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Programm Dokumentation/Berechnung/Stromspeicher

Aus wiki.epos-plan.de
Version vom 6. September 2026, 22:32 Uhr von Epos (Diskussion | Beiträge) (H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026))


Was berechnet wird

Der elektrische Speicher wird nach Photovoltaik und BHKW gerechnet: Er sieht die Last, die Erzeugung und die Preise als Zeitreihen und entscheidet je Viertelstunde, ob geladen oder entladen wird. Ergebnisgrößen sind der Ladezustandsverlauf, die Lade- und Entladeenergie, die äquivalenten Vollzyklen, der Geldwert je Intervall und daraus die Wirtschaftlichkeit — Jahresüberschuss, Kapitaldienst, Kapitalwert und Amortisationszeit.

Der Speicher darf den Lauf nicht kippen: Fehlen Stammdaten, passt das Zeitraster nicht oder wirft die Rechnung, landet das als Hinweis oder Warnung im Protokoll, und die Kette rechnet ohne Speicherwirkung weiter.

Eingangsgrößen

Größe Einheit Herkunft im Programm
Lastgang (Reststrombedarf nach den Erzeugern) kW je Viertelstunde Ergebnis der Strombilanz
PV-Erzeugung kW je Viertelstunde Photovoltaikzweig
BHKW-Erzeugung kW je Viertelstunde BHKW-Zweig
Bezugspreis, Einspeisevergütung ct/kWh Energieträger- und Vergütungsdaten des Projekts
Nennkapazität kWh Speicherkatalog, Feld „Energie (Kapazität)"
Leistung kW Speicherkatalog, Feld „Leistung"
Nutzbarer Ladezustandsbereich % Speichervariante, Felder „SoC min" und „SoC max"; ersatzweise der Katalogwert „Ladezustand"
Umlaufwirkungsgrad ηRT Speicherkatalog, Feld „Wirkungsgrad RT"
Degradation %/a Speicherkatalog
Standby-Verbrauch W Speicherkatalog
Zugesicherte Zyklen Speicherkatalog
Verschleißkosten je Zyklus €/(kWh·Zyklus) Speicherkatalog
Modulkosten, Leistungskosten, feste Investition €/kWh, €/kW, € Speicherkatalog
Kapitalzins, Nutzungsdauer %, a Speichervariante
Berechnungsart, Betriebsart, zulässige Ladequellen Speichervariante

Formelzeichen und Parameter

Diese Seite rechnet als einzige der Rubrik nicht in Stunden, sondern in Viertelstunden: Der Laufindex heißt k und läuft von 1 bis 35 040, die Intervalldauer ist Δt=0,25 h. Alle Energien stehen in kWh je Intervall, E ist eine Strommenge, P eine Leistung, η ein Wirkungsgrad, SOC(k) der Ladezustand in kWh. Umlaute stehen in den Formeln in ASCII-Umschrift — die äquivalenten Vollzyklen heißen dort zaeq.

Parameter

Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
Δt Dauer eines Intervalls h Konstante: 0,25
K Zahl der Intervalle des Jahres Konstante: 35 040
Cnom Nennkapazität des Speichers kWh Speicherkatalog, Feld „Energie (Kapazität)"
P Lade- und Entladeleistung kW Speicherkatalog, Feld „Leistung"; fehlt sie, gilt 1 C — dann ist P zahlengleich Cnom
smin, smax nutzbares Ladezustandsband % Speichervariante, Felder „SoC min"/„SoC max"; Rückfall: 10…90
ηRT Umlaufwirkungsgrad Speicherkatalog, Feld „Wirkungsgrad RT"; Rückfall: 0,90
d Degradation je Jahr — (Anteil) Speicherkatalog, Feld „Degradation"
Psb Standby-Verbrauch W Speicherkatalog — Parameter des Geräts, kein Term des Dispatchs
nZ zugesicherte Zyklen Speicherkatalog
cver Verschleißkosten je Zyklus €/(kWh·Zyklus) Speicherkatalog; Rückfall: 0,025
ccap Modulkosten €/kWh Speicherkatalog
cpow Leistungskosten €/kW Speicherkatalog
Ifix feste Investition Speicherkatalog
i Kapitalzins — (Anteil) Speichervariante; Rückfall: 0,03 (3 %)
N Nutzungsdauer a Speichervariante; Rückfall: 20
χPV, χBHKW Zulässigkeit der Ladequelle: 1 = zulässig, 0 = nicht Speichervariante, „zulässige Ladequellen" (Grün- oder Graustrom)
SOC(0) Startladezustand kWh Speichervariante; ohne Angabe SOCmin

Jeder gezogene Rückfall wird im Simulationsprotokoll benannt.

Variablen

Größen, die der Lauf je Intervall oder je Lauf bildet.

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
k Viertelstunde des Jahres, 1…35 040 Laufindex
Plast(k), Ppv(k), Pbhkw(k) Lastgang, PV- und BHKW-Erzeugung kW Eingangsreihen
pbez(k) Bezugspreis ct/kWh Eingangsreihe
vpv(k), vbhkw(k) Einspeisevergütung je Quelle ct/kWh Eingangsreihen
SOCmin, SOCmax untere und obere Grenze des Ladezustands kWh (1) und (2)
Cnutz nutzbare Kapazität kWh (3)
ηch, ηdis Lade- und Entladewirkungsgrad (4)
I Investition (5)
Elast(k), Epv(k), Ebhkw(k) Energien des Intervalls kWh (6)
Erestlast(k) Last nach der Direktdeckung durch das BHKW kWh (7)
Epv,frei(k) ladefähiger PV-Überschuss kWh (8)
Ebhkw,frei(k) ladefähiger BHKW-Überschuss kWh (9)
Edefizit(k) Residuallast kWh (10)
Equelle(k) zum Laden zugelassener Überschuss kWh (11)
Ech(k) Ladeenergie des Intervalls, AC-seitig kWh (12)
Edis(k) Entladeenergie des Intervalls, AC-seitig kWh (13)
SOC(k) Ladezustand am Ende des Intervalls kWh (12) und (13)
Epv,ant(k), Ebhkw,ant(k) Aufteilung der Ladung nach der Merit-Order PV vor BHKW kWh Schritt 4
F(k) Geldwert des Intervalls (14)
Edis,DC entnommene Energie des Jahres, DC-seitig kWh Jahressumme
zaeq äquivalente Vollzyklen (15)
Ea,1 Ertrag im Referenzjahr €/a (16)
a(i,N) Annuitätsfaktor 1/a (17)
A Kapitaldienst €/a (18)
RBF(i,N) Rentenbarwertfaktor a (19)
q Hilfsgröße des degradierten Rentenbarwertfaktors (20)
RBFdeg degradierter Rentenbarwertfaktor a (21)
NPV Kapitalwert (22)
ΔJ(C,P) Jahresüberschuss nach Kapitaldienst — die Zielfunktion der Auslegung €/a (23)
tA Amortisationszeit a Ausgabe — Sekundärkennzahl je Auslegung

Rechenweg

Gerechnet wird viertelstündlichK=35040 Intervalle, Δt=0,25 h; k ist in allen Gleichungen dieser Seite das laufende Intervall des Jahres und wird deshalb in den Legenden nicht wiederholt. Die Reihen kommen als Leistungen [kW] herein und gehen als Leistungen zurück. Passt die Länge einer Reihe nicht zum Raster, wird der Speicher übersprungen und die Abweichung gemeldet.

Schritt 1 — Parameter der aktiven Variante

Gerechnet wird die Anlagenzeile der aktiven Speichervariante. Lässt sie sich nicht bestimmen, fällt der Lauf auf die Summe über alle Speicheranlagen des Projekts zurück und sagt den Grund im Protokoll. Mehrere Anlagen werden kapazitätsgewichtet gemittelt (Ladezustand, Degradation, Wirkungsgrad, Verschleißkosten, Zyklen, Modulkosten) beziehungsweise leistungsgewichtet (Leistungskosten).

SOCmin=Cnomsmin100   (1)
SOCmin – untere Grenze des Ladezustands [kWh]
Cnom – Nennkapazität des Speichers [kWh]
smin – untere Grenze des Ladezustandsbands [%], Rückfall 10
SOCmax=Cnomsmax100   (2)
SOCmax – obere Grenze des Ladezustands [kWh]
Cnom – Nennkapazität des Speichers [kWh]
smax – obere Grenze des Ladezustandsbands [%], Rückfall 90
Cnutz=SOCmaxSOCmin   (3)
Cnutz – nutzbare Kapazität [kWh]
SOCmax, SOCmin – obere und untere Grenze des Ladezustands aus (1) und (2) [kWh]
ηch=ηdis=ηRT   (4)
ηch, ηdis – Lade- und Entladewirkungsgrad [–]
ηRT – Umlaufwirkungsgrad des Katalogs [–], Rückfall 0,90
I=ccapCnom+cpowP+Ifix   (5)
I – Investition des Speichers [€]
ccap – Modulkosten [€/kWh]
Cnom – Nennkapazität [kWh]
cpow – Leistungskosten [€/kW]
P – Lade- und Entladeleistung [kW]
Ifix – feste Investition [€]

Rückfallwerte, wenn ein Wert fehlt oder unplausibel ist: Band 10…90 % der Nennkapazität, ηRT=0,90, cver=0,025 €/(kWh·Zyklus), i=3 %, N=20 a. Fehlt die Leistungsgrenze, gilt 1 CP wird gleich Cnom gesetzt; das entspricht der impliziten Annahme des Bestands und begrenzt praktisch nicht.

Schritt 2 — Vorverarbeitung je Intervall

Sie ist für alle Strategien dieselbe und teilt Last, PV und BHKW auf:

Elast(k)=Plast(k)Δt;Epv(k)=Ppv(k)Δt;Ebhkw(k)=Pbhkw(k)Δt   (6)
Elast(k), Epv(k), Ebhkw(k) – Energien des Intervalls [kWh]
Plast(k), Ppv(k), Pbhkw(k) – Lastgang, PV- und BHKW-Erzeugung [kW]
Δt – Dauer eines Intervalls [h], Konstante 0,25
Erestlast(k)=max(0,Elast(k)Ebhkw(k))   (7)
Erestlast(k) – Last nach der Direktdeckung durch das BHKW [kWh]
Elast(k) – Last des Intervalls [kWh]
Ebhkw(k) – BHKW-Erzeugung des Intervalls [kWh]
Epv,frei(k)=max(0,Epv(k)Erestlast(k))   (8)
Epv,frei(k) – ladefähiger PV-Überschuss [kWh]
Epv(k) – PV-Erzeugung des Intervalls [kWh]
Erestlast(k) – Last nach dem BHKW aus (7) [kWh]
Ebhkw,frei(k)=max(0,Ebhkw(k)Elast(k))   (9)
Ebhkw,frei(k) – ladefähiger BHKW-Überschuss [kWh]
Ebhkw(k) – BHKW-Erzeugung des Intervalls [kWh]
Elast(k) – Last des Intervalls [kWh]
Edefizit(k)=max(0,Elast(k)Epv(k)Ebhkw(k))   (10)
Edefizit(k) – Residuallast des Intervalls [kWh]
Elast(k) – Last des Intervalls [kWh]
Epv(k), Ebhkw(k) – PV- und BHKW-Erzeugung des Intervalls [kWh]
Equelle(k)=χPVEpv,frei(k)+χBHKWEbhkw,frei(k)   (11)
Equelle(k) – zum Laden zugelassener Überschuss [kWh]
χPV, χBHKW – Zulässigkeit der Ladequelle: 1 = zulässig, 0 = nicht [–]
Epv,frei(k), Ebhkw,frei(k) – ladefähiger Überschuss je Quelle aus (8) und (9) [kWh]

(7) sagt: das BHKW deckt vorrangig. Überschuss Equelle und Defizit Edefizit schließen einander konstruktiv aus — Laden und Entladen im selben Intervall ist damit unmöglich. Welche Quellen zulässig sind (χ=1) und welche nicht (χ=0), sagt die Variante.

Schritt 3 — Dispatch nach Betriebsstrategie

Dauernutzung (Vorgabe): laden aus Überschuss, entladen gegen die Residuallast.

Ech(k)min(Equelle(k),PΔt,SOCmaxSOC(k1)ηch);SOC(k)=SOC(k1)+Ech(k)ηch   (12)
Ech(k) – Ladeenergie des Intervalls, AC-seitig [kWh]
Equelle(k) – zugelassener Überschuss aus (11) [kWh]
P – Ladeleistung des Speichers [kW]
Δt – Dauer eines Intervalls [h]
SOCmax – obere Grenze des Ladezustands [kWh]
SOC(k1) – Ladezustand am Ende des vorigen Intervalls [kWh]
ηch – Ladewirkungsgrad aus (4) [–]
Edis(k)min(Edefizit(k),PΔt,(SOC(k1)SOCmin)ηdis);SOC(k)=SOC(k1)Edis(k)ηdis   (13)
Edis(k) – Entladeenergie des Intervalls, AC-seitig [kWh]
Edefizit(k) – Residuallast aus (10) [kWh]
P – Entladeleistung des Speichers [kW]
Δt – Dauer eines Intervalls [h]
SOC(k1) – Ladezustand am Ende des vorigen Intervalls [kWh]
SOCmin – untere Grenze des Ladezustands [kWh]
ηdis – Entladewirkungsgrad aus (4) [–]

Nachtnutzung: Solange die PV erzeugt, wird nur geladen; entladen wird erst, wenn Ppv(k)=0 ist. Ein BHKW-Überschuss darf auch nachts laden. Zweck ist ein Speicher, der nach Sonnenuntergang nicht schon leer ist. Das Kriterium ist die PV-Reihe selbst — es braucht weder Klimadaten noch Sonnenstand.

Preissteuerung / Arbitrage: Zuerst plant ein Vorlauf die Netzpfade des ganzen Jahres (rollierend über 24-Stunden-Fenster mit vollständiger Pfadprüfung), dann fährt der Dispatch diesen Plan ab. Der Eigenverbrauchsfluss hat Vorrang und läuft unverändert nach (12) und (13); die Netzpfade — Netzladung zum Ladepreis, Verkauf zum Erlöspreis — bekommen nur, was im Intervall danach frei bleibt. Sind weder Netzladung noch Netzentladung zugelassen, ist das Ergebnis bitgleich zur Dauernutzung.

Jede andere Berechnungsart fällt protokolliert auf die Dauernutzung zurück: Ein Lauf soll nie daran scheitern, dass eine Variante eine Ausbaustufe anfordert, die das Programm noch nicht kann.

Daneben gibt es einen Excel-Kompatibilitätsmodus — die zeichengetreue Nachbildung der alten Tabellenmappe. Er kennt nur Last und PV, rechnet energetisch mit ηch=ηdis=1 und schlägt einen pauschalen Verlustfaktor erst auf die Euro-Summe auf; er gilt nur für die Dauernutzung. Für eine Bewertung ist der energetische Modus gemeint.

Schritt 4 — Bewertung je Intervall

Bewertet wird die AC-seitige Energie. Die Entladung mit dem Bezugspreis (vermiedener Netzbezug), die Ladung nach der Merit-Order PV vor BHKW — erst der PV-Anteil bis zur Ladegrenze, der Rest aus dem BHKW-Überschuss:

F(k)=Edis(k)pbez(k)100Epv,ant(k)vpv(k)100Ebhkw,ant(k)vbhkw(k)100   (14)
F(k) – Geldwert des Intervalls [€]
Edis(k) – Entladeenergie des Intervalls aus (13) [kWh]
pbez(k) – Bezugspreis [ct/kWh]
Epv,ant(k), Ebhkw,ant(k) – Aufteilung der Ladung nach der Merit-Order PV vor BHKW [kWh]
vpv(k), vbhkw(k) – Einspeisevergütung je Quelle [ct/kWh]
100 – Umrechnung von Cent in Euro [ct/€]

Die Division durch 100 rechnet Cent in Euro um. Die Ladung kostet also die entgangene Vergütung der Energie, die sonst eingespeist worden wäre. Energetisch ist der Speicher dabei quellenblind — die Aufteilung Epv,ant / Ebhkw,ant ist reine Bewertung.

Schritt 5 — Kennzahlen und Wirtschaftlichkeit

zaeq=Edis,DCCnutz   (15)
zaeq – äquivalente Vollzyklen des Jahres [–]
Edis,DC – entnommene Energie des Jahres, DC-seitig [kWh]
Cnutz – nutzbare Kapazität aus (3) [kWh]
Ea,1=k=1KF(k)   (16)
Ea,1 – Ertrag im Referenzjahr [€/a]
F(k) – Geldwert eines Intervalls aus (14) [€]
K – Zahl der Intervalle des Jahres [–], Konstante 35 040
a(i,N)={i1(1+i)Ni>01Ni=0   (17)
a(i,N) – Annuitätsfaktor [1/a]
i – Kapitalzins [–], Rückfall 0,03
N – Nutzungsdauer [a], Rückfall 20
A=Ia(i,N)   (18)
A – Kapitaldienst [€/a]
I – Investition aus (5) [€]
a(i,N) – Annuitätsfaktor aus (17) [1/a]
RBF(i,N)={1(1+i)Nii>0Ni=0   (19)
RBF(i,N) – Rentenbarwertfaktor [a]
i – Kapitalzins [–]
N – Nutzungsdauer [a]

Mit Degradation d tritt der degradierte Rentenbarwertfaktor an die Stelle von (19):

q=1d1+i   (20)
q – Hilfsgröße des degradierten Rentenbarwertfaktors [–]
d – Degradation je Jahr [–]
i – Kapitalzins [–]
RBFdeg=11+i1qN1q   (21)
RBFdeg – degradierter Rentenbarwertfaktor [a]
i – Kapitalzins [–]
q – Hilfsgröße aus (20) [–]
N – Nutzungsdauer [a]
NPV=Ea,1RBFdegI   (22)
NPV – Kapitalwert [€]
Ea,1 – Ertrag im Referenzjahr aus (16) [€/a]
RBFdeg – degradierter Rentenbarwertfaktor aus (21) [a]
I – Investition aus (5) [€]

Die Grenzfälle sind ausdrücklich geregelt: d=0 führt (21) auf (19) zurück; i=0 und d>0 ergibt RBFdeg=1(1d)Nd; d=0 und i=0 ergibt N. Die Amortisationszeit tA wird daraus als Sekundärkennzahl je Auslegung ausgewiesen.

Schritt 6 — Auslegungsoptimierung (getrennter Lauf)

Die Auslegungssuche ist kein Teil des Simulationslaufs, sondern ein eigener Rechenlauf. Sie durchsucht zweistufig — Grobraster über den ganzen Suchraum, dann ein Feinraster um das Groboptimum, verfeinert wird nur die Kapazitätsachse — und maximiert den Jahresüberschuss nach Kapitaldienst:

ΔJ(C,P)=Ea,aeq(C,P)[ccapC+cpowP+Ifix]a(i,N)   (23)
ΔJ(C,P) – Jahresüberschuss nach Kapitaldienst [€/a]
Ea,aeq(C,P) – Jahresertrag der Auslegung mit Kapazität C und Leistung P [€/a]
ccap, cpow, Ifix – Modul-, Leistungs- und feste Kosten [€/kWh, €/kW, €]
a(i,N) – Annuitätsfaktor aus (17) [1/a]
cver – Verschleißkosten je Zyklus [€/(kWh·Zyklus)]; der Verschleißterm ist wählbar und wird, wenn eingeschaltet, hier zusätzlich abgezogen

Der Verschleißterm über cver ist wählbar und standardmäßig aus. Die Amortisationszeit ist bewusst nicht die Zielfunktion: Sie ignoriert die Nutzungsdauer N und liefert systematisch zu kleine Speicher; sie erscheint als Sekundärkennzahl je Rasterpunkt. Das Ergebnis ist unabhängig davon, auf wie vielen Fäden gerechnet wurde.

Grenzen und Annahmen

  • Der Speicher rechnet nach den Erzeugern. Er verändert den ausgewiesenen PV-Ertrag nicht; die
 Speicherwirkung wird getrennt bilanziert.
  • Laden und Entladen schließen einander im Intervall aus — das ist eine Folge von (7) bis
 (10), keine Regel obendrauf.
  • Ein konstanter Umlaufwirkungsgrad, gleichmäßig auf Laden und Entladen verteilt — das ist die
 Aussage von (4). Keine Abhängigkeit von Ladezustand, Temperatur oder C-Rate.
  • Keine Alterung im Jahreslauf. d wirkt in (20) und (21) über die Jahresreihe,
 nicht auf Cnutz innerhalb des gerechneten Jahres.
  • Keine Temperaturabhängigkeit, kein Batteriemanagement, keine Zellchemie.
  • Der Standby-Verbrauch Psb ist ein Parameter des Speichers und kommt
 in keiner Gleichung des Dispatchs vor.
  • Netzladung und Netzverkauf gibt es nur in der Preissteuerung, und nur, soweit die Variante
 sie zulässt.
  • Der Excel-Kompatibilitätsmodus rechnet bewusst „falsch": Er übernimmt die Eigenheiten der
 Vorlage — SOC(0) beginnt bei 0 statt bei
 SOCmin, das erste Intervall fällt aus der Bilanz, der Preis
 steuert nicht die Entscheidung, sondern nur die Bewertung, und energetisch ist
 η=1. Er ist zum Nachstellen der alten Mappe da, nicht zum Bewerten.
  • Die Auslegungsoptimierung ist ein eigener Lauf und schreibt nichts in das
 Simulationsergebnis.

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Simulationsergebnis, Reiter „Stromspeicher" — der Verlauf SOC(k),
 Lade- und Entladeenergie, äquivalente Vollzyklen zaeq, Geldwert und die
 Kennzahlen der Wirtschaftlichkeit.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis" — Eigenverbrauchsquote und Autarkie mit
 Speicherwirkung.
  • Variantenvergleich der Speicher — dieselben Kennzahlen je Variante nebeneinander.
  • Auslegungsoptimierung — Heatmap über Kapazität und C-Rate, Bestpunkt nach (23) und
 Kennzahlen je Rasterpunkt.
  • Simulationsprotokoll — jeder Rückfall (kein Speicher, keine Kapazität, 1‑C‑Annahme,
 Ersatz-SoC-Band, nicht umgesetzte Berechnungsart) und jede Rasterabweichung.

Bezüge