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Grundlagen/Wechselrichter

Aus wiki.epos-plan.de

Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom einer Photovoltaikanlage in netzsynchronen Wechselstrom um und verbindet sie damit mit dem Hausnetz und dem öffentlichen Stromnetz. Ohne ihn ließe sich der Solarstrom weder im Gebäude nutzen noch einspeisen; ist ein Stromspeicher beteiligt, hängt auch dessen Ladung häufig am selben Gerät.

Funktionsprinzip

Kernstück ist der MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker): Er stellt Spannung und Strom am Eingang laufend so ein, dass die angeschlossenen Module unter wechselnder Einstrahlung und Temperatur ihre größtmögliche Leistung liefern, und wandelt diese Gleichstromleistung in Wechselstrom mit Netzfrequenz und -spannung um. Ein Strang – mehrere Module in Reihe geschaltet – muss mit seiner Spannung in das Spannungsfenster des gewählten MPP-Trackers passen: Kälte hebt die Leerlauf- und die MPP-Spannung an, Wärme senkt sie, und beide Grenzfälle müssen innerhalb der Gerätegrenzen bleiben. Geräte mit mehreren, unabhängig regelnden MPP-Trackern erlauben getrennte Ausrichtungen oder Stranganzahlen an einem einzigen Wechselrichter. Kleinere Anlagen bekommen meist einen String-Wechselrichter, der nur die Module wandelt; ein Hybridwechselrichter bindet zusätzlich einen Stromspeicher gleichstromseitig ein und spart dessen Ladung eine Umwandlungsstufe, koppelt dafür aber die Lebensdauer beider Geräte.

Kennzahlen

Kennzahl Bedeutung typischer Bereich
MPP-Spannungsfenster Spannungsbereich, in dem ein MPP-Tracker den Arbeitspunkt regelt 200–800 V (kleine Geräte) bis 150–1 000 V (große Geräte)
Europäischer Wirkungsgrad genormt gewichteter Teillastwirkungsgrad, der die mitteleuropäische Einstrahlungsverteilung nachbildet 96–98 %
Maximalwirkungsgrad höchster erreichter Wirkungsgrad, meist im oberen Teillastbereich 97–99 %
DC/AC-Verhältnis (Dimensionierungsfaktor) installierte Modulleistung geteilt durch die AC-Nennleistung des Geräts 1,1–1,3
Nachtverbrauch Eigenverbrauch des Geräts außerhalb der Einspeisezeit 1–10 W
Anzahl MPP-Tracker unabhängig voneinander regelbare Eingänge 1–4 bei kleinen und mittleren Geräten, mehr bei Großanlagen
Wirkungsgrad über der Teillast
Wirkungsgrad [%]
90 %
5 %
94 %
10 %
96 %
20 %
97 %
30 %
98 %
50 %
96 %
100 %
Teillast in Prozent der AC-Nennleistung
Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.

Typische Größen

Richtwerte je Einsatzfall, gerundet:

Einfamilienhaus Mehrfamilienhaus Gewerbe
AC-Nennleistung rund 5–10 kW rund 15–30 kW, auch mehrere Geräte 50 kW bis in den Megawattbereich, meist mehrere Geräte
MPP-Tracker 1–2 2–4 viele, oft einer je Dachfläche oder Teilfeld
DC/AC-Verhältnis rund 1,2 rund 1,2–1,3 rund 1,2–1,4

Einsatz und Grenzen

Ein Wechselrichter wird nach der Modulleistung, der Stranganzahl und -spannung sowie der gewünschten Zahl an Ausrichtungen gewählt, nicht umgekehrt. Ein knapp bemessenes Gerät – ein DC/AC-Verhältnis über 1 – senkt die Kosten je Kilowattstunde und verbessert den Teillastbetrieb, weil die volle Modulleistung ohnehin nur an wenigen Stunden im Jahr ansteht; der Preis dafür ist die Abregelung: Oberhalb der AC-Nennleistung wird die überschüssige Gleichstromleistung gekappt, spürbar vor allem an sonnigen Sommertagen um die Mittagszeit. Ein String-Wechselrichter deckt eine oder wenige Ausrichtungen ab; bei vielen Teilfeldern oder einem Speicher, der möglichst verlustarm gleichstromseitig geladen werden soll, kommt eher ein Hybridwechselrichter oder eine Aufteilung auf mehrere kleinere String-Geräte in Frage. Der Netzanschluss selbst folgt in Deutschland der VDE-AR-N 4105 für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz; Schutzeinstellungen, Rückspeisegrenzen und die Anmeldung beim Netzbetreiber sind Sache der Elektrofachkraft, nicht der Anlagenplanung.

Für die Gleichstromseite gelten DIN VDE 0100-712 und IEC 62548: Schutz gegen elektrischen Schlag, Brandschutz, Überspannungsschutz, Leitungen und Sicherungen – bemessen auf den 1,25-fachen Kurzschlussstrom – und die Spannungsklasse der Betriebsmittel (1 000 V oder 1 500 V). Die tiefste Auslegungstemperatur ist nach IEC 62548 die am Standort niedrigste zu erwartende Temperatur. Ohne Temperaturkoeffizienten des Moduls rechnet die Praxis bei kristallinem Silizium mit der 1,15-fachen Leerlaufspannung.

Abregelung bei hohem DC/AC-Verhältnis
Leistung, bezogen auf die Modulleistung bei Vollsonne [%]
6 Uhr
8 Uhr
10 Uhr
12 Uhr
14 Uhr
16 Uhr
18 Uhr
20 Uhr
Uhrzeit an einem sonnigen Sommertag
eingespeiste Wechselstromleistungdurch die AC-Nennleistung abgeregelt
Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.

In EPOS-Plan

In EPOS-Plan ist der Wechselrichter Teil der Photovoltaik-Anlage: Im PV-Dialog ordnet ein eigener Abschnitt jedem Modulstrang ein Gerät aus dem Wechselrichterkatalog zu. Der Katalog wird getrennt gepflegt, unter Administration → Energiesysteme → Photovoltaik → „Wechselrichter" (Import unter Administration → Daten & Import → Photovoltaik → „Wechselrichter (CEC, OND)…"). Einbindung, ein Rechenbeispiel, das Zusammenspiel mit anderen Techniken und die Fallstricke stehen auf der Anwendungsseite: Einbindung, Beispiel, Zusammenspiel und Fallstricke. Der Rechenweg steht unter Berechnung: Photovoltaik.

Siehe auch