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Version vom 21. August 2026, 23:14 Uhr
Die Wirtschaftlichkeit bewertet eine ganze Vergleichsgruppe in einem Zug – das Stammprojekt und alle daraus abgeleiteten Varianten. Gerechnet wird nach der Kapitalwertmethode gemäß DIN EN 17463, ergänzt um Szenarien, Sensitivitäten, die Regeln für Förderung und CO₂-Abgabe sowie eine Emissionsbilanz.
Stammprojekt als Referenz
Das Stammprojekt ist die Referenz. Die Kennzahlen einer Variante sind deshalb immer Differenzen gegen den Stamm, und die Gruppe wird stets gemeinsam gerechnet – anders ließe sich eine Differenz nicht bilden. Wie Vergleichsgruppen entstehen, beschreibt Varianten und Bericht.
Kapitalwert, Annuität und Barwerte
Für jedes Projekt der Gruppe werden Kapitalwert, Annuität und die Barwerte der einzelnen Zahlungsreihen ausgewiesen. Ersatzbeschaffungen innerhalb des Betrachtungszeitraums gehen ganzjährig gerundet ein, der Restwert am Ende wird linear ermittelt.
Fehlt ein Preis, rechnet das Programm nicht mit null weiter. Die betroffene Kennzahl bleibt offen und wird mit einer Begründung ausgewiesen.
Szenarien
Drei Szenarien stehen nebeneinander: Erwartung, bester und ungünstigster Fall. Sie werden je Projekt hinterlegt und lassen sich im Ergebnis, im Bericht und im Kapitalwert-Verlauf gegeneinanderstellen.
Differenz-Kennzahlen
Gegen die Referenz werden je Variante die Kapitalwert-Differenz, die dynamische Amortisationszeit – zwischen den Jahren interpoliert – und der interne Zinsfuß bestimmt.
Sensitivitäten
Vier Größen werden automatisch variiert: der Kalkulationszins um ±1 Prozentpunkt, die Energiepreissteigerung um ±1 Prozentpunkt, die Investition um ±10 Prozent und die Energiekosten um ±10 Prozent. Eine zusätzliche Zeile zeigt, wie sich das Ergebnis ohne den KWKG-Bonus darstellt.
KWKG 2025
Für KWK-Anlagen berücksichtigt die Rechnung die Zuschlagsregeln des KWKG 2025: die degressive Staffel der förderfähigen Vollbenutzungsstunden – von 5.000 Stunden im Jahr 2020 auf 2.500 Stunden ab 2030 –, das Kontingent von 30.000 Vollbenutzungsstunden, das sich bei Bedarf anpassen lässt, sowie die Fristen nach § 6 mit Stichtag 31.12.2026 und Realisierung bis zum 31.12. des vierten Folgejahres. Anlagen über 500 kW und neue Heizölanlagen bleiben ausgenommen. Ein Abschlag für Zeiten negativer Strompreise wird berücksichtigt; die betroffenen Stunden schonen das Kontingent. Wie der Zuschlag zustande kommt, weist eine eigene Nachweiszeile im Ergebnis, im Word-Bericht und im Excel-Blatt aus.
CO₂-Abgabe nach dem BEHG
Für fossile Brennstoffe wird die CO₂-Abgabe nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz auf die Energiekosten aufgeschlagen. Nicht fossile Energieträger bleiben davon unberührt.
Strommatrix
Aus den Stundenreihen der Simulation entsteht eine Strommatrix nach Hoch- und Niedertarif, jeweils getrennt nach Winter und Sommer; Bezugsjahr ist 2026. Der Leistungspreis wird in zwei Stufen berücksichtigt. Die Tarifrechnung tritt nur an die Stelle des einheitlichen Arbeitspreises, wenn alle benötigten Preise gepflegt sind – andernfalls rechnet das Programm mit dem einheitlichen Preis weiter und weist darauf hin.
Emissionsbilanz
Die Emissionsbilanz stellt die gekoppelte Erzeugung der getrennten Erzeugung gegenüber und weist die vermiedene CO₂-Menge aus. Als Vergleich für den Strom wählen Sie einen Referenz-Kraftwerkspark; der Referenzkessel für die Wärme wird selbst ermittelt: Wirkungsgrad und Brennstoff stammen aus dem größten Heizkessel des Stammprojekts, bei Heizöl aus dem Öl-, sonst aus dem Gaswirkungsgrad. Liegt der Wert außerhalb des plausiblen Bereichs von 50 bis 115 Prozent, greift die hinterlegte Vorgabe. Der Bericht weist aus, woher der Wert stammt. Die Bilanz erscheint, sobald die Ergebnisse der Gruppe auf aktuellem Rechenstand sind – nach einem Berichtslauf ist das stets der Fall.
Kapitalwert-Verlauf
Der Dialog Verlauf… zeigt zwei Liniendiagramme: die Differenz zur Referenz, deren Nulldurchgang der dynamischen Amortisation entspricht, und die absoluten kumulierten Barwerte. Zeitraum und Szenario sind frei wählbar; der Zeitraum reicht von 2 bis 60 Jahren und darf auch über den Betrachtungszeitraum hinausgehen. Die gespeicherten Ergebnisse bleiben davon unberührt. Im Word-Bericht erscheint der Verlauf als Diagramm, im Excel-Bericht als Jahresreihe. Die Reihen werden ohne Restwert geführt; die Restwert-Barwerte sind gesondert ausgewiesen.
Parameter
Die Randbedingungen pflegen Sie in einem nach Kategorien gegliederten Dialog. Die Gruppe Allgemein mit Kalkulationszins, Betrachtungszeitraum und Preissteigerungen ist immer sichtbar. Die übrigen Gruppen erscheinen nur, wenn der zugehörige Erzeuger in der Vergleichsgruppe vorkommt: Photovoltaik mit der Einspeisevergütung, BHKW mit den Angaben zum KWKG 2025 und Brennstoff mit CO₂-Preis und Kraftwerkspark. Werte ausgeblendeter Gruppen bleiben beim Speichern erhalten.
Ausgabe
Die Ergebnisse stehen in einer eigenen Registerkarte, als Kapitel im Word-Bericht und als Blatt in der Excel-Arbeitsmappe – mit den Szenarioblöcken, der Sensitivität, der Strommatrix und der Emissionsbilanz. Zeilen erscheinen nur, wenn die zugehörige Funktion im Projekt aktiv ist.
Die Rechnung bewertet Annahmen, nicht Tatsachen. Förderungen, steuerliche Wirkungen und vertragliche Rahmenbedingungen sind projektbezogen zu prüfen; die Ergebnisse ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung.
Siehe auch
- Grundlagen: Wirtschaftlichkeitsrechnung – die fachlichen Hintergründe
- Grundlagen: Kostenrechnung – Systematik der Kostenarten
- Grundlagen: Erlösrechnung – Bewertung der erzeugten Mengen
- Kosten und Energiepreise – Eingangsgrößen aus dem Kostenmodul
- Varianten und Bericht – Vergleichsgruppe anlegen und Ergebnisse ausgeben