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Grundlagen/Kostenrechnung: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Kostenmodul ist in Investitionskosten, Betriebskosten und Energiekosten gegliedert. Zu jeder im Projekt vorhandenen Komponente – Wärmepumpe, Heizkessel, BHKW, Solarthermie, Photovoltaik, Puffer- und Stromspeicher – lassen sich beliebig viele Positionen erfassen, jeweils mit Betrag, Einheit, Nutzungsdauer in Jahren und einer Bandbreite zwischen günstigem und ungünstigem Fall. Die im Technikmodul hinterlegten Anlagenkosten können auf Knopfdruck als Planwert übernommen werden, sodass Auslegung und Kalkulation nicht auseinanderlaufen. Summen werden je Komponente und für das Gesamtprojekt fortlaufend ausgewiesen.
Das Kostenmodul ist in Investitionskosten, Betriebskosten und Energiekosten gegliedert. Zu jeder im Projekt vorhandenen Komponente – Wärmepumpe, Heizkessel, BHKW, Solarthermie, Photovoltaik, Puffer- und Stromspeicher – lassen sich beliebig viele Positionen erfassen, jeweils mit Betrag, Einheit, Nutzungsdauer in Jahren und einer Bandbreite zwischen günstigem und ungünstigem Fall. Die im Technikmodul hinterlegten Anlagenkosten können auf Knopfdruck als Planwert übernommen werden, sodass Auslegung und Kalkulation nicht auseinanderlaufen; ''Aus Vorlage übernehmen…'' holt Positionen aus dem Kostenkatalog. Kosten, die zu keinem Gerät gehören, sammeln die Erfassungsgruppen Wärmezentrale, Bauliche Anlagen und Stromeinspeisung. Summen werden je Komponente und für das Gesamtprojekt fortlaufend ausgewiesen; die Bedienung beschreibt [[Programm Dokumentation/Kosten]].


== Bandbreiten statt Scheingenauigkeit ==
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Kostenangaben sind in frühen Projektphasen unsicher. Die Erfassung eines günstigen und eines ungünstigen Werts je Position ist deshalb kein Umweg, sondern der ehrlichere Weg: Sie zeigt, wie robust eine Entscheidung ist. Kippt die Rangfolge zweier Varianten schon innerhalb der Bandbreite, ist die Entscheidung nicht durch die Rechnung, sondern durch andere Kriterien zu treffen.
Kostenangaben sind in frühen Projektphasen unsicher. Die Erfassung eines günstigen und eines ungünstigen Werts je Position ist deshalb kein Umweg, sondern der ehrlichere Weg: Sie zeigt, wie robust eine Entscheidung ist. In der Wirtschaftlichkeit hat ein so gepflegter Wert Vorrang vor dem pauschalen Ausschlag der Szenarien Günstig und Ungünstig. Kippt die Rangfolge zweier Varianten schon innerhalb der Bandbreite, ist die Entscheidung nicht durch die Rechnung, sondern durch andere Kriterien zu treffen.


== Energiepreise ==
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Die Nutzungsdauer bestimmt, wie stark eine Investition die Jahreskosten belastet. Übliche Ansätze liegen bei Kesseln und Wärmepumpen im Bereich von 15 bis 20 Jahren, bei BHKW-Motoren deutlich darunter und für Hydraulik, Speicher und Verteilnetze darüber. Weil Komponenten mit kurzer Lebensdauer innerhalb des Betrachtungszeitraums ersetzt werden müssen, gehören Ersatzinvestitionen in die Betrachtung.
Die Nutzungsdauer bestimmt, wie stark eine Investition die Jahreskosten belastet. Übliche Ansätze liegen bei Kesseln und Wärmepumpen im Bereich von 15 bis 20 Jahren, bei BHKW-Motoren deutlich darunter und für Hydraulik, Speicher und Verteilnetze darüber. Weil Komponenten mit kurzer Lebensdauer innerhalb des Betrachtungszeitraums ersetzt werden müssen, gehören Ersatzinvestitionen in die Betrachtung. EPOS-Plan weist je Position die Ersatzjahre innerhalb des Betrachtungszeitraums und den Restwert am Ende aus, mit denselben Formeln wie die Wirtschaftlichkeitsrechnung.
 
[[Datei:Kosten_Ersatzbeschaffung_Restwert.svg|mini|zentriert|800px|Ersatzbeschaffung und Restwert einer Komponente über 20 Jahre bei 2 % Preisänderung im Jahr – Prinzipbild, Zahlenbeispiel der Wirtschaftlichkeitsrechnung]]
 
Das Bild zeigt eine Komponente über den Betrachtungszeitraum: Sie wird zu Beginn beschafft und nach jeder Nutzungsdauer ersetzt; am Ende bleibt ein Restwert. Eine Ersatzbeschaffung kostet den Preis ihres Jahres, <math>A(n) = A_{0} \cdot (1 + p)^{n}</math> mit dem Preisänderungssatz <math>p</math>. Der Restwert ist der noch nicht abgeschriebene Teil der letzten Beschaffung, linear über ihre Nutzungsdauer gerechnet. In der Wirtschaftlichkeit gehen Ersatz und Restwert mit ihrem Barwert ein, der Restwert als Gutschrift.
 
Eine Komponente kostet 10.000 €, hält 8 Jahre, die Preise steigen um 2 % im Jahr, betrachtet werden 20 Jahre. Der Ersatz im Jahr 8 kostet <math>10.000 \cdot 1{,}02^{8} \approx 11.717</math>&nbsp;€, der im Jahr 16 <math>10.000 \cdot 1{,}02^{16} \approx 13.728</math>&nbsp;€. Von der letzten Beschaffung im Jahr 16 sind am Ende 4 ihrer 8 Jahre verbraucht; der Restwert beträgt <math>13.728 \cdot 4/8 = 6.864</math>&nbsp;€. Ohne Preisänderung stünden dort zweimal 10.000 € und 5.000 € Restwert; das Zahlenbeispiel stammt von der Seite [[Grundlagen/Wirtschaftlichkeitsrechnung#vdi-2067|Wirtschaftlichkeitsrechnung]].


Wie aus Kosten und Erlösen eine Kennzahl wird, beschreibt die [[Grundlagen/Wirtschaftlichkeitsrechnung|Wirtschaftlichkeitsrechnung]]; die Ertragsseite behandelt die [[Grundlagen/Erlösrechnung|Erlösrechnung]].
Wie aus Kosten und Erlösen eine Kennzahl wird, beschreibt die [[Grundlagen/Wirtschaftlichkeitsrechnung|Wirtschaftlichkeitsrechnung]]; die Ertragsseite behandelt die [[Grundlagen/Erlösrechnung|Erlösrechnung]].
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* [[Kosten und Energiepreise]] – Programmfunktion: Investitions-, Betriebs- und Energiekosten erfassen
* [[Kosten und Energiepreise]] – Programmfunktion: Investitions-, Betriebs- und Energiekosten erfassen
* [[Programm Dokumentation/Kosten]] – Kostenseite mit Positionen, Vorlagen, Ersatz und Restwert
* [[Ergebnisse auswerten und Kosten hinterlegen]] – Kostenerfassung im Programmablauf
* [[Ergebnisse auswerten und Kosten hinterlegen]] – Kostenerfassung im Programmablauf



Aktuelle Version vom 30. Oktober 2026, 08:23 Uhr

Die technische Simulation liefert das Mengengerüst – Wärme- und Strommengen, Brennstoffverbräuche, Betriebsstunden, Eigenverbrauch und Netzbezug. Die Kostenrechnung bewertet dieses Mengengerüst. Erst beides zusammen ergibt eine belastbare Entscheidungsgrundlage, denn eine technisch elegante Lösung kann an den Investitionen scheitern und eine günstige Anlage an den Betriebskosten.

Kostenarten

Üblich ist die Gliederung in vier Gruppen. Kapitalgebundene Kosten entstehen aus den Investitionen und werden über die Nutzungsdauer der jeweiligen Komponente verteilt – Erzeuger, Speicher, Hydraulik, Elektroinstallation, Planung und Inbetriebnahme haben dabei sehr unterschiedliche Lebensdauern. Verbrauchsgebundene Kosten sind Brennstoff- und Strombezugskosten und ergeben sich direkt aus der Simulation. Betriebsgebundene Kosten umfassen Wartung, Instandsetzung, Schornsteinfeger, Messung und Bedienung; bei motorischen Anlagen werden sie häufig als Betrag je erzeugter Kilowattstunde angesetzt. Hinzu kommen sonstige Kosten wie Versicherungen, Pacht oder Verwaltung.

Erfassung in EPOS-Plan

Das Kostenmodul ist in Investitionskosten, Betriebskosten und Energiekosten gegliedert. Zu jeder im Projekt vorhandenen Komponente – Wärmepumpe, Heizkessel, BHKW, Solarthermie, Photovoltaik, Puffer- und Stromspeicher – lassen sich beliebig viele Positionen erfassen, jeweils mit Betrag, Einheit, Nutzungsdauer in Jahren und einer Bandbreite zwischen günstigem und ungünstigem Fall. Die im Technikmodul hinterlegten Anlagenkosten können auf Knopfdruck als Planwert übernommen werden, sodass Auslegung und Kalkulation nicht auseinanderlaufen; Aus Vorlage übernehmen… holt Positionen aus dem Kostenkatalog. Kosten, die zu keinem Gerät gehören, sammeln die Erfassungsgruppen Wärmezentrale, Bauliche Anlagen und Stromeinspeisung. Summen werden je Komponente und für das Gesamtprojekt fortlaufend ausgewiesen; die Bedienung beschreibt Programm Dokumentation/Kosten.

Bandbreiten statt Scheingenauigkeit

Kostenangaben sind in frühen Projektphasen unsicher. Die Erfassung eines günstigen und eines ungünstigen Werts je Position ist deshalb kein Umweg, sondern der ehrlichere Weg: Sie zeigt, wie robust eine Entscheidung ist. In der Wirtschaftlichkeit hat ein so gepflegter Wert Vorrang vor dem pauschalen Ausschlag der Szenarien Günstig und Ungünstig. Kippt die Rangfolge zweier Varianten schon innerhalb der Bandbreite, ist die Entscheidung nicht durch die Rechnung, sondern durch andere Kriterien zu treffen.

Energiepreise

Für jeden Energieträger werden Arbeitspreis, Grundpreis und – wo zutreffend – Leistungspreis gepflegt, dazu Heiz- beziehungsweise Brennwert, die Einheitenumrechnung und die Emissionsfaktoren. Preise lassen sich mit Gültigkeitsdatum hinterlegen, sodass eine nachvollziehbare Historie entsteht und Preisstände dokumentiert bleiben. Bei Strom ist zwischen Bezugspreis, vermiedenem Bezug durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung zu unterscheiden – diese drei Größen haben in der Bewertung völlig unterschiedliches Gewicht.

Nutzungsdauern

Die Nutzungsdauer bestimmt, wie stark eine Investition die Jahreskosten belastet. Übliche Ansätze liegen bei Kesseln und Wärmepumpen im Bereich von 15 bis 20 Jahren, bei BHKW-Motoren deutlich darunter und für Hydraulik, Speicher und Verteilnetze darüber. Weil Komponenten mit kurzer Lebensdauer innerhalb des Betrachtungszeitraums ersetzt werden müssen, gehören Ersatzinvestitionen in die Betrachtung. EPOS-Plan weist je Position die Ersatzjahre innerhalb des Betrachtungszeitraums und den Restwert am Ende aus, mit denselben Formeln wie die Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Ersatzbeschaffung und Restwert einer Komponente über 20 Jahre bei 2 % Preisänderung im Jahr – Prinzipbild, Zahlenbeispiel der Wirtschaftlichkeitsrechnung

Das Bild zeigt eine Komponente über den Betrachtungszeitraum: Sie wird zu Beginn beschafft und nach jeder Nutzungsdauer ersetzt; am Ende bleibt ein Restwert. Eine Ersatzbeschaffung kostet den Preis ihres Jahres, A(n)=A0⋅(1+p)n mit dem Preisänderungssatz p. Der Restwert ist der noch nicht abgeschriebene Teil der letzten Beschaffung, linear über ihre Nutzungsdauer gerechnet. In der Wirtschaftlichkeit gehen Ersatz und Restwert mit ihrem Barwert ein, der Restwert als Gutschrift.

Eine Komponente kostet 10.000 €, hält 8 Jahre, die Preise steigen um 2 % im Jahr, betrachtet werden 20 Jahre. Der Ersatz im Jahr 8 kostet 10.000⋅1,028≈11.717 €, der im Jahr 16 10.000⋅1,0216≈13.728 €. Von der letzten Beschaffung im Jahr 16 sind am Ende 4 ihrer 8 Jahre verbraucht; der Restwert beträgt 13.728⋅4/8=6.864 €. Ohne Preisänderung stünden dort zweimal 10.000 € und 5.000 € Restwert; das Zahlenbeispiel stammt von der Seite Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Wie aus Kosten und Erlösen eine Kennzahl wird, beschreibt die Wirtschaftlichkeitsrechnung; die Ertragsseite behandelt die Erlösrechnung.

Siehe auch