Programm Dokumentation/Heizkessel
Weitere Optionen
Der Dialog Verwaltung Heizkessel wählt Kessel aus dem Katalog aus und ordnet sie dem Projekt zu. Ein Kessel wird über Nennleistung, den Wirkungsgrad bei Nennlast und bei 30 % Last, das Kennzeichen Brennwertkessel samt Brennwertkennlinie, Mindestleistung und Anfahrverlust für das Takten und den Betriebsbereitschaftsverlust beschrieben. In der Simulation deckt er an seinem Platz der Erzeugerkaskade, was die Erzeuger vor ihm offen lassen – in der Regel die Spitzenlast –, und rechnet jede Stunde mit dem Wirkungsgrad seiner Laststufe. Wie ein Kessel arbeitet und welche Kennwerte ihn beschreiben, steht unter Grundlagen/Kessel und Spitzenlast.
Einbindung in EPOS-Plan
Ein Kessel durchläuft vier Stationen:
- Katalog. Die Gerätedaten pflegt Administration → Wärme- und Kälteerzeugung → Heizkessel; Herstellerdaten liest Administration → Daten & Import → Import Heizkessel VDI 3805 ein (Gerätekataloge: Heizkessel). Der Import übernimmt den Wirkungsgrad bei Nennlast und bei 30 % Last, die kleinste Leistung als Mindestleistung und das Kennzeichen Brennwertkessel; die Brennwertkennlinie schaltet er nicht ein.
- Projekt. Auf der Startseite öffnet im Reiter Energieerzeuger die Kachel Heizkessel die Verwaltung Heizkessel. In das Projekt übernehmen fragt den Energieträger und seine Variante ab und legt eine projekteigene Kopie der Gerätedaten an; mit ihr rechnet die Simulation. Ein neuer Kessel liefert in den Heizkreis, für Heizung und Warmwasser und bei Prozesswärme im Projekt auch für diese; die Zeile Senken: … nennt es. Aus dem Projekt entfernen wird erst mit OK wirksam; Abbrechen nimmt auch die in dieser Sitzung neu angelegten Projektkopien und Energieträger-Varianten zurück (Katalog und Projektliste).
- Simulation Konfiguration (Startseite, Reiter Simulation, Knopf Simulation Konfiguration...; ebenso Menü Projekt → Simulation…): Hier steht der Kessel auf seinem Platz der Kaskade (Platz in der Kaskade). Die Pfeile der Karte verschieben den Platz, Wärmesenke bearbeiten ändert die Senken, Konfiguration… führt zu Betriebsbereitschaft und Heizgrenze der Kesselbereitschaft (Betriebsbereitschaft).
- Ergebnis. Nach Simulation starten zeigt der Reiter Heizkessel Deckung, Brennstoffverbrauch, Betrieb und die Modultabelle (Ergebnisse).
Platz in der Kaskade
In der Reihenfolge der Kaskade decken die Erzeuger den Bedarf jeder Stunde.
- Ein Platz je Erzeugerart: Alle Kessel teilen sich ihren Platz und decken dort in der Reihenfolge, in der sie angelegt wurden.
- Vorschlag: Eine noch nie gespeicherte Kaskade füllt die Seite mit den angelegten Wärmeerzeugern in der Folge der Ladeprioritäten Solarthermie, Wärmepumpe, BHKW, Heizkessel; der Kessel steht also hinten, auch eine später angelegte Wärmepumpe kommt vor ihn. Erst Konfiguration speichern legt sie fest; ohne gespeicherte Kaskade meldet die Simulation Bitte zuerst die Konfiguration festlegen.
- Nachstellen: Fehlt in einer gespeicherten, nicht von Hand gepflegten Kaskade der Kessel, stellt EPOS-Plan ihn beim Öffnen der Konfiguration hinter den letzten belegten Platz (Simulation: Kaskade und Heizkessel).
- Hinter der Speicherstufe: Wärmepumpe A, Speicher 1 und ein eingeschalteter Heizstab rechnen als eine Stufe Stunde für Stunde: Speicher 1 entlädt vorab, die Wärmepumpe deckt und lädt nach, der Speicher gibt den Rest ab, zuletzt deckt der Heizstab. Ein Kessel ohne Puffersenke und ohne Pufferquelle rechnet an seinem Platz hinter dieser Stufe und bekommt, was danach offen ist; mit Puffersenke oder Pufferquelle rechnet er in derselben Stundenschleife mit (Berechnung: Simulationsablauf).
- Laden eines Puffers: Der Platz in der Kaskade ordnet die direkte Deckung. Welcher Erzeuger einen Puffer zuerst lädt, bestimmt die Ladeprio seiner Wärmesenke – Vorgabe Solarthermie 10, Wärmepumpe 20, BHKW 30, Kessel 40 –, der Platz nur bei gleicher Priorität.
Heizung und Warmwasser
rund 25 kW bei A−7/W55
1 000 l
50 kW, Brennwert, Erdgas
bleibt ungedeckt
Beispiel
Beispiel A ist ein teilsaniertes Mehrfamilienhaus mit 12 Wohnungen (900 m²): Heizlast 45 kW bei −12 °C, im Jahr 80 MWh Heizwärme und 20 MWh Trinkwarmwasser mit Zirkulation, Heizkörper 55/45 °C. Die Grundlast trägt die Luft-Wasser-Wärmepumpe A (rund 25 kW bei A−7/W55) mit Speicher 1 (Pufferspeicher, 1 000 l, Heizung); Kessel 1, ein Gas-Brennwertkessel mit 50 kW, deckt die Spitze und sichert die Versorgung ab.
| Dialog | Feld | Wert | Warum |
|---|---|---|---|
| Verwaltung Heizkessel, Bereich Katalog (DB) | Kessel aus Datenbank | Brennwertkessel, 50 kW, Brennstoff Erdgas | deckt die Heizlast von 45 kW auch allein – der Kessel ist zugleich Reserve für die Wärmepumpe |
| Administration Heizkessel (Bearbeiten...) | Wirkungsgrad Gas, Biogas, Holz und Sonstiges: | 0,97 | der Wirkungsgrad bei Nennlast , auf den Heizwert bezogen. Vor dem Übernehmen prüfen – die Projektkopie behält die Werte |
| Administration Heizkessel (Bearbeiten...) | Betriebsbereitschaftsverluste: und Einheit Bereitschaftsverlust: | 0,1 kW oder 0,5 % der Nennleistung | die Einheit steht neben dem Wert; gerechnet wird in kW, der Verlust fällt in jeder betriebsbereiten Stillstandsstunde an; ein Elektrokessel hat keinen Bereitschaftsverlust |
| Administration Heizkessel (Bearbeiten...) | Brennwertkessel | an | bestimmt die Vorgaben für leere Felder der Gruppe Kennlinie und gibt die Brennwertkennlinie frei |
| Administration Heizkessel, Gruppe Kennlinie | Wirkungsgrad bei 30 % Last: | 1,05 | aus dem Datenblatt, gemessen bei 30 °C Rücklauf; leer gälte die Vorgabe des Brennwertkessels |
| Administration Heizkessel, Gruppe Kennlinie | Brennwertkennlinie | an | der Rücklauf 45 °C liegt unter dem Taupunkt von Erdgas (57 °C); ohne sie wirkte der Rücklauf nicht, und unter dem Schalter stünde der Hinweis „Brennwertkessel ohne Brennwertkennlinie …“ |
| Administration Heizkessel, Gruppe Kennlinie | Mindestleistung:, Anfahrverlust je Start:, Mindestlaufzeit: | leer – Vorgabe 15 kW, 0,1 kWh, 10 min | die Vorgaben des Gas-Brennwertkessels: 30 % der Nennleistung, 0,002 h mal Nennleistung, 10 min. Nennt das Datenblatt eine kleinere Leistung, diese als Mindestleistung pflegen – der Kessel taktet dann seltener |
| Energieträger Variante | Energieträger:, Energieträger Varianten Bezeichnung: | Erdgas, ein eigener Variantenname | über den Energieträger laufen Preis und Emissionsfaktor des Brennstoffs |
| Verwaltung Heizkessel, Gruppe Auslegung für Verteilung | Vorlauf:, Rücklauf: | 55 °C, 45 °C | die Auslegung der Heizkörper; ohne Puffer am Kessel und ohne Anlagenkopplung ist 45 °C der Rücklauf jeder Laufstunde der Brennwertkennlinie |
| Simulation Konfiguration | Kaskade | Platz 1 Wärmepumpe A, Platz 2 Kessel 1 | Sind beide angelegt, bevor die Kaskade gespeichert ist, schlägt die Seite den Kessel auf Platz 1 vor: Wärmepumpe A mit dem Pfeil nach vorn, dann Konfiguration speichern |
| Wärmesenke - Kessel 1 | Ziel, Bedarfsart | Heizkreis (direkte Deckung des Bedarfs), Beides (Warmwasser zuerst) | die Vorbelegung beim Anlegen; der Kessel lädt Speicher 1 nicht |
| Konfiguration an der Karte der Wärmepumpe | Heizstab mitrechnen | aus | sonst deckt der Heizstab den Rest vor dem Kessel (Fallstricke) |
| Konfiguration an der Karte des Kessels | Betriebsbereitschaft: | 0 h/a | kein Deckel: betriebsbereit ist der Kessel an Heiztagen und 24 Stunden nach seinem letzten Lauf |
| Konfiguration an der Karte des Kessels | Heizgrenze der Kesselbereitschaft | leer – Vorgabe 15 °C | Heiztag ist ein Tag, dessen mittlere Außentemperatur unter 15 °C liegt |
Was zu erwarten ist. Im vereinfachten Modell unten trägt der Kessel rund 15 % der Jahreswärme in etwa 1 500 Stunden. Das Modell rechnet die Wärmepumpe mit konstant 25 kW; mit der Leistung, die eine Luft-Wasser-Kennlinie bei milder Witterung zulegt, bleiben dem Kessel nur rund 5 % (Wärmepumpe: Zusammenspiel). EPOS-Plan rechnet mit Kennlinie, Puffer und Klimadaten; seine Zahlen stehen im Reiter Heizkessel (Ergebnisse), in der Modultabelle auch Jahresnutzungsgrad [%] und Starts [1/a]; der Schalter sortiert zeigt die Dauerlinie.
Weil genau den Kondensationsgewinn von Erdgas bei 30 °C Rücklauf enthält, ist die trockene Teillastkennlinie von Kessel 1 flach, und mit dem Rücklauf 45 °C rechnet er jede Laufstunde mit (Berechnung: Brennwertkennlinie). Im Reiter steht deshalb:
- Mittlerer Wirkungsgrad im Betrieb rund 100,6 %, Mittlerer Rücklauf im Betrieb 45,0 °C,
- Betriebsstunden im Brennwertbetrieb und Wärme im Brennwertbetrieb 100 %,
- Brennstoff aus Teillast gegenüber Nennlast 0 und Brennstoff aus Brennwertnutzung rund −3,6 % der Kesselwärme.
Der Jahresnutzungsgrad liegt um Anfahr- und Bereitschaftsverlust darunter. Hinter der Wärmepumpe deckt Kessel 1 oft nur wenige Kilowatt; jede Laufstunde unter 15 kWh ist eine Taktstunde (Takten).
Zusammenspiel mit anderen Technologien
| Technik | Wirkung auf den Kessel | Wirkung vom Kessel | So rechnet EPOS-Plan |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe (Beispiel A) | deckt vorn in der Kaskade; der Kessel bekommt den Rest | sichert die Spitze, die Wärmepumpe darf kleiner sein | Im Vorwärmbetrieb (Kessel in Reihe) wärmt die Wärmepumpe den Rücklauf bis zum Höchstvorlauf vor, und der Kessel hebt auf den Sollvorlauf (Wärmepumpe: Vorwärmbetrieb). Mit Bivalenter Betrieb und Alternativbetrieb oder Teilparallelbetrieb ist die Wärmepumpe unterhalb der Bivalenztemperatur aus, der Kessel deckt dann allein; im Parallelbetrieb läuft sie weiter. Bleiben dem Kessel nur kleine Restmengen unter seiner Mindestleistung, taktet er (Takten). |
| Reversible Wärmepumpe (Beispiel D: Bürogebäude, Wärmepumpe A 100 kW, Kessel 1 60 kW) | an Kühltagen heizt sie nicht | übernimmt an diesen Tagen die Heizwärme | Die Wärmepumpe kühlt an Tagen, an denen der Kältebedarf den Heizbedarf übersteigt; ihr Heizkanal ist dann gesperrt, Warmwasser bleibt (Kühlung: Kühlbetrieb). Die Heizwärme dieser Tage geht an den nächsten Platz, den Kessel. |
| BHKW (Beispiel B: Hotel, BHKW 1 mit 60 kW thermisch, Kessel 1 und 2 je 150 kW) | trägt die Grundlast | deckt die Spitze über der BHKW-Leistung | Das BHKW steht vor dem Kessel; Kessel 1 deckt bis 150 kW, Kessel 2 nur die Spitze darüber. Liegt sie unter seiner Mindestleistung – beim Gas-Brennwertkessel mit 150 kW nach Vorgabe 45 kW –, taktet er. Lädt ein Kessel denselben Puffer, lädt er nach dem BHKW (Ladeprio 40 gegen 30), füllt aber Raum, den das BHKW in der nächsten Stunde nutzen könnte (BHKW: Beispiel). |
| Pufferspeicher | Senke oder Quelle des Kessels | – | Mit Puffersenke oder Pufferquelle rechnet der Kessel in der Stundenschleife der Speicherstufe an seinem Platz, sonst als eigene Stufe davor oder danach. Mit Puffersenke lädt er nach allen Erzeugern mit kleinerer Ladeprio; ist er nicht der vorrangige Lader, endet seine Ladung an der nachrangigen Schwelle (Pufferspeicher: Schwellen). Ohne Direktsenke deckt er nichts unmittelbar, er lädt nur. Mit Brennwertkennlinie liefert der erste Pufferspeicher seiner Senkenliste den Rücklauf, wenn kein gekoppelter Heizkreis einen liefert (Brennwertkennlinie). |
| Solarthermie | wärmt einen Puffer vor | hebt nur noch den Rest an | Ist dem Kessel ein Pufferspeicher als Wärmequelle zugeordnet, trägt der Puffer den Anteil der Nutzwärme; nur der Rest kostet Brennstoff, und nach ihm richten sich Laststufe und Takten (Rechenweg, Schritt 4). Lädt die Solarthermie denselben Puffer vorrangig, lädt ihn der Kessel bei leerer nachrangiger Schwelle nur bis 30 %. |
| Photovoltaik, Stromspeicher | – | ein Elektrokessel erhöht den Strombedarf | Sein Strom steht im Reststrombedarf der Stunde; Photovoltaik und Stromspeicher decken ihn wie jeden anderen Verbrauch (Elektrokessel). |
Fallstricke
Kaskade
- Kessel vor der Wärmepumpe. In einer von Hand gepflegten Kaskade bleibt die gesetzte Reihenfolge, auch wenn sie vom Vorschlag abweicht (Platz in der Kaskade): Steht der Kessel dort vorn, deckt er zuerst, und die Wärmepumpe bekommt nur, was er offen lässt. Prüfen Sie die Reihenfolge vor Konfiguration speichern.
- Der Heizstab der Wärmepumpe kommt vor dem Kessel. Ein Kessel ohne Pufferspeicher hinter der Wärmepumpe rechnet erst nach ihrer Speicherstufe, und die endet mit dem Heizstab: Ist Heizstab mitrechnen gesetzt, deckt der Heizstab den Rest bis zu seiner Leistung (Spalte Heizstab [MWh/a] im Reiter der Wärmepumpe). Soll der Kessel die Spitze tragen, schalten Sie den Heizstab aus. Lädt der Kessel selbst einen Puffer, rechnet er in derselben Stundenschleife an seinem Platz und damit vor dem Heizstab.
- Von Hand geordnet bleibt, wie es ist. Jeder Handgriff an der Kaskade – + aufnehmen, × oder ein Pfeil – macht sie zu einer von Hand gepflegten: Die Seite schlägt nichts mehr vor, und kein Kessel wird nachgestellt. Steht dann kein Heizkessel in der Kaskade, rechnet ein später angelegter nicht mit; der Lauf meldet ihn. Automatik wieder übernehmen gibt die Reihenfolge dem Programm zurück.
- Höchstens zehn Kessel je Projekt; weitere rechnen nicht mit, das Laufprotokoll nennt die Zahl.
Kennwerte und Katalog
- Bereitschaftsverlust: Wert und Einheit gehören zusammen. Betriebsbereitschaftsverluste steht in der Einheit, die Einheit Bereitschaftsverlust daneben nennt: kW oder % der Nennleistung. Ein Datenblattwert in Prozent wird mit der Einheit % erfasst – als kW rechnete die Simulation 0,5 % als 0,5 kW. Ein Wert über 2 % der Nennleistung wird gerechnet, das Laufprotokoll nennt ihn aber als ungewöhnlich hoch. 0 heißt: kein Bereitschaftsverlust.
- Betriebsbereitschaft und Heizgrenze. Bei 0 h/a verliert ein stillstehender Kessel an jedem Heiztag und in den 24 Stunden nach seinem letzten Lauf; ein Kessel, der im Sommer täglich Warmwasser bereitet, bleibt so auch über der Heizgrenze fast durchgehend betriebsbereit. Ein Wert größer 0 begrenzt Lauf- und Bereitschaftsstunden zusammen; das Laufprotokoll nennt die gekappten Stunden. Beide Werte gelten für alle Kessel des Projekts (Betriebsbereitschaft).
- Jahresnutzungsgrad, Wirkungsgrad im Betrieb und Katalogwert. Der Jahresnutzungsgrad enthält Anfahr- und Stillstandsverluste und liegt nie über dem Wirkungsgrad im Betrieb – je seltener und kürzer ein Kessel läuft, desto weiter darunter. Beim Brennwertkessel können beide über dem Wirkungsgrad bei Nennlast des Katalogs liegen: Teillast und ein Rücklauf unter dem Taupunkt heben den Wirkungsgrad. Einen Katalogwirkungsgrad von genau 1 nennt der Reiter als Platzhalter; mit ihm rechnet ein Brennwertkessel für Gas, Heizöl, Holz oder Pellets ohne eigenes in Teillast mit 1,06, und sein Jahresnutzungsgrad kann über 100 % steigen.
- Katalog und Projekt sind getrennt. Beim Katalogsatz ändern Bearbeiten und der Stift den Katalog, beim Projektsatz die Projektkopie. Ein übernommener Kessel rechnet weiter mit seiner Projektkopie; damit eine Katalogänderung wirkt, ihn aus dem Projekt nehmen und neu übernehmen. Umgekehrt führt In die Datenbank übernehmen… eine bearbeitete Projektkopie in den Katalog zurück.
- Ein zu großer Kessel taktet. Der Kessel gibt je Stunde genau den offenen Rest bis zur Nennleistung ab. Liegt dieser Rest unter der Mindestleistung, zählt die Stunde mehrere Starts – mit der Vorgabe von 10 min bis zu sechs –, und jeder Start kostet den Anfahrverlust je Start (Takten). Ein Kessel, der meist unter 10 % seiner Nennleistung läuft, braucht dadurch einige Prozent mehr Brennstoff; Starts und Taktstunden im Reiter zeigen es. Für ein Gerät mit tiefer Modulation lohnt es, die Mindestleistung aus dem Datenblatt zu pflegen.
- Teillast hängt am Kennzeichen Brennwertkessel. Ohne eigenen Wirkungsgrad bei 30 % Last nimmt der Kessel die Vorgabe seiner Bauart, die der Lauf am Kennzeichen der Projektkopie liest; beim Übernehmen erhält sie es vom Katalogsatz. Trägt ein Brennwertgerät das Kennzeichen nicht, rechnet es wie ein Niedertemperaturkessel ohne Teillastanhebung und mit der Vorgabe-Mindestleistung von 60 % – dann Kennzeichen oder Wirkungsgrad im Katalog pflegen und den Kessel neu ins Projekt übernehmen.
Brennwertnutzung
- Brennwertkennlinie nur auf Wahl. Das Kennzeichen Brennwertkessel allein rechnet keinen Rücklauf; erst die gesetzte Brennwertkennlinie tut es, und der Import schaltet sie nie ein. Solange sie bei einem Brennwertkessel aus ist, steht in Administration Heizkessel unter dem Schalter der Hinweis „Brennwertkessel ohne Brennwertkennlinie …“. Ohne gekoppelten Heizkreis, ohne Pufferspeicher als Senke und ohne Temperaturpaar gilt ein Rücklauf von 50 °C – für einen Heizkreis mit niedrigen Temperaturen ist das vorsichtig.
- Der Rücklauf bestimmt die Brennwertnutzung. Lädt der Kessel einen geschichteten Puffer, den Wärmepumpe oder BHKW bis unten warm halten, steigt sein Rücklauf mit der untersten Schicht. Ein Paar wie 70/50 °C – die Vorbelegung ohne eigenen Eintrag – lässt bei Erdgas nur gut ein Viertel des Kondensationsgewinns (), am oder über dem Taupunkt (Erdgas 57 °C) bleibt keiner. Mittlerer Rücklauf im Betrieb und Betriebsstunden im Brennwertbetrieb zeigen es; liegt der Rücklauf in mindestens der Hälfte der Betriebsstunden am oder über dem Taupunkt, nennt das Laufprotokoll den Kessel. Woher der Rücklauf kommt: Brennwertkennlinie.
- Mit Brennwertkennlinie zählt der Rücklauf auch in Teillast. gilt bei 30 °C Rücklauf. Ohne Brennwertkennlinie rechnet ein Brennwertkessel in Teillast mit diesem Gewinn, gleich wie warm der Rücklauf ist; mit ihr rechnet er trocken und legt den Gewinn nach dem Rücklauf der Stunde zu. Ein Rücklauf über 30 °C senkt deshalb den Teillastwirkungsgrad, ein Rücklauf unter dem Taupunkt hebt den Wirkungsgrad bei Nennlast – in Beispiel A mit 45 °C bei 30 % Last von 1,05 auf 1,006 und bei Nennlast von 0,97 auf 1,006.
- Kesselvorlauf bei Anlagenkopplung. Mit der Kopplung Heizkreis bekommt ein gekoppeltes Gebäude ohne Heizkurve den höchsten Vorlauf der Erzeuger, die Heizwärme liefern – ein hoher Kesselvorlauf wird so zu seinem Vorlauf, und an ihm wählt die Wärmepumpe ihre Kennlinie (Simulation: Anlagenkopplung).
Eingaben
Katalog und Projektliste
Der Dialog Verwaltung Heizkessel hat die drei Bereiche Im Projekt, Katalog (DB) und Gewählter Satz. Bedienung der Listen, Mehrfachwahl, Spalten…, Übernehmen, Bearbeiten, Rückweg, Schloss, Löschen sowie OK und Abbrechen sind für alle Gerätedialoge gleich und stehen unter Gerätekataloge: Katalogauswahl im Projektdialog; hier steht, was beim Heizkessel dazukommt.

- Katalog (DB) – Spalten Bezeichner, Hersteller, Brennstoff, in kW, und Brennwert; das Suchfeld Suche über alle Spalten: kennt die Platzhalter * und ?.
- Knopfleiste in der Zeile Gewählter Satz: Vergleichen…, Schloss setzen…/Schloss aufheben…, Löschen, Bearbeiten… und rechts Neu…. Schloss und Löschen gelten nur für Katalogsätze und sind beim gewählten Projektsatz gesperrt (Hinweis Katalogsatz wählen); Neu… legt immer einen Katalogsatz an. Vergleichen… zeigt zwei bis drei angekreuzte Zeilen aus beiden Listen in einer Tabelle, ohne Kreuze die gewählte Projektzeile neben dem gewählten Katalogsatz; der Spaltenkopf nennt die Herkunft (Projekt oder Katalog).
- Im Projekt – die Kessel des Projekts mit der Summe der thermischen Leistung (Summe [kWth]:). Beim Übernehmen öffnet sich Energieträger Variante; Energieträger und Variante bestimmen, mit welchem Träger Kosten und Emissionen des Kessels gerechnet werden (Kosten: Energieträgerverwaltung). Vorgewählt ist der Träger mit dem Brennstoff des Kessels. Abbrechen nimmt auch die in dieser Sitzung neu angelegten Energieträger-Varianten zurück.
- In die Datenbank übernehmen… – ein im Katalog schon vergebener Name wird abgelehnt; im Projekt bleiben Energieträger, Temperaturpaar, Senken und Zeitprogramm der Anlage.
- Gewählter Satz – aufgeklappt eine kurze Zusammenfassung der Anlagendaten: Leistung, Brennstoff, Wirkungsgrad, Energieträger, Vorlauf und Rücklauf, Senken, Kosten.
- Bearbeiten-Überlagerung – zweispaltig: links unter Anlage im Projekt Brennstoff Variante und die Auslegung für Verteilung, darunter unter Gewähltes Gerät ein Steckbrief des Kessels (Hersteller, Brennwert, Brennstoff, Leistung, Mindestleistung, Wirkungsgrade, Bereitschaftsverlust, Vorlauf, beim Projektsatz Invest und Betrieb), der jede Eingabe rechts sofort übernimmt; rechts die Kenndaten mit Alle Daten anzeigen. Beim Projektsatz zeigt sie dazu Energieträger, Grenzleistung, Temperaturpaar, Senken und die Kostenknöpfe; Abbrechen verwirft auch die Anlagenfelder.
- Abweichung vom Katalog – weicht die Projektkopie von ihrem Katalogsatz ab, trägt ihre Zeile das Zeichen ⚠ mit dem Hinweis weicht vom Katalog ab und den betroffenen Feldern, ebenso der gewählte Satz; in der Bearbeiten-Überlagerung sind die Felder unter Alle Daten anzeigen markiert. Aus Katalog erneuern… setzt nach Rückfrage alle abweichenden Felder sofort auf den Stand des Katalogs; Katalogsatz und Anlagenfelder (Energieträger, Temperaturpaar, Senken) bleiben. In das Projekt übernehmen verwendet eine vorhandene Projektkopie desselben Katalogsatzes nur, wenn sie unverändert ist. Eine Projektkopie ohne zugehörigen Katalogsatz trägt kein Zeichen und wird bei gleichem Namen wiederverwendet.
Modul
Der Bereich Gewählter Satz trägt die Marke Projektsatz oder Katalogsatz und lässt sich auf- und zuklappen.
- Name, Brennstoff Typ, Leistung [kW], Beschreibung – Anzeige des markierten Kessels; bei einer Zeile des Projekts aus dessen Projektkopie. Ein gesperrter Katalogsatz trägt den Vermerk nur lesen.
- Brennstoff Variante – nur bei einer Zeile des Projekts: wechselt die Variante des Energieträgers.
- Brennwertkessel – Kennzeichen; es bestimmt die Vorgaben für einen leeren Wirkungsgrad bei 30 % Last (Teillastkennlinie) und eine leere Mindestleistung (Takten), und nur mit ihm lässt sich die Brennwertkennlinie setzen.
- Auslegung für Verteilung: Vorlauf und Rücklauf – in °C, nebeneinander in einer eigenen Gruppe, je Anlage änderbar.
- Trägt die Anlage kein vollständiges Paar, stehen darin die Werte, mit denen die Simulation ohne Eintrag rechnet – das Paar des Kessels aus dem Katalog, sonst 70/50 °C –, und die Zeile darunter nennt die Herkunft; mit OK werden sie gespeichert. Steht der Temperaturbezug der Wärmequelle auf fest vorgegeben, bleibt ein unvollständiges Paar leer, und die Zeile bittet um ein Paar. Dasselbe Paar schreibt der Dialog Wärmequelle Pufferspeicher bei fest vorgegeben.
- Das Paar wirkt bei der Anlagenkopplung, bei der Prüfung gegen einen Zielspeicher, als Rücklauf der Brennwertkennlinie, wenn weder Heizkreis noch Speicher einen liefern (Brennwertkennlinie), und als Temperaturhub eines geteilten Pufferspeichers als Wärmequelle, wenn kein Senkenspeicher des Kessels das Paar stellt (Rechenweg, Schritt 4).
- Senken: … – die Wärmesenken der Anlage; gepflegt werden sie in der Simulation Konfiguration.
- Betriebszeiten – in der Bearbeiten-Überlagerung eines Projektsatzes die zugeklappte Gruppe mit Zeitprogramm (Wochenraster), höchstem Vorlauf und Sperrzeiten der Anlage; der Kopf nennt den Stand. In einer gesperrten Stunde ist der Kessel aus, sonst liefert er höchstens Faktor × Nennleistung. Gespeichert wird mit OK der Verwaltung; Bedienung und Wirkung wie bei der Wärmepumpe (Energieerzeuger: Betriebszeiten).
- Investitionskosten…, Betriebskosten…, Energiekosten… – die Kosten des Kessels für die Wirtschaftlichkeit, nur bei einem Projektsatz. Sie werden allein in der Kostenverwaltung gepflegt; Mit dem Kostenkatalog abgleichen… dort gleicht die Kostenpositionen auf Wunsch mit der Satzvorlage des Katalogsatzes ab, nie automatisch.
Kennwerte des Kessels
Bearbeiten (Stift oder Knopf im Gewählten Satz) zeigt die Kennwerte des gewählten Satzes – beim Katalogsatz die des Katalogs, beim Projektsatz die der Projektkopie:
- Thermische Leistung – die Nennleistung in kW; sie begrenzt, was der Kessel je Stunde aus Brennstoff erzeugt, und ist der Bezug der Laststufe und der Vorgaben für Mindestleistung und Anfahrverlust.
- Wirkungsgrad Gas, Biogas, Holz und Sonstiges und Wirkungsgrad Öl – der Wirkungsgrad bei Nennlast , auf den Heizwert bezogen, je als Faktor (z. B. 0,9). Der Öl-Wert gilt für die Heizöle des Brennstoffkatalogs, der andere für alle übrigen Brennstoffe. Werte über 1,5 liest die Simulation als Prozent; steht dort 0, rechnet sie mit 0,90.
- Betriebsbereitschaftsverluste und Einheit Bereitschaftsverlust – der Verlust im betriebsbereiten Stillstand, als Leistung in kW oder in Prozent der thermischen Leistung; einen Prozentwert rechnet die Simulation in kW um (Wert × thermische Leistung ÷ 100).
- Zulässig sind in kW 0 bis zur thermischen Leistung, in Prozent 0 bis 100; ein Wert außerhalb wird beim Speichern mit einer Meldung abgewiesen.
- Im Aufklapper Alle Daten anzeigen steht die Einheit als kW oder %; ein leeres Feld lässt sie unverändert. Der Import aus VDI 3805 liefert den Wert in kW und setzt die Einheit kW.
- Bei einem Elektrokessel bleibt der Wert gespeichert, aber ohne Wirkung; ein Hinweis unter dem Feld sagt das (Elektrokessel).
- Die Emissionsfelder sind Herstellerangaben und rechnen nicht mit.
Die Gruppe Kennlinie beschreibt das Verhalten in Teillast; ein leeres Feld heißt „Vorgabe“:
- Wirkungsgrad bei 30 % Last – als Faktor, bezogen auf den Heizwert wie die Wirkungsgrade oben und gemessen bei 30 °C Rücklauf; Werte über 1,5 gelten als Prozent, zulässig sind 0,5 bis 1,2. Leer nimmt der Kessel die Vorgabe seiner Bauart (Teillastkennlinie).
- Brennwertkennlinie – rechnet den Wirkungsgrad zusätzlich nach dem Rücklauf der Stunde (Brennwertkennlinie); sie lässt sich nur bei einem Brennwertkessel setzen. Ist sie bei einem Brennwertkessel aus, steht unter dem Schalter der Hinweis, dass der Rücklauf dann nicht wirkt und der Kessel allein mit seiner Teillastkennlinie rechnet.
- Mindestleistung (kW), Anfahrverlust je Start (kWh Brennstoff), Mindestlaufzeit (1 bis 60 min) – bestimmen das Takten unter der Mindestleistung (Takten); die Mindestleistung liest der Import aus VDI 3805. Leer gilt die Vorgabe, eine gepflegte 0 zählt: Mindestleistung 0 heißt „moduliert bis null“, Anfahrverlust 0 zählt die Starts ohne Brennstoff. Die Mindestleistung darf die thermische Leistung nicht übersteigen.
Unter den Feldern der Gruppe zeigt Administration Heizkessel ein kleines Diagramm Wirkungsgrad über der Last von 10 bis 100 % der Nennleistung, so wie die Simulation ihn rechnet – mit den Eingaben, wie sie gerade im Dialog stehen, auch vor dem Speichern, und mit der Vorgabe für jedes leere Feld. Mit Brennwertkennlinie stehen drei Linien für 30, 50 und 60 °C Rücklauf, ohne sie eine Teillastkennlinie; ein Elektrokessel zeigt eine flache Linie. Jeder Punkt nennt beim Zeigen Last und Wirkungsgrad, die Legende blendet Linien aus.
Ergebnisse
Der Reiter Heizkessel der Simulationsergebnisse zeigt von oben nach unten:
- Deckung und Verbrauch: Wärmebedarfsdeckung, Wärmeproduktion der Spitzenkessel, Restwärmebedarf nach Kessel und den Brennstoffverbrauch der Spitzenkessel je Brennstoff.
- Gruppe Betrieb (Summe aller Kessel): Betriebsstunden gesamt, Starts, Bereitschaftsstunden und Bereitschaftsverlust.
- mit einem Brennstoffkessel dazu Mittlerer Wirkungsgrad im Betrieb, Brennstoff aus Teillast gegenüber Nennlast (negativ, wo die Teillast Brennstoff spart), Taktstunden unter der Mindestleistung und Anfahrverlust,
- mit Brennwertkennlinie Mittlerer Rücklauf im Betrieb, Betriebsstunden im Brennwertbetrieb, Wärme im Brennwertbetrieb und Brennstoff aus Brennwertnutzung.
- Modultabelle Wärmeproduktion der einzelnen Spitzenkessel je Kessel: Jahresnutzungsgrad, Starts, (mit „(Vorgabe)“ bei leerem Feld), Wirkungsgrad im Betrieb und mittlere Laststufe, mit Brennwertkennlinie dazu Rücklauf und Anteil des Brennwertbetriebs.
- Diagramm der Wärmelast über das Jahr (Simulationsergebnisse). Der Knopf CSV… in seiner Leiste (Simulationsergebnisse: Diagrammbedienung) führt je Brennstoffkessel den Wirkungsgrad jeder Stunde, mit Brennwertkennlinie auch den Rücklauf.
- Auslegung: Gesamte Wärmeleistung der Heizkessel und Maximale Brennstoffleistung Gas (Hu).
- Bericht: je Stand die Kesseltafel mit Jahresnutzungsgrad, Brennwertbetrieb nach Stunden und nach Wärme und Starts.
Begriffe. Der Wirkungsgrad im Betrieb ist die Wärme der Laufstunden geteilt durch ihren Brennstoff nach der Kennlinie, ohne Anfahr- und Bereitschaftsverlust. Die Maximale Brennstoffleistung Gas (Hu) summiert die Jahreshöchstwerte aller Kessel, die nicht mit Heizöl rechnen, samt Anfahrverlust ihrer Stunde. Mit Brennwertkennlinie ist der Teillastbrennstoff gegen die trockene Kurve gerechnet und der Brennwertbrennstoff der Unterschied zu ihr.
Berechnung
Nutzwärme, Wirkungsgrad und Brennstoffeinsatz des Heizkessels stehen unter Berechnung: Heizkessel. Die Formeln dieser Seite stehen in den Unterkapiteln Berechnung: … am Ende des Abschnitts.
Berechnung in der Simulation
Jede Stunde wird einmal je Kessel gebucht: Gibt er Wärme ab, verbraucht er seine brennstoffbasierte Wärme geteilt durch den Wirkungsgrad seiner Laststufe – beim Brennwertkessel mit Brennwertkennlinie auch seines Rücklaufs – und je Start den Anfahrverlust; steht er und ist betriebsbereit, verbraucht er seine Bereitschaftsleistung (Betriebsbereitschaft); sonst nichts. Der Jahresnutzungsgrad ist die brennstoffbasierte Nutzwärme geteilt durch den Brennstoffverbrauch einschließlich der Anfahr- und Stillstandsverluste.
Teillastkennlinie
Die Laststufe einer Stunde ist die brennstoffbasierte Wärme geteilt durch die Nennleistung. Zwischen 30 % und 100 % Last liegt der Wirkungsgrad auf einer Geraden vom Wirkungsgrad bei 30 % Last () zum Wirkungsgrad bei Nennlast (, Wirkungsgrad Gas… bzw. Wirkungsgrad Öl); unter 30 % gilt (Berechnung: Teillastkennlinie). Ist leer, gilt die Vorgabe der Bauart:
| Bauart | erkannt an | Vorgabe |
|---|---|---|
| Brennwertkessel | Kennzeichen Brennwertkessel | , höchstens das Verhältnis Brennwert zu Heizwert des Brennstoffs (Gase 1,11, Heizöle 1,06, Holz und Pellets 1,08, sonst 1,0), nie unter |
| Standardkessel | ohne Kennzeichen; die Beschreibung beginnt mit der VDI-3805-Bauart „Standard…“ | |
| Niedertemperaturkessel | alle übrigen | – der Wirkungsgrad ist in jeder Laststufe derselbe |
Ein gepflegter Wert geht immer vor. Ein Elektrokessel rechnet ohne Kennlinie. Das Laufprotokoll nennt je Brennstoffkessel und und ob gepflegt oder die Vorgabe ist.
Brennwertkennlinie
Ein Brennwertkessel mit gesetzter Brennwertkennlinie rechnet je Laufstunde zusätzlich mit dem Rücklauf. Unter dem Taupunkt des Abgases kondensiert Wasserdampf, und der Wirkungsgrad steigt; am und über dem Taupunkt gibt es keinen Kondensationsgewinn. Eine Stunde mit einem Rücklauf unter dem Taupunkt zählt als Brennwertbetrieb. Wie der Gewinn den Wirkungsgrad hebt, steht unter Berechnung: Brennwertkennlinie. Übrige Brennstoffe haben keinen Kondensationsgewinn und rechnen ohne Brennwertkennlinie; ein Elektrokessel ebenso.
Der Rücklauf einer Stunde kommt aus der ersten belegten Stufe:
- dem gerechneten Rücklauf des Heizkreises bei Anlagenkopplung Heizkreis – in Stunden mit Heizbedarf eines gekoppelten Gebäudes,
- dem ersten Pufferspeicher, den der Kessel als Senke lädt, in der Rangfolge seiner Senken – seine Rücklauftemperatur, beim geschichteten Speicher die unterste Schicht zu Beginn der Stunde,
- dem Rücklauf des Temperaturpaars der Anlage (Auslegung für Verteilung), ohne vollständiges Paar dem des Kessels,
- 50 °C.

Takten
Ein Brennstoffkessel kann seine Leistung nur bis zur Mindestleistung absenken. Braucht eine Laufstunde weniger Wärme, taktet er: Er läuft jeweils die Mindestlaufzeit mit der Mindestleistung und schaltet dazwischen ab, und die Stunde zählt so viele Starts, wie Mindestläufe die Wärme brauchen, höchstens so viele, wie ganz in die Stunde passen (Berechnung: Takten). Jede andere Laufstunde zählt einen Start, wenn der Kessel in der Stunde davor stand.
Jeder Start kostet den Anfahrverlust je Start als Brennstoff; er geht in Brennstoffverbrauch, Jahresnutzungsgrad, Emissionen und die Brennstoffleistung der Stunde ein. Starts im Reiter ist die Summe über das Jahr.
| Feld | Vorgabe bei leerem Feld |
|---|---|
| Mindestleistung | 30 % der Nennleistung beim Gas-Brennwertkessel, 60 % bei jedem übrigen Brennstoffkessel |
| Anfahrverlust je Start | 0,002 h mal Nennleistung (rund 7 Sekunden Brennstoff bei Nennlast) |
| Mindestlaufzeit | 10 min |
Ein gepflegter Wert geht vor. Ein Elektrokessel taktet nicht; seine Starts sind die Stunden, in denen er nach einem Stillstand wieder anläuft. Das Laufprotokoll nennt je Brennstoffkessel die drei Werte samt Herkunft (gepflegt oder Vorgabe) und im Jahr Starts, Laufphasen, Taktstunden und Anfahrverlust.
Betriebsbereitschaft
Steht ein Brennstoffkessel in einer Stunde, verbraucht er seine Bereitschaftsleistung (Betriebsbereitschaftsverluste in kW, ein Prozentwert umgerechnet auf die Nennleistung) nur, wenn er betriebsbereit ist: an einem Heiztag oder in den 24 Stunden nach seiner letzten Laufstunde.
- Heiztag ist ein Tag, dessen mittlere Außentemperatur – das Mittel seiner 24 Stundenwerte aus den Klimadaten des Projekts – unter der Heizgrenze der Kesselbereitschaft liegt; leer gilt 15 °C, ein Tagesmittel genau auf der Grenze ist kein Heiztag.
- Betriebsbereitschaft größer 0 h/a begrenzt die Bereitschaftsstunden je Kessel auf diesen Wert abzüglich seiner Laufstunden.
- Beide Werte stehen unter Konfiguration… an der Karte des Kessels und gelten für alle Kessel des Projekts (Simulation: Betriebsbereitschaft des Heizkessels); das Laufprotokoll nennt Heizgrenze und Zahl der Heiztage.
Beispiel. Kessel 1 aus Beispiel A mit 0,1 kW Bereitschaftsverlust: Steht er an einem Wintertag mit 2 °C Tagesmittel 20 Stunden still, verbraucht er in diesen Stunden 2 kWh Erdgas. An einem Sommertag mit 20 °C Tagesmittel verbraucht er im Stillstand nur, solange sein letzter Lauf höchstens 24 Stunden zurückliegt.
Brennstoffverbrauch und Emissionen
Der Verbrauch – Brennstoff der Laufstunden nach der Kennlinie, Anfahrverlust und Bereitschaftsverlust – geht nach dem Brennstoff des Kessels auf die Zähler Gas, Öl, Koks, Kohle, Holz, Pellets, Rapsöl, Tierische Fette oder Sonstige. Die Emissionsfaktoren kommen aus dem Emissionskatalog des Energieträgers, im Berechnungsmodus des Projekts (Emissionen); CO führt die Bilanz nicht.
Elektrokessel
Ein Kessel mit dem Energieträger Elektrische Energie ist ein Elektrokessel; als Energieträger im Projekt ist dann nur ein Stromträger zulässig.
- Sein Stromeinsatz ist seine Nutzwärme: Er rechnet unabhängig vom eingetragenen Wirkungsgrad mit dem Nutzungsgrad 1, im Brennstoffverbrauch der Stunde, im Jahresverbrauch und im Strombezug gleich; sein Jahresnutzungsgrad ist 100 %.
- Teillastkennlinie, Brennwertkennlinie und Takten gelten für ihn nicht. Er hat keinen Bereitschaftsverlust und zählt keine Bereitschaftsstunden, sein Jahresnutzungsgrad kommt allein aus den Laufstunden; eine eingetragene Bereitschaftsleistung bleibt ohne Wirkung, das Laufprotokoll nennt sie.
- Er steht Stunde für Stunde im Reststrombedarf, den danach Photovoltaik und Stromspeicher mindern, und wird mit dem Netzbezug bewertet; einen Brennstoffverbrauch und eine eigene Kesselemission führt er nicht.
Berechnung: Teillastkennlinie
Wirkungsgrad bei der Laststufe (Teillastkennlinie):
Beispiel. Kessel 1 aus Beispiel A ohne Brennwertkennlinie: Erdgas, 50 kW, , . In einer Stunde mit 30 kWh Wärme ist und ; die Stunde braucht 29,5 kWh Brennstoff statt 30,9 kWh bei Nennlastwirkungsgrad.
Berechnung: Brennwertkennlinie
ist bei 30 °C Rücklauf gemessen und enthält den Kondensationsgewinn schon. Die Teillastkurve rechnet deshalb „trocken“ mit (), und der Gewinn kommt nach dem Rücklauf dazu (Temperaturen in °C):
Am und über dem Taupunkt ist , bei 30 °C Rücklauf 1; bei 30 % Last und 30 °C trifft die Kennlinie , bei Nennlast am oder über dem Taupunkt . Der Wirkungsgrad bleibt höchstens beim Verhältnis Brennwert zu Heizwert.
| Brennstoff | Taupunkt | Gewinn bei 30 °C Rücklauf | Obergrenze Brennwert/Heizwert |
|---|---|---|---|
| Gase (Stadtgas, Erdgas, Flüssiggas, Biogas) | 57 °C | 0,08 | 1,11 |
| Heizöle | 47 °C | 0,04 | 1,06 |
| Holz, Holzpellets | 50 °C | 0,05 | 1,08 |
Beispiel. Kessel 1 aus Beispiel A (, ) mit Brennwertkennlinie und dem Rücklauf 45 °C aus Auslegung für Verteilung: Die trockene Kurve beginnt bei und ist damit flach; , also in jeder Laststufe. Die Stunde mit 30 kWh Wärme braucht 29,8 kWh Brennstoff; beim Rücklauf 50 °C wären es 30,3 kWh (), bei 30 °C Rücklauf 28,6 kWh (). Ohne Brennwertkennlinie rechnet dieselbe Stunde mit (Berechnung: Teillastkennlinie).
Berechnung: Takten
Für eine Laufstunde mit der Wärme unter der Mindestleistung zählt der Kessel mit der Mindestlaufzeit (Takten)
Starts, mit in Minuten, in kWh, in kW und gleich einer Stunde. Der Brennstoff der Stunde wächst um mal den Anfahrverlust je Start.
Beispiel. Kessel 1 aus Beispiel A, die drei Felder leer: Mindestleistung 15 kW (30 % von 50 kW), Mindestlaufzeit 10 min, ein Mindestlauf also 2,5 kWh; Anfahrverlust 0,1 kWh je Start. Eine Stunde mit 6 kWh Wärme liegt unter 15 kWh und zählt Starts, also 0,3 kWh Brennstoff zusätzlich – 5 % der Wärme. Eine Stunde mit 20 kWh moduliert und zählt nur dann einen Start, wenn der Kessel in der Stunde davor stand.
Siehe auch
- Grundlagen/Kessel und Spitzenlast – die fachlichen Hintergründe
- Berechnung: Heizkessel – der Rechenweg mit Formeln
- Simulation – Kaskade, Wärmesenken und Konfiguration
- Simulation: Betriebsbereitschaft des Heizkessels – Heizgrenze und Betriebsbereitschaft
- BHKW – Beispiel B mit zwei Kesseln hinter dem BHKW
- Gerätekataloge: Heizkessel – Pflege des Katalogs
- Kosten und Energiepreise – Heiz- und Brennwerte sowie Emissionsfaktoren je Energieträger