Wärmebedarf erfassen: Unterschied zwischen den Versionen
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# Im Bereich ''Katalog (Datenbank)'' ein Gebäude wählen. Suchfeld, Trichter je Spalte und ''Spalten…'' engen die Liste ein; ein Gebäude lässt sich auch aus einer gbXML- oder IFC-Datei importieren ([[Programm Dokumentation/Gebäudeimport|Gebäudeimport]]). | |||
# ''In das Projekt übernehmen'' legt eine '''Projektkopie''' an. Ein Katalogsatz mit Zonen bringt seine Zonen mit. | |||
# ''Fläche und Verbrauch…'' setzt die Bezugsgröße – üblicherweise die Nutzfläche in Quadratmetern, sonst einen Verbrauch (siehe unten). | |||
# Wo die Kopie vom Katalog abweichen soll, öffnet ''Bearbeiten…'' in der Kopfleiste der Projektliste den Gebäudeeditor mit Hülle, Konditionierung und Zonen. | |||
# ''Simulation…'' rechnet den Wärmebedarf des markierten Gebäudes zur Kontrolle; ''OK'' speichert die Liste. | |||
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Die physikalischen Kenngrößen eines Gebäudes stehen im Reiter ''Gebäude und Hülle'': Nutzfläche und Fläche je Nutzer, Baualtersklasse, Baujahr und Energiestandard, Raumhöhe, interne Wärmegewinne, Fensterflächen getrennt nach Nord, Süd, Ost und West, der Fensterdurchlassgrad, die Flächen von Außenwand, Fenster, Dach, Bodenplatte und sonstigen Bauteilen mit den zugehörigen U-Werten, drei Wärmebrücken mit Verlustkoeffizient und Anschlusslänge, die Luftwechselrate und die Bauart – leicht, schwer oder sehr schwer –, die die Speicherfähigkeit bestimmt; dazu die Modellparameter des Gebäudemodells und die Kühlung. Statt der U-Wert-Gruppen kann das Gebäude | Die physikalischen Kenngrößen eines Gebäudes stehen im Reiter ''Gebäude und Hülle'' des Katalog- bzw. Gebäudeeditors ([[Programm Dokumentation/Gebäude#gebaeude-und-huelle|Gebäude: Reiter „Gebäude und Hülle“]]): Nutzfläche und Fläche je Nutzer, Baualtersklasse, Baujahr und Energiestandard, Raumhöhe, interne Wärmegewinne, Fensterflächen getrennt nach Nord, Süd, Ost und West, der Fensterdurchlassgrad, die Flächen von Außenwand, Fenster, Dach, Bodenplatte und sonstigen Bauteilen mit den zugehörigen U-Werten – die Bodenplatte am Erdreich rechnet ohne eigenen wirksamen U-Wert nach DIN EN ISO 13370 –, drei Wärmebrücken mit Verlustkoeffizient und Anschlusslänge, die Luftwechselrate und die Bauart – leicht, schwer oder sehr schwer –, die die Speicherfähigkeit bestimmt; dazu die Modellparameter des Gebäudemodells, die Wärmeübergabe und die Kühlung. Statt der U-Wert-Gruppen kann das Gebäude im Reiter ''Zonen'' aus einer oder mehreren Zonen mit einzelnen Bauteilen und Schichtaufbau beschrieben werden, im Projekt wie im Katalog ([[Programm Dokumentation/Mehrzonenmodell|Mehrzonenmodell]]). | ||
Der Reiter ''Konditionierung'' führt, wann und worauf das Gebäude geheizt, gekühlt und gelüftet wird: eine Vorgabe-Matrix mit den Größen Heizen, Kühlen, Lüftung, Geräte und Personen für Nennwert, Tag, Nacht, Wochenende, Ferien und Saison – alle Temperaturen als absolute Raumsolltemperaturen – und je Größe ein Kalender mit Wochenprofilen, Zuordnungen im Jahr, benannten Ferienzeiträumen, Wochenendtagen und Feiertagsland | Der Reiter ''Konditionierung'' führt, wann und worauf das Gebäude geheizt, gekühlt und gelüftet wird: eine Vorgabe-Matrix mit den Größen Heizen, Kühlen, Lüftung, Geräte und Personen für Nennwert, Tag, Nacht, Wochenende, Ferien und Saison – alle Temperaturen als absolute Raumsolltemperaturen – und je Größe ein Kalender mit Wochenprofilen, Zuordnungen im Jahr, benannten Ferienzeiträumen, Wochenendtagen und Feiertagsland. Vorlagen der Konditionierung und [[Programm Dokumentation/Nutzungsprofile|Nutzungsprofile]] lassen sich übernehmen; die Werte sind danach eine Kopie am Gebäude. Am Gebäude im Projekt steht dazu die manuelle Aufheizzeit für die Aufheizoptimierung ([[Programm Dokumentation/Gebäude#konditionierung|Gebäude: Konditionierung]]). | ||
=== Berechnung des Jahresgangs === | === Berechnung des Jahresgangs === | ||
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Ein bereits vorliegender Wärmelastgang kann alternativ als Stundenreihe eingelesen und direkt zum berechneten Bedarf addiert werden. | Ein bereits vorliegender Wärmelastgang kann alternativ als Stundenreihe eingelesen und direkt zum berechneten Bedarf addiert werden; den Katalog der Lastgänge führt das Menü ''Administration'' › ''Wärme- und Kälteerzeugung'' › ''Profile & Lastgänge'' › ''Wärmebedarf Lastgang''. | ||
Netzverluste tragen Sie im Block ''Weitere Einstellungen'' der Simulationskonfiguration ein: einen Gesamtwert in Prozent oder kWh/a, der je Stunde anteilig auf die Kanäle verteilt wird, oder je Kanal – Heizung, Brauchwasser, Prozesswärme – einen eigenen Wert als gleichmäßigen Betrag über das Jahr; dazu die Zirkulation des Brauchwassers mit Leistung und Laufzeit ([[Programm Dokumentation/Simulation#netzverluste-je-kanal|Simulation: Netzverluste je Kanal]]). | Netzverluste tragen Sie im Block ''Weitere Einstellungen'' der Simulationskonfiguration ein: einen Gesamtwert in Prozent oder kWh/a, der je Stunde anteilig auf die Kanäle verteilt wird, oder je Kanal – Heizung, Brauchwasser, Prozesswärme – einen eigenen Wert als gleichmäßigen Betrag über das Jahr; dazu die Zirkulation des Brauchwassers mit Leistung und Laufzeit ([[Programm Dokumentation/Simulation#netzverluste-je-kanal|Simulation: Netzverluste je Kanal]]). | ||
Version vom 11. Oktober 2026, 05:26 Uhr
Beim Schritt Wärmebedarf erfassen entsteht der Bedarf aus bis zu vier Anteilen, die getrennt erfasst und anschließend stundenweise addiert werden: Gebäudeheizwärme, Warmwasser, Prozesswärme und – falls vorhanden – ein extern eingelesener Lastgang. Ergänzend lassen sich Netzverluste aufschlagen.
Gebäudeheizwärme
Die Gebäude des Projekts ordnen Sie im Dialog Eingabe der Gebäudedaten zu – im offenen Projekt auf der Startseite im Reiter Wärmebedarf oder im Assistenten beim Schritt der Gebäude. Die Schritte:
- Im Bereich Katalog (Datenbank) ein Gebäude wählen. Suchfeld, Trichter je Spalte und Spalten… engen die Liste ein; ein Gebäude lässt sich auch aus einer gbXML- oder IFC-Datei importieren (Gebäudeimport).
- In das Projekt übernehmen legt eine Projektkopie an. Ein Katalogsatz mit Zonen bringt seine Zonen mit.
- Fläche und Verbrauch… setzt die Bezugsgröße – üblicherweise die Nutzfläche in Quadratmetern, sonst einen Verbrauch (siehe unten).
- Wo die Kopie vom Katalog abweichen soll, öffnet Bearbeiten… in der Kopfleiste der Projektliste den Gebäudeeditor mit Hülle, Konditionierung und Zonen.
- Simulation… rechnet den Wärmebedarf des markierten Gebäudes zur Kontrolle; OK speichert die Liste.
Die Masken im Einzelnen beschreibt Programm-Dokumentation: Gebäude; den Katalog pflegen Sie über das Menü Administration › Gebäude › Bearbeiten.
Bedarf aus Verbrauchsdaten
Liegen statt Flächen Verbrauchsdaten vor, geben Sie diese direkt an:
- Ölverbrauch in Litern pro Jahr
- Gasverbrauch in Kubikmetern oder Megawattstunden
- allgemeiner Brennstoffverbrauch in Megawattstunden
EPOS-Plan rechnet den Verbrauch unter Berücksichtigung des Jahresnutzungsgrads der bestehenden Anlage in Nutzwärme um und skaliert das Gebäudemodell so, dass es genau diesen Bedarf abbildet – der Jahresgang ist damit an die reale Abrechnung gebunden. Damit lässt sich ein Bestandsgebäude allein aus der Heizkostenabrechnung realistisch beschreiben.
Kenngrößen des Gebäudetyps
Die physikalischen Kenngrößen eines Gebäudes stehen im Reiter Gebäude und Hülle des Katalog- bzw. Gebäudeeditors (Gebäude: Reiter „Gebäude und Hülle“): Nutzfläche und Fläche je Nutzer, Baualtersklasse, Baujahr und Energiestandard, Raumhöhe, interne Wärmegewinne, Fensterflächen getrennt nach Nord, Süd, Ost und West, der Fensterdurchlassgrad, die Flächen von Außenwand, Fenster, Dach, Bodenplatte und sonstigen Bauteilen mit den zugehörigen U-Werten – die Bodenplatte am Erdreich rechnet ohne eigenen wirksamen U-Wert nach DIN EN ISO 13370 –, drei Wärmebrücken mit Verlustkoeffizient und Anschlusslänge, die Luftwechselrate und die Bauart – leicht, schwer oder sehr schwer –, die die Speicherfähigkeit bestimmt; dazu die Modellparameter des Gebäudemodells, die Wärmeübergabe und die Kühlung. Statt der U-Wert-Gruppen kann das Gebäude im Reiter Zonen aus einer oder mehreren Zonen mit einzelnen Bauteilen und Schichtaufbau beschrieben werden, im Projekt wie im Katalog (Mehrzonenmodell).
Der Reiter Konditionierung führt, wann und worauf das Gebäude geheizt, gekühlt und gelüftet wird: eine Vorgabe-Matrix mit den Größen Heizen, Kühlen, Lüftung, Geräte und Personen für Nennwert, Tag, Nacht, Wochenende, Ferien und Saison – alle Temperaturen als absolute Raumsolltemperaturen – und je Größe ein Kalender mit Wochenprofilen, Zuordnungen im Jahr, benannten Ferienzeiträumen, Wochenendtagen und Feiertagsland. Vorlagen der Konditionierung und Nutzungsprofile lassen sich übernehmen; die Werte sind danach eine Kopie am Gebäude. Am Gebäude im Projekt steht dazu die manuelle Aufheizzeit für die Aufheizoptimierung (Gebäude: Konditionierung).
Berechnung des Jahresgangs
Aus diesen Angaben rechnet das Gebäudemodell nach VDI 6007 den Heizwärmebedarf Stunde für Stunde über das Jahr – mit Speichermasse, Sonneneinstrahlung je Himmelsrichtung, inneren Gewinnen und dem Sollwertfahrplan der Konditionierung; es liefert zugleich Raumtemperatur und Kältebedarf. Das ist die Vorgabe für jedes Gebäude. Wählbar bleibt je Gebäude der Rechenweg Tagesbilanz: Er bilanziert für jeden der 365 Tage solare Gewinne, Transmissions- und Lüftungsverluste zur Tagesheizlast und legt sie über eine typabhängige 24-Stunden-Verteilungskurve auf Stundenwerte um – für Wohngebäude acht Kurven nach Jahreszeit und Wochentag, für Nichtwohngebäude fünf Kurven nach Jahreszeit und Bewölkung (Gebäudemodell VDI 6007).
Das Ergebnis ist ein durchgängiger Jahresgang der Heizleistung, aus dem sich die maximale Wärmelast und die Jahresdauerlinie ableiten; Simulation… im Gebäudedialog zeigt ihn je Gebäude samt Kennzahlen, Vergleich der Rechenwege und Verlauf der Raumtemperatur.
Warmwasser und Prozesswärme
Warmwasser und Prozesswärme werden nach demselben Muster erfasst: Sie wählen einen Typ aus dem Katalog, geben den Jahresverbrauch an, und das Programm verteilt diesen über die hinterlegten Monatsanteile und ein Wochenprofil mit 168 Stundenwerten auf das Jahr. Die Wochenprofile lassen sich in einem eigenen Editor tageweise bearbeiten, kopieren und auf alle Tage übertragen; eine Grafik zeigt das Ergebnis unmittelbar.
Für jedes Temperaturniveau und jeden Prozess legen Sie einen eigenen Eintrag an, wahlweise mit Vorlauf und Rücklauf des Prozesses; der Katalog liefert acht typische Betriebsweisen als Vorlage. Je Zuordnung wählt ein Betriebskalender Feiertage und Betriebsferien, die das Wochenprofil tageweise ersetzen.
Statt der Bestandsprofile kann der Zapfprofilgenerator den Brauchwasserbedarf aus Nutzungszonen des Gebäudes erzeugen – mit Zirkulation als eigener Teilreihe, stochastischer Jahresreihe und Speicherauslegung (Brauchwasser-Zapfprofil).
Ein zu niedrig angesetzter Warmwasserbedarf lässt den Sommerbetrieb zu günstig aussehen; bei Zirkulation sind die Verluste mitzurechnen.
Externer Lastgang und Netzverluste
Ein bereits vorliegender Wärmelastgang kann alternativ als Stundenreihe eingelesen und direkt zum berechneten Bedarf addiert werden; den Katalog der Lastgänge führt das Menü Administration › Wärme- und Kälteerzeugung › Profile & Lastgänge › Wärmebedarf Lastgang.
Netzverluste tragen Sie im Block Weitere Einstellungen der Simulationskonfiguration ein: einen Gesamtwert in Prozent oder kWh/a, der je Stunde anteilig auf die Kanäle verteilt wird, oder je Kanal – Heizung, Brauchwasser, Prozesswärme – einen eigenen Wert als gleichmäßigen Betrag über das Jahr; dazu die Zirkulation des Brauchwassers mit Leistung und Laufzeit (Simulation: Netzverluste je Kanal).
Siehe auch
- Gebäude und Gebäudetypen – Katalog, Projektzuordnung und Tagesverteilungskurven
- Grundlagen/Wärmebedarfsrechnung – das Rechenverfahren im Einzelnen
- Industrie und Gewerbe – Prozesswärme, Schichtprofile und Nichtwohngebäude
- Programm-Dokumentation: Wärmebedarf – die Dialoge der vier Anteile
- Programm-Dokumentation: Gebäude – Katalog, Projektkopie, Hülle und Zonen, Konditionierung
- Berechnung: Wärmebedarf – der Rechenweg mit Formeln