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Programm Dokumentation/Berechnung/BHKW: Unterschied zwischen den Versionen

Aus wiki.epos-plan.de
Redaktion
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
Zeile 1: Zeile 1:
<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: BHKW | Stand: 2026-09-06 | Rechenkern:
<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: BHKW | Stand: 2026-09-06 (Fassung 2: Formelzeichen und Notation) | Rechenkern:
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationBHKW.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationControl.cs
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationBHKW.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationControl.cs
     (BHKW_Liste_Laden, Betriebsart), EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/Ladeordnung.cs,
     (BHKW_Liste_Laden, Betriebsart, Protokollmeldungen), EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/Ladeordnung.cs,
     EPOS.Kern/Allgemein/Katalog/ParameterVerwendung.cs (Spaltenverwendung, Befund W14a-E-8-B3) -->
     EPOS.Kern/Allgemein/Katalog/ParameterVerwendung.cs (Spaltenverwendung, Befund W14a-E-8-B3) -->


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|-
|-
| Ladepriorität || 1…99 || Simulationskonfiguration; Vorgabe 30 für das BHKW
| Ladepriorität || 1…99 || Simulationskonfiguration; Vorgabe 30 für das BHKW
|}
== Formelzeichen und Parameter ==
Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: ''t'' ist die Stunde des Jahres (1…8&nbsp;760), ''P''
eine Leistung, ''Q'' eine Wärmemenge, ''E'' eine Strommenge, ''η'' ein Wirkungsgrad, ''ϑ'' eine
Temperatur in Grad Celsius. Weil eine Stunde lang ist, sind Leistung und Energie hier zahlengleich.
Der Index ''th'' steht für thermisch, ''el'' für elektrisch.
=== Parameter ===
Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! Herkunft
|-
| P<sub>th</sub> || thermische Nennleistung des Moduls || kW || BHKW-Katalog, Feld „P thermisch"
|-
| P<sub>el</sub> || elektrische Nennleistung des Moduls || kW || BHKW-Katalog, Feld „P elektrisch"
|-
| η || Gesamtwirkungsgrad, elektrisch und thermisch zusammen || — || BHKW-Katalog, Feld „Wirkungsgrad"
|-
| x<sub>Kat</sub> || Grenzleistung des Geräts (kleinste zulässige Teillast) || % || BHKW-Katalog, Feld „Grenzleistung"
|-
| x<sub>Proj</sub> || projektweite Leistungsuntergrenze || % || Simulationskonfiguration, Feld „Grenzleistung" der Projektzeile
|-
| x<sub>0</sub> || Modulationsgrenze, wenn keine der beiden gepflegt ist || — || '''Vorgabe: 0,30''' (30&nbsp;%)
|-
| ID<sub>B</sub> || Kennung des Brennstoffs || — || BHKW-Katalog; im Projekt über „Brennstoff Variante" änderbar
|-
| f<sub>E</sub> || Emissionsfaktor je Schadstoff (CO₂, SO₂, NO<sub>x</sub>, CO, Staub) || g/MWh || '''BHKW-Katalog''' — die Gerätewerte, nicht der Energieträgerkatalog
|-
| ϑ<sub>VL</sub>, ϑ<sub>RL</sub> || Vorlauf- und Rücklauftemperatur des Moduls || °C || Dialog „BHKW", Abschnitt „Modul" (Projektzeile); der Katalogsatz ist die Vorbelegung
|-
| r || Ladepriorität des Moduls in der Ladeordnung || — || Simulationskonfiguration; '''Vorgabe: 30''' (Solarthermie 10, Wärmepumpe 20, Heizkessel 40)
|-
| N<sub>max</sub> || größte Zahl Module je Projekt || Stück || '''Konstante: 10'''
|}
=== Variablen ===
Größen, die der Lauf je Stunde oder je Modul bildet.
{| class="wikitable"
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! berechnet in
|-
| t || Stunde des Jahres, 1…8&nbsp;760 || — || Laufindex der Stundenschleife
|-
| SKZ || Stromkennzahl des Moduls || — || (1)
|-
| x<sub>min</sub> || Modulationsgrenze als Faktor (0,5 = 50&nbsp;% Teillast) || — || (2) und (3)
|-
| R<sub>Q</sub>(t) || offener Wärmebedarf der Stunde || kWh || Eingang aus der Kaskade
|-
| S(t) || freier Raum im zugeordneten Pufferspeicher || kWh || Pufferspeicher (Eingang)
|-
| R<sub>E</sub>(t) || Reststrombedarf vor dem Modul || kWh || Strombilanz (Eingang)
|-
| Q(t) || Wärmeproduktion des Moduls in dieser Stunde || kWh || Schritt 2, Fahrweisentabellen
|-
| E(t) || Stromproduktion des Moduls in dieser Stunde || kWh || (4) bzw. (5)
|-
| Q<sub>direkt</sub>(t) || Anteil, der unmittelbar Bedarf deckt || kWh || (6)
|-
| Q<sub>lad</sub>(t) || Anteil, der in einen Pufferspeicher geht || kWh || (6)
|-
| Q<sub>über</sub>(t) || Wärmeüberschuss — verworfene Wärme || kWh || (6)
|-
| R<sub>E</sub>′(t) || Reststrombedarf nach dem Modul; negativ = Stromüberschuss || kWh || (7)
|-
| Q<sub>a</sub> || Wärmeproduktion des Moduls im Jahr || MWh || Jahressumme über Q(t)
|-
| E<sub>a</sub> || Stromproduktion des Moduls im Jahr || MWh || Jahressumme über E(t)
|-
| Q<sub>B,a</sub> || Brennstoffverbrauch des Moduls im Jahr || MWh || (8)
|-
| m<sub>E</sub> || Jahresemission je Schadstoff || kg || (9)
|-
| P<sub>Gas,max</sub> || Gasspitze des Projekts || kW || (10)
|-
| h<sub>th</sub> || thermische Vollbenutzungsstunden des Moduls || h/a || (11)
|-
| h<sub>el</sub> || elektrische Vollbenutzungsstunden des Moduls || h/a || (12)
|-
| h<sub>el,ges</sub> || leistungsgewichtete elektrische Vollbenutzungsstunden der Anlage || h/a || (13)
|}
|}


== Rechenweg ==
== Rechenweg ==


Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''. Höchstens '''zehn''' Module je
Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''. Höchstens N<sub>max</sub> =
Projekt gehen in die Rechnung ein; sie werden in jeder Stunde in ihrer Listenreihenfolge
'''zehn''' Module je Projekt gehen in die Rechnung ein; sie werden in jeder Stunde in ihrer
nacheinander zugeschaltet.
Listenreihenfolge nacheinander zugeschaltet.


=== Schritt 1 — Kennwerte auflösen ===
=== Schritt 1 — Kennwerte auflösen ===
Zeile 62: Zeile 147:
beiden Nennleistungen:
beiden Nennleistungen:


SKZ = P_el / P_therm
: <big>SKZ = P<sub>el</sub> / P<sub>th</sub></big> &nbsp;&nbsp;(1)


Die '''Modulationsgrenze''' ist ein Faktor (0,5 = 50&nbsp;% Teillast). Sie kommt aus dem Katalog,
Die '''Modulationsgrenze''' ist ein Faktor (0,5 = 50&nbsp;% Teillast). Sie kommt aus dem Katalog,
sofern dort ein Wert steht; sonst gilt die projektweite Leistungsuntergrenze. Beide Werte werden als
sofern dort ein Wert steht; sonst gilt die projektweite Leistungsuntergrenze. Beide Werte werden als
'''Prozentangaben''' gepflegt und durch 100 geteilt. Ist die projektweite Untergrenze nicht gepflegt,
'''Prozentangaben''' gepflegt und durch 100 geteilt:
gilt der Rückfall '''30&nbsp;%'''.
 
: <big>x<sub>min</sub> = x<sub>Kat</sub> / 100 &nbsp;für x<sub>Kat</sub> > 0 , &nbsp;sonst x<sub>min</sub> = x<sub>Proj</sub> / 100</big> &nbsp;&nbsp;(2)
 
: <big>x<sub>Proj</sub> = 0 &nbsp;→&nbsp; x<sub>min</sub> = x<sub>0</sub> = 0,30</big> &nbsp;&nbsp;(3)


=== Schritt 2 — Die drei Fahrweisen ===
=== Schritt 2 — Die drei Fahrweisen ===


Je Stunde steht ein '''Wärmeraum''' zur Verfügung: der offene Momentanbedarf plus der freie Raum im
Je Stunde steht ein '''Wärmeraum''' R<sub>Q</sub>(t) + S(t) zur Verfügung: der offene
zugeordneten Pufferspeicher. Der Speicher wird dabei als Spiegel geführt — sein Zuwachs ist die zu
Momentanbedarf plus der freie Raum im zugeordneten Pufferspeicher. Der Speicher wird dabei als
ladende Menge, der Rückgang des Restbedarfs die Direktdeckung.
Spiegel geführt — sein Zuwachs ist die zu ladende Menge, der Rückgang des Restbedarfs die
Direktdeckung.


'''Wärmegeführt (Standard).''' Je Modul, in Listenreihenfolge:
'''Wärmegeführt (Standard).''' Je Modul, in Listenreihenfolge:


passt P_therm ganz in (Restwärme + freier Speicherraum)?
{| class="wikitable"
  ja  →  Volllast: P_therm und P_el werden gebucht, der Überschuss geht in den Speicher
! Bedingung !! Wärme Q(t) !! Strom E(t)
  nein →  passt P_therm · Modulationsgrenze noch hinein?
|-
            ja  →  Teillast: es wird genau (Restwärme + freier Speicherraum) erzeugt,
| P<sub>th</sub> ≤ R<sub>Q</sub>(t) + S(t) || P<sub>th</sub> (Volllast) || P<sub>el</sub>
                    der Strom anteilig:  P_el · (Restwärme + Raum) / P_therm
|-
            nein →  das Modul bleibt aus
| P<sub>th</sub> · x<sub>min</sub> ≤ R<sub>Q</sub>(t) + S(t) < P<sub>th</sub> || R<sub>Q</sub>(t) + S(t) (Teillast) || nach (4)
|-
| R<sub>Q</sub>(t) + S(t) < P<sub>th</sub> · x<sub>min</sub> || 0 — das Modul bleibt aus || 0
|}
 
: <big>E(t) = P<sub>el</sub> · Q(t) / P<sub>th</sub></big> &nbsp;&nbsp;(4)


'''Stromgeführt (Wirtschaftlich).''' Die Module folgen dem '''Strombedarf'''; die Wärme ist
'''Stromgeführt (Wirtschaftlich).''' Die Module folgen dem '''Strombedarf'''; die Wärme ist
Zeile 89: Zeile 183:
Wärmeüberschuss.
Wärmeüberschuss.


P_el < Reststrom?
{| class="wikitable"
  ja  →  Volllast
! Bedingung !! Strom E(t) !! Wärme Q(t)
  nein →  P_el · Modulationsgrenze ≤ Reststrom?
|-
            ja  →  Teillast genau auf den Reststrom, Wärme anteilig
| P<sub>el</sub> < R<sub>E</sub>(t) || P<sub>el</sub> (Volllast) || P<sub>th</sub>
            nein →  das Modul bleibt aus
|-
| P<sub>el</sub> · x<sub>min</sub> ≤ R<sub>E</sub>(t) ≤ P<sub>el</sub> || R<sub>E</sub>(t) (Teillast) || nach (5)
|-
| R<sub>E</sub>(t) < P<sub>el</sub> · x<sub>min</sub> || 0 — das Modul bleibt aus || 0
|}
 
: <big>Q(t) = P<sub>th</sub> · E(t) / P<sub>el</sub></big> &nbsp;&nbsp;(5)


'''Ohne Einspeisung (Zero-Export).''' Zwei Durchläufe über die Module: erst die wärmeseitige
'''Ohne Einspeisung (Zero-Export).''' Zwei Durchläufe über die Module: erst die wärmeseitige
Zuschaltung (dieselben zwei Fälle wie wärmegeführt), dann die stromseitige. In beiden gilt
Zuschaltung (dieselben drei Fälle wie wärmegeführt), dann die stromseitige. In beiden gilt
zusätzlich die Zero-Export-Bedingung: '''Reicht der Strombedarf nicht, bleibt das Modul aus''' —
zusätzlich die Zero-Export-Bedingung: '''Reicht der Strombedarf nicht, bleibt das Modul aus''' —
eingespeist wird nichts. Ein Modul, dessen Teillaststrom noch über dem Reststrombedarf läge, wird
eingespeist wird nichts. Ein Modul, dessen Teillaststrom P<sub>el</sub> · x<sub>min</sub> noch über
also abgeregelt, auch wenn Wärme gebraucht würde.
R<sub>E</sub>(t) läge, wird also abgeregelt, auch wenn Wärme gebraucht würde.


=== Schritt 3 — Wärme unterbringen ===
=== Schritt 3 — Wärme unterbringen ===
Zeile 105: Zeile 205:
Die erzeugte Wärme geht in drei Wege, und jede kWh geht genau einen davon:
Die erzeugte Wärme geht in drei Wege, und jede kWh geht genau einen davon:


Produktion = Direktdeckung + Speicherladung + Überschuss
: <big>Q(t) = Q<sub>direkt</sub>(t) + Q<sub>lad</sub>(t) + Q<sub>über</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(6)


Die '''Direktdeckung''' läuft über die Direktsenken des Moduls, bei der Senkenart „beides" mit
Die '''Direktdeckung''' läuft über die Direktsenken des Moduls, bei der Senkenart „beides" mit
Warmwasservorrang. Ein Modul, dessen Hauptsenke ein '''Puffer''' ist, deckt in dieser Phase
Warmwasservorrang. Ein Modul, dessen Hauptsenke ein '''Puffer''' ist, deckt in dieser Phase
'''nichts''' — es läuft erst in der Ladephase gegen den Bilanzraum des Speichers; sonst wäre
'''nichts''' — es läuft erst in der Ladephase gegen den Bilanzraum des Speichers; sonst wäre
dieselbe kWh zweimal gebucht. Der '''Überschuss''' ist Wärme, die weder gedeckt noch gespeichert
dieselbe kWh zweimal gebucht. Der '''Überschuss''' Q<sub>über</sub> ist Wärme, die weder gedeckt
werden konnte; sie ist verworfen. Die Gleichung wird nach jedem Lauf über die Jahressumme '''und
noch gespeichert werden konnte; sie ist verworfen.
über jede einzelne Stunde''' nachgerechnet.


Mit dem Vorgaberang '''30''' lädt das BHKW nach Solarthermie (10) und Wärmepumpe (20), aber vor dem
Mit dem Vorgaberang r = '''30''' lädt das BHKW nach Solarthermie (10) und Wärmepumpe (20), aber vor
Heizkessel (40).
dem Heizkessel (40).


=== Schritt 4 — Strom ===
=== Schritt 4 — Strom ===


Die Stromproduktion der Stunde mindert den Strombedarf des Projekts. Bleibt danach ein '''negativer'''
Die Stromproduktion der Stunde mindert den Strombedarf des Projekts:
Restbedarf, ist das BHKW-Stromüberschuss: Er wird bewusst nicht auf 0 geklemmt, damit ein
 
Stromspeicher ihn laden kann, wird aber im Photovoltaikzweig getrennt ausgewiesen und '''nicht''' als
: <big>R<sub>E</sub>′(t) = R<sub>E</sub>(t) − E(t)</big> &nbsp;&nbsp;(7)
PV-Einspeisung behandelt.
 
Bleibt R<sub>E</sub>′(t) '''negativ''', ist das BHKW-Stromüberschuss: Er wird bewusst nicht auf 0
geklemmt, damit ein Stromspeicher ihn laden kann, wird aber im Photovoltaikzweig getrennt
ausgewiesen und '''nicht''' als PV-Einspeisung behandelt.


=== Schritt 5 — Verbrauch, Emissionen, Laufzeiten ===
=== Schritt 5 — Verbrauch, Emissionen, Laufzeiten ===
Zeile 128: Zeile 230:
Aus den Jahressummen je Modul:
Aus den Jahressummen je Modul:


Verbrauch [MWh] = (Wärme [MWh] + Strom [MWh]) / Gesamtwirkungsgrad
: <big>Q<sub>B,a</sub> = ( Q<sub>a</sub> + E<sub>a</sub> ) / η</big> &nbsp;&nbsp;(8)


Die Emissionen folgen diesem Verbrauch, mit den Faktoren des '''Geräts''':
Die Emissionen folgen diesem Verbrauch, mit den Faktoren des '''Geräts''':


Emission [kg] = Verbrauch [MWh] · Faktor [g/MWh] / 1000
: <big>m<sub>E</sub> = Q<sub>B,a</sub> · f<sub>E</sub> / 1 000</big> &nbsp;&nbsp;(9)


Der Verbrauch geht auf denselben Satz Brennstoffzähler wie beim Heizkessel (Gas 1…5 und 14, Öl 6…9
Der Verbrauch geht auf denselben Satz Brennstoffzähler wie beim Heizkessel (Gas 1…5 und 14, Öl 6…9
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den Sammelposten). Bei Gasmodulen kommt die '''Gasspitze''' dazu:
den Sammelposten). Bei Gasmodulen kommt die '''Gasspitze''' dazu:


Gasspitze = P_therm · (1 + SKZ) / Gesamtwirkungsgrad
: <big>P<sub>Gas,max</sub> = Σ<sub>Gasmodule</sub> P<sub>th</sub> · (1 + SKZ) / η</big> &nbsp;&nbsp;(10)


Die Laufzeiten sind '''Vollbenutzungsstunden''', keine Betriebsstunden:
Die Laufzeiten sind '''Vollbenutzungsstunden''', keine Betriebsstunden:


Vbh_therm = Wärme [MWh] / P_therm · 1000                            [h/a]
: <big>h<sub>th</sub> = Q<sub>a</sub> / P<sub>th</sub> · 1 000</big> &nbsp;&nbsp;(11)
Vbh_el    = Strom [MWh] / P_el  · 1000                            [h/a]
 
Ein Modul, das ein Jahr lang zur Hälfte moduliert läuft, hat 8&nbsp;760 Betriebsstunden, aber nur
4&nbsp;380 thermische Vollbenutzungsstunden. Die Summe über mehrere Module kann 8&nbsp;760 deshalb
überschreiten. Für die Anlage insgesamt wird die elektrische Kennzahl '''leistungsgewichtet'''
gebildet — Module ohne gepflegte elektrische Nennleistung bleiben in Zähler und Nenner außen vor.


== Grenzen und Annahmen ==
: <big>h<sub>el</sub> = E<sub>a</sub> / P<sub>el</sub> · 1 000</big> &nbsp;&nbsp;(12)


* '''Die Betriebsart gilt für das ganze Projekt.''' Zwei Module mit unterschiedlicher Fahrweise lassen sich nicht abbilden.
Der Faktor 1 000 rechnet die MWh des Zählers auf die kW des Nenners um. Ein Modul, das ein Jahr lang
zur Hälfte moduliert läuft, hat 8&nbsp;760 Betriebsstunden, aber nur 4&nbsp;380 thermische
Vollbenutzungsstunden. Die Summe über mehrere Module kann 8&nbsp;760 deshalb überschreiten. Für die
Anlage insgesamt wird die elektrische Kennzahl '''leistungsgewichtet''' gebildet:


* '''Ein Wirkungsgrad, keine Teillastkennlinie.''' Der Gesamtwirkungsgrad gilt unabhängig von der Auslastung; ein moduliertes Modul rechnet mit demselben Wert wie ein voll laufendes. Auch das Verhältnis von Strom zu Wärme (die Stromkennzahl) bleibt in Teillast unverändert.
: <big>h<sub>el,ges</sub> = ( Σ<sub>Module</sub> E<sub>a</sub> ) / ( Σ<sub>Module</sub> P<sub>el</sub> ) · 1 000</big> &nbsp;&nbsp;(13)


* '''Keine Taktung, keine Mindestlaufzeit, keine Anfahrverluste.''' Ein Modul läuft in einer Stunde:  ganz, moduliert oder gar nicht.
Module ohne gepflegte elektrische Nennleistung bleiben in Zähler und Nenner außen vor.


* '''Keine Bereitschaftsverluste''' im Stillstand — anders als beim Heizkessel gibt es dafür keinen Wert.
== Grenzen und Annahmen ==


* '''Vorlauf und Rücklauf des Katalogs''' rechnen nicht mit — der Lauf nimmt die Werte der
* '''Die Betriebsart gilt für das ganze Projekt.''' Zwei Module mit unterschiedlicher Fahrweise
   Projektzeile.
  lassen sich nicht abbilden.
* '''Ein Wirkungsgrad, keine Teillastkennlinie.''' η gilt unabhängig von der Auslastung; ein
  moduliertes Modul rechnet mit demselben Wert wie ein voll laufendes. Auch die Stromkennzahl SKZ
  bleibt in Teillast unverändert — das ist die Aussage von (4) und (5).
* '''Keine Taktung, keine Mindestlaufzeit, keine Anfahrverluste.''' Ein Modul läuft in einer Stunde
  ganz, moduliert oder gar nicht.
* '''Keine Bereitschaftsverluste''' im Stillstand — anders als beim Heizkessel gibt es dafür keinen
  Katalogwert.
* '''Der Sommerbetrieb des Vorläufers ist entfallen.''' Die alte Fassung trug einen zweiten
  Zuschaltweg für die Tagesstunden 11…21 samt zwei Notschaltungen bei 10 und 20&nbsp;%; er war
  hinter einer Bedingung eingeschlossen, die für jede Stunde des Jahres wahr ist, und damit
  unerreichbar. Sein Entfernen war ergebnisneutral. Ihn zurückzuholen wäre eine fachliche
  Änderung.
* '''`Investition je kW elektrisch` ist eine Dublette ohne Leser''' (Befund W14a‑E‑8‑B3): Der Wert
  wird seit dem 22.08.2026 aus den fünf Einzelposten '''abgeleitet''' und schreibgeschützt
  angezeigt; die Kostenplanung rechnet mit den Posten selbst. Er ist richtig, aber er geht in keine
  Rechnung ein.
* '''Vor- und Rücklauf des Katalogs sind die Vorbelegung:''' Beim Anlegen der Anlage im Projekt
  werden sie aus dem Katalogsatz übernommen und können dort für das Projekt geändert werden.
  Gerechnet wird mit den Werten der Projektzeile (Anlage), nicht mit dem Katalogsatz.
* '''Die Energieprobe ist ein Entwickler-Selbsttest.''' Der Lauf rechnet (6) nach — über die
  Jahressumme mit einer Toleranz von 1&nbsp;kWh und über jede einzelne Stunde mit 0,01&nbsp;kWh.
  Sie prüft die Bilanz des Moduls gegen sich selbst und sagt über die Konfiguration des Anwenders
   nichts; ihre Ausgabe geht deshalb auf die Konsole und nicht ins Simulationsprotokoll.
* '''Höchstens zehn Module''' je Projekt.
* '''Höchstens zehn Module''' je Projekt.
* '''KWKG, Stromsteuer und Energiesteuer''' sind nicht Teil des Laufs. Sie hängen an den hier
  ermittelten Mengen und Vollbenutzungsstunden und werden in der Wirtschaftlichkeit gerechnet.
== Ergebnisse und wo sie stehen ==
== Ergebnisse und wo sie stehen ==


* '''Simulationsergebnis, Reiter „BHKW"''' — je Modul Wärme- und Stromproduktion,Brennstoffverbrauch, thermische und elektrische Vollbenutzungsstunden, Emissionen; dazu die Ganglinien von Wärme-Produktion, Direktdeckung, Speicherladung und Überschuss.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „BHKW"''' — je Modul Wärme- und Stromproduktion,
 
  Brennstoffverbrauch, thermische und elektrische Vollbenutzungsstunden, Emissionen; dazu die
  Ganglinien von Produktion, Direktdeckung, Speicherladung und Überschuss.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — der Deckungsanteil des BHKW an der Jahreswärme.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — der Deckungsanteil des BHKW an der Jahreswärme.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis"''' — der Beitrag zur Stromdeckung und der Stromüberschuss.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis"''' — der Beitrag zur Stromdeckung und der
  Stromüberschuss aus (7).
* '''Simulationsprotokoll''' — Meldungen zu Senken und Ladeaufträgen: der Stromüberschuss des BHKW,
  „BHKW steht zwischen zwei Erzeugern" der Kaskade, die Warnung zur Speicherstufe, „BHKW-Pendelspeicher:
  keine Puffer-Senke am BHKW", eine Senkenzeile ohne Puffer, eine Senke ohne Ladeauftrag (Rang und
  Nachrang), Quelle gleich eigene Senke und die nachgezogene Vorbelegung der Ladepriorität. Die
  Energieprobe des Moduls ist eine Entwicklerausgabe auf der Konsole und steht '''nicht''' im
  Protokoll.
* '''Bericht''' und '''Wirtschaftlichkeit''' — Strommenge, Wärmemenge, Brennstoff und
  Vollbenutzungsstunden sind die Bezugsgrößen der KWK-Rechnung.


* '''Simulationsprotokoll''' — die Energieprobe des Moduls und die Meldungen zu Senken und
  Ladeaufträgen.
* '''Bericht''' und '''Wirtschaftlichkeit''' — Strommenge, Wärmemenge, Brennstoff und Vollbenutzungsstunden sind die Bezugsgrößen der KWK-Rechnung.
== Bezüge ==
== Bezüge ==



Version vom 6. September 2026, 20:29 Uhr


Was berechnet wird

Ein Blockheizkraftwerk erzeugt Wärme und Strom gleichzeitig; welche der beiden Größen die Maschine führt, entscheidet die Betriebsart des Projekts. Der Lauf ermittelt Stunde für Stunde, welche Module laufen und mit welcher Leistung, und bildet daraus die Wärmeproduktion, die Stromproduktion, den Brennstoffverbrauch, die Emissionen und die Vollbenutzungsstunden — thermisch wie elektrisch.

Der erzeugte Strom deckt zuerst den Strombedarf des Projekts; was darüber hinausgeht, ist Stromüberschuss und wird als solcher getrennt weitergereicht — er ist keine Photovoltaikerzeugung und wird nicht wie eine solche vergütet. Die KWK-Zuschläge, die Vergütung des Stroms und die Steuerentlastungen sind Sache der Wirtschaftlichkeit; der Lauf liefert ihr die Mengen und die Betriebsstunden.

Eingangsgrößen

Größe Einheit Herkunft im Programm
Offener Wärmebedarf je Kanal kWh je Stunde Ergebnis der vorgelagerten Kaskadenstufen
Strombedarf kWh je Stunde Strombedarf des Projekts
Betriebsart (wärmegeführt / stromgeführt / ohne Einspeisung) — Simulationskonfiguration; sie gilt für das ganze Projekt, nicht je Modul
Thermische Nennleistung kW BHKW-Katalog, Feld „P thermisch"
Elektrische Nennleistung kW BHKW-Katalog, Feld „P elektrisch"
Gesamtwirkungsgrad (elektrisch + thermisch) — bzw. % BHKW-Katalog, Feld „Wirkungsgrad"
Grenzleistung (Modulationsgrenze) % BHKW-Katalog, Feld „Grenzleistung"; ersatzweise das Feld „Grenzleistung" der Projektzeile im Dialog „BHKW"
Projektweite Leistungsuntergrenze % Simulationskonfiguration; Vorgabe 30 %, wenn nicht gepflegt
Brennstoff (Energieträger) — BHKW-Katalog; im Projekt änderbar über „Brennstoff Variante"
Emissionsfaktoren CO₂, SO₂, NOₓ, CO, Staub g/MWh BHKW-Katalog — beim BHKW zählen die Gerätewerte, anders als beim Heizkessel
Vorlauf, Rücklauf °C Dialog „BHKW", Abschnitt „Modul"
Wärmesenken und Ladeaufträge — Simulationskonfiguration, Karte des BHKW
Ladepriorität 1…99 Simulationskonfiguration; Vorgabe 30 für das BHKW

Formelzeichen und Parameter

Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: t ist die Stunde des Jahres (1…8 760), P eine Leistung, Q eine Wärmemenge, E eine Strommenge, η ein Wirkungsgrad, ϑ eine Temperatur in Grad Celsius. Weil eine Stunde lang ist, sind Leistung und Energie hier zahlengleich. Der Index th steht für thermisch, el für elektrisch.

Parameter

Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
Pth thermische Nennleistung des Moduls kW BHKW-Katalog, Feld „P thermisch"
Pel elektrische Nennleistung des Moduls kW BHKW-Katalog, Feld „P elektrisch"
η Gesamtwirkungsgrad, elektrisch und thermisch zusammen — BHKW-Katalog, Feld „Wirkungsgrad"
xKat Grenzleistung des Geräts (kleinste zulässige Teillast) % BHKW-Katalog, Feld „Grenzleistung"
xProj projektweite Leistungsuntergrenze % Simulationskonfiguration, Feld „Grenzleistung" der Projektzeile
x0 Modulationsgrenze, wenn keine der beiden gepflegt ist — Vorgabe: 0,30 (30 %)
IDB Kennung des Brennstoffs — BHKW-Katalog; im Projekt über „Brennstoff Variante" änderbar
fE Emissionsfaktor je Schadstoff (CO₂, SO₂, NOx, CO, Staub) g/MWh BHKW-Katalog — die Gerätewerte, nicht der Energieträgerkatalog
ϑVL, ϑRL Vorlauf- und Rücklauftemperatur des Moduls °C Dialog „BHKW", Abschnitt „Modul" (Projektzeile); der Katalogsatz ist die Vorbelegung
r Ladepriorität des Moduls in der Ladeordnung — Simulationskonfiguration; Vorgabe: 30 (Solarthermie 10, Wärmepumpe 20, Heizkessel 40)
Nmax größte Zahl Module je Projekt Stück Konstante: 10

Variablen

Größen, die der Lauf je Stunde oder je Modul bildet.

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
t Stunde des Jahres, 1…8 760 — Laufindex der Stundenschleife
SKZ Stromkennzahl des Moduls — (1)
xmin Modulationsgrenze als Faktor (0,5 = 50 % Teillast) — (2) und (3)
RQ(t) offener Wärmebedarf der Stunde kWh Eingang aus der Kaskade
S(t) freier Raum im zugeordneten Pufferspeicher kWh Pufferspeicher (Eingang)
RE(t) Reststrombedarf vor dem Modul kWh Strombilanz (Eingang)
Q(t) Wärmeproduktion des Moduls in dieser Stunde kWh Schritt 2, Fahrweisentabellen
E(t) Stromproduktion des Moduls in dieser Stunde kWh (4) bzw. (5)
Qdirekt(t) Anteil, der unmittelbar Bedarf deckt kWh (6)
Qlad(t) Anteil, der in einen Pufferspeicher geht kWh (6)
Qüber(t) Wärmeüberschuss — verworfene Wärme kWh (6)
RE′(t) Reststrombedarf nach dem Modul; negativ = Stromüberschuss kWh (7)
Qa Wärmeproduktion des Moduls im Jahr MWh Jahressumme über Q(t)
Ea Stromproduktion des Moduls im Jahr MWh Jahressumme über E(t)
QB,a Brennstoffverbrauch des Moduls im Jahr MWh (8)
mE Jahresemission je Schadstoff kg (9)
PGas,max Gasspitze des Projekts kW (10)
hth thermische Vollbenutzungsstunden des Moduls h/a (11)
hel elektrische Vollbenutzungsstunden des Moduls h/a (12)
hel,ges leistungsgewichtete elektrische Vollbenutzungsstunden der Anlage h/a (13)

Rechenweg

Gerechnet wird im festen Jahresraster von 8 760 Stunden. Höchstens Nmax = zehn Module je Projekt gehen in die Rechnung ein; sie werden in jeder Stunde in ihrer Listenreihenfolge nacheinander zugeschaltet.

Schritt 1 — Kennwerte auflösen

Je Modul werden thermische und elektrische Nennleistung, der Gesamtwirkungsgrad, der Brennstoff und die fünf Emissionsfaktoren aus dem Katalog gelesen. Die Stromkennzahl ist das Verhältnis der beiden Nennleistungen:

SKZ = Pel / Pth   (1)

Die Modulationsgrenze ist ein Faktor (0,5 = 50 % Teillast). Sie kommt aus dem Katalog, sofern dort ein Wert steht; sonst gilt die projektweite Leistungsuntergrenze. Beide Werte werden als Prozentangaben gepflegt und durch 100 geteilt:

xmin = xKat / 100  für xKat > 0 ,  sonst xmin = xProj / 100   (2)
xProj = 0  →  xmin = x0 = 0,30   (3)

Schritt 2 — Die drei Fahrweisen

Je Stunde steht ein Wärmeraum RQ(t) + S(t) zur Verfügung: der offene Momentanbedarf plus der freie Raum im zugeordneten Pufferspeicher. Der Speicher wird dabei als Spiegel geführt — sein Zuwachs ist die zu ladende Menge, der Rückgang des Restbedarfs die Direktdeckung.

Wärmegeführt (Standard). Je Modul, in Listenreihenfolge:

Bedingung Wärme Q(t) Strom E(t)
Pth ≤ RQ(t) + S(t) Pth (Volllast) Pel
Pth · xmin ≤ RQ(t) + S(t) < Pth RQ(t) + S(t) (Teillast) nach (4)
RQ(t) + S(t) < Pth · xmin 0 — das Modul bleibt aus 0
E(t) = Pel · Q(t) / Pth   (4)

Stromgeführt (Wirtschaftlich). Die Module folgen dem Strombedarf; die Wärme ist Koppelprodukt. Eine Speichergrenze gibt es in der Zuschaltung nicht — was über den Wärmebedarf hinaus entsteht, geht in die Ladephase und, wenn dort nichts mehr aufnimmt, in den Wärmeüberschuss.

Bedingung Strom E(t) Wärme Q(t)
Pel < RE(t) Pel (Volllast) Pth
Pel · xmin ≤ RE(t) ≤ Pel RE(t) (Teillast) nach (5)
RE(t) < Pel · xmin 0 — das Modul bleibt aus 0
Q(t) = Pth · E(t) / Pel   (5)

Ohne Einspeisung (Zero-Export). Zwei Durchläufe über die Module: erst die wärmeseitige Zuschaltung (dieselben drei Fälle wie wärmegeführt), dann die stromseitige. In beiden gilt zusätzlich die Zero-Export-Bedingung: Reicht der Strombedarf nicht, bleibt das Modul aus — eingespeist wird nichts. Ein Modul, dessen Teillaststrom Pel · xmin noch über RE(t) läge, wird also abgeregelt, auch wenn Wärme gebraucht würde.

Schritt 3 — Wärme unterbringen

Die erzeugte Wärme geht in drei Wege, und jede kWh geht genau einen davon:

Q(t) = Qdirekt(t) + Qlad(t) + Qüber(t)   (6)

Die Direktdeckung läuft über die Direktsenken des Moduls, bei der Senkenart „beides" mit Warmwasservorrang. Ein Modul, dessen Hauptsenke ein Puffer ist, deckt in dieser Phase nichts — es läuft erst in der Ladephase gegen den Bilanzraum des Speichers; sonst wäre dieselbe kWh zweimal gebucht. Der Überschuss Qüber ist Wärme, die weder gedeckt noch gespeichert werden konnte; sie ist verworfen.

Mit dem Vorgaberang r = 30 lädt das BHKW nach Solarthermie (10) und Wärmepumpe (20), aber vor dem Heizkessel (40).

Schritt 4 — Strom

Die Stromproduktion der Stunde mindert den Strombedarf des Projekts:

RE′(t) = RE(t) − E(t)   (7)

Bleibt RE′(t) negativ, ist das BHKW-Stromüberschuss: Er wird bewusst nicht auf 0 geklemmt, damit ein Stromspeicher ihn laden kann, wird aber im Photovoltaikzweig getrennt ausgewiesen und nicht als PV-Einspeisung behandelt.

Schritt 5 — Verbrauch, Emissionen, Laufzeiten

Aus den Jahressummen je Modul:

QB,a = ( Qa + Ea ) / η   (8)

Die Emissionen folgen diesem Verbrauch, mit den Faktoren des Geräts:

mE = QB,a · fE / 1 000   (9)

Der Verbrauch geht auf denselben Satz Brennstoffzähler wie beim Heizkessel (Gas 1…5 und 14, Öl 6…9 und 18…22, Koks 10, Kohle 11, Holz 12, Pellets 15, Rapsöl 16, tierische Fette 17, alles Übrige auf den Sammelposten). Bei Gasmodulen kommt die Gasspitze dazu:

PGas,max = ΣGasmodule Pth · (1 + SKZ) / η   (10)

Die Laufzeiten sind Vollbenutzungsstunden, keine Betriebsstunden:

hth = Qa / Pth · 1 000   (11)
hel = Ea / Pel · 1 000   (12)

Der Faktor 1 000 rechnet die MWh des Zählers auf die kW des Nenners um. Ein Modul, das ein Jahr lang zur Hälfte moduliert läuft, hat 8 760 Betriebsstunden, aber nur 4 380 thermische Vollbenutzungsstunden. Die Summe über mehrere Module kann 8 760 deshalb überschreiten. Für die Anlage insgesamt wird die elektrische Kennzahl leistungsgewichtet gebildet:

hel,ges = ( ΣModule Ea ) / ( ΣModule Pel ) · 1 000   (13)

Module ohne gepflegte elektrische Nennleistung bleiben in Zähler und Nenner außen vor.

Grenzen und Annahmen

  • Die Betriebsart gilt für das ganze Projekt. Zwei Module mit unterschiedlicher Fahrweise
 lassen sich nicht abbilden.
  • Ein Wirkungsgrad, keine Teillastkennlinie. η gilt unabhängig von der Auslastung; ein
 moduliertes Modul rechnet mit demselben Wert wie ein voll laufendes. Auch die Stromkennzahl SKZ
 bleibt in Teillast unverändert — das ist die Aussage von (4) und (5).
  • Keine Taktung, keine Mindestlaufzeit, keine Anfahrverluste. Ein Modul läuft in einer Stunde
 ganz, moduliert oder gar nicht.
  • Keine Bereitschaftsverluste im Stillstand — anders als beim Heizkessel gibt es dafür keinen
 Katalogwert.
  • Der Sommerbetrieb des Vorläufers ist entfallen. Die alte Fassung trug einen zweiten
 Zuschaltweg für die Tagesstunden 11…21 samt zwei Notschaltungen bei 10 und 20 %; er war
 hinter einer Bedingung eingeschlossen, die für jede Stunde des Jahres wahr ist, und damit
 unerreichbar. Sein Entfernen war ergebnisneutral. Ihn zurückzuholen wäre eine fachliche
 Änderung.
  • `Investition je kW elektrisch` ist eine Dublette ohne Leser (Befund W14a‑E‑8‑B3): Der Wert
 wird seit dem 22.08.2026 aus den fünf Einzelposten abgeleitet und schreibgeschützt
 angezeigt; die Kostenplanung rechnet mit den Posten selbst. Er ist richtig, aber er geht in keine
 Rechnung ein.
  • Vor- und Rücklauf des Katalogs sind die Vorbelegung: Beim Anlegen der Anlage im Projekt
 werden sie aus dem Katalogsatz übernommen und können dort für das Projekt geändert werden.
 Gerechnet wird mit den Werten der Projektzeile (Anlage), nicht mit dem Katalogsatz.
  • Die Energieprobe ist ein Entwickler-Selbsttest. Der Lauf rechnet (6) nach — über die
 Jahressumme mit einer Toleranz von 1 kWh und über jede einzelne Stunde mit 0,01 kWh.
 Sie prüft die Bilanz des Moduls gegen sich selbst und sagt über die Konfiguration des Anwenders
 nichts; ihre Ausgabe geht deshalb auf die Konsole und nicht ins Simulationsprotokoll.
  • Höchstens zehn Module je Projekt.
  • KWKG, Stromsteuer und Energiesteuer sind nicht Teil des Laufs. Sie hängen an den hier
 ermittelten Mengen und Vollbenutzungsstunden und werden in der Wirtschaftlichkeit gerechnet.

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Simulationsergebnis, Reiter „BHKW" — je Modul Wärme- und Stromproduktion,
 Brennstoffverbrauch, thermische und elektrische Vollbenutzungsstunden, Emissionen; dazu die
 Ganglinien von Produktion, Direktdeckung, Speicherladung und Überschuss.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht" — der Deckungsanteil des BHKW an der Jahreswärme.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Ergebnis" — der Beitrag zur Stromdeckung und der
 Stromüberschuss aus (7).
  • Simulationsprotokoll — Meldungen zu Senken und Ladeaufträgen: der Stromüberschuss des BHKW,
 „BHKW steht zwischen zwei Erzeugern" der Kaskade, die Warnung zur Speicherstufe, „BHKW-Pendelspeicher:
 keine Puffer-Senke am BHKW", eine Senkenzeile ohne Puffer, eine Senke ohne Ladeauftrag (Rang und
 Nachrang), Quelle gleich eigene Senke und die nachgezogene Vorbelegung der Ladepriorität. Die
 Energieprobe des Moduls ist eine Entwicklerausgabe auf der Konsole und steht nicht im
 Protokoll.
  • Bericht und Wirtschaftlichkeit — Strommenge, Wärmemenge, Brennstoff und
 Vollbenutzungsstunden sind die Bezugsgrößen der KWK-Rechnung.

Bezüge