Grundlagen/BHKW: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein '''Blockheizkraftwerk''' erzeugt Strom und Wärme gleichzeitig. | <!-- EPOS-Plan Grundlagenseite | Wikititel: Grundlagen/BHKW | ||
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Ein '''Blockheizkraftwerk (BHKW)''' erzeugt Strom und Wärme gleichzeitig in einem Modul. Weil die sonst verlorene Abwärme des Motors genutzt wird, liegt der Gesamtnutzungsgrad deutlich über dem einer getrennten Erzeugung – wirtschaftlich lohnt sich das aber nur, wenn beide Produkte zeitgleich gebraucht werden. Die Auslegung eines BHKW ist damit im Kern eine Frage der Betriebsstunden. | |||
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Ein | Ein Verbrennungsmotor treibt einen Generator an; Wärmetauscher koppeln die Wärme aus Kühlwasser, Ölkreis und Abgas aus. Als Brennstoff kommen unter anderem Erdgas, Biogas, Heizöl und Pflanzenöl in Frage, die Baugrößen reichen von wenigen kW<sub>el</sub> bis in den Megawattbereich. Für den Betrieb stehen drei Fahrweisen zur Wahl: '''wärmegeführt''' folgt das Modul dem Wärmebedarf und speist überschüssigen Strom ein; '''stromgeführt''' folgt es dem Strombedarf, die Wärme ist Koppelprodukt; '''ohne Einspeisung''' begrenzt die Erzeugung so, dass kein Strom ins Netz geht. | ||
<!-- Beispielhafte Aufteilung eines Gas-BHKW: Gesamtwirkungsgrad rund 90 %, davon elektrischer | |||
Wirkungsgrad rund 35 % und thermischer Wirkungsgrad rund 55 % (Stromkennzahl sigma = | |||
P_el / P_th ungefaehr 0,6); die Differenz zu 100 % sind Abgas- und Abstrahlungsverluste. | |||
Gerundete Richtwerte, kein EPOS-Plan-Rechenergebnis. --> | |||
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Ein BHKW wird bewusst kleiner als die Gebäudeheizlast dimensioniert – häufig auf zehn bis dreißig Prozent –, womit es je nach Lastprofil rund die Hälfte bis zwei Drittel der Jahreswärmearbeit erbringt. Zielgröße sind 5 000 bis 7 000 Vollbenutzungsstunden im Jahr; unterhalb von etwa 4 000 Stunden wird der Betrieb meist unwirtschaftlich. Ein Pufferspeicher von 60 bis 100 Litern je kW thermischer Leistung verlängert die Laufzeiten und entkoppelt Strom- und Wärmebedarf zeitlich. | |||
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[[Datei:Einbindung_BHKW_Kessel.svg|mini|zentriert|800px|BHKW mit zwei Spitzenlastkesseln am Pufferspeicher, solare Vorwärmung des Trinkwassers und Strom ins Hausnetz. Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.]] | |||
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In EPOS-Plan wird ein BHKW-Modul im Reiter „Energieerzeuger“ der Startseite über die Kachel „BHKW“ angelegt; sie öffnet den Dialog „Verwaltung BHKW". Der Gerätekatalog liegt unter Administration → Wärmebedarf & Heizung → BHKW. Wie das Modul eingebunden, ausgelegt und mit anderen Erzeugern verschaltet wird, zeigen [[Programm Dokumentation/BHKW#einbindung|Einbindung]], [[Programm Dokumentation/BHKW#beispiel|Beispiel]], [[Programm Dokumentation/BHKW#zusammenspiel|Zusammenspiel]] und [[Programm Dokumentation/BHKW#fallstricke|Fallstricke]]; der Rechenweg steht unter [[Programm Dokumentation/Berechnung/BHKW|Berechnung: BHKW]]. | |||
== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
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Version vom 28. September 2026, 04:08 Uhr
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt Strom und Wärme gleichzeitig in einem Modul. Weil die sonst verlorene Abwärme des Motors genutzt wird, liegt der Gesamtnutzungsgrad deutlich über dem einer getrennten Erzeugung – wirtschaftlich lohnt sich das aber nur, wenn beide Produkte zeitgleich gebraucht werden. Die Auslegung eines BHKW ist damit im Kern eine Frage der Betriebsstunden.
Funktionsprinzip
Ein Verbrennungsmotor treibt einen Generator an; Wärmetauscher koppeln die Wärme aus Kühlwasser, Ölkreis und Abgas aus. Als Brennstoff kommen unter anderem Erdgas, Biogas, Heizöl und Pflanzenöl in Frage, die Baugrößen reichen von wenigen kWel bis in den Megawattbereich. Für den Betrieb stehen drei Fahrweisen zur Wahl: wärmegeführt folgt das Modul dem Wärmebedarf und speist überschüssigen Strom ein; stromgeführt folgt es dem Strombedarf, die Wärme ist Koppelprodukt; ohne Einspeisung begrenzt die Erzeugung so, dass kein Strom ins Netz geht.
Kennwerte
| Kennzahl | Bedeutung | Typischer Bereich |
|---|---|---|
| Stromkennzahl σ = Pel / Pth | Verhältnis elektrischer zu thermischer Leistung | 0,4–0,8 (Verbrennungsmotor) |
| Gesamtwirkungsgrad | elektrischer plus thermischer Wirkungsgrad zusammen | 80–95 % |
| Elektrischer Wirkungsgrad | Anteil des Brennstoffs, der als Strom ankommt | 25–40 % |
| Modulationsgrenze | kleinste Teillast, unterhalb derer das Modul abschaltet statt zu regeln | meist 50–60 % der Nennleistung |
Typische Größen
Ein BHKW wird bewusst kleiner als die Gebäudeheizlast dimensioniert – häufig auf zehn bis dreißig Prozent –, womit es je nach Lastprofil rund die Hälfte bis zwei Drittel der Jahreswärmearbeit erbringt. Zielgröße sind 5 000 bis 7 000 Vollbenutzungsstunden im Jahr; unterhalb von etwa 4 000 Stunden wird der Betrieb meist unwirtschaftlich. Ein Pufferspeicher von 60 bis 100 Litern je kW thermischer Leistung verlängert die Laufzeiten und entkoppelt Strom- und Wärmebedarf zeitlich.
Einsatz und Grenzen
Ein BHKW passt, wo Wärme- und Strombedarf über weite Teile des Jahres gleichzeitig anfallen – Mehrfamilienhäuser, Hotels, Gewerbe und Nahwärmenetze; bei stark schwankendem oder überwiegend sommerlichem Wärmebedarf sinken die Laufzeiten und damit die Wirtschaftlichkeit. Den verbleibenden Bedarf und die Lastspitzen übernimmt ein Spitzenlastkessel, der zugleich die Redundanz sicherstellt.
In EPOS-Plan
In EPOS-Plan wird ein BHKW-Modul im Reiter „Energieerzeuger“ der Startseite über die Kachel „BHKW“ angelegt; sie öffnet den Dialog „Verwaltung BHKW". Der Gerätekatalog liegt unter Administration → Wärmebedarf & Heizung → BHKW. Wie das Modul eingebunden, ausgelegt und mit anderen Erzeugern verschaltet wird, zeigen Einbindung, Beispiel, Zusammenspiel und Fallstricke; der Rechenweg steht unter Berechnung: BHKW.
Siehe auch
- Kessel und Spitzenlast – übernimmt Spitzenlast und Redundanz
- Pufferspeicher – Pendelspeicher und Speicherbewirtschaftung
- Photovoltaik – Stromüberschuss und Eigenverbrauch