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Programm Dokumentation/Berechnung/Heizkessel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus wiki.epos-plan.de
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
H13: Hilferubrik Berechnung aus EPOS-Plan (Stand 06.09.2026)
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<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Heizkessel | Stand: 2026-09-06 (Fassung 2: Formelzeichen und Notation) | Rechenkern:
<!-- EPOS-Plan Hilferubrik Berechnung | Seite: Heizkessel | Stand: 2026-09-06 (Fassung 3: LaTeX-Formeln und Legenden) | Rechenkern:
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationSPK.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationControl.cs
     EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationSPK.cs, EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/SimulationControl.cs
     (Kesselzweig, Kessel-Kaskade), EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/Ladeordnung.cs,
     (Kesselzweig, Kessel-Kaskade), EPOS.Kern/Allgemein/Simulation/Ladeordnung.cs,
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== Formelzeichen und Parameter ==
== Formelzeichen und Parameter ==


Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: ''t'' ist die Stunde des Jahres (1…8&nbsp;760), ''Q''
Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: <math>t</math> ist die Stunde des Jahres
eine Wärmemenge, ''P'' eine Leistung, ''ϑ'' eine Temperatur in Grad Celsius, ''η'' ein
(1…8&nbsp;760), <math>Q</math> eine Wärmemenge, <math>P</math> eine Leistung,
Wirkungsgrad. Weil eine Stunde lang ist, sind Leistung und Energie hier zahlengleich: 1&nbsp;kW über
<math>\vartheta</math> eine Temperatur in Grad Celsius, <math>\eta</math> ein Wirkungsgrad. Weil
eine Stunde ist 1&nbsp;kWh.
eine Stunde lang ist, sind Leistung und Energie hier zahlengleich: 1&nbsp;kW über eine Stunde ist
1&nbsp;kWh. Umlaute stehen in den Formeln in ASCII-Umschrift — der Wirkungsgrad für flüssige
Brennstoffe heißt dort <math>\eta_{\mathrm{Oel}}</math>.


=== Parameter ===
=== Parameter ===
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! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! Herkunft
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! Herkunft
|-
|-
| P<sub>nenn</sub> || thermische Nennleistung des Kessels || kW || Kesselkatalog, Feld „P thermisch"
| <math>P_{\mathrm{nenn}}</math> || thermische Nennleistung des Kessels || kW || Kesselkatalog, Feld „P thermisch"
|-
|-
| η<sub>Gas</sub> || Wirkungsgrad bei gasförmigen und festen Brennstoffen || — || Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Gas"; ein Wert > 1,5 gilt als Prozentangabe
| <math>\eta_{\mathrm{Gas}}</math> || Wirkungsgrad bei gasförmigen und festen Brennstoffen || — || Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Gas"; ein Wert > 1,5 gilt als Prozentangabe
|-
|-
| η<sub>Öl</sub> || Wirkungsgrad bei flüssigen Brennstoffen || — || Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Öl"; ebenso
| <math>\eta_{\mathrm{Oel}}</math> || Wirkungsgrad bei flüssigen Brennstoffen || — || Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Öl"; ebenso
|-
|-
| q<sub>B</sub> || Betriebsbereitschaftsverlust, bezogen auf die Nennleistung || — || Kesselkatalog, Feld „Betriebsbereitschaftsverlust"; ein Wert > 1,0 gilt als Prozentangabe
| <math>q_{\mathrm{B}}</math> || Betriebsbereitschaftsverlust, bezogen auf die Nennleistung || — || Kesselkatalog, Feld „Betriebsbereitschaftsverlust"; ein Wert > 1,0 gilt als Prozentangabe
|-
|-
| ID<sub>B</sub> || Kennung des Brennstoffs || — || Kesselkatalog, Feld „Energieträger"; im Projekt über „Brennstoff Variante" änderbar
| <math>\mathrm{ID}_{\mathrm{B}}</math> || Kennung des Brennstoffs || — || Kesselkatalog, Feld „Energieträger"; im Projekt über „Brennstoff Variante" änderbar
|-
|-
| f<sub>E</sub> || Emissionsfaktor je Schadstoff (CO₂, SO₂, NO<sub>x</sub>, Staub) || g/MWh || '''Energieträgerkatalog''' — nicht der Kesselkatalog
| <math>f_{\mathrm{E}}</math> || Emissionsfaktor je Schadstoff (CO₂, SO₂, NO<sub>x</sub>, Staub) || g/MWh || '''Energieträgerkatalog''' — nicht der Kesselkatalog
|-
|-
| ϑ<sub>VL</sub> || Vorlauftemperatur des Kessels || °C || Dialog „Heizkessel", Abschnitt „Modul", Feld „Vorlauf"
| <math>\vartheta_{\mathrm{VL}}</math> || Vorlauftemperatur des Kessels || °C || Dialog „Heizkessel", Abschnitt „Modul", Feld „Vorlauf"
|-
|-
| ϑ<sub>RL</sub> || Rücklauftemperatur (Systemrücklauf) || °C || derselbe Abschnitt, Feld „Rücklauf"
| <math>\vartheta_{\mathrm{RL}}</math> || Rücklauftemperatur (Systemrücklauf) || °C || derselbe Abschnitt, Feld „Rücklauf"
|-
|-
| η<sub>0</sub> || Wirkungsgrad, wenn der Katalog keinen brauchbaren führt || — || '''Vorgabe: 0,90'''
| <math>\eta_{0}</math> || Wirkungsgrad, wenn der Katalog keinen brauchbaren führt || — || '''Vorgabe: 0,90'''
|-
|-
| s<sub>η</sub> || Schwelle, ab der ein Wirkungsgrad als Prozentangabe gilt || — || '''Konstante: 1,5''' — Brennwertkessel erreichen Hi-bezogen rund 104&nbsp;%
| <math>s_{\eta}</math> || Schwelle, ab der ein Wirkungsgrad als Prozentangabe gilt || — || '''Konstante: 1,5''' — Brennwertkessel erreichen Hi-bezogen rund 104&nbsp;%
|-
|-
| s<sub>q</sub> || Schwelle, ab der ein Bereitschaftsverlust als Prozentangabe gilt || — || '''Konstante: 1,0'''
| <math>s_{q}</math> || Schwelle, ab der ein Bereitschaftsverlust als Prozentangabe gilt || — || '''Konstante: 1,0'''
|-
|-
| s<sub>Gas</sub> || Schwelle des Gasverbrauchs, unter der die Gasspitze entfällt || MWh || '''Konstante: 0,1'''
| <math>s_{\mathrm{Gas}}</math> || Schwelle des Gasverbrauchs, unter der die Gasspitze entfällt || MWh || '''Konstante: 0,1'''
|-
|-
| η<sub>a,max</sub> / η<sub>a,neu</sub> || obere Plausibilitätsgrenze des Jahresnutzungsgrads und der Wert, auf den gesetzt wird || % || '''Konstanten: 110 und 108'''
| <math>\eta_{\mathrm{a,max}}</math> / <math>\eta_{\mathrm{a,neu}}</math> || obere Plausibilitätsgrenze des Jahresnutzungsgrads und der Wert, auf den gesetzt wird || % || '''Konstanten: 110 und 108'''
|-
|-
| η<sub>a,min</sub> || untere Plausibilitätsgrenze des Jahresnutzungsgrads || % || '''Konstante: 1'''
| <math>\eta_{\mathrm{a,min}}</math> || untere Plausibilitätsgrenze des Jahresnutzungsgrads || % || '''Konstante: 1'''
|-
|-
| N<sub>max</sub> || größte Zahl Kessel je Projekt || Stück || '''Konstante: 10'''
| <math>N_{\mathrm{max}}</math> || größte Zahl Kessel je Projekt || Stück || '''Konstante: 10'''
|-
|-
| r || Ladepriorität des Kessels in der Ladeordnung || — || Simulationskonfiguration; '''Vorgabe: 40''' (Solarthermie 10, Wärmepumpe 20, BHKW 30)
| <math>r</math> || Ladepriorität des Kessels in der Ladeordnung || — || Simulationskonfiguration; '''Vorgabe: 40''' (Solarthermie 10, Wärmepumpe 20, BHKW 30)
|}
|}


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! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! berechnet in
! Symbol !! Bedeutung !! Einheit !! berechnet in
|-
|-
| t || Stunde des Jahres, 1…8&nbsp;760 || — || Laufindex der Stundenschleife
| <math>t</math> || Stunde des Jahres, 1…8&nbsp;760 || — || Laufindex der Stundenschleife
|-
|-
| Q<sub>offen</sub>(t) || offener Bedarf der eigenen Senkenkette || kWh || Eingang aus der Kaskade
| <math>Q_{\mathrm{offen}}(t)</math> || offener Bedarf der eigenen Senkenkette || kWh || Eingang aus der Kaskade
|-
|-
| P<sub>verf</sub>(t) || noch verfügbare Kesselleistung der Stunde || kW || Stundenschleife; zu Beginn P<sub>nenn</sub>
| <math>P_{\mathrm{verf}}(t)</math> || noch verfügbare Kesselleistung der Stunde || kW || Stundenschleife; zu Beginn <math>P_{\mathrm{nenn}}</math>
|-
|-
| Q<sub>deck</sub>(t) || in dieser Stunde direkt gedeckte Wärme || kWh || (3)
| <math>Q_{\mathrm{deck}}(t)</math> || in dieser Stunde direkt gedeckte Wärme || kWh || (3)
|-
|-
| ϑ<sub>Q</sub>(t) || Temperatur des Quellpuffers an der Entnahmehöhe || °C || Pufferspeicher; bei geteiltem Puffer stündlich, sonst fest
| <math>\vartheta_{\mathrm{Q}}(t)</math> || Temperatur des Quellpuffers an der Entnahmehöhe || °C || Pufferspeicher; bei geteiltem Puffer stündlich, sonst fest
|-
|-
| a(t) || Anteil der Nutzwärme, den der Quellpuffer beisteuert || — || (4)
| <math>a(t)</math> || Anteil der Nutzwärme, den der Quellpuffer beisteuert || — || (4)
|-
|-
| Q<sub>nutz</sub>(t) || Wärme, die der Kessel an Kanal und Speicher abgibt || kWh || Summe über Bedarfsdeckung, Ladephase und Nachentladung
| <math>Q_{\mathrm{nutz}}(t)</math> || Wärme, die der Kessel an Kanal und Speicher abgibt || kWh || Summe über Bedarfsdeckung, Ladephase und Nachentladung
|-
|-
| Q<sub>Puffer</sub>(t) || Entnahme aus dem Quellpuffer || kWh || (5)
| <math>Q_{\mathrm{Puffer}}(t)</math> || Entnahme aus dem Quellpuffer || kWh || (5)
|-
|-
| Q<sub>K</sub>(t) || eigener, '''brennstoffbasierter''' Anteil der Abgabe || kWh || (6)
| <math>Q_{\mathrm{K}}(t)</math> || eigener, '''brennstoffbasierter''' Anteil der Abgabe || kWh || (6)
|-
|-
| Q<sub>nutz,max</sub>(t) || Obergrenze der Abgabe in dieser Stunde || kWh || (7)
| <math>Q_{\mathrm{nutz,max}}(t)</math> || Obergrenze der Abgabe in dieser Stunde || kWh || (7)
|-
|-
| Q<sub>Sp</sub>(t) || Inhalt des Quellpuffers || kWh || Pufferspeicher (Eingang)
| <math>Q_{\mathrm{Sp}}(t)</math> || Inhalt des Quellpuffers || kWh || Pufferspeicher (Eingang)
|-
|-
| Q<sub>ab</sub>(t) || gesamte Abgabe des Kessels, einschließlich des Puffer-Anteils || kWh || Stundenschleife; entscheidet zwischen (10) und (11)
| <math>Q_{\mathrm{ab}}(t)</math> || gesamte Abgabe des Kessels, einschließlich des Puffer-Anteils || kWh || Stundenschleife; entscheidet zwischen (10) und (11)
|-
|-
| η || Wirkungsgrad, mit dem diese Stunde rechnet || — || (8) und (9)
| <math>\eta</math> || Wirkungsgrad, mit dem diese Stunde rechnet || — || (8) und (9)
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|-
| Q<sub>B</sub>(t) || Brennstoffverbrauch der Stunde || kWh || (10) bzw. (11)
| <math>Q_{\mathrm{B}}(t)</math> || Brennstoffverbrauch der Stunde || kWh || (10) bzw. (11)
|-
|-
| P<sub>Gas,max</sub> || Gasspitze des Projekts || kW || (12) und (13)
| <math>P_{\mathrm{Gas,max}}</math> || Gasspitze des Projekts || kW || (12) und (13)
|-
|-
| Q<sub>Gas,a</sub> || Gasverbrauch des Projekts im Jahr || MWh || Jahressumme über die Gaskessel
| <math>Q_{\mathrm{Gas,a}}</math> || Gasverbrauch des Projekts im Jahr || MWh || Jahressumme über die Gaskessel
|-
|-
| Q<sub>B,a</sub> || Brennstoffverbrauch eines Kessels im Jahr, einschließlich Stillstand || MWh || Jahressumme über (10) und (11)
| <math>Q_{\mathrm{B,a}}</math> || Brennstoffverbrauch eines Kessels im Jahr, einschließlich Stillstand || MWh || Jahressumme über (10) und (11)
|-
|-
| Q<sub>K,a</sub> || brennstoffbasierte Nutzwärme eines Kessels im Jahr || MWh || Jahressumme über (6)
| <math>Q_{\mathrm{K,a}}</math> || brennstoffbasierte Nutzwärme eines Kessels im Jahr || MWh || Jahressumme über (6)
|-
|-
| m<sub>E</sub> || Jahresemission je Schadstoff || kg || (14)
| <math>m_{\mathrm{E}}</math> || Jahresemission je Schadstoff || kg || (14)
|-
|-
| η<sub>a</sub> || Jahresnutzungsgrad des Kessels || % || (15) und (16)
| <math>\eta_{\mathrm{a}}</math> || Jahresnutzungsgrad des Kessels || % || (15) und (16)
|}
|}


== Rechenweg ==
== Rechenweg ==


Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''. Höchstens N<sub>max</sub> =
Gerechnet wird im festen Jahresraster von '''8&nbsp;760 Stunden'''; <math>t</math> ist in allen
'''zehn''' Kessel je Projekt gehen in die Rechnung ein.
Gleichungen dieser Seite die laufende Stunde des Jahres und wird deshalb in den Legenden nicht
wiederholt. Höchstens <math>N_{\mathrm{max}} = 10</math> Kessel je Projekt gehen in die Rechnung
ein.


=== Schritt 1 — Kesseldaten auflösen ===
=== Schritt 1 — Kesseldaten auflösen ===
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dabei auf ihre Einheit geprüft:
dabei auf ihre Einheit geprüft:


: <big>η > s<sub>η</sub> &nbsp;→&nbsp; η = η / 100 &nbsp;&nbsp;&nbsp;(für η<sub>Gas</sub> und η<sub>Öl</sub>)</big> &nbsp;&nbsp;(1)
: <math>\displaystyle \eta > s_{\eta} \; \to \; \eta = \frac{\eta}{100} \quad \left( \eta_{\mathrm{Gas}} \; \mathrm{und} \; \eta_{\mathrm{Oel}} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(1)
:: <math>\eta</math> – Wirkungsgrad des Kessels, wie ihn der Katalog führt [–]
:: <math>s_{\eta}</math> – Schwelle, ab der ein Wirkungsgrad als Prozentangabe gilt [–], Konstante 1,5
:: <math>\eta_{\mathrm{Gas}}</math>, <math>\eta_{\mathrm{Oel}}</math> – die zwei Katalogwerte, für die die Prüfung gilt [–]
:: <math>100</math> – Umrechnung von Prozent in einen Faktor [%]


: <big>q<sub>B</sub> > s<sub>q</sub> &nbsp;&nbsp; q<sub>B</sub> = q<sub>B</sub> / 100</big> &nbsp;&nbsp;(2)
: <math>\displaystyle q_{\mathrm{B}} > s_{q} \; \to \; q_{\mathrm{B}} = \frac{q_{\mathrm{B}}}{100}</math> &nbsp;&nbsp;(2)
:: <math>q_{\mathrm{B}}</math> – Betriebsbereitschaftsverlust, bezogen auf die Nennleistung [–]
:: <math>s_{q}</math> – Schwelle, ab der ein Bereitschaftsverlust als Prozentangabe gilt [–], Konstante 1,0


Die Schwelle s<sub>η</sub> liegt bei '''1,5''' und nicht bei 1,0, weil Brennwertkessel auf den
Die Schwelle <math>s_{\eta}</math> liegt bei '''1,5''' und nicht bei 1,0, weil Brennwertkessel auf
Heizwert bezogen bis rund 104&nbsp;% erreichen — als Faktor 1,035 gespeichert wäre ein solcher Wert
den Heizwert bezogen bis rund 104&nbsp;% erreichen — als Faktor 1,035 gespeichert wäre ein solcher
mit der Schwelle 1,0 auf 0,01 zerlegt worden. Für den Bereitschaftsverlust genügt s<sub>q</sub> =
Wert mit der Schwelle 1,0 auf 0,01 zerlegt worden. Für den Bereitschaftsverlust genügt
'''1,0'''.
<math>s_{q} = 1{,}0</math>.


=== Schritt 2 — Wärmeabgabe der Stunde ===
=== Schritt 2 — Wärmeabgabe der Stunde ===
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„beides" mit Warmwasservorrang:
„beides" mit Warmwasservorrang:


: <big>Q<sub>deck</sub>(t) = min( P<sub>verf</sub>(t) ; Q<sub>offen</sub>(t) )</big> &nbsp;&nbsp;(3)
: <math>\displaystyle Q_{\mathrm{deck}}(t) = \min\left( P_{\mathrm{verf}}(t) , Q_{\mathrm{offen}}(t) \right)</math> &nbsp;&nbsp;(3)
:: <math>Q_{\mathrm{deck}}(t)</math> – in dieser Stunde direkt gedeckte Wärme [kWh]
:: <math>P_{\mathrm{verf}}(t)</math> – noch verfügbare Kesselleistung der Stunde [kW]
:: <math>Q_{\mathrm{offen}}(t)</math> – offener Bedarf der eigenen Senkenkette [kWh]


Ein Kessel '''ohne''' Direktsenke deckt hier nichts; er lädt ausschließlich. Danach lädt er in der
Ein Kessel '''ohne''' Direktsenke deckt hier nichts; er lädt ausschließlich. Danach lädt er in der
Ladephase seine Pufferspeicher bis zu deren Abschaltschwelle — mit dem Vorgaberang r = '''40''' ist
Ladephase seine Pufferspeicher bis zu deren Abschaltschwelle — mit dem Vorgaberang
er der letzte Lader der Kaskade, lädt also nur, was die anderen offen gelassen haben.
<math>r = 40</math> ist er der letzte Lader der Kaskade, lädt also nur, was die anderen offen
gelassen haben.


=== Schritt 3 — Wärmequelle Pufferspeicher (Kessel-Kaskade) ===
=== Schritt 3 — Wärmequelle Pufferspeicher (Kessel-Kaskade) ===
Zeile 177: Zeile 191:
Stelle des Systemrücklaufs. Der Kessel hebt dann nur noch den Rest an:
Stelle des Systemrücklaufs. Der Kessel hebt dann nur noch den Rest an:


: <big>a(t) = ( ϑ<sub>Q</sub>(t) − ϑ<sub>RL</sub> ) / ( ϑ<sub>VL</sub> − ϑ<sub>RL</sub> ) ,&nbsp; auf 0…1 begrenzt</big> &nbsp;&nbsp;(4)
: <math>\displaystyle a(t) = \min\left( \max\left( \frac{\vartheta_{\mathrm{Q}}(t) - \vartheta_{\mathrm{RL}}}{\vartheta_{\mathrm{VL}} - \vartheta_{\mathrm{RL}}} , 0 \right) , 1 \right)</math> &nbsp;&nbsp;(4)
:: <math>a(t)</math> – Anteil der Nutzwärme, den der Quellpuffer beisteuert; auf 0…1 begrenzt [–]
:: <math>\vartheta_{\mathrm{Q}}(t)</math> – Temperatur des Quellpuffers an der Entnahmehöhe [°C]
:: <math>\vartheta_{\mathrm{RL}}</math> – Rücklauftemperatur des Systems [°C]
:: <math>\vartheta_{\mathrm{VL}}</math> – Vorlauftemperatur des Kessels [°C]


: <big>Q<sub>Puffer</sub>(t) = a(t) · Q<sub>nutz</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(5)
: <math>\displaystyle Q_{\mathrm{Puffer}}(t) = a(t) \cdot Q_{\mathrm{nutz}}(t)</math> &nbsp;&nbsp;(5)
:: <math>Q_{\mathrm{Puffer}}(t)</math> – Entnahme aus dem Quellpuffer [kWh]
:: <math>a(t)</math> – Anteil des Quellpuffers aus (4) [–]
:: <math>Q_{\mathrm{nutz}}(t)</math> – Wärme, die der Kessel an Kanal und Speicher abgibt [kWh]


: <big>Q<sub>K</sub>(t) = Q<sub>nutz</sub>(t) − Q<sub>Puffer</sub>(t)</big> &nbsp;&nbsp;(6)
: <math>\displaystyle Q_{\mathrm{K}}(t) = Q_{\mathrm{nutz}}(t) - Q_{\mathrm{Puffer}}(t)</math> &nbsp;&nbsp;(6)
:: <math>Q_{\mathrm{K}}(t)</math> – eigener, brennstoffbasierter Anteil der Abgabe [kWh]
:: <math>Q_{\mathrm{nutz}}(t)</math> – gesamte Abgabe an Kanal und Speicher [kWh]
:: <math>Q_{\mathrm{Puffer}}(t)</math> – Anteil, den der Quellpuffer beisteuert [kWh]


Nur Q<sub>K</sub> kostet Brennstoff. Die Nennleistung begrenzt dabei den '''eigenen''' Beitrag; die
Nur <math>Q_{\mathrm{K}}</math> kostet Brennstoff. Die Nennleistung begrenzt dabei den
Wärme aus dem Puffer kommt obendrauf:
'''eigenen''' Beitrag; die Wärme aus dem Puffer kommt obendrauf:


: <big>Q<sub>nutz,max</sub>(t) = min( P<sub>nenn</sub> / (1 a(t)) ; P<sub>nenn</sub> + Q<sub>Sp</sub>(t) )</big> &nbsp;&nbsp;(7)
: <math>\displaystyle Q_{\mathrm{nutz,max}}(t) = \min\left( \frac{P_{\mathrm{nenn}}}{1 - a(t)} , P_{\mathrm{nenn}} + Q_{\mathrm{Sp}}(t) \right)</math> &nbsp;&nbsp;(7)
:: <math>Q_{\mathrm{nutz,max}}(t)</math> – Obergrenze der Abgabe in dieser Stunde [kWh]
:: <math>P_{\mathrm{nenn}}</math> – thermische Nennleistung des Kessels [kW]
:: <math>a(t)</math> – Anteil des Quellpuffers aus (4) [–]
:: <math>Q_{\mathrm{Sp}}(t)</math> – Inhalt des Quellpuffers [kWh]


Liefert der Puffer weniger, springt der Brennstoff für den Fehlbetrag ein — die Abgabe an den Kanal
Liefert der Puffer weniger, springt der Brennstoff für den Fehlbetrag ein — die Abgabe an den Kanal
bleibt dieselbe. Bei einem '''geteilten''' Quellpuffer (er ist zugleich Senke eines anderen
bleibt dieselbe. Bei einem '''geteilten''' Quellpuffer (er ist zugleich Senke eines anderen
Erzeugers) folgt ϑ<sub>Q</sub>(t) stündlich dem Speicherzustand an der Entnahmehöhe; ein
Erzeugers) folgt <math>\vartheta_{\mathrm{Q}}(t)</math> stündlich dem Speicherzustand an der
eigenständiger Quellspeicher bleibt bei seiner festen Temperatur.
Entnahmehöhe; ein eigenständiger Quellspeicher bleibt bei seiner festen Temperatur.


Ohne Quellpuffer sind a(t) und Q<sub>Puffer</sub>(t) exakt 0, damit ist Q<sub>K</sub> =
Ohne Quellpuffer sind <math>a(t)</math> und <math>Q_{\mathrm{Puffer}}(t)</math> exakt 0, damit ist
Q<sub>nutz</sub>, und die Rechnung ist die des einfachen Falls.
<math>Q_{\mathrm{K}} = Q_{\mathrm{nutz}}</math>, und die Rechnung ist die des einfachen Falls.


=== Schritt 4 — Brennstoffbilanz der Stunde ===
=== Schritt 4 — Brennstoffbilanz der Stunde ===
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Erst dann steht fest, was der Kessel insgesamt abgegeben hat.
Erst dann steht fest, was der Kessel insgesamt abgegeben hat.


: <big>η = η<sub>Öl</sub> für ID<sub>B</sub> {6…9, 18…22} , &nbsp;sonst η = η<sub>Gas</sub></big> &nbsp;&nbsp;(8)
: <math>\displaystyle \eta = \begin{cases} \eta_{\mathrm{Oel}} & 6 \le \mathrm{ID}_{\mathrm{B}} \le 9 \; \mathrm{oder} \; 18 \le \mathrm{ID}_{\mathrm{B}} \le 22 \\ \eta_{\mathrm{Gas}} & \mathrm{sonst} \end{cases}</math> &nbsp;&nbsp;(8)
:: <math>\eta</math> – Wirkungsgrad, mit dem diese Stunde rechnet [–]
:: <math>\eta_{\mathrm{Oel}}</math> – Wirkungsgrad bei flüssigen Brennstoffen [–]
:: <math>\mathrm{ID}_{\mathrm{B}}</math> – Kennung des Brennstoffs [–]
:: <math>\eta_{\mathrm{Gas}}</math> – Wirkungsgrad bei gasförmigen und festen Brennstoffen [–]


: <big>η ≤ 0 &nbsp;→&nbsp; η = η<sub>0</sub> = 0,90</big> &nbsp;&nbsp;(9)
: <math>\displaystyle \eta \le 0 \; \to \; \eta = \eta_{0} = 0{,}90</math> &nbsp;&nbsp;(9)
:: <math>\eta</math> – Wirkungsgrad, mit dem diese Stunde rechnet [–]
:: <math>\eta_{0}</math> – Wirkungsgrad, wenn der Katalog keinen brauchbaren führt [–], Vorgabe 0,90


: <big>Q<sub>ab</sub>(t) > 0 &nbsp;&nbsp; Q<sub>B</sub>(t) = Q<sub>K</sub>(t) / η</big> &nbsp;&nbsp;(10)
: <math>\displaystyle Q_{\mathrm{ab}}(t) > 0 \; \to \; Q_{\mathrm{B}}(t) = \frac{Q_{\mathrm{K}}(t)}{\eta}</math> &nbsp;&nbsp;(10)
:: <math>Q_{\mathrm{B}}(t)</math> – Brennstoffverbrauch der Stunde [kWh]
:: <math>Q_{\mathrm{ab}}(t)</math> – gesamte Abgabe des Kessels, einschließlich des Puffer-Anteils [kWh]
:: <math>Q_{\mathrm{K}}(t)</math> – brennstoffbasierter Anteil der Abgabe aus (6) [kWh]
:: <math>\eta</math> – Wirkungsgrad dieser Stunde aus (8) und (9) [–]


: <big>Q<sub>ab</sub>(t) = 0 &nbsp;&nbsp; Q<sub>B</sub>(t) = q<sub>B</sub> · P<sub>nenn</sub></big> &nbsp;&nbsp;(11)
: <math>\displaystyle Q_{\mathrm{ab}}(t) = 0 \; \to \; Q_{\mathrm{B}}(t) = q_{\mathrm{B}} \cdot P_{\mathrm{nenn}}</math> &nbsp;&nbsp;(11)
:: <math>Q_{\mathrm{B}}(t)</math> – Brennstoffverbrauch der Stunde, hier der Stillstandsverlust [kWh]
:: <math>Q_{\mathrm{ab}}(t)</math> – Abgabe des Kessels; 0 heißt: der Kessel steht [kWh]
:: <math>q_{\mathrm{B}}</math> – Betriebsbereitschaftsverlust, bezogen auf die Nennleistung [–]
:: <math>P_{\mathrm{nenn}}</math> – thermische Nennleistung des Kessels [kW]


Der Bereitschaftsverlust (11) genau einmal je Stunde zu buchen, ist die zentrale Bedingung: Fiele die
Der Bereitschaftsverlust (11) genau einmal je Stunde zu buchen, ist die zentrale Bedingung: Fiele die
Entscheidung je Kanal, entstünde er in einer Stunde zweimal, und der Jahresnutzungsgrad kippte
Entscheidung je Kanal, entstünde er in einer Stunde zweimal, und der Jahresnutzungsgrad kippte
entsprechend. Maßgeblich für „läuft der Kessel?" ist die '''Abgabe''' Q<sub>ab</sub>, nicht der
entsprechend. Maßgeblich für „läuft der Kessel?" ist die '''Abgabe''' <math>Q_{\mathrm{ab}}</math>,
brennstoffbasierte Anteil Q<sub>K</sub> — ein Kessel, der vorgewärmtes Wasser nur noch geringfügig
nicht der brennstoffbasierte Anteil <math>Q_{\mathrm{K}}</math> — ein Kessel, der vorgewärmtes
anhebt, steht nicht still.
Wasser nur noch geringfügig anhebt, steht nicht still.


Bei Gaskesseln wird nebenher die '''Gasspitze''' mitgeführt: je Kessel der höchste Wert des Jahres,
Bei Gaskesseln wird nebenher die '''Gasspitze''' mitgeführt: je Kessel der höchste Wert des Jahres,
über alle Gaskessel aufsummiert.
über alle Gaskessel aufsummiert.


: <big>P<sub>Gas,max</sub> = Σ<sub>Gaskessel</sub> max<sub>t</sub> ( Q<sub>K</sub>(t) / η )</big> &nbsp;&nbsp;(12)
: <math>\displaystyle P_{\mathrm{Gas,max}} = \sum_{\mathrm{Gaskessel}} \max_{t} \left( \frac{Q_{\mathrm{K}}(t)}{\eta} \right)</math> &nbsp;&nbsp;(12)
:: <math>P_{\mathrm{Gas,max}}</math> – Gasspitze des Projekts [kW]
:: <math>Q_{\mathrm{K}}(t)</math> – brennstoffbasierter Anteil der Abgabe aus (6) [kWh]
:: <math>\eta</math> – Wirkungsgrad dieser Stunde [–]


: <big>Q<sub>Gas,a</sub> < s<sub>Gas</sub> = 0,1 MWh &nbsp;→&nbsp; P<sub>Gas,max</sub> = 0</big> &nbsp;&nbsp;(13)
: <math>\displaystyle Q_{\mathrm{Gas,a}} < s_{\mathrm{Gas}} = 0{,}1 \; \mathrm{MWh} \; \to \; P_{\mathrm{Gas,max}} = 0</math> &nbsp;&nbsp;(13)
:: <math>P_{\mathrm{Gas,max}}</math> – Gasspitze des Projekts [kW]
:: <math>Q_{\mathrm{Gas,a}}</math> – Gasverbrauch des Projekts im Jahr [MWh]
:: <math>s_{\mathrm{Gas}}</math> – Schwelle, unter der die Gasspitze entfällt [MWh], Konstante 0,1


=== Schritt 5 — Jahresbilanz, Emissionen, Nutzungsgrad ===
=== Schritt 5 — Jahresbilanz, Emissionen, Nutzungsgrad ===
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{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
! Zähler !! Brennstoff-Kennung ID<sub>B</sub>
! Zähler !! Brennstoff-Kennung <math>\mathrm{ID}_{\mathrm{B}}</math>
|-
|-
| Gas || 1…5 und 14 (Biogas)
| Gas || 1…5 und 14 (Biogas)
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Die Emissionen folgen dem '''gemessenen''' Jahresverbrauch:
Die Emissionen folgen dem '''gemessenen''' Jahresverbrauch:


: <big>m<sub>E</sub> = Q<sub>B,a</sub> · f<sub>E</sub> / 1 000</big> &nbsp;&nbsp;(14)
: <math>\displaystyle m_{\mathrm{E}} = \frac{Q_{\mathrm{B,a}} \cdot f_{\mathrm{E}}}{1\,000}</math> &nbsp;&nbsp;(14)
:: <math>m_{\mathrm{E}}</math> – Jahresemission je Schadstoff [kg]
:: <math>Q_{\mathrm{B,a}}</math> – Brennstoffverbrauch des Kessels im Jahr [MWh]
:: <math>f_{\mathrm{E}}</math> – Emissionsfaktor des Brennstoffs je Schadstoff [g/MWh]
:: <math>1\,000</math> – Umrechnung von g in kg [g/kg]


Der Jahresnutzungsgrad wird aus den Jahressummen gebildet, nicht aus Volllastwerten. Im Zähler steht
Der Jahresnutzungsgrad wird aus den Jahressummen gebildet, nicht aus Volllastwerten. Im Zähler steht
dabei die '''brennstoffbasierte''' Nutzwärme Q<sub>K,a</sub> — bei einem Kessel mit Quellpuffer ist
dabei die '''brennstoffbasierte''' Nutzwärme <math>Q_{\mathrm{K,a}}</math> — bei einem Kessel mit
das weniger als seine Abgabe, denn der Puffer-Anteil hat ihn keinen Brennstoff gekostet:
Quellpuffer ist das weniger als seine Abgabe, denn der Puffer-Anteil hat ihn keinen Brennstoff
gekostet:


: <big>η<sub>a</sub> = Q<sub>K,a</sub> / Q<sub>B,a</sub> · 100</big> &nbsp;&nbsp;(15)
: <math>\displaystyle \eta_{\mathrm{a}} = \frac{Q_{\mathrm{K,a}}}{Q_{\mathrm{B,a}}} \cdot 100</math> &nbsp;&nbsp;(15)
:: <math>\eta_{\mathrm{a}}</math> – Jahresnutzungsgrad des Kessels [%]
:: <math>Q_{\mathrm{K,a}}</math> – brennstoffbasierte Nutzwärme des Kessels im Jahr [MWh]
:: <math>Q_{\mathrm{B,a}}</math> – Brennstoffverbrauch des Kessels im Jahr, einschließlich Stillstand [MWh]
:: <math>100</math> – Umrechnung des Verhältnisses in Prozent [%]


: <big>η<sub>a</sub> > 110 &nbsp;&nbsp; η<sub>a</sub> = 108 ; &nbsp; η<sub>a</sub> < 1 &nbsp;→&nbsp; η<sub>a</sub> = 1</big> &nbsp;&nbsp;(16)
: <math>\displaystyle \eta_{\mathrm{a}} > 110 \; \to \; \eta_{\mathrm{a}} = 108 \; ; \quad \eta_{\mathrm{a}} < 1 \; \to \; \eta_{\mathrm{a}} = 1</math> &nbsp;&nbsp;(16)
:: <math>\eta_{\mathrm{a}}</math> – Jahresnutzungsgrad des Kessels [%]
:: <math>\eta_{\mathrm{a,max}}</math> – obere Plausibilitätsgrenze [%], Konstante 110; darüber wird auf <math>\eta_{\mathrm{a,neu}}</math> = 108 gesetzt
:: <math>\eta_{\mathrm{a,min}}</math> – untere Plausibilitätsgrenze [%], Konstante 1


Stand der Kessel das ganze Jahr — Q<sub>K,a</sub> = 0 oder Q<sub>B,a</sub> = 0 —, ist
Stand der Kessel das ganze Jahr — <math>Q_{\mathrm{K,a}} = 0</math> oder
η<sub>a</sub> = 0. Q<sub>B,a</sub> enthält die Stillstandsstunden; deshalb liegt der
<math>Q_{\mathrm{B,a}} = 0</math> —, ist <math>\eta_{\mathrm{a}} = 0</math>.
Jahresnutzungsgrad unter dem Volllastwirkungsgrad des Katalogs, und zwar umso deutlicher, je kürzer
<math>Q_{\mathrm{B,a}}</math> enthält die Stillstandsstunden; deshalb liegt der Jahresnutzungsgrad
der Kessel läuft.
unter dem Volllastwirkungsgrad des Katalogs, und zwar umso deutlicher, je kürzer der Kessel läuft.


== Grenzen und Annahmen ==
== Grenzen und Annahmen ==
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* '''Die fünf Emissionsspalten des Kesselkatalogs rechnen nicht mit''' (Befund W14a‑E‑8‑B1 vom
* '''Die fünf Emissionsspalten des Kesselkatalogs rechnen nicht mit''' (Befund W14a‑E‑8‑B1 vom
   06.09.2026). CO₂, SO₂, NOₓ, CO und Staub lassen sich am Kessel pflegen, der Lauf holt die Faktoren
   06.09.2026). CO₂, SO₂, NOₓ, CO und Staub lassen sich am Kessel pflegen, der Lauf holt die Faktoren
   f<sub>E</sub> aber aus dem '''Energieträgerkatalog'''. Beim BHKW ist es umgekehrt: Dort zählen die
   <math>f_{\mathrm{E}}</math> aber aus dem '''Energieträgerkatalog'''. Beim BHKW ist es umgekehrt:
  Gerätewerte. Zwei Masken, die gleich aussehen, mit einem Unterschied, der im Katalogdialog jetzt
  Dort zählen die Gerätewerte. Zwei Masken, die gleich aussehen, mit einem Unterschied, der im
  als „nur Anzeige" beziehungsweise „Simulation" ausgewiesen ist.
  Katalogdialog jetzt als „nur Anzeige" beziehungsweise „Simulation" ausgewiesen ist.
* '''Kein CO in der Bilanz.''' Der Energieträgerkatalog führt keinen CO-Faktor; die CO-Emission des
* '''Kein CO in der Bilanz.''' Der Energieträgerkatalog führt keinen CO-Faktor; die CO-Emission des
   Kessels ist deshalb immer 0.
   Kessels ist deshalb immer 0.
* '''Kein Teillastwirkungsgrad.''' η ist ein Wert je Brennstoffart, unabhängig von der Auslastung
* '''Kein Teillastwirkungsgrad.''' <math>\eta</math> ist ein Wert je Brennstoffart, unabhängig von
  der Stunde. Ein modulierender Kessel wird damit nicht besser und nicht schlechter gerechnet als
  der Auslastung der Stunde. Ein modulierender Kessel wird damit nicht besser und nicht schlechter
  ein voll laufender.
  gerechnet als ein voll laufender.
* '''Keine Taktung.''' An- und Abschalten innerhalb einer Stunde, Anfahr- und Abstrahlverluste über
* '''Keine Taktung.''' An- und Abschalten innerhalb einer Stunde, Anfahr- und Abstrahlverluste über
   q<sub>B</sub> hinaus, Mindestlaufzeiten und Mindestpausen bildet das Modell nicht ab.
   <math>q_{\mathrm{B}}</math> hinaus, Mindestlaufzeiten und Mindestpausen bildet das Modell nicht ab.
* '''Der Bereitschaftsverlust hängt an der Nennleistung''' (11), nicht an der Kesseltemperatur und
* '''Der Bereitschaftsverlust hängt an der Nennleistung''' (11), nicht an der Kesseltemperatur und
   nicht am Speicherzustand.
   nicht am Speicherzustand.
* '''Keine Brennwertrechnung als eigener Weg.''' Der Brennwertvorteil steckt im Wirkungsgrad des
* '''Keine Brennwertrechnung als eigener Weg.''' Der Brennwertvorteil steckt im Wirkungsgrad des
   Katalogs — deshalb sind dort Werte über 100&nbsp;% zulässig und beabsichtigt, und deshalb steht
   Katalogs — deshalb sind dort Werte über 100&nbsp;% zulässig und beabsichtigt, und deshalb steht
   s<sub>η</sub> bei 1,5.
   <math>s_{\eta}</math> bei 1,5.
* '''Keine hydraulische Grenze zwischen Quellpuffer und Kessel.''' Der Speicher hat eine Lade- und
* '''Keine hydraulische Grenze zwischen Quellpuffer und Kessel.''' Der Speicher hat eine Lade- und
   Entladeleistungsgrenze; einen eigenen Wärmeübertrager zwischen Puffer und Kessel kennt das Modell
   Entladeleistungsgrenze; einen eigenen Wärmeübertrager zwischen Puffer und Kessel kennt das Modell
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* '''Simulationsergebnis, Reiter „Heizkessel"''' — je Kessel Nutzwärme, Brennstoffverbrauch,
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Heizkessel"''' — je Kessel Nutzwärme, Brennstoffverbrauch,
   Jahresnutzungsgrad η<sub>a</sub>, Deckungsanteil und Emissionen; dazu die Ganglinie der
   Jahresnutzungsgrad <math>\eta_{\mathrm{a}}</math>, Deckungsanteil und Emissionen; dazu die
  Kesselleistung.
  Ganglinie der Kesselleistung.
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — der Deckungsanteil des Kessels an der
* '''Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht"''' — der Deckungsanteil des Kessels an der
   Jahreswärme und die verbleibende Restwärme.
   Jahreswärme und die verbleibende Restwärme.
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* '''Simulationsprotokoll''' — nicht hinterlegte Kessel, wirkungslose Quellbezüge, Kessel zwischen
* '''Simulationsprotokoll''' — nicht hinterlegte Kessel, wirkungslose Quellbezüge, Kessel zwischen
   zwei Erzeugern derselben Speicherstufe.
   zwei Erzeugern derselben Speicherstufe.
* '''Bericht''' und '''Wirtschaftlichkeit''' — Brennstoffmengen, Gasspitze P<sub>Gas,max</sub> und
* '''Bericht''' und '''Wirtschaftlichkeit''' — Brennstoffmengen, Gasspitze
  Emissionen gehen von hier in die Kosten- und CO₂-Rechnung.
  <math>P_{\mathrm{Gas,max}}</math> und Emissionen gehen von hier in die Kosten- und CO₂-Rechnung.


== Bezüge ==
== Bezüge ==

Version vom 6. September 2026, 22:32 Uhr


Was berechnet wird

Der Heizkessel ist die Spitzenlast- und Rückfallstufe der Wärmeversorgung. In jeder Stunde deckt er den Bedarf, der nach den vorgelagerten Erzeugern noch offen ist, und lädt — als letzter Lader der Kaskade — Pufferspeicher nach. Ergebnisgrößen sind die Nutzwärme (Direktdeckung plus Speicherladung), der Brennstoffverbrauch einschließlich der Stillstandsverluste, die Emissionen, der Jahresnutzungsgrad je Kessel, die Gasspitze und die verbleibende Restwärme.

Der Brennstoffverbrauch entsteht stündlich, nicht als Jahrespauschale: Läuft der Kessel in einer Stunde, folgt sein Verbrauch dem Wirkungsgrad; steht er, wird ihm der anteilige Bereitschaftsverlust angelastet.

Eingangsgrößen

Größe Einheit Herkunft im Programm
Offener Wärmebedarf je Kanal (Heizung, Brauchwasser, Prozess) kWh je Stunde Ergebnis der vorgelagerten Kaskadenstufen
Thermische Nennleistung kW Kesselkatalog, Feld „P thermisch"
Brennstoff (Energieträger) Kesselkatalog, Feld „Energieträger"; im Projekt änderbar über „Brennstoff Variante"
Wirkungsgrad Gas — bzw. % Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Gas"
Wirkungsgrad Öl — bzw. % Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Öl"
Betriebsbereitschaftsverlust % Kesselkatalog, Feld „Betriebsbereitschaftsverlust"
Emissionsfaktoren CO₂, SO₂, NOₓ, Staub g/MWh Energieträgerkatalog (Brennstoff) — nicht der Kesselkatalog, siehe „Grenzen und Annahmen"
Vorlauf, Rücklauf °C Dialog „Heizkessel", Abschnitt „Modul", Felder „Vorlauf" und „Rücklauf" (nur für den Quellbezug aus einem Puffer)
Wärmesenken und Ladeaufträge Simulationskonfiguration, Karte des Kessels („Wärmesenke", „Pufferspeicher")
Ladepriorität 1…99 Simulationskonfiguration; Vorgabe 40 für den Heizkessel
Kaskadenplatz 1…4 Simulationskonfiguration, Kaskadenband

Formelzeichen und Parameter

Die Schreibweise ist die der ganzen Rubrik: t ist die Stunde des Jahres (1…8 760), Q eine Wärmemenge, P eine Leistung, ϑ eine Temperatur in Grad Celsius, η ein Wirkungsgrad. Weil eine Stunde lang ist, sind Leistung und Energie hier zahlengleich: 1 kW über eine Stunde ist 1 kWh. Umlaute stehen in den Formeln in ASCII-Umschrift — der Wirkungsgrad für flüssige Brennstoffe heißt dort ηOel.

Parameter

Eingaben, Katalogwerte, Vorgaben und Konstanten. Sie ändern sich innerhalb eines Laufs nicht.

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
Pnenn thermische Nennleistung des Kessels kW Kesselkatalog, Feld „P thermisch"
ηGas Wirkungsgrad bei gasförmigen und festen Brennstoffen Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Gas"; ein Wert > 1,5 gilt als Prozentangabe
ηOel Wirkungsgrad bei flüssigen Brennstoffen Kesselkatalog, Feld „Wirkungsgrad Öl"; ebenso
qB Betriebsbereitschaftsverlust, bezogen auf die Nennleistung Kesselkatalog, Feld „Betriebsbereitschaftsverlust"; ein Wert > 1,0 gilt als Prozentangabe
IDB Kennung des Brennstoffs Kesselkatalog, Feld „Energieträger"; im Projekt über „Brennstoff Variante" änderbar
fE Emissionsfaktor je Schadstoff (CO₂, SO₂, NOx, Staub) g/MWh Energieträgerkatalog — nicht der Kesselkatalog
ϑVL Vorlauftemperatur des Kessels °C Dialog „Heizkessel", Abschnitt „Modul", Feld „Vorlauf"
ϑRL Rücklauftemperatur (Systemrücklauf) °C derselbe Abschnitt, Feld „Rücklauf"
η0 Wirkungsgrad, wenn der Katalog keinen brauchbaren führt Vorgabe: 0,90
sη Schwelle, ab der ein Wirkungsgrad als Prozentangabe gilt Konstante: 1,5 — Brennwertkessel erreichen Hi-bezogen rund 104 %
sq Schwelle, ab der ein Bereitschaftsverlust als Prozentangabe gilt Konstante: 1,0
sGas Schwelle des Gasverbrauchs, unter der die Gasspitze entfällt MWh Konstante: 0,1
ηa,max / ηa,neu obere Plausibilitätsgrenze des Jahresnutzungsgrads und der Wert, auf den gesetzt wird % Konstanten: 110 und 108
ηa,min untere Plausibilitätsgrenze des Jahresnutzungsgrads % Konstante: 1
Nmax größte Zahl Kessel je Projekt Stück Konstante: 10
r Ladepriorität des Kessels in der Ladeordnung Simulationskonfiguration; Vorgabe: 40 (Solarthermie 10, Wärmepumpe 20, BHKW 30)

Variablen

Größen, die der Lauf je Stunde oder je Kessel bildet.

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
t Stunde des Jahres, 1…8 760 Laufindex der Stundenschleife
Qoffen(t) offener Bedarf der eigenen Senkenkette kWh Eingang aus der Kaskade
Pverf(t) noch verfügbare Kesselleistung der Stunde kW Stundenschleife; zu Beginn Pnenn
Qdeck(t) in dieser Stunde direkt gedeckte Wärme kWh (3)
ϑQ(t) Temperatur des Quellpuffers an der Entnahmehöhe °C Pufferspeicher; bei geteiltem Puffer stündlich, sonst fest
a(t) Anteil der Nutzwärme, den der Quellpuffer beisteuert (4)
Qnutz(t) Wärme, die der Kessel an Kanal und Speicher abgibt kWh Summe über Bedarfsdeckung, Ladephase und Nachentladung
QPuffer(t) Entnahme aus dem Quellpuffer kWh (5)
QK(t) eigener, brennstoffbasierter Anteil der Abgabe kWh (6)
Qnutz,max(t) Obergrenze der Abgabe in dieser Stunde kWh (7)
QSp(t) Inhalt des Quellpuffers kWh Pufferspeicher (Eingang)
Qab(t) gesamte Abgabe des Kessels, einschließlich des Puffer-Anteils kWh Stundenschleife; entscheidet zwischen (10) und (11)
η Wirkungsgrad, mit dem diese Stunde rechnet (8) und (9)
QB(t) Brennstoffverbrauch der Stunde kWh (10) bzw. (11)
PGas,max Gasspitze des Projekts kW (12) und (13)
QGas,a Gasverbrauch des Projekts im Jahr MWh Jahressumme über die Gaskessel
QB,a Brennstoffverbrauch eines Kessels im Jahr, einschließlich Stillstand MWh Jahressumme über (10) und (11)
QK,a brennstoffbasierte Nutzwärme eines Kessels im Jahr MWh Jahressumme über (6)
mE Jahresemission je Schadstoff kg (14)
ηa Jahresnutzungsgrad des Kessels % (15) und (16)

Rechenweg

Gerechnet wird im festen Jahresraster von 8 760 Stunden; t ist in allen Gleichungen dieser Seite die laufende Stunde des Jahres und wird deshalb in den Legenden nicht wiederholt. Höchstens Nmax=10 Kessel je Projekt gehen in die Rechnung ein.

Schritt 1 — Kesseldaten auflösen

Je Kessel werden Nennleistung, Brennstoff, die beiden Wirkungsgrade und der Bereitschaftsverlust gelesen, dazu die Emissionsfaktoren des Brennstoffs. Zwei Werte werden dabei auf ihre Einheit geprüft:

η>sηη=η100(ηGasundηOel)   (1)
η – Wirkungsgrad des Kessels, wie ihn der Katalog führt [–]
sη – Schwelle, ab der ein Wirkungsgrad als Prozentangabe gilt [–], Konstante 1,5
ηGas, ηOel – die zwei Katalogwerte, für die die Prüfung gilt [–]
100 – Umrechnung von Prozent in einen Faktor [%]
qB>sqqB=qB100   (2)
qB – Betriebsbereitschaftsverlust, bezogen auf die Nennleistung [–]
sq – Schwelle, ab der ein Bereitschaftsverlust als Prozentangabe gilt [–], Konstante 1,0

Die Schwelle sη liegt bei 1,5 und nicht bei 1,0, weil Brennwertkessel auf den Heizwert bezogen bis rund 104 % erreichen — als Faktor 1,035 gespeichert wäre ein solcher Wert mit der Schwelle 1,0 auf 0,01 zerlegt worden. Für den Bereitschaftsverlust genügt sq=1,0.

Schritt 2 — Wärmeabgabe der Stunde

Zu Beginn jeder Stunde steht jedem Kessel seine volle Nennleistung zur Verfügung. Er deckt dann, solange Leistung übrig ist, den offenen Bedarf seiner Direktsenken — bei der Senkenart „beides" mit Warmwasservorrang:

Qdeck(t)=min(Pverf(t),Qoffen(t))   (3)
Qdeck(t) – in dieser Stunde direkt gedeckte Wärme [kWh]
Pverf(t) – noch verfügbare Kesselleistung der Stunde [kW]
Qoffen(t) – offener Bedarf der eigenen Senkenkette [kWh]

Ein Kessel ohne Direktsenke deckt hier nichts; er lädt ausschließlich. Danach lädt er in der Ladephase seine Pufferspeicher bis zu deren Abschaltschwelle — mit dem Vorgaberang r=40 ist er der letzte Lader der Kaskade, lädt also nur, was die anderen offen gelassen haben.

Schritt 3 — Wärmequelle Pufferspeicher (Kessel-Kaskade)

Ist dem Kessel ein Pufferspeicher als Wärmequelle zugeordnet, tritt dessen Temperatur an die Stelle des Systemrücklaufs. Der Kessel hebt dann nur noch den Rest an:

a(t)=min(max(ϑQ(t)ϑRLϑVLϑRL,0),1)   (4)
a(t) – Anteil der Nutzwärme, den der Quellpuffer beisteuert; auf 0…1 begrenzt [–]
ϑQ(t) – Temperatur des Quellpuffers an der Entnahmehöhe [°C]
ϑRL – Rücklauftemperatur des Systems [°C]
ϑVL – Vorlauftemperatur des Kessels [°C]
QPuffer(t)=a(t)Qnutz(t)   (5)
QPuffer(t) – Entnahme aus dem Quellpuffer [kWh]
a(t) – Anteil des Quellpuffers aus (4) [–]
Qnutz(t) – Wärme, die der Kessel an Kanal und Speicher abgibt [kWh]
QK(t)=Qnutz(t)QPuffer(t)   (6)
QK(t) – eigener, brennstoffbasierter Anteil der Abgabe [kWh]
Qnutz(t) – gesamte Abgabe an Kanal und Speicher [kWh]
QPuffer(t) – Anteil, den der Quellpuffer beisteuert [kWh]

Nur QK kostet Brennstoff. Die Nennleistung begrenzt dabei den eigenen Beitrag; die Wärme aus dem Puffer kommt obendrauf:

Qnutz,max(t)=min(Pnenn1a(t),Pnenn+QSp(t))   (7)
Qnutz,max(t) – Obergrenze der Abgabe in dieser Stunde [kWh]
Pnenn – thermische Nennleistung des Kessels [kW]
a(t) – Anteil des Quellpuffers aus (4) [–]
QSp(t) – Inhalt des Quellpuffers [kWh]

Liefert der Puffer weniger, springt der Brennstoff für den Fehlbetrag ein — die Abgabe an den Kanal bleibt dieselbe. Bei einem geteilten Quellpuffer (er ist zugleich Senke eines anderen Erzeugers) folgt ϑQ(t) stündlich dem Speicherzustand an der Entnahmehöhe; ein eigenständiger Quellspeicher bleibt bei seiner festen Temperatur.

Ohne Quellpuffer sind a(t) und QPuffer(t) exakt 0, damit ist QK=Qnutz, und die Rechnung ist die des einfachen Falls.

Schritt 4 — Brennstoffbilanz der Stunde

Sie läuft genau einmal je Stunde und Kessel, nach Bedarfsdeckung, Ladephase und Nachentladung. Erst dann steht fest, was der Kessel insgesamt abgegeben hat.

η={ηOel6IDB9oder18IDB22ηGassonst   (8)
η – Wirkungsgrad, mit dem diese Stunde rechnet [–]
ηOel – Wirkungsgrad bei flüssigen Brennstoffen [–]
IDB – Kennung des Brennstoffs [–]
ηGas – Wirkungsgrad bei gasförmigen und festen Brennstoffen [–]
η0η=η0=0,90   (9)
η – Wirkungsgrad, mit dem diese Stunde rechnet [–]
η0 – Wirkungsgrad, wenn der Katalog keinen brauchbaren führt [–], Vorgabe 0,90
Qab(t)>0QB(t)=QK(t)η   (10)
QB(t) – Brennstoffverbrauch der Stunde [kWh]
Qab(t) – gesamte Abgabe des Kessels, einschließlich des Puffer-Anteils [kWh]
QK(t) – brennstoffbasierter Anteil der Abgabe aus (6) [kWh]
η – Wirkungsgrad dieser Stunde aus (8) und (9) [–]
Qab(t)=0QB(t)=qBPnenn   (11)
QB(t) – Brennstoffverbrauch der Stunde, hier der Stillstandsverlust [kWh]
Qab(t) – Abgabe des Kessels; 0 heißt: der Kessel steht [kWh]
qB – Betriebsbereitschaftsverlust, bezogen auf die Nennleistung [–]
Pnenn – thermische Nennleistung des Kessels [kW]

Der Bereitschaftsverlust (11) genau einmal je Stunde zu buchen, ist die zentrale Bedingung: Fiele die Entscheidung je Kanal, entstünde er in einer Stunde zweimal, und der Jahresnutzungsgrad kippte entsprechend. Maßgeblich für „läuft der Kessel?" ist die Abgabe Qab, nicht der brennstoffbasierte Anteil QK — ein Kessel, der vorgewärmtes Wasser nur noch geringfügig anhebt, steht nicht still.

Bei Gaskesseln wird nebenher die Gasspitze mitgeführt: je Kessel der höchste Wert des Jahres, über alle Gaskessel aufsummiert.

PGas,max=Gaskesselmaxt(QK(t)η)   (12)
PGas,max – Gasspitze des Projekts [kW]
QK(t) – brennstoffbasierter Anteil der Abgabe aus (6) [kWh]
η – Wirkungsgrad dieser Stunde [–]
QGas,a<sGas=0,1MWhPGas,max=0   (13)
PGas,max – Gasspitze des Projekts [kW]
QGas,a – Gasverbrauch des Projekts im Jahr [MWh]
sGas – Schwelle, unter der die Gasspitze entfällt [MWh], Konstante 0,1

Schritt 5 — Jahresbilanz, Emissionen, Nutzungsgrad

Nutzwärme und Verbrauch werden je Kessel auf MWh umgerechnet. Der Verbrauch geht auf den Brennstoffzähler seiner Gruppe:

Zähler Brennstoff-Kennung IDB
Gas 1…5 und 14 (Biogas)
Öl 6…9 und 18…22
Koks 10
Kohle 11
Holz 12
Strom (Elektrowärme) 13 — der Verbrauch wird zusätzlich als Strombedarf geführt, die Kesselganglinie wird zur Stromganglinie
Pellets 15
Rapsöl 16
Tierische Fette 17
Sammelposten „Sonstige" alles Übrige, unter anderem 23 (Fernwärme), 24 (Sonstige Energieträger), 25 (Wasserstoff)

Die Emissionen folgen dem gemessenen Jahresverbrauch:

mE=QB,afE1000   (14)
mE – Jahresemission je Schadstoff [kg]
QB,a – Brennstoffverbrauch des Kessels im Jahr [MWh]
fE – Emissionsfaktor des Brennstoffs je Schadstoff [g/MWh]
1000 – Umrechnung von g in kg [g/kg]

Der Jahresnutzungsgrad wird aus den Jahressummen gebildet, nicht aus Volllastwerten. Im Zähler steht dabei die brennstoffbasierte Nutzwärme QK,a — bei einem Kessel mit Quellpuffer ist das weniger als seine Abgabe, denn der Puffer-Anteil hat ihn keinen Brennstoff gekostet:

ηa=QK,aQB,a100   (15)
ηa – Jahresnutzungsgrad des Kessels [%]
QK,a – brennstoffbasierte Nutzwärme des Kessels im Jahr [MWh]
QB,a – Brennstoffverbrauch des Kessels im Jahr, einschließlich Stillstand [MWh]
100 – Umrechnung des Verhältnisses in Prozent [%]
ηa>110ηa=108;ηa<1ηa=1   (16)
ηa – Jahresnutzungsgrad des Kessels [%]
ηa,max – obere Plausibilitätsgrenze [%], Konstante 110; darüber wird auf ηa,neu = 108 gesetzt
ηa,min – untere Plausibilitätsgrenze [%], Konstante 1

Stand der Kessel das ganze Jahr — QK,a=0 oder QB,a=0 —, ist ηa=0. QB,a enthält die Stillstandsstunden; deshalb liegt der Jahresnutzungsgrad unter dem Volllastwirkungsgrad des Katalogs, und zwar umso deutlicher, je kürzer der Kessel läuft.

Grenzen und Annahmen

  • Die fünf Emissionsspalten des Kesselkatalogs rechnen nicht mit (Befund W14a‑E‑8‑B1 vom
 06.09.2026). CO₂, SO₂, NOₓ, CO und Staub lassen sich am Kessel pflegen, der Lauf holt die Faktoren
 fE aber aus dem Energieträgerkatalog. Beim BHKW ist es umgekehrt:
 Dort zählen die Gerätewerte. Zwei Masken, die gleich aussehen, mit einem Unterschied, der im
 Katalogdialog jetzt als „nur Anzeige" beziehungsweise „Simulation" ausgewiesen ist.
  • Kein CO in der Bilanz. Der Energieträgerkatalog führt keinen CO-Faktor; die CO-Emission des
 Kessels ist deshalb immer 0.
  • Kein Teillastwirkungsgrad. η ist ein Wert je Brennstoffart, unabhängig von
 der Auslastung der Stunde. Ein modulierender Kessel wird damit nicht besser und nicht schlechter
 gerechnet als ein voll laufender.
  • Keine Taktung. An- und Abschalten innerhalb einer Stunde, Anfahr- und Abstrahlverluste über
 qB hinaus, Mindestlaufzeiten und Mindestpausen bildet das Modell nicht ab.
  • Der Bereitschaftsverlust hängt an der Nennleistung (11), nicht an der Kesseltemperatur und
 nicht am Speicherzustand.
  • Keine Brennwertrechnung als eigener Weg. Der Brennwertvorteil steckt im Wirkungsgrad des
 Katalogs — deshalb sind dort Werte über 100 % zulässig und beabsichtigt, und deshalb steht
 sη bei 1,5.
  • Keine hydraulische Grenze zwischen Quellpuffer und Kessel. Der Speicher hat eine Lade- und
 Entladeleistungsgrenze; einen eigenen Wärmeübertrager zwischen Puffer und Kessel kennt das Modell
 nicht. In (7) steht deshalb der Speicherinhalt und keine Übertragerleistung.
  • Höchstens zehn Kessel je Projekt.
  • Investitions-, Wartungs- und Brennstoffkosten sind Sache der Wirtschaftlichkeit, nicht des
 Laufs; der Lauf liefert ihr die Mengen.

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Simulationsergebnis, Reiter „Heizkessel" — je Kessel Nutzwärme, Brennstoffverbrauch,
 Jahresnutzungsgrad ηa, Deckungsanteil und Emissionen; dazu die
 Ganglinie der Kesselleistung.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Übersicht" — der Deckungsanteil des Kessels an der
 Jahreswärme und die verbleibende Restwärme.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Wärmegang" — Direktdeckung und Speicherladung im Stapel der
 Erzeuger.
  • Simulationsprotokoll — nicht hinterlegte Kessel, wirkungslose Quellbezüge, Kessel zwischen
 zwei Erzeugern derselben Speicherstufe.
  • Bericht und Wirtschaftlichkeit — Brennstoffmengen, Gasspitze
 PGas,max und Emissionen gehen von hier in die Kosten- und CO₂-Rechnung.

Bezüge