Grundlagen/Solarkollektoren: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Beispiel.''' Ein Kollektorfeld von rund 80 m² vor BHKW und Kessel bringt im Jahr 28,8 MWh, davon nutzt das Gebäude 7,7 MWh; 21,0 MWh sind Überschuss in 1 078 Stunden. Gedeckt werden 7,2 von 52,4 MWh Heizwärme, also 13,8 % – im Juli 93 %, im Januar 5 %. | |||
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Der Katalog der Kollektortypen liegt unter Administration → | Der Katalog der Kollektortypen liegt unter Administration → Wärme- und Kälteerzeugung → Solarkollektoren; im Projekt legt die Kachel Solarthermie der Startseite das Kollektorfeld im Dialog „Eingabe der Solarkollektoren“ an, eingebunden wird es in der Simulationskonfiguration. Wie Kollektorfeld, Speicher und Nachheizung dort zusammenwirken, zeigt [[Programm Dokumentation/Solarthermie#einbindung|Einbindung]], ein Beispiel mit realen Größen steht unter [[Programm Dokumentation/Solarthermie#beispiel|Beispiel]], das Zusammenspiel mit anderen Erzeugern unter [[Programm Dokumentation/Solarthermie#zusammenspiel|Zusammenspiel]] und was dabei zu beachten ist unter [[Programm Dokumentation/Solarthermie#fallstricke|Fallstricke]]. Der Rechenweg nach EN 12975 steht unter [[Programm Dokumentation/Berechnung/Solarthermie|Berechnung: Solarthermie]]. | ||
[[Datei:Solarthermie_Prinzip_Kollektorkreis.svg|mini|zentriert|800px|Kollektorfeld, Solarkreis mit Wärmeübertrager und Pufferspeicher mit Nachrang-Vorgabe und Abschaltschwelle; Ertrag einer Stunde nach EN ISO 9806. Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.]] | |||
Der Kollektor rechnet mit einer Arbeitstemperatur aus dem Speicher: der untersten Zone des Puffers plus Grädigkeit des Übertragers und halber Spreizung des Kollektorkreises. Je voller und wärmer der Puffer, desto höher die Arbeitstemperatur und desto kleiner der Ertrag. Damit sie Platz findet, laden Kessel und BHKW einen Puffer, den die Solarthermie vorrangig lädt, ohne eigene Angabe nur bis 30 % (Nachrang-Vorgabe); bis zur Abschaltschwelle von 95 % lädt dann die Solarthermie. | |||
'''Beispiel.''' 40 m² Flachkollektor bei 1 000 W/m² und 25 °C Außenluft: Steht die unterste Zone bei 30 °C, rechnet der Kollektor mit 40 °C und gibt 27,4 kW in den Puffer; bei 60 °C in der untersten Zone sind es mit 70 °C Arbeitstemperatur noch 22,5 kW. | |||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
Aktuelle Version vom 30. Oktober 2026, 02:28 Uhr
Solarkollektoren wandeln Sonneneinstrahlung unmittelbar in Wärme um und übertragen sie an ein Wärmeträgermedium. Sie decken vor allem die Trinkwarmwasserbereitung und unterstützen bei ausreichender Fläche auch die Heizung; anders als Photovoltaik liefern sie keinen Strom, sondern direkt nutzbare Wärme.
Funktionsprinzip
Ein Absorber nimmt die Einstrahlung auf und gibt die Wärme an ein durchströmendes Medium ab; eine transparente Abdeckung und die Dämmung auf der Rückseite begrenzen die Verluste an die Umgebung. Wie viel davon nutzbar bleibt, beschreibt der Kollektorwirkungsgrad nach EN 12975: Er sinkt mit steigender Temperaturdifferenz zwischen Kollektor und Umgebung, bezogen auf die Einstrahlung – ausgedrückt als –, zunächst linear, bei großer Differenz zusätzlich quadratisch, bis er bei geringer Einstrahlung und hoher Übertemperatur auf null fällt.
Kennzahlen
| Kennzahl | Bedeutung | typischer Bereich |
|---|---|---|
| Aperturfläche | wirksame, der Einstrahlung ausgesetzte Kollektorfläche | 2–3 m² je Modul |
| Optischer Wirkungsgrad () | Anteil der Einstrahlung, der ohne Temperaturverlust nutzbar wäre | 0,75–0,85 (Flachkollektor), höher bei Vakuumröhre |
| Wärmeverlustkoeffizient () | linearer Wärmeverlust je Kelvin Übertemperatur | 3–4 W/(m²·K), niedriger bei Vakuumröhre |
| Neigung | Winkel der Kollektorebene gegen die Horizontale | 30–45° für den Jahresertrag, steiler für Wintergewinn |
| Azimut | Abweichung der Ausrichtung von Süden | bis ±30° nur wenige Prozent Ertragsverlust |
| Spezifischer Jahresertrag | nutzbare Wärme je m² Aperturfläche und Jahr | rund 350–500 kWh/(m²·a) bei Warmwasseranwendung |
Typische Größen
- Einfamilienhaus (Warmwasser): 4–6 m² Kollektorfläche, 300–500 Liter Solarspeicher.
- Mehrfamilienhaus (Warmwasser mit Zirkulation): häufig 20–40 m², abhängig von Wohnungszahl und Zirkulationsverlust.
- Gewerbe und Hotellerie (Vorwärmung vor einem weiteren Erzeuger): 30 m² und mehr, abgestimmt auf Tagesbedarf und Speichergröße.
Einsatz und Grenzen
Flachkollektoren sind der Standard für Warmwasser und Heizungsunterstützung im Wohnbau: robust, preiswert, mit guter Leistung bei mäßigen Temperaturdifferenzen. Vakuumröhrenkollektoren verlieren weniger Wärme und bleiben deshalb bei hohen Betriebstemperaturen oder niedrigen Außentemperaturen im Vorteil, sind dafür teurer.
Solarthermie liefert nur, wenn die Sonne scheint, und braucht immer einen Abnehmer – einen aktuellen Bedarf oder einen Speicher –, sonst geht der Ertrag ungenutzt verloren. Sie deckt deshalb nie den ganzen Jahresbedarf allein, sondern einen Anteil, der mit Fläche und Speicher wächst und bei zu großer Kollektorfläche in einen wachsenden, nicht mehr nutzbaren Überschuss übergeht. Für Prozesswärme über rund 100 °C braucht es Sonderbauformen, und als alleiniger Wärmeerzeuger im Winter reicht sie nicht; sie ergänzt einen anderen Erzeuger, statt ihn zu ersetzen.
Wie stark der Abnehmer fehlt, zeigt ein Jahreslauf: Ein Kollektorfeld, das nur Heizwärme deckt, liefert im Sommer viel und findet kaum Bedarf. Wärme, die weder gedeckt noch gespeichert wird, verwirft EPOS-Plan als Überschuss; in der Anlage stünde der Solarkreis dann still (Stagnation). Der solare Deckungsanteil ist die Direktdeckung plus der Solaranteil der Speicherentladung, geteilt durch den Wärmebedarf.
Beispiel. Ein Kollektorfeld von rund 80 m² vor BHKW und Kessel bringt im Jahr 28,8 MWh, davon nutzt das Gebäude 7,7 MWh; 21,0 MWh sind Überschuss in 1 078 Stunden. Gedeckt werden 7,2 von 52,4 MWh Heizwärme, also 13,8 % – im Juli 93 %, im Januar 5 %.
In EPOS-Plan
Der Katalog der Kollektortypen liegt unter Administration → Wärme- und Kälteerzeugung → Solarkollektoren; im Projekt legt die Kachel Solarthermie der Startseite das Kollektorfeld im Dialog „Eingabe der Solarkollektoren“ an, eingebunden wird es in der Simulationskonfiguration. Wie Kollektorfeld, Speicher und Nachheizung dort zusammenwirken, zeigt Einbindung, ein Beispiel mit realen Größen steht unter Beispiel, das Zusammenspiel mit anderen Erzeugern unter Zusammenspiel und was dabei zu beachten ist unter Fallstricke. Der Rechenweg nach EN 12975 steht unter Berechnung: Solarthermie.
Der Kollektor rechnet mit einer Arbeitstemperatur aus dem Speicher: der untersten Zone des Puffers plus Grädigkeit des Übertragers und halber Spreizung des Kollektorkreises. Je voller und wärmer der Puffer, desto höher die Arbeitstemperatur und desto kleiner der Ertrag. Damit sie Platz findet, laden Kessel und BHKW einen Puffer, den die Solarthermie vorrangig lädt, ohne eigene Angabe nur bis 30 % (Nachrang-Vorgabe); bis zur Abschaltschwelle von 95 % lädt dann die Solarthermie.
Beispiel. 40 m² Flachkollektor bei 1 000 W/m² und 25 °C Außenluft: Steht die unterste Zone bei 30 °C, rechnet der Kollektor mit 40 °C und gibt 27,4 kW in den Puffer; bei 60 °C in der untersten Zone sind es mit 70 °C Arbeitstemperatur noch 22,5 kW.
Siehe auch
- Programm Dokumentation: Solarthermie – Einbindung, Beispiel, Zusammenspiel und Fallstricke
- Berechnung: Solarthermie – der Rechenweg nach EN 12975
- Grundlagen: Pufferspeicher – der häufigste Speicher hinter dem Kollektorfeld
- Hydraulikschemata – die hydraulische Einbindung als Prinzipschema