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Beim Schritt '''Wärmebedarf erfassen''' entsteht der Bedarf aus bis zu vier Anteilen, die getrennt erfasst und | Beim Schritt '''Wärmebedarf erfassen''' entsteht der Bedarf aus bis zu vier Anteilen, die getrennt erfasst und stundenweise addiert werden: Gebäudeheizwärme, Warmwasser, Prozesswärme und – falls vorhanden – ein eingelesener Lastgang. Netzverluste kommen in der Simulationskonfiguration hinzu. Die Dialoge im Einzelnen beschreibt [[Programm Dokumentation/Wärmebedarf|Programm-Dokumentation: Wärmebedarf]]. | ||
== Gebäudeheizwärme == | == Gebäudeheizwärme == | ||
{{Anker|gebaeudeheizwaerme|gebaeude}} | {{Anker|gebaeudeheizwaerme|gebaeude}} | ||
Die Gebäude des Projekts ordnen Sie im Dialog ''Eingabe der Gebäudedaten'' zu – | Die Gebäude des Projekts ordnen Sie im Dialog ''Eingabe der Gebäudedaten'' zu – auf der Startseite im Reiter ''Wärmebedarf'' oder im Assistenten beim Schritt der Gebäude: | ||
# Im Bereich ''Katalog (DB)'' ein Gebäude wählen | # Im Bereich ''Katalog (DB)'' ein Gebäude wählen; Suchfeld, Trichter je Spalte und ''Spalten…'' engen die Liste ein. Ein Gebäude lässt sich auch aus einer gbXML- oder IFC-Datei importieren ([[Programm Dokumentation/Gebäudeimport|Gebäudeimport]]). | ||
# ''In das Projekt übernehmen'' legt eine '''Projektkopie''' an | # ''In das Projekt übernehmen'' legt eine '''Projektkopie''' an; ein Katalogsatz mit Zonen bringt seine Zonen mit. | ||
# ''Fläche und Verbrauch…'' setzt die Bezugsgröße – | # ''Fläche und Verbrauch…'' setzt die Bezugsgröße – die Nutzfläche in Quadratmetern oder ein Verbrauch (siehe unten). | ||
# Wo die Kopie vom Katalog abweichen soll, öffnet ''Bearbeiten…'' | # Wo die Kopie vom Katalog abweichen soll, öffnet ''Bearbeiten…'' den Gebäudeeditor mit Hülle, Konditionierung und Zonen. | ||
# ''Simulation…'' rechnet den Wärmebedarf des markierten Gebäudes zur Kontrolle; ''OK'' speichert die Liste. | # ''Simulation…'' rechnet den Wärmebedarf des markierten Gebäudes zur Kontrolle; ''OK'' speichert die Liste. | ||
Die | Die Dialoge beschreibt [[Programm Dokumentation/Gebäude|Programm-Dokumentation: Gebäude]]; den Katalog pflegen Sie über {{Menü|Administration|Gebäude|Bearbeiten}}. | ||
=== Bedarf aus Verbrauchsdaten === | === Bedarf aus Verbrauchsdaten === | ||
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Liegen statt Flächen Verbrauchsdaten vor, geben Sie diese direkt an | Liegen statt Flächen Verbrauchsdaten vor, geben Sie diese direkt an – Öl in Litern, Gas in Kubikmetern oder Megawattstunden, sonstigen Brennstoff in Megawattstunden je Jahr – samt dem Jahresnutzungsgrad der bestehenden Anlage. EPOS-Plan rechnet den Verbrauch damit in Nutzwärme um und skaliert das Gebäudemodell auf diesen Bedarf; der Jahresgang ist so an die reale Abrechnung gebunden. | ||
'''Beispiel.''' 30 MWh Gas im Jahr bei einem Jahresnutzungsgrad von 0,85: 25,5 MWh Nutzwärme, auf die das Programm den gerechneten Jahresgang des Gebäudes skaliert. | |||
=== Kenngrößen des Gebäudetyps === | === Kenngrößen des Gebäudetyps === | ||
{{Anker|kenngroessen-des-gebaeudetyps|gebaeudetyp}} | {{Anker|kenngroessen-des-gebaeudetyps|gebaeudetyp}} | ||
Die | Die Kenngrößen eines Gebäudes stehen im Bereich ''Hülle, Zonen & Bauteile'' des Katalog- und Gebäudeeditors: Nutzfläche, Baualtersklasse und Energiestandard, Raumhöhe und interne Gewinne, Flächen und U-Werte der Bauteile (die Bodenplatte am Erdreich nach DIN EN ISO 13370), Fenster je Himmelsrichtung mit Durchlassgrad, Wärmebrücken, Luftwechsel und die Bauart leicht, schwer oder sehr schwer ([[Programm Dokumentation/Gebäude#gebaeude-und-huelle|Gebäude: Felder des Gebäudes und der Hülle]]). Statt der U-Wert-Gruppen kann das Gebäude aus Zonen mit einzelnen Bauteilen und Schichtaufbau bestehen ([[Programm Dokumentation/Mehrzonenmodell|Mehrzonenmodell]]). | ||
Der | Der Bereich ''Nutzung & Konditionierung'' führt, wann und worauf geheizt, gekühlt und gelüftet wird: eine Vorgabe-Matrix der Größen Heizen, Kühlen, Lüftung, Geräte und Personen für Nennwert, Tag, Nacht, Wochenende, Ferien und Saison, je Größe mit Kalender, Wochenprofilen und Ferien. Vorlagen und [[Programm Dokumentation/Nutzungsprofile|Nutzungsprofile]] lassen sich übernehmen und sind danach eine Kopie am Gebäude ([[Programm Dokumentation/Gebäude#konditionierung|Gebäude: Konditionierung]]). | ||
=== Berechnung des | === Berechnung: Jahresgang des Gebäudes === | ||
{{Anker|berechnung-des-jahresgangs|jahresgang|tagesverteilung}} | {{Anker|berechnung-des-jahresgangs|jahresgang|tagesverteilung|berechnung-jahresgang}} | ||
Aus diesen Angaben rechnet das Gebäudemodell nach VDI 6007 den Heizwärmebedarf Stunde für Stunde | Aus diesen Angaben rechnet das Gebäudemodell nach VDI 6007 den Heizwärmebedarf Stunde für Stunde – mit Speichermasse, Sonneneinstrahlung je Himmelsrichtung, inneren Gewinnen und dem Sollwertfahrplan – und liefert zugleich Raumtemperatur und Kältebedarf. Wählbar bleibt je Gebäude die ''Tagesbilanz'': Sie bilanziert jeden der 365 Tage zur Tagesheizlast und legt sie über eine typabhängige 24-Stunden-Kurve auf Stunden um ([[Programm Dokumentation/Gebäudemodell VDI 6007|Gebäudemodell VDI 6007]]). | ||
[[Datei:Waerme_und_Kaeltebedarf_Jahresgang.svg|mini|zentriert|800px|Wärme- und Kältebedarf eines Bürogebäudes im Jahresgang mit Heiz- und Kühltagen; hell die gesperrte Gegenseite. Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.]] | [[Datei:Waerme_und_Kaeltebedarf_Jahresgang.svg|mini|zentriert|800px|Wärme- und Kältebedarf eines Bürogebäudes im Jahresgang mit Heiz- und Kühltagen; hell die gesperrte Gegenseite. Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.]] | ||
Eine Zone wird an einem Tag geheizt oder gekühlt, nie beides: Sind beide Seiten frei, entscheiden die Tagessummen, die Gegenseite ist gesperrt (helle Flächen); die Tagesart bestimmt auch, ob eine reversible Wärmepumpe heizt oder kühlt ([[Programm Dokumentation/Kühlung#tagesbetriebsart|Heizen oder Kühlen je Tag und Zone]]). | |||
'''Beispiel.''' Bürogebäude 1 braucht 120 MWh Heizwärme und 40 MWh Kälte im Jahr. Gekühlt wird an rund 80 Werktagen | '''Beispiel.''' Bürogebäude 1 braucht 120 MWh Heizwärme und 40 MWh Kälte im Jahr. Gekühlt wird an rund 80 Werktagen von Mai bis September, am meisten im Juli mit knapp 13 MWh; die höchste Tagessumme liegt bei gut 900 kWh Kälte, im Januar bei rund 800 kWh Wärme. Gesperrt bleiben übers Jahr rund 2 MWh Wärme und 3 MWh Kälte; der Kältebedarf ist sensible Kälte ohne Entfeuchtung. | ||
Das Ergebnis ist ein durchgängiger Jahresgang der Heizleistung | Das Ergebnis ist ein durchgängiger Jahresgang der Heizleistung mit maximaler Wärmelast und Jahresdauerlinie; ''Simulation…'' im Gebäudedialog zeigt ihn je Gebäude samt Kennzahlen und Raumtemperatur. | ||
== Warmwasser und Prozesswärme == | == Warmwasser und Prozesswärme == | ||
{{Anker|warmwasser-und-prozesswaerme|warmwasser|prozesswaerme}} | {{Anker|warmwasser-und-prozesswaerme|warmwasser|prozesswaerme}} | ||
Warmwasser und Prozesswärme werden nach demselben Muster erfasst: Sie wählen einen Typ aus dem Katalog | Warmwasser und Prozesswärme werden nach demselben Muster erfasst: Sie wählen einen Typ aus dem Katalog und geben den Jahresverbrauch an; hinterlegte Monatsanteile und ein Wochenprofil mit 168 Stundenwerten verteilen ihn über das Jahr. Für jedes Temperaturniveau und jeden Prozess legen Sie einen eigenen Eintrag an, wahlweise mit Vorlauf und Rücklauf; der Katalog liefert acht typische Betriebsweisen als Vorlage. Je Zuordnung ersetzt ein [[Programm Dokumentation/Betriebskalender|Betriebskalender]] das Wochenprofil an Feiertagen und in Betriebsferien. | ||
'''Beispiel.''' Ein Prozess mit 100 MWh im Jahr und 10 % Monatsanteil im Januar legt 10 MWh in diesen Monat; das Wochenprofil verteilt sie auf die 168 Stunden jeder Woche, an einem Feiertag des Betriebskalenders gilt der Feiertagsgang. | |||
=== Dialoge Warmwasser und Prozesswärme === | === Dialoge Warmwasser und Prozesswärme === | ||
{{Anker|dialog-bedarfsprofile|bedarfsprofile}} | {{Anker|dialog-bedarfsprofile|bedarfsprofile}} | ||
Oben steht die Liste ''Im Projekt'' mit der Jahressumme aller Zuordnungen, darunter der ''Katalog (DB)'', unten die Zeile ''gewählter Satz''. | |||
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| ''In das Projekt übernehmen'' (Doppelklick, Enter) || nimmt die angekreuzten Katalogsätze auf und legt die Projektkopie an; ''Aus dem Projekt entfernen'' wirkt auf die Auswahl | |||
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| ''Rechenweg Brauchwasser'' || wählt beim Warmwasser zwischen den Bestandsprofilen und dem Zapfprofil | |||
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Statt der Bestandsprofile | Statt der Bestandsprofile erzeugt der Zapfprofilgenerator den Brauchwasserbedarf aus Nutzungszonen des Gebäudes – mit Zirkulation als eigener Teilreihe, stochastischer Jahresreihe und Speicherauslegung ([[Programm Dokumentation/Brauchwasser-Zapfprofil|Brauchwasser-Zapfprofil]]). Auswahl, Mehrfachwahl, Schloss und Löschen im Einzelnen: [[Programm Dokumentation/Wärmebedarf#dialog-bedarfsprofile|Wärmebedarf: Listen und Knopfleiste]]. | ||
{{Tipp|Ein zu niedrig angesetzter Warmwasserbedarf lässt den Sommerbetrieb zu günstig aussehen; bei Zirkulation sind die Verluste mitzurechnen.}} | {{Tipp|Ein zu niedrig angesetzter Warmwasserbedarf lässt den Sommerbetrieb zu günstig aussehen; bei Zirkulation sind die Verluste mitzurechnen.}} | ||
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{{Anker|externer-lastgang-und-netzverluste|lastgang|netzverluste}} | {{Anker|externer-lastgang-und-netzverluste|lastgang|netzverluste}} | ||
Ein | Ein vorliegender Wärmelastgang wird als Stundenreihe eingelesen und zum berechneten Bedarf addiert; den Katalog der Lastgänge führt {{Menü|Administration|Wärme- und Kälteerzeugung|Profile & Lastgänge|Wärmebedarf Lastgang}}. Der Dialog ''Wärmebedarf extern'' zeigt oben die Lastgänge im Projekt, darunter den Katalog; in der Kopfleiste der Projektliste wählen Sie je Zeile den Kanal – Heizung, Brauchwasser, Prozesswärme oder Kühlung. Ein Lastgang im Kanal Kühlung ist Kälte und wirkt nur, wenn das Projekt Kühlung rechnet. | ||
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| ''In das Projekt übernehmen'', ''Aus dem Projekt entfernen'' || übernehmen angekreuzte Katalogsätze in einem Zug bzw. entfernen angekreuzte Projektzeilen | |||
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| ''Bearbeiten…'', Stift der Zeile || zeigt die Ganglinie eines Projektsatzes oder gesperrten Katalogsatzes zur Ansicht; beim ungesperrten Katalogsatz öffnet es die Verwaltung | |||
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| ''Import'', ''Speichern unter…'' || lesen die Ganglinie des gewählten Satzes ein bzw. schreiben sie als Datei; das Format nennt der Infoknopf im Kopf des Katalogs | |||
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| ''Neu…'' || legt einen Katalogsatz aus einer Datei an | |||
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| Zeile ''Gewählter Satz'' || zeigt aufgeklappt Jahresarbeit, Spitzenlast, Vollbenutzungsstunden und die Jahresganglinie; ''Vergrößern'' zeigt sie über dem ganzen Dialog | |||
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Netzverluste tragen Sie | Vergleichen, Schloss und Löschen im Einzelnen: [[Programm Dokumentation/Wärmebedarf#dialog-extern|Wärmebedarf: Dialog Wärmebedarf Extern]]. Netzverluste tragen Sie im Bereich ''Netze'' der Simulationskonfiguration ein – ein Wert für alle Bedarfsarten oder je Bedarfsart in Prozent des Jahresbedarfs oder in kWh/a, dazu die Zirkulation des Brauchwassers ([[Programm Dokumentation/Simulation#netzverluste|Simulation: Netzverluste]]). | ||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
Aktuelle Version vom 5. November 2026, 20:11 Uhr
Beim Schritt Wärmebedarf erfassen entsteht der Bedarf aus bis zu vier Anteilen, die getrennt erfasst und stundenweise addiert werden: Gebäudeheizwärme, Warmwasser, Prozesswärme und – falls vorhanden – ein eingelesener Lastgang. Netzverluste kommen in der Simulationskonfiguration hinzu. Die Dialoge im Einzelnen beschreibt Programm-Dokumentation: Wärmebedarf.
Gebäudeheizwärme
Die Gebäude des Projekts ordnen Sie im Dialog Eingabe der Gebäudedaten zu – auf der Startseite im Reiter Wärmebedarf oder im Assistenten beim Schritt der Gebäude:
- Im Bereich Katalog (DB) ein Gebäude wählen; Suchfeld, Trichter je Spalte und Spalten… engen die Liste ein. Ein Gebäude lässt sich auch aus einer gbXML- oder IFC-Datei importieren (Gebäudeimport).
- In das Projekt übernehmen legt eine Projektkopie an; ein Katalogsatz mit Zonen bringt seine Zonen mit.
- Fläche und Verbrauch… setzt die Bezugsgröße – die Nutzfläche in Quadratmetern oder ein Verbrauch (siehe unten).
- Wo die Kopie vom Katalog abweichen soll, öffnet Bearbeiten… den Gebäudeeditor mit Hülle, Konditionierung und Zonen.
- Simulation… rechnet den Wärmebedarf des markierten Gebäudes zur Kontrolle; OK speichert die Liste.
Die Dialoge beschreibt Programm-Dokumentation: Gebäude; den Katalog pflegen Sie über .
Bedarf aus Verbrauchsdaten
Liegen statt Flächen Verbrauchsdaten vor, geben Sie diese direkt an – Öl in Litern, Gas in Kubikmetern oder Megawattstunden, sonstigen Brennstoff in Megawattstunden je Jahr – samt dem Jahresnutzungsgrad der bestehenden Anlage. EPOS-Plan rechnet den Verbrauch damit in Nutzwärme um und skaliert das Gebäudemodell auf diesen Bedarf; der Jahresgang ist so an die reale Abrechnung gebunden.
Beispiel. 30 MWh Gas im Jahr bei einem Jahresnutzungsgrad von 0,85: 25,5 MWh Nutzwärme, auf die das Programm den gerechneten Jahresgang des Gebäudes skaliert.
Kenngrößen des Gebäudetyps
Die Kenngrößen eines Gebäudes stehen im Bereich Hülle, Zonen & Bauteile des Katalog- und Gebäudeeditors: Nutzfläche, Baualtersklasse und Energiestandard, Raumhöhe und interne Gewinne, Flächen und U-Werte der Bauteile (die Bodenplatte am Erdreich nach DIN EN ISO 13370), Fenster je Himmelsrichtung mit Durchlassgrad, Wärmebrücken, Luftwechsel und die Bauart leicht, schwer oder sehr schwer (Gebäude: Felder des Gebäudes und der Hülle). Statt der U-Wert-Gruppen kann das Gebäude aus Zonen mit einzelnen Bauteilen und Schichtaufbau bestehen (Mehrzonenmodell).
Der Bereich Nutzung & Konditionierung führt, wann und worauf geheizt, gekühlt und gelüftet wird: eine Vorgabe-Matrix der Größen Heizen, Kühlen, Lüftung, Geräte und Personen für Nennwert, Tag, Nacht, Wochenende, Ferien und Saison, je Größe mit Kalender, Wochenprofilen und Ferien. Vorlagen und Nutzungsprofile lassen sich übernehmen und sind danach eine Kopie am Gebäude (Gebäude: Konditionierung).
Berechnung: Jahresgang des Gebäudes
Aus diesen Angaben rechnet das Gebäudemodell nach VDI 6007 den Heizwärmebedarf Stunde für Stunde – mit Speichermasse, Sonneneinstrahlung je Himmelsrichtung, inneren Gewinnen und dem Sollwertfahrplan – und liefert zugleich Raumtemperatur und Kältebedarf. Wählbar bleibt je Gebäude die Tagesbilanz: Sie bilanziert jeden der 365 Tage zur Tagesheizlast und legt sie über eine typabhängige 24-Stunden-Kurve auf Stunden um (Gebäudemodell VDI 6007).
Eine Zone wird an einem Tag geheizt oder gekühlt, nie beides: Sind beide Seiten frei, entscheiden die Tagessummen, die Gegenseite ist gesperrt (helle Flächen); die Tagesart bestimmt auch, ob eine reversible Wärmepumpe heizt oder kühlt (Heizen oder Kühlen je Tag und Zone).
Beispiel. Bürogebäude 1 braucht 120 MWh Heizwärme und 40 MWh Kälte im Jahr. Gekühlt wird an rund 80 Werktagen von Mai bis September, am meisten im Juli mit knapp 13 MWh; die höchste Tagessumme liegt bei gut 900 kWh Kälte, im Januar bei rund 800 kWh Wärme. Gesperrt bleiben übers Jahr rund 2 MWh Wärme und 3 MWh Kälte; der Kältebedarf ist sensible Kälte ohne Entfeuchtung.
Das Ergebnis ist ein durchgängiger Jahresgang der Heizleistung mit maximaler Wärmelast und Jahresdauerlinie; Simulation… im Gebäudedialog zeigt ihn je Gebäude samt Kennzahlen und Raumtemperatur.
Warmwasser und Prozesswärme
Warmwasser und Prozesswärme werden nach demselben Muster erfasst: Sie wählen einen Typ aus dem Katalog und geben den Jahresverbrauch an; hinterlegte Monatsanteile und ein Wochenprofil mit 168 Stundenwerten verteilen ihn über das Jahr. Für jedes Temperaturniveau und jeden Prozess legen Sie einen eigenen Eintrag an, wahlweise mit Vorlauf und Rücklauf; der Katalog liefert acht typische Betriebsweisen als Vorlage. Je Zuordnung ersetzt ein Betriebskalender das Wochenprofil an Feiertagen und in Betriebsferien.
Beispiel. Ein Prozess mit 100 MWh im Jahr und 10 % Monatsanteil im Januar legt 10 MWh in diesen Monat; das Wochenprofil verteilt sie auf die 168 Stunden jeder Woche, an einem Feiertag des Betriebskalenders gilt der Feiertagsgang.
Dialoge Warmwasser und Prozesswärme
Oben steht die Liste Im Projekt mit der Jahressumme aller Zuordnungen, darunter der Katalog (DB), unten die Zeile gewählter Satz.
| Element | Was es tut |
|---|---|
| In das Projekt übernehmen (Doppelklick, Enter) | nimmt die angekreuzten Katalogsätze auf und legt die Projektkopie an; Aus dem Projekt entfernen wirkt auf die Auswahl |
| Bearbeiten…, Stift der Zeile | öffnet den Projektsatz über dem Dialog: Jahresverbrauch, bei der Prozesswärme das Temperaturniveau, dazu der Betriebskalender; beim Katalogsatz den Katalogeditor |
| Simulation… | rechnet den Bedarf mit dem Stand des Dialogs und zeigt Kennzahlen, Monate und Grafik |
| Knopfleiste am gewählten Satz | Vergleichen…, Schloss setzen…, Löschen, Typ ändern… (die Wochenprofile der Typen), Neu… |
| Rechenweg Brauchwasser | wählt beim Warmwasser zwischen den Bestandsprofilen und dem Zapfprofil |
Statt der Bestandsprofile erzeugt der Zapfprofilgenerator den Brauchwasserbedarf aus Nutzungszonen des Gebäudes – mit Zirkulation als eigener Teilreihe, stochastischer Jahresreihe und Speicherauslegung (Brauchwasser-Zapfprofil). Auswahl, Mehrfachwahl, Schloss und Löschen im Einzelnen: Wärmebedarf: Listen und Knopfleiste.
Ein zu niedrig angesetzter Warmwasserbedarf lässt den Sommerbetrieb zu günstig aussehen; bei Zirkulation sind die Verluste mitzurechnen.
Externer Lastgang und Netzverluste
Ein vorliegender Wärmelastgang wird als Stundenreihe eingelesen und zum berechneten Bedarf addiert; den Katalog der Lastgänge führt . Der Dialog Wärmebedarf extern zeigt oben die Lastgänge im Projekt, darunter den Katalog; in der Kopfleiste der Projektliste wählen Sie je Zeile den Kanal – Heizung, Brauchwasser, Prozesswärme oder Kühlung. Ein Lastgang im Kanal Kühlung ist Kälte und wirkt nur, wenn das Projekt Kühlung rechnet.
| Element | Was es tut |
|---|---|
| In das Projekt übernehmen, Aus dem Projekt entfernen | übernehmen angekreuzte Katalogsätze in einem Zug bzw. entfernen angekreuzte Projektzeilen |
| Bearbeiten…, Stift der Zeile | zeigt die Ganglinie eines Projektsatzes oder gesperrten Katalogsatzes zur Ansicht; beim ungesperrten Katalogsatz öffnet es die Verwaltung |
| Import, Speichern unter… | lesen die Ganglinie des gewählten Satzes ein bzw. schreiben sie als Datei; das Format nennt der Infoknopf im Kopf des Katalogs |
| Neu… | legt einen Katalogsatz aus einer Datei an |
| Zeile Gewählter Satz | zeigt aufgeklappt Jahresarbeit, Spitzenlast, Vollbenutzungsstunden und die Jahresganglinie; Vergrößern zeigt sie über dem ganzen Dialog |
Vergleichen, Schloss und Löschen im Einzelnen: Wärmebedarf: Dialog Wärmebedarf Extern. Netzverluste tragen Sie im Bereich Netze der Simulationskonfiguration ein – ein Wert für alle Bedarfsarten oder je Bedarfsart in Prozent des Jahresbedarfs oder in kWh/a, dazu die Zirkulation des Brauchwassers (Simulation: Netzverluste).
Siehe auch
- Gebäude und Gebäudetypen – Katalog, Projektzuordnung und Tagesverteilungskurven
- Grundlagen/Wärmebedarfsrechnung – das Rechenverfahren im Einzelnen
- Industrie und Gewerbe – Prozesswärme, Schichtprofile und Nichtwohngebäude
- Programm-Dokumentation: Wärmebedarf – die Dialoge der vier Anteile
- Programm-Dokumentation: Gebäude – Katalog, Projektkopie, Hülle und Zonen, Konditionierung
- Berechnung: Wärmebedarf – der Rechenweg mit Formeln