante: 2,5 |
| κ | Kappung des vertikalen Ausgleichs je Schichtpaar und Stunde | — | Konstante: 0,25 (25 %) |
| hE | Entnahmehöhe eines Kanals | — (0…1) | Abschnitt „Schichtung"; Vorbelegung: 1 (ganz oben) |
| ϑmin | Mindest-Nutztemperatur eines Kanals | °C | Abschnitt „Schichtung"; Vorbelegung: ϑRL |
| Plad,max, Pent,max | Lade- und Entladeleistungsgrenze als Budget der Stunde | kWh je Stunde | Abschnitt „Eigenschaften"; 0 = unbegrenzt |
| NSch,max | größte Schichtenzahl | — | Konstante: 10 |
Variablen
Größen, die der Lauf je Stunde oder je Speicher bildet.
| Symbol | Bedeutung | Einheit | berechnet in |
|---|---|---|---|
| t | Stunde des Jahres, 1…8 760 | — | Laufindex der Stundenschleife |
| i | Schichtindex, 0 = oben | — | 0…N − 1 |
| Qmax | nutzbare Kapazität des Speichers | kWh | (1) |
| qV | Bereitschaftsverlust einer Stunde bei vollem Speicher | kWh | (2) |
| SOC(t) | Füllstand am Ende der Stunde | kWh | fortgeschrieben über (11) |
| o(t) | gültige Ladeobergrenze der ladenden Anlage | — (0…1) | Schritt 2, Obergrenzentabelle |
| R(t) | bereits reservierte Menge anderer Lader | kWh | Ladeordnung (Eingang) |
| L(t) | Ladefähigkeit | kWh | (3) |
| QDl(t) | Durchlass — was im selben Zeitschritt wieder entnommen wird | kWh | Kaskadenschleife (Eingang) |
| A(t) | in dieser Stunde aufnehmbare Menge | kWh | (4) |
| Qoffen(t) | offener Kanalbedarf | kWh | Eingang aus der Kaskade |
| Qanf(t) | angeforderte Entnahme | kWh | Eingang aus der Kaskade |
| B(t) | Bilanzraum eines ladenden Erzeugers | kWh | (5) |
| Qent(t) | Entnahme der Stunde | kWh | (6) |
| f(t) | Füllstandsanteil | — (0…1) | (9) |
| QV(t) | Bereitschaftsverlust dieser Stunde | kWh | (10) |
| qi(t) | Energie der Schicht i | kWh | (12) |
| ϑi(t) | Temperatur der Schicht i | °C | (13) |
| d | Durchmesser des Ersatzbehälters | m | (14) |
| Aq | Querschnittsfläche des Behälters | m² | (15) |
| k | Wärmeleitwert eines Schichtpaars | kWh/K | (16) |
| CSch | Wärmekapazität einer Schicht | kWh/K | (17) |
| Δϑi(t) | Temperaturunterschied zweier benachbarter Schichten | K | (18) |
| qi,i+1(t) | Wärme, die im Ausgleich zwischen zwei Schichten fließt | kWh | (18) |
| Ua | Jahresumsatz — Entladung beim Quellspeicher, sonst Ladung | kWh | Jahressumme |
| zV | Vollzyklen des Jahres | — | (19) |
Rechenweg
Schritt 1 — Nutzbare Kapazität
- Qmax = V · cW · ( ϑVL − ϑRL ) / 1 000 (1)
Fehlt ein vollständiges Temperaturpaar, tritt ΔT0 = 10 K an die Stelle von (ϑVL − ϑRL) — beim BHKW-Pendelspeicher 20 K, weil dessen Altformel diese Spreizung fest verdrahtet hatte und ein Rückfall auf 10 K seine Kapazität ohne fachlichen Grund halbieren würde. Der Rückfall wird am Speicher vermerkt und lässt sich protokollieren.
- qV = qV,24 / 24 (2)
Schritt 2 — Laden
Ein Erzeuger lädt bis zu seiner Obergrenze o(t), und die hängt davon ab, ob er an diesem Speicher der vorrangige Lader ist:
| Fall | Obergrenze o(t) |
|---|---|
| die Senkenzeile führt eine eigene Ladegrenze | diese Ladegrenze |
| die Anlage ist die vorrangige | saus |
| sonst | snach |
Ein Wert o(t) ≤ 0 gilt als „nicht gesetzt" und fällt auf saus zurück.
- L(t) = max( 0 ; Qmax · o(t) − SOC(t) − R(t) ) (3)
Die dritte Zeile ist die Solar-Reservezone: Wo eine Reserve gepflegt ist, laden nachrangige Erzeuger — üblicherweise der Heizkessel — nur bis dorthin, und der obere Teil bleibt für die Solarthermie frei. In Stunden mit PV-Überschuss kann eine andere Anlage vorrangig sein; dann gilt die Reservezone für sie, denn Anzeige und Rechnung lösen o(t) mit derselben Funktion und der jeweils gültigen Priorität auf.
Der Speicher als hydraulische Weiche. Er drosselt die Anlage nicht auf seinen freien Raum: Er wird geladen, während die Last aus ihm entnimmt. Die Aufnahme einer Stunde darf deshalb um genau die Menge über die freie Kapazität hinausgehen, die im selben Zeitschritt wieder entnommen wird (Durchlass):
- A(t) = Qmax − SOC(t) + QDl(t) (4)
- B(t) = L(t) + min( Qoffen(t) ; Qent(t) ) (5)
Der Füllstand liegt dann vorübergehend über Qmax; die Nachentladung zieht ihn im selben Zeitschritt wieder herunter. Buchhalterisch wird die Aufnahme in Umsatz (bis Qmax) und Durchfluss (alles darüber) zerlegt — nur der Umsatz ist Speicherinhalt.
Eine gepflegte Ladeleistungsgrenze Plad,max wirkt als Budget der Stunde, nicht je Ladevorgang: Ein Speicher wird in derselben Stunde von mehreren Erzeugern angefahren, und je Aufruf gewährt bekäme er die Grenze mehrfach.
Schritt 3 — Entladen
- Qent(t) = min( Qanf(t) ; SOC(t) ) , danach auf das Restbudget der Stunde begrenzt (6)
Das Budget der Stunde ist Pent,max; bei Pent,max = 0 gibt es keine Grenze, und der zweite Teil von (6) entfällt. Die Entnahme wird ebenfalls in Durchfluss und Umsatz zerlegt; der Durchfluss verlässt den Speicher zuerst. Führt ein Kanal eine Mindest-Nutztemperatur ϑmin und ist der Speicher geschichtet, zählt nur, was die Schichten mit ϑi(t) ≥ ϑmin unterhalb der Entnahmehöhe hE des Kanals hergeben. Beim Kombispeicher ist das der Grund, warum die Heizung die Bereitschaftszone des Brauchwassers oben nicht antastet.
Die Entladereihenfolge läuft je Kanal über die Entladepriorität; ohne manuelle Angabe gilt die Automatik: die beste (kleinste) Ladepriorität der Anlagen, die diesen Speicher laden.
Schritt 4 — Hysterese der Speicherregelung
- SOC(t) ≤ Qmax · sein → Nachladung beginnt (7)
- SOC(t) ≥ Qmax · saus → Nachladung endet (8)
Solange nachgeladen wird, deckt der Speicher keinen Bedarf vorab (Phase A der Stundenschleife). Die Nachentladung (Phase E) greift davon unabhängig — genau wie im Bestand die Entladung vor Heizstab und nachfolgendem Erzeuger.
Schritt 5 — Bereitschaftsverluste, einmal je Stunde
Am Stundenende, nach Bedarfsdeckung, Ladung und Nachentladung:
- f(t) = min( SOC(t) / Qmax ; 1 ) (9)
- QV(t) = min( qV · f(t) ; SOC(t) ) (10)
- SOC(t) ← SOC(t) − QV(t) (11)
Der Verlust ist also füllstandsanteilig: Ein halb voller Speicher verliert halb so viel wie ein voller. Steht ausnahmsweise noch Durchfluss im Speicher, trägt dieser den Verlust zuerst, damit die getrennte Bilanz aufgeht.
Schritt 6 — Schichtung (nur bei mehr als einer Schicht)
Der Speicherinhalt wird auf N gleich große Zonen verteilt, Schicht 0 oben. Der Füllstand bleibt die führende Größe; die Schichtebene verteilt ihn nur:
- Σi qi(t) = min( SOC(t) ; Qmax ) , mit qi(t) ∈ [ 0 ; Qmax / N ] (12)
- ϑi(t) = ϑRL + qi(t) / ( Qmax / N ) · ( ϑVL − ϑRL ) (13)
Eine volle Zone hat damit Vorlauf-, eine leere Rücklauftemperatur. Ohne gepflegte Höhe entsteht der Ersatzbehälter aus dem Volumen über HD = 2,5 — aus V = π/4 · d² · H und H = HD · d folgt:
- d = ( 4 · V / 1 000 / ( π · HD ) )1/3 , H = HD · d (14)
- Aq = ( V / 1 000 ) / H (15)
- k = λeff · Aq · N / H / 1 000 (16)
- CSch = ( Qmax / N ) / ( ϑVL − ϑRL ) (17)
- qi,i+1(t) = k · Δϑi(t) , | qi,i+1(t) | ≤ κ · | Δϑi(t) | · CSch , Δϑi(t) = ϑi+1(t) − ϑi(t) (18)
Je Stunde laufen in dieser Reihenfolge: ideale Einschichtung beim Laden (die Wärme geht auf die Einspeisehöhe), ideale Verdrängung beim Entladen (an der Entnahmehöhe des Kanals), dann der vertikale Ausgleich (18) — Wärmeleitung zwischen benachbarten Zonen, auf κ = 25 % der Temperaturdifferenz gekappt, damit der Schritt stabil bleibt und die Reihenfolge zweier Schichten nicht kippen kann —, anschließend die Inversionsmischung (wärmer unten als oben wird gemischt), danach die Verluste nach Wärmeabgabefläche und Temperaturüberhöhung, und ein zweiter Inversionsdurchgang.
Weitere Vorbelegungen ohne gepflegte Werte: Entnahmehöhe hE oben (1,0), Mindest-Nutztemperatur ϑmin gleich ϑRL. Höchstens zehn Schichten.
Mit N = 1 — der Vorbelegung — ist die Schichtebene wirkungslos: Es gibt kein Schichtpaar, also weder (16) noch (18), keine Inversion, und die Entladefähigkeit klemmt nichts.
Schritt 7 — Vollzyklen
- zV = Ua / Qmax (19)
Der Umsatz Ua hängt von der Rolle des Speichers ab: Bei einem Quellspeicher ist es die Jahressumme der Entladung, bei jedem anderen die der Ladung. Qmax ≤ 0 ergibt zV = 0.
Grenzen und Annahmen
- Ein Energiebilanzmodell, kein Strömungsmodell. Es gibt keine Massenströme, keine
Rohrleitungen, keine Wärmeübertrager. Plad,max und Pent,max sind die einzige hydraulische Schranke, und sie sind Zahlen, keine Geometrie.
- Ideale Einschichtung und ideale Verdrängung. Ein einströmender Strahl mischt nicht auf; in
einem realen Speicher tut er das.
- Gleich große Zonen. Die Schichtdicke Qmax/N ist nicht wählbar.
- Der Bereitschaftsverlust ist ein Tageswert, keine Funktion von Umgebungstemperatur,
Aufstellort oder Dämmstärke — (2) teilt ihn schlicht durch 24.
- Ein Quellspeicher ist statisch, solange er nicht zugleich Senke eines Erzeugers ist: Erst
ein geteilter Puffer bekommt eine stündliche Temperatur; ein eigenständiger Quellspeicher bleibt bei seiner festen Temperatur.
- Der Durchfluss wird nicht in Schichten geführt. Er ist hydraulisch durchströmende Wärme und
war nie Speicherinhalt; eine bei Vorlauftemperatur gekappte Temperatursumme (12) könnte ihn gar nicht darstellen.
- Der Katalog führt nur sechs Gerätewerte. Vor- und Rücklauf, Schwellen, Schichten,
Entnahmehöhen und Leistungsgrenzen entstehen erst in der Projektkopie und werden im Projektdialog gepflegt.
- Kein interner Wärmeübertrager, kein Frischwassermodul, keine Legionellenschaltung.
Ergebnisse und wo sie stehen
- Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht" — je Speicher Ladung, Entladung, Verluste und
Vollzyklen zV; dazu die Ganglinie des Füllstands SOC(t).
- Simulationsergebnis, Reiter „Wärmegang" — Speicherladung und Speicherentladung im Stapel
der Erzeuger; die Entladung ist dabei den Erzeugern zugerechnet, die geladen haben.
- Simulationsergebnis, Temperaturverlauf — je geschichtetem Speicher die Zonentemperaturen
ϑi(t) über das Jahr.
- Simulationskonfiguration — die Speicherkachel zeigt Kurzbilanz und Schwellenband, das
Hydraulikschema die Kanten zwischen Erzeugern, Speichern und Kanälen samt Ladepriorität.
- Simulationsprotokoll — Rückfall ΔT0, wirkungslose Quellbezüge, Speicher ohne
Lader.
Bezüge
- Pufferspeicher — Bedienung von Katalog und Projektdialog
- Berechnung: Simulationsablauf — die Phasen A bis G einer Stunde und die Kaskade
- Berechnung: Wärmepumpe — Ladepotenzial, Leistungssteuerung und die Quelle „Pufferspeicher"
- Berechnung: Solarthermie — der vorrangige Lader und die Reservezone
- Berechnung: BHKW — Bilanzraum und Pendelspeicher
- Berechnung: Heizkessel — der nachrangige Lader und die Kessel-Kaskade
- Simulation — Hydraulikschema und Kaskadenband