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Grundlagen/Photovoltaik: Unterschied zwischen den Versionen

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Sonnenlicht löst in der Solarzelle einen Stromfluss aus; mehrere Zellen bilden ein Modul, mehrere Module einen Strang, mehrere Stränge ein Modulfeld. Der Ertrag folgt der Einstrahlung auf die geneigte Modulebene: {{Anker|ausrichtung-neigung-und-teilfelder}}Ausrichtung (Azimut) und Neigung bestimmen, zu welcher Tages- und Jahreszeit die Erträge anfallen. Eine Südausrichtung mit 30 bis 35 Grad Neigung liefert die höchste Jahressumme; eine Ost-West-Teilung verbreitert das Erzeugungsfenster auf Vormittag und Nachmittag. Flächen unterschiedlicher Ausrichtung lassen sich als getrennte Teilfelder rechnen. Mit steigender Zelltemperatur sinkt der Wirkungsgrad, üblich sind 0,3 bis 0,4 Prozent je Kelvin über der Referenztemperatur – heiße Sommertage liefern deshalb unterproportional viel. Der '''Wechselrichter''' wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom; sein Teillastverhalten und seine Grenzleistung mindern den nutzbaren Ertrag zusätzlich (Einzelheiten: [[Grundlagen/Wechselrichter|Wechselrichter]]).
Sonnenlicht löst in der Solarzelle einen Stromfluss aus; mehrere Zellen bilden ein Modul, mehrere Module einen Strang, mehrere Stränge ein Modulfeld. Der Ertrag folgt der Einstrahlung auf die geneigte Modulebene: {{Anker|ausrichtung-neigung-und-teilfelder}}Ausrichtung (Azimut) und Neigung bestimmen, zu welcher Tages- und Jahreszeit die Erträge anfallen. Eine Südausrichtung mit 30 bis 35 Grad Neigung liefert die höchste Jahressumme; eine Ost-West-Teilung verbreitert das Erzeugungsfenster auf Vormittag und Nachmittag. Flächen unterschiedlicher Ausrichtung lassen sich als getrennte Teilfelder rechnen. Mit steigender Zelltemperatur sinkt der Wirkungsgrad, üblich sind 0,3 bis 0,4 Prozent je Kelvin über der Referenztemperatur – heiße Sommertage liefern deshalb unterproportional viel. Der '''Wechselrichter''' wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom; sein Teillastverhalten und seine Grenzleistung mindern den nutzbaren Ertrag zusätzlich (Einzelheiten: [[Grundlagen/Wechselrichter|Wechselrichter]]).
[[Datei:PV_Anlage_Prinzip_Bilanz.svg|mini|zentriert|800px|Photovoltaik vom Modulfeld über den Wechselrichter zur Bilanz am Netzanschluss: Direktverbrauch, Stromspeicher und Einspeisung im Jahr. Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.]]
Am Netzanschluss zeigt sich, was aus dem Strom wird. EPOS-Plan rechnet diese Bilanz je Viertelstunde: Die Erzeugung deckt zuerst den Strombedarf derselben Viertelstunde, der Überschuss lädt den Stromspeicher, der Rest geht ins Netz – mit einer Einspeisegrenze nur bis zu ihr, darüber wird abgeregelt. Fehlt Strom, entlädt der Speicher, den Rest liefert das Netz.
'''Beispiel.''' Ein Mehrfamilienhaus mit 30 kWp auf dem Süddach erzeugt rund 28,5 MWh im Jahr. Davon nutzt es 16,9 MWh direkt und lädt 3,5 MWh in den Stromspeicher; 8,2 MWh gehen ins Netz. Die Eigenverbrauchsquote beträgt damit (16,9 + 3,5) / 28,5 ≈ 72 %.


== Kennzahlen ==
== Kennzahlen ==
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Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad laufen gegenläufig: Eine größere Anlage steigert die Autarkie, senkt aber die Eigenverbrauchsquote, weil ein wachsender Anteil des Ertrags über den Mittagsbedarf hinausgeht.
Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad laufen gegenläufig: Eine größere Anlage steigert die Autarkie, senkt aber die Eigenverbrauchsquote, weil ein wachsender Anteil des Ertrags über den Mittagsbedarf hinausgeht.
[[Datei:PV_Ergebnis_Monatsbilanz.svg|mini|zentriert|800px|Erzeugung, Eigenverbrauch, Einspeisung und Netzbezug je Monat mit Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad; Ergebnis eines Referenzprojekts, Werte gerundet.]]
Ein Jahreslauf zeigt beide Quoten je Monat: Im Sommer erzeugt die Anlage am meisten, die Eigenverbrauchsquote sinkt, weil der Überschuss wächst, während der Autarkiegrad steigt; im Winter wird fast alles selbst verbraucht, deckt aber nur einen kleinen Teil des Bedarfs.
'''Beispiel.''' Eine Anlage mit rund 20 kWp erzeugt im Jahr 21,3 MWh. Das Projekt verbraucht davon 14,0 MWh selbst – eine Eigenverbrauchsquote von 66 % – und speist 7,3 MWh ein. Weil sein Strombedarf mit Elektrokessel und zwei Ladegruppen bei 88,9 MWh liegt, beträgt der Autarkiegrad nur 16 %: im Juli 71 %, im Dezember 3 %.


== Typische Größen ==
== Typische Größen ==

Aktuelle Version vom 30. Oktober 2026, 02:28 Uhr

Photovoltaik wandelt Sonneneinstrahlung unmittelbar in elektrischen Strom, ohne bewegte Teile und ohne Verbrennung. Wirtschaftlich entscheidend ist dabei weniger die Jahressumme des Ertrags als die Gleichzeitigkeit: wie viel des erzeugten Stroms im selben Augenblick im Objekt genutzt wird.

Funktionsprinzip

Sonnenlicht löst in der Solarzelle einen Stromfluss aus; mehrere Zellen bilden ein Modul, mehrere Module einen Strang, mehrere Stränge ein Modulfeld. Der Ertrag folgt der Einstrahlung auf die geneigte Modulebene: Ausrichtung (Azimut) und Neigung bestimmen, zu welcher Tages- und Jahreszeit die Erträge anfallen. Eine Südausrichtung mit 30 bis 35 Grad Neigung liefert die höchste Jahressumme; eine Ost-West-Teilung verbreitert das Erzeugungsfenster auf Vormittag und Nachmittag. Flächen unterschiedlicher Ausrichtung lassen sich als getrennte Teilfelder rechnen. Mit steigender Zelltemperatur sinkt der Wirkungsgrad, üblich sind 0,3 bis 0,4 Prozent je Kelvin über der Referenztemperatur – heiße Sommertage liefern deshalb unterproportional viel. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom; sein Teillastverhalten und seine Grenzleistung mindern den nutzbaren Ertrag zusätzlich (Einzelheiten: Wechselrichter).

Photovoltaik vom Modulfeld über den Wechselrichter zur Bilanz am Netzanschluss: Direktverbrauch, Stromspeicher und Einspeisung im Jahr. Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.

Am Netzanschluss zeigt sich, was aus dem Strom wird. EPOS-Plan rechnet diese Bilanz je Viertelstunde: Die Erzeugung deckt zuerst den Strombedarf derselben Viertelstunde, der Überschuss lädt den Stromspeicher, der Rest geht ins Netz – mit einer Einspeisegrenze nur bis zu ihr, darüber wird abgeregelt. Fehlt Strom, entlädt der Speicher, den Rest liefert das Netz.

Beispiel. Ein Mehrfamilienhaus mit 30 kWp auf dem Süddach erzeugt rund 28,5 MWh im Jahr. Davon nutzt es 16,9 MWh direkt und lädt 3,5 MWh in den Stromspeicher; 8,2 MWh gehen ins Netz. Die Eigenverbrauchsquote beträgt damit (16,9 + 3,5) / 28,5 ≈ 72 %.

Kennzahlen

Kennzahl Bedeutung Typischer Bereich
Spezifischer Ertrag Jahresertrag je installierter kWp 850–1 050 kWh/kWp (Deutschland)
Performance Ratio Verhältnis realer zu theoretischem Ertrag (Temperatur-, Verschattungs- und Wechselrichterverluste) 0,80–0,90
Eigenverbrauchsquote Anteil der Erzeugung, der direkt oder über den Speicher selbst genutzt wird sinkt mit wachsender Anlage
Autarkiegrad Anteil des Strombedarfs, der aus eigener Erzeugung gedeckt wird steigt mit wachsender Anlage
Temperaturkoeffizient Leistungsverlust je Kelvin über 25 °C Zelltemperatur 0,3–0,4 %/K

Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad laufen gegenläufig: Eine größere Anlage steigert die Autarkie, senkt aber die Eigenverbrauchsquote, weil ein wachsender Anteil des Ertrags über den Mittagsbedarf hinausgeht.

Erzeugung, Eigenverbrauch, Einspeisung und Netzbezug je Monat mit Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad; Ergebnis eines Referenzprojekts, Werte gerundet.

Ein Jahreslauf zeigt beide Quoten je Monat: Im Sommer erzeugt die Anlage am meisten, die Eigenverbrauchsquote sinkt, weil der Überschuss wächst, während der Autarkiegrad steigt; im Winter wird fast alles selbst verbraucht, deckt aber nur einen kleinen Teil des Bedarfs.

Beispiel. Eine Anlage mit rund 20 kWp erzeugt im Jahr 21,3 MWh. Das Projekt verbraucht davon 14,0 MWh selbst – eine Eigenverbrauchsquote von 66 % – und speist 7,3 MWh ein. Weil sein Strombedarf mit Elektrokessel und zwei Ladegruppen bei 88,9 MWh liegt, beträgt der Autarkiegrad nur 16 %: im Juli 71 %, im Dezember 3 %.

Typische Größen

Einsatzfall Anlagengröße Ausrichtung
Einfamilienhaus 8–12 kWp Süd oder Ost-West, ein bis zwei Teilfelder
Mehrfamilienhaus 25–40 kWp häufig mehrere Dachflächen, mehrere Teilfelder
Gewerbe / Hallendach 60–150 kWp und mehr meist Flachdach mit Aufständerung, oft Ost-West

Bei Gewerbeanlagen mit hoher Grundlast lohnt häufig eine Auslegung auf den Eigenverbrauch ohne große Überdimensionierung, weil die Einspeisevergütung deutlich unter dem Bezugspreis liegt.

Einsatz und Grenzen

Photovoltaik passt überall dort, wo eine geeignete Dach- oder Freifläche zur Verfügung steht und ein nennenswerter Tagstrombedarf besteht. Den größten Hebel für mehr Eigenverbrauch bieten oft flexible Verbraucher, die sich in die Mittagsstunden verschieben lassen – etwa eine Wärmepumpe mit Pufferspeicher als thermischem Puffer – vor einer größeren Batterie. Grenzen setzen Verschattung durch Nachbargebäude oder Bäume, Dachstatik und -ausrichtung sowie, bei sehr kleinem Tagstrombedarf, ein rasch sinkender Grenznutzen zusätzlicher Module.

Zwei Modulfelder an zwei MPP-Trackern, Hausnetz mit Haushalt und Wärmepumpe, AC-gekoppelter Stromspeicher und Netzanschluss; Nebenskizze DC-Kopplung. Prinzipbild.

In EPOS-Plan

Im Projekt legt die Kachel Photovoltaik der Startseite die Anlage im Dialog „Verwaltung Photovoltaik Module“ an; den Modulkatalog pflegt man unter Administration → Energiesysteme → Photovoltaik → PV Module. Statt der Module kann das Projekt auch eine importierte PV-Ganglinie rechnen, etwa eine gemessene Einspeisung; sie wird im Katalog unter Administration → Profile & Lastgänge → PV-Ganglinie gepflegt. Wie die Anlage im Einzelnen eingebunden und konfiguriert wird, ein Beispiel, das Zusammenspiel mit anderen Techniken und die Fallstricke stehen auf der Anwendungsseite: Einbindung, Beispiel, Zusammenspiel, Fallstricke. Für den Wechselrichter gilt die eigene Seite Wechselrichter.

Siehe auch