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Programm Dokumentation/Berechnung/Prozesswärme

Aus wiki.epos-plan.de


Was berechnet wird

Der Prozesswaermebedarf als Reihe von 8 760 Stundenwerten [kWh] — der dritte der drei Bedarfskanaele. Der Rechenweg ist derselbe wie beim Brauchwasser: je Profil ein Satz aus zwoelf Monatswerten und einem Wochenprofil mit 168 Stundenwerten, daraus der Jahresgang.

Der eigene Kanal ist der Grund, warum die Prozesswaerme ueberhaupt getrennt gefuehrt wird: Ein Erzeuger darf Heizung und Brauchwasser decken und die Prozesswaerme nicht — oder umgekehrt. Ausgewiesen werden die Jahressumme und die zwoelf Monatssummen.

Eingangsgrößen

Groesse Einheit Herkunft im Programm
Prozesswaermeprofile des Projekts Dialog „Prozesswärme", Liste „Ausgewählt im Projekt"
Zwoelf Monatswerte je Profil MWh Prozesswaerme-Katalog (Kopfsatz des Profils)
Typbezug des Profils Kopfsatz des Profils, Feld „Typ"
Wochenprofil, 168 Stundenwerte beliebige Skala Prozesstyp-Katalog, Reiter „Wochenwerte"
Jahressumme des Projekts MWh oder kWh (waehlbar) Dialog „Prozesswärme", Feld „Jahresverbrauch"; leer oder 0 = Katalogwerte gelten unveraendert
Wochentag des 1. Januar aus den Klimadaten der Projektregion abgeleitet

Formelzeichen und Parameter

Parameter

Was in die Rechnung hereinkommt:

Symbol Bedeutung Einheit Herkunft
t Stunde des Jahres, t = 0 … 8 759 Zeitraster (Konstante: 8 760 Stunden je Jahr)
m Monat, m = 1 … 12 Zeitraster (Konstante: zwoelf Monatsgrenzen eines Nicht-Schaltjahres)
j Stunde der Woche, j = 0 … 167 Zeitraster (Konstante: 168 Wochenstunden)
w Wochentag des 1. Januar, w = 0 (Montag) … 6 (Sonntag) aus den Klimadaten abgeleitet, siehe Berechnung: Wärmebedarf, Gleichung (1)
PW(j) Wochenprofil, 168 Stundenwerte beliebige Skala Prozesstyp-Katalog, Reiter „Wochenwerte"
QM,Kat(m) Monatswert m des Profils MWh Prozesswaerme-Katalog, Kopfsatz, Felder Monat_1Monat_12
Qa,Proj Jahressumme des Projekts MWh (intern; Eingabe wahlweise in MWh oder kWh) Dialog „Prozesswärme", Feld „Jahresverbrauch"; leer oder 0 = keine Skalierung
1000 Umrechnung MWh in kWh kWh/MWh Konstante

Variablen

Was die Rechnung selbst bildet:

Symbol Bedeutung Einheit berechnet in
Qa,Kat Summe der zwoelf Katalog-Monatswerte MWh (1)
QM(m) Monatswert nach der Skalierung auf die Projektsumme MWh (2)
x(t) gekachelter Wochenprofilwert der Stunde t, noch ohne Energiemass Skala von PW (3)
S(m) Summe der gekachelten Werte innerhalb des Monats m Skala von PW (4)
QPro(t) Prozesswaermebedarf der Stunde t kWh (5)
Qa ausgewiesene Jahresmenge des Kanals MWh (6)

Rechenweg

1. Profile des Projekts sammeln

Alle dem Projekt zugeordneten Prozessprofile werden nacheinander in denselben Zielvektor gerechnet; die Stundenwerte addieren sich. Kopf- und Typdaten kommen aus den Projektkopien — ein im Projekt geaendertes Profil rechnet mit seinen eigenen Werten, nicht mit denen des Katalogs.

Ohne Kopfsatz geht ein Profil mit Anteil 0 ein und wird gemeldet. Fehlt der Typbezug, bricht die Prozesswaermerechnung ab — ohne Typ gibt es keine Verteilung, und ein Vektor aus Nullen sieht aus wie ein Ergebnis.

2. Jahressumme des Projekts einrechnen

Qa,Kat=m=112QM,Kat(m)   (1)
Qa,Kat – Summe der zwoelf Katalog-Monatswerte [MWh]
QM,Kat(m) – Monatswert des Profils, wie er im Katalog steht [MWh]
m – Monat, 1 bis 12 [–]
QM(m)=QM,Kat(m)Qa,ProjQa,Kat,Qa,Proj>0   (2)
QM(m) – Monatswert nach der Skalierung auf die Projektsumme [MWh]
QM,Kat(m) – Monatswert des Profils aus dem Katalog [MWh]
Qa,Proj – Jahressumme des Projekts, intern in MWh gefuehrt; leer oder 0 = keine Skalierung [MWh]
Qa,Kat – Summe der Katalog-Monatswerte nach (1) [MWh]

Die Verteilung ueber das Jahr bleibt unveraendert; skaliert wird nur die Hoehe. Ohne eigene Jahressumme gilt QM(m) = QM,Kat(m). Ist Qa,Proj gesetzt und Qa,Kat null, wird das Profil uebersprungen und gemeldet.

Der Wert wird im Dialog in der gewaehlten Einheit eingegeben (Vorgabe MWh, wahlweise kWh) und intern in MWh gefuehrt — (2) rechnet also immer mit MWh.

3. Wochenprofil auf das Jahr kacheln

x(t)=PW((w24+t) mod 168),t=08759   (3)
x(t) – gekachelter Wochenprofilwert der Stunde, noch ohne Energiemass [Skala von PW]
PW(j) – Wochenprofil, 168 Stundenwerte [beliebige Skala]
w – Wochentag des 1. Januar, 0 = Montag bis 6 = Sonntag [–]
24 – Stunden je Tag [h]
168 – Stunden je Woche [h]

Stunden 1 bis 24 des Wochenprofils sind der Montag, 145 bis 168 der Sonntag; im Index j von (3) sind das j = 0 … 23 bzw. j = 144 … 167. Ein Profil, dessen 168 Werte in der Summe null sind, wird uebersprungen und gemeldet.

4. Monatsweise auf die Monatswerte normieren

S(m)=tMonatmx(t)   (4)
S(m) – Summe der gekachelten Werte innerhalb des Monats [Skala von PW]
x(t) – gekachelter Wochenprofilwert nach (3) [Skala von PW]
m – Monat, 1 bis 12; die Monatsgrenzen sind die eines Nicht-Schaltjahres [–]
QPro(t)=x(t)S(m)QM(m)1000,tMonatm   (5)
QPro(t) – Prozesswaermebedarf der Stunde [kWh]
x(t) – gekachelter Wochenprofilwert nach (3) [Skala von PW]
S(m) – Monatssumme derselben Werte nach (4) [Skala von PW]
QM(m) – Monatswert nach (2) [MWh]
1000 – Umrechnung MWh in kWh [kWh/MWh]

Die Skala des Wochenprofils ist damit frei — x(t) steht in (5) im Zaehler und ueber S(m) im Nenner, es zaehlt also nur das Verhaeltnis der 168 Werte zueinander. Die Energiemenge bestimmen allein die Monatswerte; der Faktor 1 000 rechnet sie von MWh in kWh.

Der monatliche Verlauf, den der Dialog auf Knopfdruck zeigt, ist genau das Ergebnis dieses Schrittes: die zwoelf Monatssummen des fertigen Stundenvektors. Er ist deshalb bis zur ersten Vorschaurechnung gesperrt — vorher gibt es nichts zu zeigen.

5. In den Kanal und in die Bilanz

Der Vektor geht in den Prozesskanal. Ausgewiesen wird

Qa=t=08759QPro(t)1000   (6)
Qa – ausgewiesene Jahresmenge des Kanals [MWh]
QPro(t) – Prozesswaermebedarf der Stunde nach (5) [kWh]
1000 – Umrechnung kWh in MWh [kWh/MWh]

und zwar vor der Verteilung der Netzverluste; der Stundenvektor bekommt seinen Anteil daran anschliessend (siehe Berechnung: Wärmebedarf, Schritt 7 und Gleichung (21) dort).

Die Einheit gehoert zum Wert. Die Umrechnung steht an EINER Stelle, und die Anzeigeeinheit ist waehlbar: MWh mit zwei Nachkommastellen (Vorgabe) oder kWh ohne.

Grenzen und Annahmen

  • Der Prozess ist eine Waermemenge, kein Prozess. In (1) bis (6) kommen weder Temperaturniveau noch Vor- und Ruecklauf vor; Gleichzeitigkeit mehrerer Verbraucher und Abwaerme werden hier nicht gerechnet. Welcher Erzeuger den Prozesskanal ueberhaupt bedienen darf, entscheidet die Senkenzuordnung — dort wirkt auch die Temperaturpruefung (Warnkriterium W3).
  • Kein Wirkungsgrad, keine Verteilverluste je Prozess. Was eingegeben wird, ist die Nutzwaerme am Prozess; Verluste bildet der pauschale Netzverlust ab.
  • Der Wochengang ist starr. Dasselbe 168-Stunden-Muster PW gilt fuer alle 52 Wochen. Schichtplaene, Betriebsferien und Sonderschichten bildet allein der Monatswert QM(m) ab; ein Werk mit drei Wochen Sommerstillstand braucht dafuer einen kleinen Julimonatswert, nicht ein zweites Profil.
  • Die Monatsmenge ist unantastbar. Wegen (4) und (5) verschiebt der Kalender nur die Verteilung INNERHALB des Monats; wie viele Wochenenden ein Monat hat, aendert seine Menge nicht.
  • Kein Auslieferungskatalog. Anders als beim Brauchwasser liefert das Programm keine Normprofile fuer Prozesswaerme mit — Monatswerte und Wochenprofil sind Anwenderdaten. Das ist Absicht: Ein Prozess ist ein Einzelfall.
  • Abbruch statt Nullprofil. Ein fehlender Typbezug beendet die Prozesswaermerechnung, statt sie mit Nullen fortzusetzen.

Ergebnisse und wo sie stehen

  • Dialog „Prozesswärme", Knopf „Simulation…" — Jahresmenge und Monatswerte der ausgewaehlten Profile; „monatlicher Verlauf…" zeigt sie als Balken.
  • Simulationsergebnis, Reiter „Wärme-/Strombedarf" — der Prozessanteil im Jahresbedarf.
  • Bericht — Bedarfsuebersicht.
  • Laufprotokoll — uebersprungene Profile und der Abbruchgrund „Typ nicht definiert".

Bezüge