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Wärmebedarf erfassen

Aus wiki.epos-plan.de
Version vom 5. November 2026, 20:11 Uhr von Epos (Diskussion | Beiträge) (Sammel-Upload 1.2.0.14, Teil 29: Aktualitätsprüfung, Bericht nur vorhandene Anlagen (Quellstand ca62ecfe0))
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Beim Schritt Wärmebedarf erfassen entsteht der Bedarf aus bis zu vier Anteilen, die getrennt erfasst und stundenweise addiert werden: Gebäudeheizwärme, Warmwasser, Prozesswärme und – falls vorhanden – ein eingelesener Lastgang. Netzverluste kommen in der Simulationskonfiguration hinzu. Die Dialoge im Einzelnen beschreibt Programm-Dokumentation: Wärmebedarf.

Gebäudeheizwärme

Die Gebäude des Projekts ordnen Sie im Dialog Eingabe der Gebäudedaten zu – auf der Startseite im Reiter Wärmebedarf oder im Assistenten beim Schritt der Gebäude:

  1. Im Bereich Katalog (DB) ein Gebäude wählen; Suchfeld, Trichter je Spalte und Spalten… engen die Liste ein. Ein Gebäude lässt sich auch aus einer gbXML- oder IFC-Datei importieren (Gebäudeimport).
  2. In das Projekt übernehmen legt eine Projektkopie an; ein Katalogsatz mit Zonen bringt seine Zonen mit.
  3. Fläche und Verbrauch… setzt die Bezugsgröße – die Nutzfläche in Quadratmetern oder ein Verbrauch (siehe unten).
  4. Wo die Kopie vom Katalog abweichen soll, öffnet Bearbeiten… den Gebäudeeditor mit Hülle, Konditionierung und Zonen.
  5. Simulation… rechnet den Wärmebedarf des markierten Gebäudes zur Kontrolle; OK speichert die Liste.

Die Dialoge beschreibt Programm-Dokumentation: Gebäude; den Katalog pflegen Sie über AdministrationGebäudeBearbeiten.

Bedarf aus Verbrauchsdaten

Liegen statt Flächen Verbrauchsdaten vor, geben Sie diese direkt an – Öl in Litern, Gas in Kubikmetern oder Megawattstunden, sonstigen Brennstoff in Megawattstunden je Jahr – samt dem Jahresnutzungsgrad der bestehenden Anlage. EPOS-Plan rechnet den Verbrauch damit in Nutzwärme um und skaliert das Gebäudemodell auf diesen Bedarf; der Jahresgang ist so an die reale Abrechnung gebunden.

Beispiel. 30 MWh Gas im Jahr bei einem Jahresnutzungsgrad von 0,85: 25,5 MWh Nutzwärme, auf die das Programm den gerechneten Jahresgang des Gebäudes skaliert.

Kenngrößen des Gebäudetyps

Die Kenngrößen eines Gebäudes stehen im Bereich Hülle, Zonen & Bauteile des Katalog- und Gebäudeeditors: Nutzfläche, Baualtersklasse und Energiestandard, Raumhöhe und interne Gewinne, Flächen und U-Werte der Bauteile (die Bodenplatte am Erdreich nach DIN EN ISO 13370), Fenster je Himmelsrichtung mit Durchlassgrad, Wärmebrücken, Luftwechsel und die Bauart leicht, schwer oder sehr schwer (Gebäude: Felder des Gebäudes und der Hülle). Statt der U-Wert-Gruppen kann das Gebäude aus Zonen mit einzelnen Bauteilen und Schichtaufbau bestehen (Mehrzonenmodell).

Der Bereich Nutzung & Konditionierung führt, wann und worauf geheizt, gekühlt und gelüftet wird: eine Vorgabe-Matrix der Größen Heizen, Kühlen, Lüftung, Geräte und Personen für Nennwert, Tag, Nacht, Wochenende, Ferien und Saison, je Größe mit Kalender, Wochenprofilen und Ferien. Vorlagen und Nutzungsprofile lassen sich übernehmen und sind danach eine Kopie am Gebäude (Gebäude: Konditionierung).

Berechnung: Jahresgang des Gebäudes

Aus diesen Angaben rechnet das Gebäudemodell nach VDI 6007 den Heizwärmebedarf Stunde für Stunde – mit Speichermasse, Sonneneinstrahlung je Himmelsrichtung, inneren Gewinnen und dem Sollwertfahrplan – und liefert zugleich Raumtemperatur und Kältebedarf. Wählbar bleibt je Gebäude die Tagesbilanz: Sie bilanziert jeden der 365 Tage zur Tagesheizlast und legt sie über eine typabhängige 24-Stunden-Kurve auf Stunden um (Gebäudemodell VDI 6007).

Wärme- und Kältebedarf eines Bürogebäudes im Jahresgang mit Heiz- und Kühltagen; hell die gesperrte Gegenseite. Prinzipbild, Beispielwerte gerundet.

Eine Zone wird an einem Tag geheizt oder gekühlt, nie beides: Sind beide Seiten frei, entscheiden die Tagessummen, die Gegenseite ist gesperrt (helle Flächen); die Tagesart bestimmt auch, ob eine reversible Wärmepumpe heizt oder kühlt (Heizen oder Kühlen je Tag und Zone).

Beispiel. Bürogebäude 1 braucht 120 MWh Heizwärme und 40 MWh Kälte im Jahr. Gekühlt wird an rund 80 Werktagen von Mai bis September, am meisten im Juli mit knapp 13 MWh; die höchste Tagessumme liegt bei gut 900 kWh Kälte, im Januar bei rund 800 kWh Wärme. Gesperrt bleiben übers Jahr rund 2 MWh Wärme und 3 MWh Kälte; der Kältebedarf ist sensible Kälte ohne Entfeuchtung.

Das Ergebnis ist ein durchgängiger Jahresgang der Heizleistung mit maximaler Wärmelast und Jahresdauerlinie; Simulation… im Gebäudedialog zeigt ihn je Gebäude samt Kennzahlen und Raumtemperatur.

Warmwasser und Prozesswärme

Warmwasser und Prozesswärme werden nach demselben Muster erfasst: Sie wählen einen Typ aus dem Katalog und geben den Jahresverbrauch an; hinterlegte Monatsanteile und ein Wochenprofil mit 168 Stundenwerten verteilen ihn über das Jahr. Für jedes Temperaturniveau und jeden Prozess legen Sie einen eigenen Eintrag an, wahlweise mit Vorlauf und Rücklauf; der Katalog liefert acht typische Betriebsweisen als Vorlage. Je Zuordnung ersetzt ein Betriebskalender das Wochenprofil an Feiertagen und in Betriebsferien.

Beispiel. Ein Prozess mit 100 MWh im Jahr und 10 % Monatsanteil im Januar legt 10 MWh in diesen Monat; das Wochenprofil verteilt sie auf die 168 Stunden jeder Woche, an einem Feiertag des Betriebskalenders gilt der Feiertagsgang.

Dialoge Warmwasser und Prozesswärme

Oben steht die Liste Im Projekt mit der Jahressumme aller Zuordnungen, darunter der Katalog (DB), unten die Zeile gewählter Satz.

Element Was es tut
In das Projekt übernehmen (Doppelklick, Enter) nimmt die angekreuzten Katalogsätze auf und legt die Projektkopie an; Aus dem Projekt entfernen wirkt auf die Auswahl
Bearbeiten…, Stift der Zeile öffnet den Projektsatz über dem Dialog: Jahresverbrauch, bei der Prozesswärme das Temperaturniveau, dazu der Betriebskalender; beim Katalogsatz den Katalogeditor
Simulation… rechnet den Bedarf mit dem Stand des Dialogs und zeigt Kennzahlen, Monate und Grafik
Knopfleiste am gewählten Satz Vergleichen…, Schloss setzen…, Löschen, Typ ändern… (die Wochenprofile der Typen), Neu…
Rechenweg Brauchwasser wählt beim Warmwasser zwischen den Bestandsprofilen und dem Zapfprofil

Statt der Bestandsprofile erzeugt der Zapfprofilgenerator den Brauchwasserbedarf aus Nutzungszonen des Gebäudes – mit Zirkulation als eigener Teilreihe, stochastischer Jahresreihe und Speicherauslegung (Brauchwasser-Zapfprofil). Auswahl, Mehrfachwahl, Schloss und Löschen im Einzelnen: Wärmebedarf: Listen und Knopfleiste.

Tipp

Ein zu niedrig angesetzter Warmwasserbedarf lässt den Sommerbetrieb zu günstig aussehen; bei Zirkulation sind die Verluste mitzurechnen.

Externer Lastgang und Netzverluste

Ein vorliegender Wärmelastgang wird als Stundenreihe eingelesen und zum berechneten Bedarf addiert; den Katalog der Lastgänge führt AdministrationWärme- und KälteerzeugungProfile & LastgängeWärmebedarf Lastgang. Der Dialog Wärmebedarf extern zeigt oben die Lastgänge im Projekt, darunter den Katalog; in der Kopfleiste der Projektliste wählen Sie je Zeile den Kanal – Heizung, Brauchwasser, Prozesswärme oder Kühlung. Ein Lastgang im Kanal Kühlung ist Kälte und wirkt nur, wenn das Projekt Kühlung rechnet.

Element Was es tut
In das Projekt übernehmen, Aus dem Projekt entfernen übernehmen angekreuzte Katalogsätze in einem Zug bzw. entfernen angekreuzte Projektzeilen
Bearbeiten…, Stift der Zeile zeigt die Ganglinie eines Projektsatzes oder gesperrten Katalogsatzes zur Ansicht; beim ungesperrten Katalogsatz öffnet es die Verwaltung
Import, Speichern unter… lesen die Ganglinie des gewählten Satzes ein bzw. schreiben sie als Datei; das Format nennt der Infoknopf im Kopf des Katalogs
Neu… legt einen Katalogsatz aus einer Datei an
Zeile Gewählter Satz zeigt aufgeklappt Jahresarbeit, Spitzenlast, Vollbenutzungsstunden und die Jahresganglinie; Vergrößern zeigt sie über dem ganzen Dialog

Vergleichen, Schloss und Löschen im Einzelnen: Wärmebedarf: Dialog Wärmebedarf Extern. Netzverluste tragen Sie im Bereich Netze der Simulationskonfiguration ein – ein Wert für alle Bedarfsarten oder je Bedarfsart in Prozent des Jahresbedarfs oder in kWh/a, dazu die Zirkulation des Brauchwassers (Simulation: Netzverluste).

Siehe auch

← Klimadaten festlegen | Strombedarf erfassen →